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  1. Wäre seiner Logik nach durchaus angreifbar. Die Konstruktion in Absatz 18, dass eine Übertragung der tatsächlichen Gewalt auch dann stattfinden könne, wenn man selbst die tatsächliche Gewalt weiterhin ausübe, scheint mir in Verbindung mit Absatz 17, der für ein Überlassen ein Wechselspiel von Abgeben und Erlangen fordert, irgendwie schizo, jedenfalls näheren Durchdenkens bedürftig. Dass es sich bei dem ganzen Urteil des Amtsgerichts, das vom OLG überprüft wurde, um eine äußerst missgünstige Angelegenheit handelt, wird ja auch schon aus Absatz 33 deutlich. Offenbar waren da die Eltern des Mädchens, das mal kurz die Waffe halten durfte, der Ansicht -- zutreffende oder nicht -- dass der angeklagte Jäger eine sexuelle Beziehung mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter anstrebte. Das Amtsgericht hat sich dann nicht entblödet, diese -- auch wenn es stimmte nicht verbotene -- Absicht strafverschärfend für das Überlassen der Waffe zu werten. Da liegt irgendwie der Verdacht schon sehr nahe, dass auch die rechtlichen Beurteilung des Amtsgerichts, ob das überhaupt ein verbotenes Überlassen war, schon von einer leitenden sachfremden Absicht getragen war, dem geilen Sack mal richtig eine reinzuwürgen. Vielleicht hätte er es mit geschickterer Argumentation, die das OLG zu einer ernsthafteren Auseinandersetzung bewogen hätte, gewinnen können. Sicher wäre ihm nichts passiert, hätte er sich nicht einer offensichtlich ungesunden sozialen Dynamik mit dem Mädchen und deren Eltern ausgesetzt. Aber so ist er halt mindestens für's Erste verurteilt und hat die Kanonen weg, wenn auch augenscheinlich aus verqueren Motiven und vielleicht auch mit unsauberer rechtlicher Würdigung.
  2. Das darf und muss wohl jeder für sich entscheiden.
  3. Ohne jede Gewähr, dass ein Gericht das auch so sehen würde: Der Unterschied zwischen dem Hinterschaft und dem Schalldämpfer scheint mir zu sein, dass der Schalldämpfer allgemein als Zubehörteil angesehen wird (außer natürlich im seltenen Fall integrierter Schalldämpfer). Das Schießen der genannten Flinte ist ohne Hinterschaft natürlich möglich, aber eine Verrenkung und eher nicht "bestimmungsgemäßer" Gebrauch der Waffe. Das Abnehmen von Schalldämpfern ist ein vollkommen üblicher Vorgang. Eine Möglichkeit (zugegeben eine eher amerikanische, und eine mit Neukauf des Schalldämpfers) wäre -- wenn's von der Länge her reicht -- vielleicht eines dieser Systeme, bei denen ein Schalldämpfer auf eine Bremse oder einen MFD (welches Teil mit Dämpfer Teil des Dämpfers wird, sonst eben als Bremse oder MFD wirkt) montiert wird, und die Bremse dann zu verstiften und den Stift zu verschweißen.
  4. Und nachdem nur eine einzige psychische Störung überhaupt einen klar bekannten Zusammenhang von Ätiologie, Symptomatik und medikamentöser Therapie hat, wäre ein Rückdiagnose auf einen möglicherweise vorliegenden Gefährdungsgrad von einem verschriebenen Medikament arg verwegen. Es gibt ja bei den psychischen Erkrankungen das berühmte Dodo-Bird-Verdict. Aus irgendeinem Grunde wirken auch völlig unterschiedliche und in ihren theoretischen Grundladen total widersprüchliche Ansätze der Behandlung -- Gesprächstherapie mit teils pragmatischen, teils seltsamen, teils auch absurden Grundannahmen über den menschlichen Geist ebenso wie verschiedene Medikamente -- merkbar besser als Nichtstun und meistens alle ungefähr gleich stark. Vermutlich gilt das auch für die eine oder andere Behandlung eines Medizinmanns oder Schamanen in seinem jeweiligen Kulturkreis. Das Schlimmste, was man machen kann, ist vermutlich alleine in seiner Misere zuhause zu sitzen und den Schmerz mit Alkohol medikamentös zu behandeln. Ich würde sogar so weit gehen -- ohne dazu eine Studie gemacht zu haben, klar -- Dingen wie Schießen einen therapeutischen Wert einzuräumen. Schießen fordert einen auf, herumschwirrende und im Moment keiner Lösung zugängliche Gedanken einmal wegzulassen, auf seine Atmung und seinen Herzschlag zu achten, sich selbst und seine Bewegungen zu beobachten, und er vermittelt ein Erfolgserlebnis und eine Erfolgsbestätigung und -kontrolle. Wie Meditation oder Yoga, aber mit konkretem und messbarem Ergebnis. Nachdem nach Martin Seligman Depressionen viel mit erlernter Hilflosigkeit zu tun haben, ist auch dieses Erfolgserlebnis sicher nicht schlecht, während Meditation eher in unmeditatives Grübeln verfallen kann. Ähnliches gilt natürlich auch für das Erklimmen eines Berges usw. All diese Dinge sind mit einer gewissen jedenfalls theoretischen Gefahr verbunden, aber deren Meistern könnte gerade als Bestätigung der Selbstwirksamkeit einen Wert gegen Depression haben. Für den Umgang damit muss man halt sehen, wie man die Situation einschätzt, und welche Werte einem wichtig sind. Natürlich könnte man sich auf den Standpunkt des Selbstschutzes und der Vorsicht stellen, einfach jedem, von dem das bekannt wird, die Kniften abnehmen oder ihn gleich noch nach dem Grundsatz "Melden macht frei" verpfeifen. Aber was erreicht man damit? Die konkrete Person in diesem Fall hätte eine Erfahrung gemacht, die durchaus nachvollziehbar depressiver machen kann -- eine Erfahrung von Verrat, Einsamkeit, Einschätzung als Nichtstauger, vielleicht einen unangenehmen Rechtsstreit. Schlimmer aber noch: Jedem anderen würde signalisiert, sich eben keine Hilfe zu holen und nicht über seine Probleme zu reden. Will man so eine Kultur schaffen, Teil einer Organisation mit einer solchen Kultur sein? Andererseits könnte man eben sagen, dass man zunächst einmal der Kameradschaft und gegenseitigen Hilfe verpflichtet ist. Das kann bedeuten, den Entsprechenden einzubinden, mit ihm zu reden. Uns haben sie auch einmal bei einem 3-Gun-Wettbewerb, der eine Benefizveranstaltung gegen Suizide von Soldaten und Veteranen war, jedem das Versprechen abgenommen, einem Soldaten oder Veteranen anzubieten, wenn sie irgendwann einmal mit jemandem reden wollten würden wir zuhören. Ohne Druck, ohne Verdachtsdiagnose, einfach dass jemand weiß, dass jemand anders jederzeit zum Reden da ist. Natürlich kann es sich auch gerade aus dem kameradschaftlichen Umgang mit jemandem ergeben, dass er wirklich Schutz vor sich selbst braucht, oder dass man sich selbst vor ihm schützen will. Das dürfte aber nur eine kleine Minderheit der Fälle sein, und man sollte sich dann auch überlegen, wie man das so zielführend und schonend wie möglich machen kann.
  5. Das stimmt. Genauso stimmt es, dass man in einem normalen Jahr ohne Kranken-, Unfall-, Kfz-Haftpflicht-, usw. Versicherung mehr Geld hat als mit. Genauso stimmt, dass man mit einem Kernkraftwerk auf Tschernobyl-Niveau in einem normalen Jahr mehr Strom hat als ohne, oder dass man mit einem Auto, das vor fünf Jahren beim TÜV durchgefallen ist und vor fünfzehn Jahren neu bereift wurde, trotzdem sicher ankommen wird. Genauso stimmt allerdings, dass Deutschland 1932 noch eine leidlich funktionierende Republik war, 1929 sogar noch eine mit parlamentarischer Mehrheit der Regierung. Bürgerrechte sind eine Rückversicherung. Eine Rückversicherung richtet sich immer gegen unwahrscheinliche Risiken. Wenn sie wirklich im Ernst meinen, Chrupalla sei wie Hitler, soll der im Fall seines Aufstiegs zum Kanzler wirklich ein Waffenmonopol haben???
  6. Also "am Bedenklichsten" finde ich das jetzt nicht. Dem Käufer eines Gegenstandes ist dieser Gegenstand offensichtlich gerade mehr wert als der Marktpreis, sonst würde er ihn ja nicht kaufen. Auch von einer 100%igen Rückerstattung des Preises kann man sich nicht z.B. eines Angriffs auf sein Leben erwehren oder seine Kaffeevakuumtüte öffnen oder was auch immer. Als sie nach der Erfindung des Buchdrucks und der Übersetzung der Bibel die gedruckten deutschen Bibeln verboten haben, war das Rechtsbewusstsein in der Tat so, dass es dafür eine Erstattung des Kaufpreises aus der Staatskasse gab. Aber ist einem Geld zurück wirklich mehr wert als die Kenntnis der Worte Jesu? (Wenn ja, warum hat man sich den Schmöker dann gekauft??? Das war bei den damaligen Buchpreisen und Einkommen für einen Normalverdiener, der leidlich lesen konnte, ja wirklich eine Investition, die er nicht ohne Grund gemacht haben wird.)
  7. Ist jetzt OT, aber was hast Du denn für einen Hund und für eine Leine? Klar, beim Pferd gibt's am Führstrick den Panikhaken, aus gutem Grund. Bei "meinen" (allesamt anderer Leute, aber ich war der gute Onkel, dem sie gehorchten, und der sie auf Abenteuer ausführte) Hunden habe ich immer eine mit absehbarer Gewalt undurchtrennbare Verbindung gehabt. Halskette mit geschweißten Kettengliedern und Nylonleine, mit der man einen Laster abschleppen könnte. Da bist Du lange am Schneiden... Wenn das Vieh tatsächlich (bei Deinem weiblichen Geschlecht wohl eher möglich) dauerhaft mehr Kraft auf den Boden übertragen kann als Du, dann wäre vielleicht wirklich der Panikhaken wie beim Pferdeführstrick anzuraten.
  8. Jo, da ist das Problem. Eine nennenswerte konservative im Sinne von konsequenter Durchdenkung des Subsidiaritätsprinzips, liberale, oder libertäre Tradition existiert in Deutschland nicht. Gott sei's geklagt, aber ist so. Die wirkmächtigste deutsche "konservative" Tradition ist das Versprechen "Keine Experimente!", also das reine Versprechen, es werde nicht noch schlimmer kommen. Das hat gereicht, die alte Bonner CDU nahezu zur Staatspartei zu machen, und im Gegenzug dufte sie den Klüngel reich machen und die Altnazi (um den Preis der Umpolung auf FDGO und insofern durchaus verdienstvoll) in Ehren und Brot halten. Wenn Dir in Deutschland einer erzählt, dass es auch mit 90% weniger Staat ginge, dann kannst Du doch praktisch darauf wetten, dass der Pickel im Gesicht hat und die Gesamtausgabe von Ayn Rand auf dem Nachttisch. "Ist aber geil" ist aber kaum ein wirksames Gegenargument gegen Argumente der schwöörsten Staatsgeförrdung dorch Reichspörrger, gesöchert Rechtsöxtrröme oder Grrondgesetzvorlööserr... Das Argument, dass Typen in deutschen Uniformen auf Befehl des deutschen Staates in ein paar Wochen mehr Morde mit Feuerwaffen begangen haben, als alle Kleinkriminellen, gehänselte Schulschießer, wütende Nachbarn zusammen in tausend Jahren zusammenbringen würden, wäre durchaus ein wirksames Argument, aber da braucht es erstmal die Traute, dieses Argument auch vorzutragen.
  9. Also bei mir, ohne rechtliche Hintergedanken und rein praktisch: Öffnen von eingetroffenen Paketen. Klar, ich könnte auch das Paket abstellen, ein Messer beidhändig öffnen, dann das Paket wieder halten, aber warum kompliziert, wenn's auch einfach geht? Mein Messer zu diesem Zweck ist auch ganz und gar kampfuntauglich, hat eine billige austauschbare Klinge (ähnlich den Teppichmessern, aber nicht zum Abbrechen) zusammen mit einem Einhand-Öffnungsmechanismus. Bei jedem Hausmeister usw. durchaus sinnvoll zur beruflichen Tätigkeit. Ob das vor einem deutschen Gericht halten würde weiß ich nicht, aber meine Antwort ist schon insofern ehrlich, dass mir die Meinung eines deutschen Gerichts auch egal sein kann.
  10. Der Verweis auf das Grundgesetz ist kein Beweis einer verfassungsfeindlichen Bestrebung. Muss man auch erst mal drauf kommen.
  11. Das scheint mir nicht so. Ich habe (zugegebenermaßen aus eher beschränkter persönlicher Erfahrung, aber viel WO und sogar soziologische Literatur zum Thema) eher den Eindruck, dass viele den Status des Privilegierten und die Einengung der Waffe auf ein reines Sport- oder Jagdwerkzeug oder einen Sammelgegenstand ziemlich gut finden. Das fängt in Deinem Satz schon mit dem gekünstelten Wort "Legalwaffenbesitzer" an. Wenn sich einer als "Legalbuchbesitzer" bezeichnet, dann hat der den Faeser'schen Geist schon so weit verinnerlicht, dass er eine staatliche Auswahl seiner Lektüre offenbar für normal, und den Umstand, dass er sich daran hält, für hervorhebenswert und beispielhaft hält. Ist mit Waffen nicht anders. Beim Bedürfnisquatsch haben die Sport- und Jagdverbände doch Applaus geklatscht -- zugegeben, das war eine Zeit (vor der berühmten "Revolte von Cincinnati"), zu der selbst die amerikanische NRA zu Waffenrechtsverschärfungen Applaus geklatscht hat. Nimm mal an, heute erkläre in Deutschland einer, dass nachdem locker 99% der Morde mit Feuerwaffen in der deutschen Geschichte staatlich veranstaltet waren, es eigentlich sinnvoll sei, wenn der Bürger Waffen besitzen dürfe und man sich mehr gegen neue Anmaßungen staatlicher Allmacht wehre. Von denen, die das Denken schon ganz aufgegeben haben, wird der als "gesichert rechtsextrem" bezeichnet, von den Selbstdenkern vielleicht als wohl libertärer komischer Kauz, der offenbar viel amerikanische Politiklektüre konsumiert. Eine übliche, bekannte Ansicht, so wie "no borders!" oder "Wir müssen endlich massenhaft abschieben!", die man beide im deutschen Diskurs kennt und einordnen kann, ist es jedenfalls nicht, sondern ein völlig exotischer Gedanke, auch bei Leuten, die zwanzig Knallstöcke zuhause haben.
  12. Aber wenn man jetzt ein sinnreich geräuschgedämpftes hätte? Wäre das dann als Ninja-Sturmstil-Messer nicht noch gefährlicher?
  13. Ich glaube, die Enttäuschung vieler Leute, die sich normal nicht politisch engagieren und dann einmal aber doch, hat mit falschen Erwartungen zu tun. Die Chance, dass man jemandem ein Argument so überzeugend vorträgt, dass er deshalb seine eigene Ansicht auf der Stelle total revidiert und sich dann auch noch mit seiner Fraktionsleitung Streit einhandelt, ist natürlich nahezu Null. Was denn sonst? Es verwendet aber schon die Bibel das Bild vom Senfkorn, dem kleinsten der damals bekannten Samen, aus dem dann eine ziemlich große Pflanze wird. Ich habe bei Deutschlandbesuchen selbst von einem recht bekannten Politiker der Grünen (den ich aus nicht mit der Politik zusammenhängenden Gründen privat getroffen habe) zu meiner Erklärung meiner Ansichten zum Bürgerrecht auf Waffenbesitz die Antwort bekommen, das habe er so oder ähnlich noch gar nie gehört, und es sei interessant und ihm falle auf der Stelle auch kein richtiges Gegenargument ein. Natürlich ist so einer davon nicht umgepolt, aber das wäre auch eine völlig absurde Erwartung. Es ist doch schon einmal ein Fortschritt, wenn einer, der sich bisher unter Waffenbesitzern und erst Recht unter Leuten, die deutlich für ein Bürgerrecht auf Waffenbesitz und -tragen eintreten, den hässlichen, dummen, ungebildeten Ewiggestrigen vorstellt, zur Einsicht kommt, dass das gebildete und nicht gewalttätige Leute mit durchdachten Argumenten so sehen. Wenn ich hier in Amerika "meine" hart linken Abgeordneten besuche, dann ist es schon einmal ein Fortschritt, wenn sie von der Vorstellung entblödet werden, in ihrem progressiven Wahlbezirk gäbe es keine "Waffennarren", und dass es sich dabei um einen Einwanderer mit mehreren akademischen Graden handelt, trägt auch zum Überraschungsfaktor bei. Natürlich werden auch die davon nicht umgepolt, aber es ist auch schon ein Fortschritt, wenn sie eher verstehen, warum ein Abgeordneter ihrer Partei, dessen Wahlbezirk auf der Kippe steht, keine Lust hat, sich mit den Waffenbesitzern anzulegen. Selbst in Amerika hat es trotz lebendiger Tradition, Ursprung der Republik im Widerstand der Bürger gegen ihre versuchte Entwaffnung, und Zweitem Verfassungszusatz vom Anfang der modernen Waffenrechtsbewegung in den 1970ern bis zu ersten gesetzgeberischen Erfolgen zwei Jahrzehnte gebraucht, bis zu ersten Erfolgen vor dem Obersten Gerichtshof mehr als drei Jahrzehnte. In Deutschland, wo kaum jemand auch nur aus dem Stegreif schlüssig das Argument für den allgemeinen Waffenbesitz vortragen kann, das als exotisch und fremd empfunden wird ("noch nie so gehört"), wird es logischerweise eher länger dauern, auch wenn die Leute heute anfingen. Wer sich abwimmeln lässt, der hat schon verloren. Die andere Seite ist bereit, Jahrzehnte lang zu wühlen.
  14. Wenn Du als Sicherheitsdienstleister bezahlt wirst, sicher. Im täglichen Leben kaum durchzuhalten, jedenfalls nicht angenehm, und ein Umzug wäre vielleicht eine Überlegung wert.
  15. Die Frage ist nun, ob dieses Risiko größer oder geringer ist in dem sicher kleinen, aber ebenso sicher existenten Teil der Fälle, wo die Verfolgung real ist... Anderswo kümmert sich eine ganze Industrie um Lösungen, die dafür sorgen sollen, dass man im Fall der Fälle möglichst schnellen Zugriff auf die eigene Waffe hat... Das ist aber natürlich auch schon, nachdem anderer Schutz versagt hat. Ich habe mir beispielsweise, obwohl mir eigentlich die Videoüberwachung von allem und jedem eher unsympathisch ist, nach einem entsprechenden Vorfall eine Kamera vor die Tür gehängt. Damit ist der Plan logischerweise, eben nicht nur die Tür nicht zu öffnen, sondern nicht einmal zu ihr hinzugehen, wenn Besucher zur Unzeit so wirken, als sei das nicht ratsam, statt dessen die Polizei, die bei mir ziemlich präsent ist, zur Klärung zu bestellen. Sollte einer mit Brachialgewalt die Tür aufmachen, ist die Situation moralisch und rechtlich ziemlich eindeutig.
  16. "Normale Magazine" oder "Standardmagazine" heißen die, es sei denn, sie sind wirklich für den entsprechenden Typ außergewöhnlich groß...
  17. Diese Entscheidung muss und darf jede Fraktion und selbstverständlich jeder Abgeordnete -- egal, was seine Fraktion meint -- selbst treffen, klar. Es ist aber keineswegs "albern", wenn Bürger das dann anders sehen und das bei ihrer Wahlentscheidung ebenfalls berücksichtigen. Das ist nämlich ihr selbstverständliches Recht und ihre (wenn auch natürlich noch weniger als bei Abgeordneten durchsetzbare) staatsbürgerliche Pflicht.
  18. Ist da der Schlüssel zu ihrem Keuschheitsgürtel drin weggeschlossen?
  19. Eher selten und auch nicht völlig unprovoziert. Wenn man sich als Richter -- angeblich -- seine Fälle selbst bestellt, dann hat das nicht weniger einen Geschmack als wenn man einfach die Meinung der Mächtigen vom Richterstuhl donnert. Wenn man Angst vor Verfolgung hat, dann sollte man sein Amt natürlich um so korrekter ausüben. Ich denke auch da, dass wirklich einfach viele so ticken. Ich bin sehr lose (Weihnachtskarte und/oder Email einmal im Jahr) mit einer Richterin in Deutschland bekannt, und die tickt wirklich so. Auch beim Waffenrecht voll auf Linie und irgendwie "erschrocken", weil ich dem Schießsport nachgehe, gar noch einen Schein zum Tragen haben, und auch vorher weil ich mich an der Uni mit entsprechenden verfassungsrechtlichen Traditionen Württembergs beschäftigt habe -- eigentlich im Vergleich zum Tagesprogramm eines Richters ja doch eher harmlos und wenig "erschreckend". Nach Geschichten von Freunden bei Familiengerichten usw. ist das bei vielen anderen nicht viel anders. Der Beruf des Richters an den unteren Gerichten -- die die riesige Mehrheit der Stellen und Fälle abarbeiten -- ist gekennzeichnet dadurch, dass man für eine nicht so prall bezahlte Stelle einen sehr guten Abschluss braucht. Dann hat man eine riesige Fallzahl, von der die allermeisten Fälle nicht im eigentlichen Sinne rechtliche Auseinandersetzungen sind, und auch die Sachfragen sind oftmals eher verquaster Natur. Im Grunde sind das eher mit Macht, aber wenig Zeit ausgestattete Sozialarbeiter. Wenn der Achim den Kemal vor der Schule "abgezogen" haben soll, dann ist das genauso wenig eine rechtlich oder sachlich interessante Frage, wie wenn die Erna meint, ihr Kind schreie jedes Mal, wenn der Papa Boris sein Besuchsrecht wahrnimmt, oder wie wenn der Michael meint, der Jonas hätte ihm ein Schrottauto verkauft. Wer in diesem Fall auch nur mit einem gewissen technischen Interesse an die Frage herangehen würde, ob das Auto wirklich Schrott war, der kommt nie durch seine Fälle. Wer den Instinkt hätte, ernsthaft Zweifeln nachzugehen, wie weit eine gewisse Rechtsnorm sich mit dem Grundgesetz verträgt, oder auch nur was der Gesetzestext bei wirklicher Bemühung um korrekte Auslegung bedeutet oder nicht, der käme noch weniger durch seine Fälle. Für Richterstellen an den höchsten Gerichten wären die Fragestellungen interessanter und man hätte mehr Gelegenheit zum Nachdenken, aber dazu muss man erstmal durch die Ochsentour und dann durch ein Benennungsverfahren im Parteiproporzsystem kommen. Insgesamt ist damit der Job wohl so gestaltet, dass er eher Leute anzieht und für sie verträglich ist, die zwar im Grunde schon intelligent sind und Auffassungsgabe haben, aber als Lebensmotto eher "Kind, such dir was Sicheres" haben und denen Gründlichkeit, Neugier und Nachbohren als Instinkte ziemlich abgehen. Das dürfte sich vermutlich ziemlich oft mit instinktiv autoritätsgläubig geprägten Charakteren überdecken. Ich weiß auch nicht, wie man dieses Problem einfach abstellen könnte. Wenn man den Richtern auch nur die Zeit gäbe, die an sie getragenen Probleme zu durchdenken, dann gingen die Gerichtskosten ins Unermessliche. Wenn man sie so zahlen würde, dass es für Leute mit geistigem Antrieb finanziell attraktiv würde, auch. Meckern ist leicht und berechtigt und man soll und darf meckern -- aber gleichzeitig sollte man halt realistisch sein: Ich jedenfalls würde mir nicht für einen Bruchteil meines jetzigen Einkommens fünf Fälle am Tag anhören, wer jetzt wen verprügelt haben soll oder nicht, mir Geschichten kaputter Familien anhören, mir anhören, warum jemand schon wieder seine Miete nicht bezahlt hat. Das sah übrigens auch schon ein Professor so, als ich auf dem College eine Kurs belegt habe, der sozusagen einen Schnelldurchlauf des Jurastudiums in einem Kurs für Nichtjuristen darstellt (erste Hälfte alles Mögliche, Verfassungsrecht, Strafrecht, usw., zweite Hälfte etwas tiefere Bearbeitung des Vertragsrechts): Der hat mir gesagt, meine Analysen seien "brilliant" und mein "A" mehr als verdient, ich könne auch einen guten Juraprofessor abgeben, sollte ich das wollen, aber ich solle um Himmelswillen davon absehen, Anwalt oder Richter zu werden.
  20. Eigentlich schon. Ich bin ja stockprotestantisch, habe die Lutherbibel auf dem Nachttisch und die Luther-Playmobil-Figur im Büro und das Gesamtwerk Bachs auf dem Computer, aber eine Bewertung solcher Fragen ist in der FDGO ja wohl doch dem Gewissen des Einzelnen und der hoffentlich freundschaftlichen, humorvollen und konstruktiven freiwilligen Diskussion überlassen. Gesellschaftspolitische Vorstellungen aus dem Bereich der politischen Katholizismus vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil waren dazu noch in der Bundesrepublik sogar Teil der Gründungsideologie als Gegensatz zur Naziideologie. Die CDU als Nachfolgerin des Zentrums wurde ja zur tonangebenden Partei, wenn auch mit der Öffnung zu Protestanten und Liberalen. Wenn jemand also nichts vorgeworfen wird, als katholische Vorstellungen zu haben, die in der Gründungszeit der Bundesrepublik nicht nur völlig normal, sondern für die FDGO tonangebend waren -- jedenfalls in gewissen Teilen des Landes und gewissen Schichten -- dann erscheint es schon arg daneben, ihn deshalb zum verfassungsfeindlichen Reichsbürgers des Himmelreichs zu stempeln. Es ist mir auch in den letzten zweihundert Jahren in Deutschland nicht viel von gewaltsamen Angriffen von Katholiken und Protestanten untereinander bekannt.
  21. Ja, klar. Aber wenn Linke in Amerika zu Waffen schreiben, dann ist das auch nicht anders, als wenn sie in Deutschland zu Klima oder Zuwanderung schreiben. Es geht ausschließlich um die Selbstbestätigung. Bei den Rechten sicher auch, aber eben aus anderer Perspektive. Es ist natürlich jedem klar, dass man Wetterereignisse nicht mit Klimaveränderungen erklären kann, und Schäden an Gebäuden, die in einer seit Jahrhunderten immer wieder überfluteten Gegend auftreten, noch viel weniger. Trotzdem müssen da die Schlagzeilen von den "Alarm schlagenden" "Wissenschaftlern" her.
  22. Den Quark nimmt wirklich niemand ernst. Er bemüht sich nicht einmal darum, ernstgenommen zu werden. Ein Satz sagt eigentlich schon alles: Einmal sind 20% jetzt ja wirklich nicht so viel. Zum anderen ist damit eben gesagt, dass in Gegenden, in denen Feuerwaffen zum Leben dazugehören, natürlich mehr Unfälle und Suizide mit Feuerwaffen passieren, als in Gegenden, in denen schon wegen dichter Besiedlung viel weniger Leute jagen oder sport- und spaßschießen. Die Feststellung, dass in South Dakota eher Unfälle und Suizide mit Feuerwaffen passieren als in Boston, ist ungefähr so wie die Feststellung, dass es in Bayern massiv mehr Lawinentote beim Tiefschneeskifahren gibt als in Ostfriesland. Ostfriesland hat durch eine restriktive Politik, in der für keinen einzigen Ski- oder Bergsteigerbedarfladen eine Gewerbeerlaubnis erteilt wurde, sogar die Anzahl der Lawinentoten auf Null gebracht! (An den Toten in Verbindung mit Seefahrt und Wattwandern müssen sie allerdings noch arbeiten.) Ich würde auch darauf wetten, dass es in München mehr "Schienentote" durch Suizid, Unfall und Mord gibt als in Reykjavík (wo die einzige Lok des Landes als Museumsstück im Hafen steht, damit die Kinder mal so ein Ding sehen können ohne ins Ausland fliegen zu müssen). Dass linke Ideologen sich an "Hört auf die Wissenschaft"-Mimimi aufgeilen, ist so neu jetzt ja auch nicht. Genausowenig ist neu, dass sie sich dabei nicht einmal um augenscheinliche Plausibilität der "Wissenschaft" bemühen.
  23. Bei deutlich unter hunderttausend Mitgliedern und vielleicht zweieinhalb Millionen plausibel erreichbarer Wählerstimmen scheint mir das unwahrscheinlich, es sei denn dass Mitglieder- und Stimmenzahlen irgendwie negativ werden können. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob der FDP wirklich eine Wählerschaft hat, die auf liberale, dazu noch mit dem ländlichen Raum verbundene, Themen großen Wert legt. Sonst hätte sie solche Themen ja auch in der Vergangenheit etwas offensiver vertreten. Den alten Stammwähler und vielleicht Vorsitzenden der FDP stelle ich mir als einen Freiberufler oder Selbständigen vor, der in der Partei seinen Honoratiorenstatus bestätigt sieht. Die Jungliberalen stelle ich mir als einen Gymnasiasten vor, der schon zur Schulzeit bezahlte Tickets für "Business-Networking-Events" kauft und da mit Krawatte hingeht. Beide im Grunde eher auf der Suche nach einem Selbstbild als Mitglied der besseren Schichten, egal ob im Fall des ersteren die Finanzen und im Fall des zweiteren die Schulleistungen wirklich so dazu passen. (Ist bei anderen Parteien auch nicht anders, halt mit anderen verkauften Selbstbildern.) Es gab wohl mal in der FDP eine winzige libertäre Gruppe, aber die wurden wegen offensichtlicher völliger Harm- und Einflusslosigkeit als eine Gruppe von Nerds toleriert. Politik ist vermutlich nicht so weit von den Interessen derer, die sich auch nur entfernt an Politik beteiligen, abgewandt, wie sich die Leute das vorstellen. Wenn es in Deutschland eine nennenswerte Anzahl klassisch Liberaler, süddeutsch-angelsächsisch-"kleiner Staat" Konservativer, oder Libertärer gäbe, jedenfalls in der Summe dieser Gruppen, dann hätten sie vermutlich auch eine plausible politische Heimat.
  24. Es sind ja auch Arbeitsmesser. Die hochqualitativen eben für Fälle, wo es darauf ankommt. Die billigen haben ihre natürliche Verwendung, wenn man in der einen Hand ein Paket oder dergleichen hat und mit der anderen Hand das Öffnungswerkzeug ohne Fummeln oder Verletzungsgefahr hervorbringen will. Oder eben als Schülerspielzeuge. Als Waffen jedenfalls weitaus weniger geeignet als ein Küchenmesser.
  25. Reolink. Die speichert Daten lokal, einerseits (verschlüsselt) auf einer SD-Karte im Gerät, andererseits kann man auch eine Kopie auf sein NAS schicken lassen, sollte die ganze Klingel geklaut oder zerstört werden. Die Software hat ihre Grenzen, aber sie tut, was sie soll. Für den Zugriff über App muss natürlich der Server des Chinesen Zugangsdaten haben und könnte sich theoretisch ziehen, was vor meiner Haustür läuft, aber es ist doch datensparsamer als in Fällen mit Speicherung "in der Cloud" wo schon das Funktionsprinzip erfordert, das jemand anders Zugriff hat -- sollte der Chinese bei mir etwas abziehen, dann würde er das gegenüber irgendwelchen amerikanischen Stellen jedenfalls nicht zugeben.
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