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IGNORED

Unbeabsichtige Schüsse


Floppyk
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Mir fällt dazu nix mehr ein.

Schüsse auf Menschen haben Berliner Polizisten im vergangenen Jahr. 92 Mal abgegeben, dabei wurden ein Mensch getötet und einer verletzt. Diese Zahlen nannte Polizeisprecher Stefan Redlich jetzt. Neben den beiden Schüssen auf Menschen gab es 61 Schüsse auf Tiere, sieben Warn- und Signalschüsse in die Luft sowie 21 unbeabsichtigte Schüsse.

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/toedliche-schuesse-vor-rotem-rathaus-in-berlin-nach-dem-schock-elektroschocker/8427784.html

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Naja, auch da wieder Quali-Journali...

Das sollte wohl heißen:

91x geschossen, davon 2x auf Menschen, 61x auf Tiere, 7x in die Luft, 21x aus Versehen...

Die 21 fahrlässigen Schussabgaben sind zwar ein Armuts-Zeugnis für die Ausbildung, aber gemessen an den "Umgangs-Stunden" der gesamten Berliner Polizei ist das im üblichen Rahmen, man müsste zum Vergleich mal wissen, wieviele selbstverschuldete Schäden an den Polizeifahrzeugen im Lauf eines Jahres zusammenkommen.

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http://www.berlin.de.../statistik.html

Unfallstatistik Berlin 2012:

  • 15.000 leicht verletzte
  • 2000 schwer verletzte
  • 42 Tote

Kann über die 2 Schüsse auf Menschen in Berlin nur gähnen bei fast einem Verkehrstoten pro Woche! Wenn man dann noch weiß, dass die Zahlen geschönt sind, weil nur derjenige noch ein Verkehrstoter ist, der innerhalb kurzer Zeit nach dem Unfall verstirbt,wird das Gähnen noch größer.

Edited by Hinnerk
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21 unbeabsichtigte Schüsse sind natürlich schon eine Hausnummer. Jedoch wird nahezu jeder der lange genug mit Waffen hantiert irgendwann in die Lage kommen dass die Waffe feuert wenn sie es nicht soll.

Ich alleine kenne 3 Beispiele.

Mein Vater war mit seiner BBF auf der Jagd, angelegt auf den Bock, sticht ein, macht eine kurze Bewegung, RUMMS, die Kugel schlägt hinter dem Rehbock in den Dreck, Was war passiert: Eigtl.ganz einfach, die Stellschraube des Stechers hatte sich gelockert, die kurze Erschütterung durch die Bewegung reichte aus um den Schuss brechen zu lassen. Da die Waffe so wie es sein soll in eine sichere Richtung zeigte ist nichts weiter passiert, ausser das der Bock nochmal ungeschoren davon kam.

Ein Jagkamerad war zu Fuß auf dem Weg zum Ansitz, den Suhler Drilling geschultert, er rutscht aus, fällt auf den Rücken und es scheppert gewaltig, einer der Schrotläufe ging los. Er hatte unbeschreibliches Glück, nur den Hut vom Kopf geblasen. Weshalb die Waffe genau los ging konnte auch der Büma nicht abschließend klären, Abzugssicherungen sind in solchen Fällen eben keine besonders zuverlässigen Sicherungen. Er hat den Drilling nach seiner Aussage seitdem nie wieder angerührt.

Nr. 3 bin ich selbst, zum Glück aber nur mit einer Schreckschußwaffe. Silvester vor einigen Jahren wollten wir einige Pyros gen Himmel schicken, die Umarex (Browning) GPD 8 wollte ich durchladen, beim loslassen des Schlittens gingen gleich 2 Schuß los, natürlich nix weiter passiert da eben nur Gaser und sichere Richtung. Die Abzugsrast war abgenutzt, ich habe das später noch trocken ausprobiert, interessantwerweise wurde der Hahn immer in der Sicherheitsrast gefangen, der Impuls auf den Schlagbolzen während des Schlittenvorlaufes reichte aber offensichtlich dennoch zur Zündung der Kartusche aus. Ich habe das Teil schließlich dem Büma zur Entsorgung gegeben, sind ja nichts wert die Dinger, bevor man da repariert kauft man ne neue.

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Naja,

dass diese 21 unbeabsichtigten Schussabgaben auf zu sensible Abzüge bzw. Unterbrecher zurückzuführen sind, glaube ich weniger. Das waren wohl eher Spielkinder in PVBs. ;) Jedoch halte ich die Anzahl für nicht allzu hoch. Dass einige Sportgeräte auch ohne Finger am Abzug schießen können, wenn sie etwas herzhafter oder mal mit links anfasst werden, habe ich auch schon erleben dürfen - eine Safari Arms 1911er und eine Rem. 870.

Euer

Mausebaer

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Eine Dienstwaffe ist aber weder eine Jagdwaffe mit Stecher noch eine Sportwahhe mit einem Abzuggewicht von einigen 100g! Bei Dienstwaffen liegen die Abzuggewichte imm kg - Bereich!

Von "alleine" gehjt da nix!

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Schon mal der Gedanke aufgenommen, dass unsere Qualitätsmedien wieder Quote brauchen? Nach dem erschossenen Messerschwinger wird halt auf die Berliner Polizei eingedroschen. Ist einfach, bringt Umsatz und ist einfacher als über politisch verursachte Mängel in Ausbildung und Stellenplan zu berichten.

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Schon mal der Gedanke aufgenommen, dass unsere Qualitätsmedien wieder Quote brauchen? Nach dem erschossenen Messerschwinger wird halt auf die Berliner Polizei eingedroschen. Ist einfach, bringt Umsatz und ist einfacher als über politisch verursachte Mängel in Ausbildung und Stellenplan zu berichten.

Ja, der Finger im Abzug ist ein Handhabungsfehler.

BBF

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Da die Waffen zum Dienstschluss immer entladen und zum Dienstantritt geladen werden müssen, passiert das schon einmal. Es sind dann immer Handhabungsfehler, sieht man auch auf den Ständen!

Das nennt man richtiger weise Ausbildungsfehler.

Joker

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Hab in AFG schon höhere Offiziere aus dem BMVG auf Touri Tour gesehen, die an der Entladetonne am Gate einen ( nie ausgebildeten ) Entspannschuß gemacht haben. Und vom Knall so überrascht waren, daß sie gleich noch mal 3 hinterher gesetzt haben. :crazy:

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Das nennt man richtiger weise Ausbildungsfehler.

Joker

Die beste Ausbildung nützt nicht's wenn das gelernte vergessen oder mißachtet wird... es passieren nun mal Fehler.. auch mit Waffen! Würden keine Fehler gemacht gäbe es keine Unfälle!

Und den "Fehlerfreien Menschen" gibt es nicht und wird es nie geben... daran ändert auch die Tatsache nicht's das sich manche als Unfehlbar betrachten!

Gruß

Hunter

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Würden keine Fehler gemacht gäbe es keine Unfälle!

Korrekt.

Allerdings hat z.B. die BVG erhebliche Erfolge vorzuweisen. Die Mittel zur Unfallverhütung sind (in keiner bestimmten Reihenfolge)

- gefährliche Situationen vermeiden

- Menschen gut schulen und prüfen

- Standards vorgeben

- Unfälle dokumentieren und analysieren

Es ist mir ehrlich gesagt unverständlich, wieso im verarbeitenden Gewerbe Kampagnen laufen und bei der Polizei nicht. Das wäre ein echtes Gewerkschafts-Anliegen, diese Schussabgaben mal um 50% zu reduzieren.

Es scheint an Geld und Zeit zu mangeln, wenn der Arbeitgeber (hier Stadt Berlin) das nicht bringt, würde ich, wenn's mich beträfe ,mal den Personalrat besohlen.

Vielleicht kann ja @Uwe oder der @Reinickendorfer (wenn's den noch gibt) mal was sagen, warum da nix geschieht. Oder ob ich das völlig falsch sehe.

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Das Einsatztraining wird hier intensiv betrieben

Mir sind ja Deine vorsichtigen Ausdrucksformen bekannt und ich will sie grundsätzlich respektieren, weil mir aber das Thema Arbeitsschutz (in zugegeben anderen Bereichen) am Herzen liegt, möchte ich vielleicht doch insistieren.

Hältst Du Euer Training und die betriebliche Praxis für geeignet, fahrlässige Schussabgaben in Zukunft zu reduzieren, rechnest Du mit etwa gleichbleibender Häufigkeit oder sogar mit einem Anstieg von solchen Unfällen ?

Ich sollte vielleicht noch bemerken, daß die Tatsache, daß nur wenige Unfälle mit Personenschäden es zu mir ins Bewusstsein schaffen darauf hindeutet, daß wenigstens die Cooper Regel 2 (sichere Richtung) eingehalten wird. Das wäre eine große Beruhigung.

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aber ich denke dass in dieser Richtung mehr getan wird.

:good:

Sehr schön.

Es liegt in der Natur der Sache, daß man keinen einzelnen bestimmten Unfall vorab verhindern kann. Man soll eben das Bewusstsein des Einzelnen bilden und Verfahrensweisen einrichten, die Sicherheit verbessern. Und wenn's ne Station ist, mit 'ner Checkliste oder ein Buddy-System.

Alles Gute !

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Auf jeden Fall scheint´s aber an Konsequenzen zu fehlen bei der (Berliner) Polizei. Bei uns zieht die ungewollte Schussabgabe (egal in welche Richtung) automatisch eine Disqualifikation nach sich. Vielleicht sollte man in Polizeikreisen mal über sowas nachdenken...

Gruß

Wischel

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Die ungewollte Abgabe eines Schusses bei der Polizei ist im Grunde genommen kein Problem, da er i.d.R fuer den Betroffenen ohne harte Konsequenzen bleibt (sieht man jetzt mal von Todesfaellen ab). Sach - und Personenschaeden zahlt der Arbeitgeber. Bei dem Wachdienst, mit dem ich beruflich zu tun habe, zieht die ungewollte Schussabgabe den Arbeitsplatzverlust nach sich. Dementsprechend niedrig ist die Anzahl dieser Faelle.

SK

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Auf jeden Fall scheint´s aber an Konsequenzen zu fehlen bei der (Berliner) Polizei. Bei uns zieht die ungewollte Schussabgabe (egal in welche Richtung) automatisch eine Disqualifikation nach sich. Vielleicht sollte man in Polizeikreisen mal über sowas nachdenken...

Gruß

Wischel

Ja klar, bei den Einsparungen heute und dann noch die Kollegen aus dem "Rennen" nehmen?

Hoffentlich fehlen die Kollegen wenn Du selbst Opfer bist!

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Auf jeden Fall scheint´s aber an Konsequenzen zu fehlen bei der (Berliner) Polizei. Bei uns zieht die ungewollte Schussabgabe (egal in welche Richtung) automatisch eine Disqualifikation nach sich. Vielleicht sollte man in Polizeikreisen mal über sowas nachdenken...

Gruß

Wischel

Also früher hatte das bei der Bundesbank zur Folge, dass man keine Waffe mehr bekam und somit Abends auch nicht mehr dableiben musste, bis die Waffen als letztes in den Tresor kamen. :rolleyes:

Dein

Mausebaer

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Ja klar, bei den Einsparungen heute und dann noch die Kollegen aus dem "Rennen" nehmen?

Hoffentlich fehlen die Kollegen wenn Du selbst Opfer bist!

Ist das noch relevant, wenn man bei der 110 bereits in einer Warteschleife hängt? :huh:

Schließlich beschützt die Polizei, außer beim Personenschutz, keine Menschen sondern die Öffentliche Ordnung. ;)

Dein

Mausebaer

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