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IGNORED

Konkreter Schießstand gefährlich???


User-0815-2

Empfohlene Beiträge

vor 10 Minuten schrieb User-0815-2:

Dazu kommen dann die Dinge, die man so hört: Dieser Amokläufer ...

Jetzt kommen wir an einen Punkt , da bedarf es weit aus mehr als nur einen Satz , aber das wiederum würde den Rahmen dieses Threads sprengen , deshalb folgendes sehr kompakt :

 

Es gibt Fakten , die sind teilweise öffentlich und es gibt Fakten die sind nicht öffentlich - die Gründe , daß das so ist , ist in Teilen einfach aber auch in Teilen nicht so einfach zu erklären .

 

Einige der Amokläufe hätten im Vorfeld verhindert werden können , aber das damalige geltende Recht wurde von Seiten der Behörde nicht angewendet und das nachweislich !

 

 

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Wenn Du Angst vor einem Schießstand hast dann bleib doch da weg. Der Schießsport ist derart reguliert, so ziemlich jedes andere Hobby ist gefährlicher aber bitte. Auf einem Schießstand wird auch keiner, von einer nicht vorgesehenen Position schießen. Das kommt einfach nicht vor. Wann immer ich auf einem Schießstand war, es ist nie passiert. Du könntest es Dir angucken, mußt Du aber nicht.

Die Kugelfänge und Hochblenden auf den Schießständen halten wofür sie gebaut sind und würden auch einiges mehr halten. Trotzdem hält man sich an die Standzulassung. Da wacht nicht nur die Aufsicht drüber. Alles andere könnte vielen das Hobby kosten.

Ich schieße übrigens auch in Feld und Wald und auch noch mit gesetzlich vorgeschriebenen >2000Joule. Und den Kugelfang dafür muß ich selber beurteilen.

Bis auf ein Luftgewehr das zum Spaßhaben gebaut ist sind alle meine Waffen zum töten gebaut. Das ist anders als bei Sportschützen, deren Waffen sind nicht zum Töten gebaut. Mit meinen wie auch mit vielen Waffen der Sportschützen könnte man Menschen töten. Dafür sind sie aber weder entwickelt noch gebaut noch werden sie dafür verwendet.

Seit 1946 wird in Deutschland keiner mehr gezwungen eine Waffe anzufassen und das ist auch gut so. Auch Dich wird keiner zwingen. Aber ganz ehrlich, solange man weiß welches Ende der Waffe in welche Richtung zu halten ist tut es keinem weh.

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vor 2 Stunden schrieb User-0815-2:

Aber viele nicht so tolle Menschen haben einen Hang zu Waffen und die finden sich dann vielleicht auch überproportional häufig auf Schießständen. KANN ein Vorurteil sein - jenseits eines Schießstandes lasse ich mich auch gerne davon überzeugen, daß es eines ist.  😉

Du meinst Kriminelle, die die Waffen für ihre kriminellen Machenschaften gebrauchen, oder einfach nur haben, um zu drohen?

Die wirst du tatsächlich nicht auf regulären Schießständen finden. Die Gefahr ist zu groß, dass dort mal irgend jemand die waffenrechtliche Erlaubnis von "dem Neuen mit der eigenen Waffe" sehen will, oder die Polizei einfach mal in der Zufahrt zum Schießstand ne allgemeine Verkehrskontrolle macht.

vor 2 Minuten schrieb User-0815-2:

ich hoffe, daß eine sachliche Diskussion mit mir weitestgehend immer möglich ist -

Ja, das sieht hier tatsächlich ganz gut mit dir aus. Gib nichts auf die dümmlichen Beiträge einiger hier.

vor 14 Minuten schrieb User-0815-2:

(Fern-)Waffen aus Prinzip nicht in die Hand zu nehmen, kann einen vor einem vorschnellen Schuß ganz gut bewahren.

Etwas Krankheitswert mag dabeisein - das würde ich nicht ganz bestreiten wollen

Ich denke auch - diese Aussage klingt so, als würdest du lieber keine Waffen anfassen, weil du nicht ausschließen kannst, dass du da nicht doch mal was Dummes mit machst. Das ist ja ok - aus diesem Grunde fahre ich z.B. kein Motorrad.

 

Mein Onkel z.B. ist fasziniert von den alten Wehrmachtswaffen. Gedient hatte er selber natürlich auch. Aber er möchte partout keine Waffe selbst besitzen, weil er Angst hat, sie irgendwann gegen sich selbst zu richten. Klingt komisch... aber das muss er ja selber wissen.

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Alle Besitzer von legalen Waffen dürften theoretisch in so allen Sicherheitsbereichen arbeiten, die mir so einfallen. Z.B. auch am Flughafen Flugzeuge auf versteckte Waffen etc. durchsuchen etc. Wenn dort jemand was verstecken kann sodass es nicht gefunden wird, dann ein solcher Mensch.

 

Verstehst Du @User-0815-2, dass von Legalwaffenbesitzern keine größere Gefahr ausgeht?

 

Die Überprüfungen sind die gleichen. Baut man Mist, sind in den meisten Fällen die Waffen sofort weg. Abgesehen von Hanau machen die Behörden ihre Arbeit sehr genau.

 

Und wie oft genug gesagt, ein Schießstand ist zu 100% sicher. Und wenn dich der „Lärm“ stört, auch dazu liegen entsprechend behördlich genehmigte Lärmgutachten vor.

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vor 27 Minuten schrieb User-0815-2:

Die Ferntötung unterscheidet sich nunmal heftigst von der Nahtötung, da sind ganz andere Hemmschwellen involviert. Jemanden zu erschießen wird immer leichter sein, als ihn zu erdolchen

Und genau das stimmt einfach nicht. Wer jemanden aus der Entfernung erschießt muß planen und sich Gedanken machen. Gewalt passiert aber auf kürzeste Distanz im Affekt wo eine zerschlagene Bierflasche gefährlicher ist als jede Schußwaffe. Selbst die berühmten Westernduelle fanden nur im Film high noon auf der Straße statt. In Wirklichkeit standen die Duelanten in den allermeisten Fällen hackebreit Nase an Nase vor dem Tresen.

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Ja, Mr. SuperMagnum,

 

die Idee Deines Onkels kann ich nachvollziehen. Ich würde zwar spontan sagen, daß das jetzt nicht mein größtes Problem wäre - aber ich kenne den Effekt von Höhe, mag ich aus dem Grunde unter anderem gar nicht. Schalte mein Denken ab und Höhe wird egal. Ich hab mal im 14. Stock ein Zimmer renoviert und habe da direkt am Fenster rumgeturnt und in dem Moment war mir die Höhe egal - unter normalen Umständen bekomme ich Zustände bei Höhe. (Ich denke, daß die tieferliegende Erklärung ist, daß ich meist das klassische Fluchttier bin - sobald man mir meine Fluchtwege nimmt, wirds unangenehm.)

 

Ganz allgemein kann wohl sagen, daß ichs nicht so mit den Extremen habe - vielleicht erklärt es das etwas. Schußwaffen haben etwas ziemlich extremes, eine klitzekleine Bewegung des Fingers, die etwas ingangsetzt, was ziemlich extreme Auswirkungen haben kann und viel zu oft auch hatte. Und die Hemmschwelle für diese kleine Bewegung ist halt doch teilweise etwas niedrig.

 

Komisch, daß die Menschen scheinbar so unterschiedlich sind: Die einen bewahren einen kühlen Kopf in fast jeder Situation und andere werden panisch. Wenns ums pure Denken geht, bin ich die Ruhe selbst und kann alles im Detail durchdringen. Droht keine Gefahr, bin ich auch emotional ziemlich stabil. Bei Gefahr jedoch kann ich panisch und dadurch unüberlegt werden und vielleicht sind Menschen, die das als Grundströmung in sich spüren, dann prinzipbedingt vorsichtiger. Vielleicht spürt Dein Onkel eben dieses Risiko und die teilweise winzige Hemmschwelle, die einem Abzug innewohnt. Es dürften sich viele Leute mit Waffen umgebracht haben, die das nie als Risiko gesehen haben, die dann aber plötzlich in eine ihnen bedrohlich erscheinende Lage kamen (Geld weg, Frau weg, Kind weg, Job weg) und dann taten, was ihnen niemand zugetraut hätte.

 

@SC:

 

Ne, da muß ich widersprechen. Den Flughafen hört man seitlich der Landebahn sowieso eher selten und im Wald bekommt man von ihm wirklich gar nichts mit. Aber als ich da auf einer Lichtung saß und die Natur genoß, war es schon ziemlich nervig, daß es am dauernden Bande krachte, das hat jetzt nicht entspannend gewirkt. Wenn das mal ist, egal. Wenns andauernd ist, nervt es kollossal. Werde das ja merken, ob es auch ausreichend viel Zeit gibt, wo man seine Ruhe hat - ich hoffe es. Bin jetzt nicht täglich im Wald, so daß ich ne ordentliche Statistik haben könnte.

 

 

 

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vor 11 Minuten schrieb User-0815-2:

das hat jetzt nicht entspannend gewirkt

So unterschiedlich sind die Ansichten. Ich bin bei und nach dem Schießen entspannt. Generell ist der Besuch des Schießstandes entspannend. Man trifft Kumpels, schnackt ein wenig und hat Spaß am gemeinsamen schießen und freut sich mit dem Schützenbruder gemeinsam wenn er eine super Gruppe geschossen hat.

 

Das schießen entspannt ungemein, weil man sich vollkommen konzentriert und fokussiert ist, ein möglichst gutes Ergebnis zu schießen.

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vor 23 Minuten schrieb User-0815-2:

Schußwaffen haben etwas ziemlich extremes, eine klitzekleine Bewegung des Fingers, die etwas ingangsetzt, was ziemlich extreme Auswirkungen haben kann und viel zu oft auch hatte.

Bei einem Auto oder Lastwagen genügt ein ganz kleiner Fußtritt, und es können im öffentlichen Raum (!!!!!)  immense Energien freigesetzt werden - viel höhere Energien, als bei einem Projektil aus einer Handfeuerwaffe.

Bei einem Spaziergang im Wald würde ich eher Angst vor einer schlechtgelaunten Wildschweinbache mit Frischlingen haben, als vor einem Schießstand.

Auf einem Bahngleis reicht ein Irrer, der Dich ganz wenig anschubst, weil es ihm gerade in den Sinn kommt. In der Stadt rennt vielleicht ein durchgenknallter Messerstecher rum.

Alleine in deutschen Haushalten verunglücken über 3000 Menschen jährlich tödlich an Unfällen - und 20.0000 sterben an Krankenhauskeimen.

Die Chance, von einer Schusswaffe in Deutschland getötet zu werden ist geringer, als vom Blitz getroffen zu werden.

Man sieht: Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache und es gibt keine 100% Sicherheit. Das Leben ist ein generelles Risiko - aber man kann bei nüchterner Betrachtung damit vernünftig umgehen.

 

Aber im Ernst: Ich würde einfach mal zum Schießstand gehen, meine Ängste vortragen, mich auf den Schützenstand stellen und Richtung Zielscheiben schauen. Dann mal den BLick nach oben nehmen und feststellen,

dass man vom Schützenstand aus aus keiner Position den Himmel erkennen kann. Das bedeutet physikalisch 100% gesichert, dass auch kein Projektil Richtung Himmel über den Schutzwall fliegen kann.

Ich würde das echt machen! Die Leute dort beißen sicher nicht. Ich würde aber nicht gleich im ersten Satz sagen, dass ich eigentlich keine Waffen leiden kann.

 

 

 

Bearbeitet von geissi
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Alles gut, witog, ich bin doch längst beruhigt. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß es sich manche hier gar nicht vorstellen können, daß es Menschen gibt, die man mit Argumenten erreicht. Ich habe die Argumente gehört, sie überzeugen mich und damit ist das Problem doch aus der Welt. Daß die Gesamtthematik "Waffen" komplex ist, wird ja keinem hier neu sein - nur deshalb der eine oder andere zusätzliche Gedanke, der aber genau keine Grundsatzdiskussion lostreten soll, weil man da sicherlich tagelang reden könnte.

 

Ich bin jetzt einigermaßen entspannt. Spätestens jetzt kann sich hier auch jeder entspannen. Ich bin nicht der Feind. Echt nicht.  🙂

 

Es müßte mit mehr als einem Teufel zugehen, wenn was passiert und das tut es gottlob eher ziemlich selten.

 

Ich werde also versuchen, mich für die zu freuen, die da gerade ihren Spaß haben, wenns das nächste Mal mächtig knallt.

 

Daß mir der Krach dann vielleicht trotzdem auf den Nerv gehen könnte, ist ne andere Sache und wird von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Und wenn es wen nervt, daß sein Nachbar seinen Dyson zehnmal lieber hat als der durchschnittliche andere Nachbar, nützt es wenig, wenn der ein Lämrgutachten vorlegen kann - dann gehts demjenigen trotzdem auf den Wecker. Is halt so.  😉

 

Frei nach Zille: "Geknalle wird oft nicht schön gefunden, weil es mit Geräusch verbunden." (Oder halt Staubgesauge, Laubgeblase, Ghettogeblaste...)

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Strengenommen sind Waffen nur bloße Gegenstände ohne einen Menschen mit böser Absicht, egal ob Messer, Ziegelstein oder sonstwas.

Nur um es mal erwähnt zu haben...

Dass Schusswaffen die Tat selbst evtl. etwas einfacher machen (auch darüber kann man streiten) ändert daran nichts und sollte man nicht ausblenden.

 

Legalwaffenbesitzer in Deutschland werden so streng überprüft und beobachtet, dass Freunde aus diesem Personenkreis nicht die schlechteste Idee sind.

Lecker Wildbret bei Jägerbekanntschaft ist oft ein gesunder und schmackhafter Bonus.

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vor 6 Stunden schrieb EkelAlfred:

Ein Stand hat Hochblenden, um ein Überschiessen des Kugelfangs zu verhindern.

vor 1 Minute schrieb EkelAlfred:

Ihr lasst Euch auch jedes Mal vom Veganer Forum verarschen. Und verarschinnen.

Du hast doch angefangen :ridiculous:

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Da ich beruflich sehr viel mit Unfällen zu tun, verblüffen mich immer wieder die Angstszenarien in unserer Bevölkerung. Das hier vorgebrachte Problem, ungeachtet möglicher Hintergründe, ist da recht typisch. Die Bedrohlichkeit eines  Einzelereignisses, sei es der Wolf im Wald oder was auch immer, wird im Vergleich zu den ständigen (und in ihrer Wirksamkeit realen Gefahren) extrem überbewertet. Der 10 Tonner, der in 1,0 m Abstand am Fußgänger vorbei braust bringt locker 1 Mio. Joule und es juckt kaum einen . Tote gibt´s aber da aber tatsächlich.

 

 

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vor 8 Stunden schrieb User-0815-2:

Mich interessiert einzig und allein die Frage, ob Ihr es für klug haltet, sich in dem Hintergelände aufzuhalten oder ob man das besser meiden sollte, also jeder für sich in seiner Eigenverantwortung. Offensichtlich ist über Jahrzehnte nichts passiert, sonst wäre der Stand sicherlich längst verändert worden. Allerdings beruhigt mich nicht, daß über Jahrzehnte nichts passiert ist, denn es gibt immer den ersten Fall und der möchte ich persönlich oder jemand, der mir nahesteht, nun wirklich nicht sein.

Um auf die konkrete Situation einmal eine Antwort zu geben:

 

Ich habe das Vergnügen, die Schießsport in Amerika auszuüben, wo solche offenen Stände ziemlich üblich sind, insbesondere die ganzen Disziplinen mit Bewegung und Parcours, die Platz brauchen, auf solchen geschossen werden, auch lange Distanzen (oder im Westen wirklich tief in der Pampa sogar bisweilen in offenem Gelände).

 

Ja, es ist bei einer solchen Konstruktion theoretisch möglich, dass etwas wohin fliegt, wo es nicht hinfliegen soll. Bei dem "etwas" muss man zwischen zwei Kategorien unterscheiden: Einerseits könnte theoretisch jemand ein Geschoss auf direktem Wege über einen Wall fliegen lassen. Andererseits kann jemand sein Geschoss korrekt dahin schicken, wo es hin soll, aber dann zerlegt es sich beim Auftreffen und Splitter fliegen in nicht genau vorhersehbare Richtungen, oder bei Schießen auf lange Distanzen kommt ein Geschoss zu früh auf dem Boden auf und springt ab, wobei es normal auch zu taumeln anfängt und dadurch seine Aerodynamik und folglich sein Tempo verliert. Wenn Du es pfeifen hörst, dann ist das der zweite Fall eines taumelnden und unterschallschnellen Fragments.

 

Der Gefahrenbereich dieser beiden Probleme ist anders, und man muss sie anders betrachten:

 

Wenn Du z.B. direkt oder auch ein ganzes Stück hinter einem Wall bist, dann kann ein Geschoss auf direkter Flugbahn Dich logischerweise gar nicht erreichen, denn da ist ja der Wall im Weg. (Ausnahme wäre, wenn jemand es fertigbringen würde, im "indirekten Richten", also mit der Waffe Richtung Himmel gerichtet, eine fliegen zu lassen.) Eine Gefährdung da beträfe also etwas weiter weg gelegene Bereiche in Entfernungen bis zu einigen Kilometern, je nach Munition. Dabei ist nun einerseits extrem selten, dass ein Geschoss auf so eine Flugbahn kommt, denn die Schützen haben einen Heidenrespekt vor ihren Waffen, passen auf, und kennen sich aus. Bei meinem Stand z.B. muss man vor der Benutzung der 600-Meter-Bahn eine Zertifizierung ablegen, dass man die nötigen ballistischen Berechnungen anstellen und dann in der Tat das Ziel treffen kann. Sollte der Teufel es so wollen, dass irgendjemand einmal ein Geschoss über den Wall fliegen lässt, dann müsste da zwar dringend Abhilfe gegen Wiederholungen geschaffen werden, aber das konkrete Risiko ist immer noch sehr gering. Nimm als mathematische Vereinfachung einmal an, dass das Geschoss an einem zufälligen Ort auf einer Fläche von einem Kilometer mal zwei Kilometern hinter dem Stand aufkäme, und frage Dich dann, auf welchem Anteil dieser Fläche ein Mensch steht. Solche Stände stehen ja nur in ländlichen Gebieten, nie in Innenstädten, wo hinter dem Wall ein Bürohochhaus läge. Sagen wir, da seien auf der genannten Fläche zwanzig Leute anwesend, die jeder ein "Ziel" von einem Quadratmeter aus Anflugrichtung präsentierten. Dann wäre die Chance in unserem vereinfachten Modell, dass jemand getroffen wird, eins zu hunderttausend. Diese Chance wäre zu multiplizieren mit der geringen Chance, dass jemandem überhaupt ein Geschoss über den Wall geht. Sagen wir einmal, das liege für einen Tag Schießbetrieb bei 1:1000. Das wäre dann eine Chance eines Treffers auf eine Person von eins zu hundert Millionen am Tag. Die meisten solcher Treffer wären dann immer noch nicht tödlich, auch weil die Geschosse wegen des langes Weges schon viel kinetische Energie verloren haben (jedenfalls bei den am meisten geschossenen Kalibern). Sagen wir, eins zu einer Milliarde für einen tödlichen Treffer pro Betriebstag. (Das sind logischerweise alles Abschätzungen von Größenordnungen.)

 

Etwas anders stellt sich das Risiko von Splittern dar. Die sind, insbesondere beim Beschuss von Stahlzielen, zahlreich, aber ganz und gar nicht aerodynamisch und fliegen deshalb nicht weit. Wenn der Stand eine einigermaßen sinnvolle Fläche um den Wall herum hat, kommt da nichts raus. Auf dem Stand kann man schon mal etwas abbekommen, insbesondere wenn ein Wall gleichzeitig von zwei Seiten beschossen wird (in Deutschland wohl auch eher nicht) oder wenn mehrere parallele Stände durch Wälle voneinander abgetrennt sind und man gerade vorne ist, während auf der Nebenbahn jemand auf Stahl schießt. Diese Splitter kommen aber normal nicht durch Kleidung durch und machen normalerweise nur Verletzungen so ähnlich wie ein Schnitt mit einem Blatt Papier oder beim Rasieren. Ich trage deshalb auf dem Stand immer eine Brille mit guter Schutzwirkung und würde das auch anderen anraten, denn die Augen sind das Körperteil, wo so eine Winzverletzung richtig doof werden kann.

 

Kurz gesagt: Wenn Du Dich auf dem Stand aufhältst, dann würde ich zu einer Schutzbrille raten. Für das Umland ist die Gefährdung minimal und in ähnlichen Größenordnungen, wie dass ein Fallschrimspringer, dessen Schirme nicht öffnen wollten, Dir unversehens auf den Kopf dotzt, oder auch, dass Dich ein verirrter Fußball so unglücklich trifft, dass es Dir das Genick bricht.

 

Bei all diesen Betrachtungen kannst Du jetzt vielleicht trotzdem ein ungutes Gefühl haben, dass Du mit Deiner Sicherheit jemandem vertraust, den Du nicht kennst, und der eine Waffe mit Fernwirkung bedient. Die Antwort darauf ist, dass Du das ohnehin jeden Tag machst, und zwar mit Wahrscheinlichkeiten, dass etwas schiefgeht, die viele, viele Größenordnungen über der eines Schießstandes liegen. Der offensichtlichste Fall wäre der Straßenverkehr. Ein Auto hat die vielfache ballistische Energie eines Geschosses, und es ist bei seinem Betrieb unvermeidlich, dass es in die Richtung von Personen zeigt, während man das bei Waffen grundsätzlich vermeidet. Dazu fehlt den Leuten der Respekt vor dem Auto, den sie vor Waffen haben, und sie fangen an, ihr Telephon zu bedienen, sich mit ihren Kindern zu streiten, usw. Aber selbst wenn Du z.B. in einer Mietwohnung in Deinem eigenen Bett liegst, vertraust Du darauf, dass die anderen Mietparteien nicht den Herd oder den Adventskranz anlassen, auch da mit viel weniger Respekt oder Sicherheitsvorkehrungen als bei Schützen. Trotzdem haben die meisten von uns kaum Angst vor entsprechenden Unfällen, bisweilen weniger, als wir haben sollten. Das Risiko eines vernünftig betriebenen offenen Schießstandes fällt demgegenüber nicht ins Gewicht. Für den psychologischen Teil könnte es auch sinnvoll sein, einfach mal den Stand zu besuchen und Dir die Sicherheitsvorkehrungen zeigen zu lassen. Vielleicht würdest Du ja sogar ein neues Hobby für Dich entdecken!

 

Bearbeitet von Proud NRA Member
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Mann muss auch anführen, dass fast alle Deutschen Schusswaffen nur aus Filmen und den Medien kennen.

 

Auch nach diversen tödlichen Anschlägen mit LKWs ist die Angst vor LKWs nicht merklich größer geworden. Einfach, weil die meisten LKWs in ihrer normalen Funktion täglich erleben und das prägt ihr Bild.

 

Anders bei Schusswaffen. Die meisten Deutschen haben noch nie mit einer Feuerwaffe geschossen und kennen nicht die normale Funktion. Es gibt kein positives oder neutrales Bild in ihren Köpfen.

 

Wer noch nie eine Bohrmaschine bedient hat und nur irgendwelche Horrorgeschichten von brutalsten Unfällen oder absichtlich Verletzungen mit diesen Geräten im Kopf hat, wird bestimmt Ängste beim Anblick einer Bohrmaschine haben.

 

Ich war schon erwachsen, als ich zum ersten mal geschossen hatte. Das war schon ein mulmiges Gefühl. Viele tausend Schuss später ist das überhaupt nicht mehr vorhanden.

 

Doch diese Erfahrung machen die meisten nie.

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vor 6 Stunden schrieb User-0815-2:

ich habe gegen Stand ganz explizit nicht mehr als ich gegen jeden anderen Stand auch hätte, auf dem mit Gegenständen hantiert wird, deren Grundidee das Töten ist.

Gegenstände, Maschinen usw. sind nie an sich schlecht oder gar böse. Auch nicht Waffen. Es kommt darauf an, was man damit macht. Mit Waffen können auch Leben gerettet werden. Das ist schon oft dagewesen. Sie machen einen stärker. Was man mit dieser Stärke macht, darauf kommt es an.

 

Ich wage die These: Heute sind Computer für das Töten vieler Menschen bedeutsamer als Pistolen und Gewehre. Kampfflugzeuge, Drohnen, Marschflugkörper und noch mehr werden mit Computern gesteuert. Soll man deswegen Computer verbieten, weil einige davon für das Töten verwendet werden? Wenn wir, Deutschland, sie verbieten, werden andere Länder es dann auch machen?

 

In Waffen stecken keine Dämonen. Und ich sehe auch nicht ein, warum ich auf das Niveau eines Affen zurückfallen sollte, nur weil jede Werkzeugart von irgendwem irgendwann mal missbraucht wurde. Zumal ich mich dann in eine weit unterlegene Position bringe gegenüber Menschen, die weiterhin Technik einsetzen.

Bearbeitet von mwe
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