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Waffen aus dem 3D-Drucker - Ernstzunehmendes Thema oder heiße Luft?


Wommel
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Immer wieder bin ich auf Meldungen gestoßen, dass sich jedermann 3D-daten für Waffen herunterladen und damit seinen 3D-Drucker füttern kann, um sich eine funktionierende Waffe herzustellen, die man darüber hinaus problemlos mit ins Flugzeug nehmen können. Nun glaube ich sofort, dass eine solche gedruckte Waffe aussehen kann wie eine echte.

Ich bin aber auch Maschinenbau-Ingenieur und habe deshalb eine gute Vorstellung davon, welche Materialbelastungen bei Abgabe eines Schusses in einer Waffe auftreten. Ich halte es deshalb für komplett absurd, eine Waffe aus Kunststoff herstellen zu wollen, die auch nur einen einzigen Schuss übersteht.

Bei einer heftigen Debatte im Bekanntenkreis konnte ich mich aber nicht durchsetzen mit meiner Ansicht, und da ich das Motto "Sag niemals nie" beherzige, hier meine Frage an die Fachleute: Ist schon mal in irgendeiner Fachzeitschrift ein Test durchgeführt worden mit solch einer gedruckten Kunststoffwaffe? Oder kennt jemand andere belastbare Versuchsergebnisse? 

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vor 9 Minuten schrieb Wommel:

Bei einer heftigen Debatte im Bekanntenkreis konnte ich mich aber nicht durchsetzen mit meiner Ansicht, und da ich das Motto "Sag niemals nie" beherzige, hier meine Frage an die Fachleute: Ist schon mal in irgendeiner Fachzeitschrift ein Test durchgeführt worden mit solch einer gedruckten Kunststoffwaffe? Oder kennt jemand andere belastbare Versuchsergebnisse? 

 

Da kümmern sich einige darum, z.B. Defense Distributed. Literatur und auch Dateien zum Selberdrucken sind nicht schwer zu finden.

 

Um's kurz zu machen. Die hochbelasteten Teile, namentlich also Lauf und Verschluss, aus Polymer oder auch aus gedrucktem und gesintertem Metall herzustellen, kann im Prinzip funktionieren, wenn man's richtig macht, dann fliegt's einem meistens auch nicht brutal um die Ohren, aber es ist das natürlich eine extrem kurzlebige Angelegenheit, die sich bestenfalls eignet, um einen politischen Punkt zu machen, oder als Prototyp einer Neuentwicklung bevor man eine Idee vernünftig, damit aber teurer, herstellt. Wenn man aber z.B. die Definitionen des amerikanischen Waffenrechts hat, wo z.B. beim AR-15 der lower receiver rechtlich die eigentliche Waffe ist und der Rest unreguliertes Zubehör, dann sieht's natürlich anders aus, denn das regulierte Teil ist in diesem Fall ja nicht groß belastet, sondern muss lediglich ein paar Stifte in einem definierten Abstand voneinander halten.

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Moin!

Das kritischte Element im Waffenbau für Kurzwaffen ist der Lauf, gefolgt von dem Verschluss. Ein Griffstück mit Stahleinlagen aus dem Drucker zu bekommen, halte ich "für möglich".

Am Ende wird man mit heutiger Technik leistungsschwache Einzellader aus dem Drucker gut fertigen können.

 

Den Ansatz über CNC und Erodiermaschinen zu gehen halte ich für erfolgversprechender. Aber die sind noch teurer.

 

Ich kenne einen, der sich selber eine 1911er (mit Herstellungserlaubnis) gebaut hat. Funktioniert.

Er hat dazu die Erodiermaschine und CNC Maschinen seines Brötchengebers verwendet.

Wenn das Programm erst einmal geschrieben ist, ist es latte, ob 1 oder 20 Teile daraus fallen 🙂

 

 

 

frogger

 

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vor 39 Minuten schrieb frosch:

 

Ich kenne einen, der sich selber eine 1911er (mit Herstellungserlaubnis) gebaut hat. Funktioniert.

Er hat dazu die Erodiermaschine und CNC Maschinen seines Brötchengebers verwendet.

Wenn das Programm erst einmal geschrieben ist, ist es latte, ob 1 oder 20 Teile daraus fallen 

 

frogger

 


Das ist aber echt qualitativ genial!

 

So etwas hätte ich (EWB vorhanden!) auch gerne!

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vor einer Stunde schrieb frosch:

[...] Das kritischte Element im Waffenbau für Kurzwaffen ist der Lauf, gefolgt von dem Verschluss. Ein Griffstück mit Stahleinlagen aus dem Drucker zu bekommen, halte ich "für möglich".

Am Ende wird man mit heutiger Technik leistungsschwache Einzellader aus dem Drucker gut fertigen können. [...]

Ja, geht alles.

Der wirklich kritische Moment ist neben der Materialkunde auch der Sachverstand, so etwas fehlerfrei zusammenzubauen.

Wer beides ordentlich beherrscht, kann auch ohne 3-D-Drucker Waffen herstellen.

Das ist keine Quantenphysik.

 

vor 2 Stunden schrieb Wommel:

[...] Oder kennt jemand andere belastbare Versuchsergebnisse? 

Ja, reichlich:

th?id=OIP.5fd-mN_uwE2RWPOBZaGq0QHaG9%26p

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vor einer Stunde schrieb frosch:

Ich kenne einen, der sich selber eine 1911er (mit Herstellungserlaubnis) gebaut hat. Funktioniert.

Er hat dazu die Erodiermaschine und CNC Maschinen

Ich kenne sogar Firmen, die so was machen und die Waffen dann verkaufen 😉

 

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vor 2 Stunden schrieb frosch:

Den Ansatz über CNC und Erodiermaschinen zu gehen halte ich für erfolgversprechender.

Die alten Büchsenmacher brauchten dazu nur Hammer und Meißel, Handsäge, Feilen und ein paar Bohrer.:D

 

 

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Inzwischen drucken einige Fahrradbauer (USA) bei Titanrahmen, die der jeweiligen Rahmengeometrie angepassten Tretlager selbst.

Aktuell geht eher was in Richtung Wegwerf-Einzellader für druckschwache Patronen mit "Flintenlauf". Reicht bestimmt um Menschen schwer zu verletzen,  wenn man an Munition kommt. 

 

 

 

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Ja, und wenn man eine Bohrmaschine, ein Schweißgerät und ein paar Handwerkzeuge hat, kann man das Selbe sogar so fertigen daß man nicht bei jedem Schuss Angst haben muss ;)

 

Ich versteh das Problem nicht. Wer sich ansatzweise für Waffeninteressiert und irgendwas basteln möchte, der tut das. 

Und das schon seit es Schusswaffen und Garagen gibt.

 

 

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Ich möchte mich jetzt mal ganz herzlich bedanken für die vielen aufschlussreichen Antworten. Es ist zwar durchaus möglich, dass ich durch eine eigene Recherche im Internet auch viele der Fakten selbst hätte einsammeln können. Ich hätte aber auch viel Quark und Müll gefunden, und für einen Nichtfachmann ist es nicht einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Also nochmals ein Extra-Dankeschön an diejenigen, die ihr Wissen geteilt haben.

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vor 23 Stunden schrieb thomas.h:

Die alten Büchsenmacher brauchten dazu nur Hammer und Meißel, Handsäge, Feilen und ein paar Bohrer.:D

 

 


Ich bin vor längerer Zeit beim internetsurfen auf Umwegen, weil mich interessierte, was in Kriegsregionen beim Abzug der "Besatzer / Friedensstifter..." eigentlich den lokalen Kämpfern in die Hände fällt (z.B. der hastige Abzug der USA aus Afg), auf den Twitterkanal Khyber-Armory (oder ähnlich) gestossen und war doch ziemlich überrascht, was in solchen Gegenden, schlicht mit sehr viel Handarbeit (10 Leite nebeneinander auf dem Boden sitzend mit Feilen..) und herunterbrechen von Arbeitsschritten sowie Spezialisierung, einfachsten Uraltmaschinen von 18xx irgendwas, Kunststoffverarbeitung mit Stahleinsätzen, alles in einer Qualität produziert wird, die auf den ersten Blick nicht von aktueller westlicher Produktion zu unterscheiden ist: Kopien von Glock (inklusive transparentem Griffstück und kopierten Warmhinweisen / Markings) Blechpräge- Sturmgewehre wie Ak, die aktuelle (!) CZ Scorpion...immer mit Funktionsdemo hinter der nächsten Hütte vollautomatisch in ein Erdloch.

 

Solche Sachen und verschwindendes Kriegsmaterial nach Ende eines Konfliktes (was wurde aktuell alles in der Ukraine an Zivilisten ausgegeben?) finde ich viel realistischer als einschüssige Einmalwaffen aus dem 3D-Drucker ohne richtigen Lauf und Munition.

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