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Tyr13

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  1. Also die Kurzbahn-Disziplinen mit Karabinern machen einfach Spaß: Speed, Fallplatte und neuerdings Mehrdistanz sind interessant, kombinieren Zeitdruck mit Präzision ohne in völlig dynamische Hektik zu verfallen. Der üblichen Pappscheibe ist die zielballistische Eigenschaft der Patrone auch egal, KK-Munition wird schließlich auch noch verwendet. Die KW-Patronen sind immer noch preiswert gegenüber den Büchsenkalibern und die Combo von Kurzwaffe im gleichen Kaliber wie Langwaffe ist seit dem Pärchen Colt und Winchester 1873 in .44-40 ein logistischer Erfolgsschlager. In dieselbe Kerbe schlagen ja auch Anschlagschäfte für Pistolen wie die C96 oder 08 schon seit langer Zeit. Mit einem LW-Schaft kann man einfach schneller genau schießen als mit einer reinen Kurzwaffe. Bis zu 100m klappt das auch halbwegs mit der Präzision, wenn auch nicht mit der Energie. Dann ist es auch noch einfacher, "ausreichend" Munition mitzuschleppen, die KW-Patronen wiegen nicht ganz so viel wie die gleiche Anzahl Büchsenmunition und packen dichter. Die Krönung wären dann noch austauschbare Magazine zwischen der Kurz- und Langwaffe. Karabiner haben sich auch sonst recht gut bewährt, der M1 Carbine oder die MPi waren als Waffen einfach beliebter als die Battle-Rifles derselben Zeit. Die 9mm Langwaffen haben mMn ihren Platz, ich selbst schieße die Beretta CX4 Storm und bin froh, daß ich mich auf mehr Schießständen damit austoben kann als mit Büchsenkalibern. Ist ein anderer Aspekt des Schießens, nicht notwendigerweise besser oder schlechter, auf jeden Fall aber wieder abwechslungsreich.
  2. Mir zumindest Erbauung, von der Seite hab' ich das noch nie gesehen. Also habe ich etwas hinzugelernt. Nicht, daß mich das vor den nächsten Schnitzern beim Verstehen-Versuchen von Gesetzen und/oder Urteilen bewahren wird.
  3. Es macht überhaupt keinen Sinn, einen bundesdeutschen Polizisten mit den Unterdrückungsorganen eines Unrechtsstaats auf eine Stufe zu stellen, das ist ein dämlicher Vergleich zwischen Polizist (BRD) und Stasi (DDR) oder SS/GeStaPo (3.Reich). Als Utilitarist sage ich: Was soll der Quatsch, das ist nicht hilfreich. Lasst uns lieber froh sein, daß die Mechanismen von DA-Beschwerde, Aufsichtsbehörde, Gericht und Petition uns als Bürger zur Verfügung stehen um uns gegen Willkür durch Beamte des Staats zu schützen. Das ist natürlich keine Garantie für ständige und immerwährende Gerechtigkeit in allen Lebenslagen. Die Anregung oben, "wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist sicherlich richtig. Wenn bei einer Kontrolle meines Autos (bisher noch 0 gehabt, in 26a Fahrer) die Sprache auf beförderte Waffen kommen sollte, sag ich die Wahrheit. Zum Ausweisen und (Erlaubnis-)Papiere vorzeigen bin ich schon verpflichtet. Wenn dann weiter gebohrt wird ("Bitte zeigen sie mal die Seriennummern Ihrer Waffen vor"), wird mir unbehaglich, falls aber eine Bitte kommt wie "Boah, kann ich mal sehen..." dann vertraue ich vermutlich darauf, daß mir nicht mit Heimtücke eine Anleitung zur strafbaren Handlung gegeben wird. Wahrscheinlich würde ich dann im zweiten Fall kurz nachfragen, ob das denn OK ist, wenn ich auspacke und im ersten Fall würd ich erklären, daß ich ja gerne helfen würde, mich aber so unwohl fühle und auf gar keinen Fall gegen die Erlaubnispflicht bei Führen verstoßen möchte und deshalb Der Herr Amtsmann doch sich selbst bedienen kann. Bin mal gespannt, wie das bei den nächsten Lesern falsch ankommen wird.
  4. Als ahnungsloser Polizist kannst Du dann mit der bekannten DA-Beschwerde rechnen. Ja und ich weiß, formlos, fristlos fruchtlos. Bei dem Selbstverständnis von Polizei-arbeit am zuverlässigen, sachkundigen Bürger bin ich froh, Dir nicht begegnet zu sein.
  5. Ich würde meine Waffen nur sehr ungerne bei einer Kontrolle selbst auspacken. Das hat natürlich auch mit einem Verstoß gegen die Erlaubnispflicht beim Führen zu tun. Eine dermaßen detaillierte und gründliche Kontrolle, daß eine SN-Abgleich nötig wäre, das ist dann schon so heikel und konfrontativ, an einem solchen Punkt angekommen, da werde ich dann schon sehr vorsichtig. Auf öffentlichem Bereich würd' ich deshalb auch sagen: Ich weiß zwar nicht, weshalb das notwendig sein sollte, wenn Sie darauf bestehen, dann können Sie die Tasche bitte selbst auspacken.
  6. Der Bericht ist gut und spiegelt auch die Realität wieder. Aber: Die BW wollte seinerzeit kein leistungsfähiges Sturmgewehr sondern eine "billige", leichte Waffe, die man oft putzen kann, mit Zieloptik. Hat sie gekriegt. Auch bei der Nachbestellung wurden diese Anforderungen nicht nachgebessert. Davon will man heute nichts mehr wissen. Heute kann man sich auf den Kopf stellen und sagen: hätte, hätte Fahradkette. Dass die Beschaffung des G3-Nachfolgers jetzt nicht den Prinzipien von transparentem Vergabewesen entsprachen und die Anforderungen irgendwie dilettantisch formuliert sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.
  7. Ist doch wie beim Fussball: Abseits ist: "Wenn der SchiRi pfeift"! Die Gesetze sind gemacht und sollen Spielregeln für Alle sein. Dass WaffG richtet sich auch nicht gegen die braven Bürger, sondern die bösen Buben, die eigentlich gar keine Waffen haben sollen. So wurde es hoch und heilig versprochen. Das ist dann wie "Im Zweifelsfall für den Stürmer". Mittlerweile dienen die Waffengesetze aber dem Durchpeitschen von ideologischen Grundsätzen, wenn ich diese Grundsätze formulieren sollte, dann komme ich zurück zur Sluggi-Definition von Waffen (Gegenstände, die zur Durchsetzung der Gesetze gegen die Bürger eingesetzt werden) und der Mönchs-Sichtweise der Gesellschaft im Mittelalter: "Die Menschen sind eine Herde von Schafen (Bauern), die von einem gütigen Hirten (Pabst) gehütet werden, bewacht von scharfen Hunden (Dominicaner)" Das hat man damals dann beliebig übertragen auf den örtlichen Potentaten und seine Schergen. Aber das wird leicht OT. Das Problem ist hier im Thread, daß es eine professionelle Regelauslegung gibt, die der bisherigen Praxis widerspricht. Das ist unüblich, schlechtes Handwerk und mMn eine Anmaßung sondersgleichen durch das Gericht. Trotz meiner Meinung hat das Urteil jetzt erstmal Bestand, es gibt keine weitere Möglichkeit zur (gerichtlichen) Klärung. Mit dem Zustand vorher konnten alle halbwegs leben, plötzlich ist das von gestern nicht mehr wahr. Wenn man wieder zum "bequemen" Zustand vorher zurückkehren will, dann muss jetzt der Gesetzgeber eine Klarstellung machen, weil der unabhängige Richterprofi uns erklärt hat, daß wir alle keine Ahnung hatten und das alles immer schon falsch gemacht haben. Der Jäger, der einen Halbautomat besitzt, der große Magazine aufnehmen kann, besitzt nach der unanfechtbaren Meinung der Leipziger Richter eine Waffe, für die er aufgrund geltendem Gesetz eigentlich gar keine Erlaubnis hätte erhalten sollen. (Boah, Konjunktiv 2 im Plusquamperfekt). Die Erlaubnis ist gültig bis zum Widerruf, gilt aber nur für den Besitz. Die im Gesetz verankerten Ausnahmen von der Erlaubnispflicht des Führens stützen sich auf das zusammentreffen von "korrekte Waffe" und "korrekter Umgang" Also für Jäger: erlaubnisfreies Führen von Waffen für die Jagd auf der Fahrt ins Revier brav verpackt und ungeladen, im Revier gebrauchsbereit. Durch das BVerwG-Urteil ist genau dieser Zusammenhang jetzt aufgebrochen. Deshalb gibt es Unsicherheit und Ärger. Die Unsicherheit ist mMn gewollt.
  8. <Seufz> das URTEIL des höchsten zuständigen Gerichts liegt vor. Damit ist schon vorgegeben, wie an allen untergeordneten Gerichten geurteilt werden soll. Eine EGAL-Einstellung ist nicht wirklich angebracht.
  9. Ich find's ja gut, daß Ihr Euch durch ein letzt-instanzliches Urteil nicht beeindrucken lasst. Die Tragweite dieses Urteilsspruchs kann Euch dabei aber wirklich erwischen. Laut der höchstrichterlichen Argumentation sind ALLE Halbautomaten, die Magazine mit 2+ Schuss aufnehmen KÖNNEN nicht für die Jagd geeignet. Sie hätten nach dieser Lesart Euch gar nicht eingetragen werden DÜRFEN. Wenn Ihr sie trotzdem benutzt, dann macht Ihr Euch eines Vergehens schuldig, so wie wenn man mit Kurzwaffen Jagd, Posten benutzt oder zu schwache Munition verwendet. Das Urteil setzt sich über die beschworene Verwaltungspraxis von 30 Jahren einfach hinweg und schafft eine neue Rechtslage. Daß die erteilten Erlaubnisse nicht widerrufen werden ist der Faulheit der Behörden geschuldet, nicht Eurem starken Standpunkt.
  10. Rechtliche Schritte sind vermutlich nicht die beste Lösung. Worauf sollte man auch klagen, "auf Erlaubnis zur Nutzung einer illegal besessenen Waffe" ? Die Einzige Variant des Widerstands ist jetzt, Druck auf die Politik auszuüben. Durch den Rundbrief des Landwirtschaftsministers, der wohl im Moment geflissentlich ignoriert wird, und die Zusicherung der Änderung im BJagdG, um den gewohnten Zustand wiederherzustellen ist dem Willen zur Äußerung geschickt ausgewichen worden. Die Forderungen der Verbandsvertreter sind ja weitestgehend erfüllt. Ohnehin ist die Jäger-Fraktion nicht durch politischen Aktivismus ausgezeichnet. Mit der Novelle des BJagdG käme ja auch das Schlamassel mit zertifizierter (bleifreier) Munition usw. aber mit dem Bonbon der HA-Erlaubnis würde die Jägerschaft denn vielleicht doch die Neuerungen akzeptieren ? Die Sportschützen sind (noch) nicht betroffen. Ich denke, die Entwaffner im Staat haben nach dem Terrorismus jetzt die Gelegenheit beim Schopf gefasst. Wenn das mit der schlagartigen Kriminalisierung nicht funktioniert, dann wird es über die Hintertür des EU-Rechts kommen. Vielleicht sollte man es noch einmal sagen: Es geht um HA-Langwaffen. KEINE der Terror-Waffen war vorher in privater Hand von Jägern oder Sportschützen. Mit solchen Waffen gibt es 2-3 Taten pro Million Gewaltverbrechen. Es gibt gar keinen kriminalistischen oder für innere Sicherheit plausiblen Grund, bei Jägern oder Schützen die Schraube zu drehen. Es kann hier also nur um eine Mischung von irrealen Motivationen geben: - Ideologie: (Waffen gehören in die Hände des Staats... Jawohl Herr Obersturmbannführer) - Angst: (solch gefährliche Dinge muss man Entschärfen... Dornröschen hat sich auch gestochen) - Neid: (wenn ICH nicht darf, dann soll es KEINER dürfen... Geh los und kauf's Dir, wir seh'n uns dann am Stand) Im Moment habe ich das Gefühl, daß die Obersturmbannführer die Dornröschen-Eltern und Neidhammel ausnützen. Und das ist der Moment, wo ich so langsam in die paranoide Überlegung einsteige: Wissen/Ahnen die etwas, was noch kommen soll und wollen jede letzte Möglichkeit zu zivilem Widerstand unterbinden ? Oder ist das mal wieder der Beamten-Gründlichkeit geschuldet ?
  11. Ich lese da die "Kombi" aus HA+Mag(XL) soll "verboten" sein. HA+Mag(S) bleibt erlaubt und Mag(XL) darf erlaubt werden. Aber das ist so auf Kante genäht, daß nach dem nächsten BVerwG Urteil ein automatisches Verbot erfolgt. "Wir konnten ja nichts machen, es ist EU-Recht" In der ganzen Diskussion um Details geht doch die "Gesamt-Richtung" unter. Die Staaten verkaufen nach wie vor Waffen, am liebsten Großgeräte und Systeme aber die Kleinwaffen nimmt man eben mit. Gleichzeitig werden die Bürger entwaffnet. Geschieht das jetzt aus dem Prinzip einer "gewaltfreien Gesellschaft" oder liegt dahinter eine tiefere Methodik. Ein bewaffneter Mensch kann seinen Willen mehr als ( ~1) anderen Menschen aufzwingen.
  12. Ich habe gerade ein wenig gelesen. Bis auf den Unfugsquatsch mit den Magazinen hätten wir dann im Wesentlichen deutsches Waffenrecht in ganz Europa.
  13. Es gibt aber jetzt auf jeden Fall mehr Meta-Posts zu dem Thema als Ursprungs-Nachrichten: Ja, Nein, Doof, Unwichtig, schon gesagt, Doch wichtig, wohl unwichtig, hilfreich, Quatsch, überflüssig, Wäre ja wohl noch schöner, wenn hier jeder käme Es stimmt ja, es gibt im Moment noch keine Nachrichten aus dem Sport-Schützen Sektor. Aber die vorher verlachten Befürchtungen zu SL-Pistolen für Jäger sind mittlerweile konkret(er) geworden. Keine Nachrichten heißt gute Nachrichten. Für mich heißt das, daß man sich mehr Selbstlader zulegen sollte, solange es noch geht. Je mehr ich durch meine Gewehre geschossen habe, desto besser habe ich die gemeinsame Zeit genutzt...
  14. Erstens möchte ich darauf hinweisen, daß es (so ungefähr) 3 Standards gibt: - Regeln der Technik - Stand der Technik - Stand von Wissenschaft und Forschung Regeln der Technik wären bekannte und bewährte Modelle, etwa die AR-15, AK-47, G3. Stand der Technik wären damals AUG, StGw 90, Galil gewesen (haut mich nicht wegen exakter Daten, soll nur ein Beispiel sein) Stand von Wissenschaft und Forschung: P 90, G10 Es ist von ganz entscheidender Bedeutung, welche Standards vereinbart waren, danach richtet sich nämlich auch die Verpflichtung des Auftragnehmers. Außerdem sind die übergeordneten Regularien, die bei dem Geldausgeben der BW beachtet (oder eben nicht beachtet) worden sind. Bei Bauleistungen MUSS verpflichtend das Vergabehandbuch des Bundes benutzt werden, das die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) nach sich zieht. Das heißt nicht, daß es dann keine Elbphilharmonie oder BER-Projekte mehr gibt, aber in diesen Projekten lässt sich ziemlich schnell feststellen, daß auf AuftragGEBER-Seite alle wohlmeinenden Regularien narkotisiert, verprügelt, erschossen und einbetoniert auf dem Grund des nächsten Sees versenkt wurden. Vielleicht mit grinsendem Nicken des AN, aber immer aufgrund von Erwägungen, die mit der Technik nichts zu tun haben, hat sich der AG entschieden: - seine Anforderungen im laufenden Projekt zu ändern - keinen Wettbewerb zuzulassen - seine Prüfpflichten nicht zu erfüllen - vertragliche Konsequenzen von Verstößen des AN nicht zu verfolgen Falls das im Rahmen des Gerichtsverfahrens aufgedeckt wird, lehrt uns das etwas über das Beschaffungswesen, nicht über HK. Außerdem: wer erwartet denn ernsthaft, daß eine mittelständische Firma die Verschwendung der BW alimentiert ? Da ist das G36 vielleicht nicht das beste Gewehr, aber es tut ja in etwa das, was es soll. Anders als nicht fliegende Hubschrauber, Transportflugzeuge, Drohnen, U-Boote etc. Meine Erinnerung an den AFG Einsatz aus den Medien war, daß nicht das "ungenaue" G36 das Hauptproblem war, sondern Mangel an gepanzerten Fahrzeugen, weil der TÜV abgelaufen war. Das soll aber jemand berufeneres als ich kommentieren.
  15. Meldungen zu Sportschützen sind durchaus hilfreich. Erstens sensibilisiert man die weitaus größte Gruppe der Waffenbesitzer. Zweitens sind die Überlegungen nicht abwegig, siehe die parallel laufenden Überlegungen Europas zu Magazinen Drittens ist Solidarität wichtig, Wenn wir nicht zusammenhängen, dann hängen wir bald einzeln.
  16. Es ist ein Unterschied, denke ich, auf seiner Privatsphäre zu bestehen, und sich nicht dem "Blockwart-Argument" zu öffnen: "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten..." Damit wird nämlich ein Eingriff in meine Privatsphäre legitimiert. Sich dagegen zu wehren ist geradezu Bürgerpflicht. Genauso, wie darauf zu bestehen, daß das auch für alle anderen Bürger bestehen bleibt. Deshalb läuft's mir immer kalt den Rücken herunter wenn ich die Formulierung "Ich habe nichts zu verbergen..." höre. Es hallt dann immer der Nachsatz "schau'n se ruhig nach..." durch den Äther. Nein. Es geht niemand an, mit wem ich telefoniere. Die Farbe meiner Unterwäsche ist privat. Ob ich den Arsch voll Schulden habe oder Bargeld horte ist mein Ding. Ich halte das von meinem Nachbarn fern und habe Fenstervorhänge, einen Zaun und abschließbare Türen. Wieso sollte ich auf die Idee kommen, mein Grundrecht auf Privatsphäre ausgerechnet gegenüber dem Staat aufzugeben ? Super-Grundrechte auf Sicherheit, das war für mich der Offenbarungseid unseres Systems. Wer Freiheit verteidigt indem er seine Bürger ausschnüffelt, der Vögelt auch zur Erhaltung der Jungfräulichkeit. Nichts gegen die Schutzmänner, die machen Ihren Job. Meistens mit Augenmaß und menschlich. Dennoch will ich den Kontrollettis nicht mehr helfen. Ich lasse es über mich ergehen, mein Verhältnis zu unserem Staat wandelt sich immer mehr in Richtung Abneigung. Früher fand ich unser System gut und richtig und hatte vor Staatsmännern Hochachtung. Mittlerweile bin ich bei Pikiertheit angekommen und sehe Politiker nur noch als selbstsüchtige Dilettanten mit Geltungsbedürfnis. Und weil die Politicos die Polizei zur Durchsetzung Ihrer Gesetze gegen mich gebrauchen, hat sich analog mein Bild vom "Freund und Helfer" zum "Erfüllungsgehilfen" gewandelt. Übrigens sehe ich eine ganz ähnliche Einstellung auf der anderen Seite, der Bürger, dem es zu dienen galt, ist jetzt für die Mitglieder des SC Grün-Weiß "Kunde" und wird mit gesundem Mißtrauen behandelt. Ist fair, ist OK, schön ist anders. Deshalb: Wenn eine Kontrolle OK ist, dann hat man Glück gehabt. Man kann etwas dafür tun, Glück zu haben, schließlich gibt es sprichwörtlich die Zusage von Glück für den Tüchtigen. Was sollte man tun: Höflich und freundlich bleiben. Wenig sagen. Vor dem Sprechen denken. Daß wir meistens nichts Unrechtes tun, davon gehe ich mal aus.
  17. @uwe, ??? Egal. Bei Kontrollen sollte man diesen gräßlichen Satz "Ich habe doch nichts zu verbergen" getrost aus seinem Kopf ausschleifen. Jeder hat etwas zu verbergen. Von Sexueller Vorliebe, Drogengebrauch und Körpergeruch bis hin zu finanzieller Lage, Berufswissen und Urlaubsplänen. Das geht niemand etwas an, auch Facebook nicht, aber das ist ein anderes Thema. Wer glaubt, nichts unrechtes zu tun, kann in einer Kontrolle höflich und freundlich sein. Sollte man auch, allein aus Respekt vor seinem Mitmenschen. Gefährlich ist es, Logorhoe zu haben und Beamten Wissen aufzudrängen, das dann zu deren Handeln führen muss oder ähnlich ungewolltes provoziert. Auf eine direkte Frage immer Wahrheitsgemäß antworten, sonst fällt man erst recht auf (darauf achten doch die Kollegen). Also nicht "Ich kann ihnen jetz den KFZ-Schein nicht geben, ist nämlich gar nicht mein Auto..." sondern vielleicht: "Ich weiß jetzt nicht wo die Papiere sind, ich muss mal suchen..." Nur so als Beispiel.
  18. Schön wär's. Für den Verwaltungsakt eines Erlaubniswiderrufs gilt nicht die Unschuldsvermutung, wie bei Gericht. Deshalb ja auch die Gummi-Formulierung "Wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen..." In dem von Dir konstruierten Fall ist der Verwaltungsakt so sicher wie das Amen in der Kirche. Anders sieht es dann bei Bußgeldern entsprechend der Strafvorschriften aus, da ist man wieder vor dem Richter. Der allerdings auch zum Wohle des Volkes den Waffennarren mit voller Härte des Gesetzes treffen wird...
  19. Deshalb sollte man das Regelwerk auf den Menschen beschränken, nicht auf die Gegenstände. Und genau darum geht es beim §6 AWaffV eben nicht, da wird der Umgang eingeschränkt, aufgrund der Beschaffenheit einer Sache. Waffen sind so gefährlich wie ein Stein oder ein Auto, d'accord. In der Größenordnung sollte auch die Regulatorien sein, also Führerschein für Waffen. Der Bedürfnis-Bescheinigungs-Verfahrens-Zirkus kann weg. Es steckt auch in diesem, wie auch in anderen §§ die ganze Hintergrund-Misstrauensvermutung gegenüber dem Bürger im Raum: - kurze Waffen sind verboten, die kann man leichter verstecken - Schalldämpfer sind nicht erlaubt, (lautloses Töten) - Leicht zerlegbare Waffen sind böse (Wilderer) - Ziellaser und Taschenlampen sind böse (weil der Terminator sowas benutzt) - kurze Hülsen sind Böse (Die Russkis kommen) Alles Quatsch, mit Verlaub.
  20. Ich hatte das auch schon angesprochen. Nach dem BVerwGericht-Urteil sind die wechselbaren Magazine ein Merkmal, das Waffen von der Jagd ausschließt. Und mit genau diesem Analogie-Schluss würden wechselbare Magazine auch für "sportliche" Halbautomaten das Komplett-Aus bedeuten. Wir sind uns sicherlich einig, daß diese Denke (es wäre möglich, also müssen wir das grundsätzlich verbieten...) den Grundsätzen unseres Rechts- und Gesetzes-Systems völlig widerspricht. Viele Lebensbereiche sind davon betroffen: - Wasserstoff-Peroxid lässt sich für die Herstellung von Sprengstoff nutzen, also darf man es auch nicht als Bleichmittel erlauben - An ein Auto passen auch breitere Felgen, also gehören sie verboten (Was jetzt: Felgen, Autos, Tuner, Austauschbare Teile ?) - Ein Mann hat Hände, also könnte er zum Grabscher werden Die Rechtfertigung für das Urteil lautet ja "Waffen sind böse". Die ganze Gedankenkette geht damit nämlich erst los. Waffen sind böse, es ist Aufgabe des Staats, davor zu schützen (denn der Staat weiß es am Besten) Es darf sie nicht Jeder haben, sondern nur die, die sie auch "wirklich brauchen" (und die lassen wir durch jede Menge Hindernisse kriechen) Selbst die, die sie brauchen können, müssen sich beschränken, so wirklich "ganz böse" Sachen geht ja nun gar nicht (außer, der Staat hat sie) "ganz böse" ist das, was wir sagen (Uns fällt da bestimmt noch etwas ein) Das WaffG enthält eine Menge von nicht angemessenen Regelungen. Die sind mittlerweile so kompliziert, daß mit kleinen Änderungen in der Interpretation eine ganze Domino-Kette von letztlich Kriminalisierung stattfindet. Solange das WaffG als "strengstes Gesetz, mit aicheren Regelungen" verkauft wird, anstatt endlich zuzugeben, daß Gesetze Gesetzesbrecher nur strafbar machen und keine Verbrechen verhindern, wird sich an dem Flickenteppich auch nichts ändern. Das BVerwGericht - Urteil ist in dieser Hinsicht bemerkenswert, finde ich (als Laie). In der Sache ging es darum, ob die Behörde beschränken darf, oder ob das unzulässig wäre. Das Gericht stellt (entgegen der Verwaltungspraxis von 35 Jahren und allen erteilten Erlaubnissen) fest, daß die Behörde nicht nur einschränken darf, sondern erst gar keine Erlaubnis für den Umgang hätte geben dürfen. Ich hoffe, daß auf dem gesetzgeberischen Weg eine Heilung erfolgen kann. Da jetzt aber nur "die Jäger" betroffen sind, wird die Aktion die Sportschützen umso härter treffen, weil im Vorfeld nichts passiert ist. Wenn man an der Praxis festhalten will, wie sie jahrelang gelebt wurde, dann gehört der AWaffV §6.1(3) gestrichen und eingefügt unter dem §9: "HA-Langwaffen dürfen nur mit einem Magazin betrieben werden, das höchstens 10 Patronen fasst." Dann ist man diese Werwolf-Problematik auch los, wenn man ein Großes Magazin in seinen (sportlich zugelassenen) Halbautomaten steckt, dann würde er ja plötzlich zu einer illegal besessenen Waffe werden... Die Benutzung solcher Magazine außerhalb des Geltungsbereichs wäre weiter legal, weshalb man keine Zusatz-Verfolgung braucht. Nur so als Gedanke. Noch einer: streicht den Quatsch vom §6. Jede moderne Feuerwaffe ist gefährlich genug, sie werden nicht gefährlicher durch Pistolengriffe, Hülsenlänge oder die Farbe Schwarz.
  21. Ich sage immer: "Natürlich bin ich käuflich, dann muss es aber bei diesem Mal für bis ans Ende meines Lebens reichen..." Bisher hat mir noch niemand ein Angebot gemacht. 1.000,-€ ist doch etwas kümmerlich.
  22. Egal, welche Nachweise da hin und her-verschachert wurden, ich bin immer noch davon überzeugt, daß Unregelmäßigkeiten bei der Erlangung von waffenrechtlichen Erlaubnissen nur das Feigenblatt sind, mit denen hier Durchsuchungen gerechtfertigt werden. Schlimm genug, daß über diese Schiene operiert wird, weil keine tauglicheren Mittel den Ermittlern zur Verfügung stehen. Der Verein hat hier mMn das Pech, daß er sich in den Dunstkreis von Personen hat ziehen lassen, die die Polizei durchsuchen wollte... Und Verstöße gegen das WaffG sind offenbar gute Argumente für eine schnelle und rückhaltlose Ausstellung von Durchsuchungsbeschlüssen am Gericht. Die Berichterstattung macht daraus natürlich wieder : In den Schützenvereinen sind Gangster, die sich die Waffen mit gefälschten Nachweisen zuschustern...
  23. Tyr13

    Kleiner Waffenschein

    Abgesehen davon, daß Du höchstwahrscheinlich nicht kontrolliert werden wirst, Wird der PVB vor Ort das Spray kassieren und Dir bei ausreichendem Gezeter einen Platzverweis erteilen. Danach hast Du dann Gelegenheit, einen Rechtsstreit vom Zaun zu brechen und die Anwälte reich zu machen. Viel Glück in Gottes Hand. Was viele einfach vergessen: Die erste Regel bei Selbstschutz lautet "Don't go stupid places". Wenn ich wüsste, daß mir etwas passiert, dann nehme ich 1.) ein Gewehr, den Plate-Carrier und ausreichend Munition, kein Pfefferspray. und 2.) gehe ich nicht hin. Wenn man zur Vorsicht einfach vorbereitet sein will, und dann weniger Angst hat, ist das ein Gewinn für Lebensqualität. Dann schleppe man mit, was man gut verbergen kann, denn verdeckt heißt verdeckt. Die Hürde bis zur Personenkontrolle durch PVB ist doch recht hoch, höfliches Auftreten hilft dabei. Versucht doch nicht, Euch hochzurüsten und "Sieger" bei einer SV-Situation zu werden. Besser ist es, gar nicht erst in solche Lagen zu kommen. Wie gesagt, ich gönne jedem sein Spray und seine Knallpistole, aber die Dinger sind nicht Selbstzweck, sondern es ist die eigene heile Haut.
  24. Andererseits: Wer wurde durch die ungeheuerliche Straftat, die nun durch das übergreifende Engagement einer gesamten Landstrich-Polizei beendet wurde, eigentlich geschädigt ? Ich habe da so meine Zweifel und ein kleines bisschen riecht es nach Schikane. Wenn die Prüfungen doch eigentlich bei der Behörde angemeldet werden, wie konnte das Erschleichen der Sachkunde funktionieren ? Wer mit Prüfungssituationen und dem Auswendiglernen des (teilweise falschen) Fragenkatalogs überfordert ist, der ist nach dieser Lesart plötzlich gemeingefährlich. Fälschen ist falsch und doof, aber irgendwie sind Razzien mMn übertrieben.
  25. Worüber Quatscht ihr hier eigentlich ? Ich soll eine Händler-Prüfung ablegen, um den Schmerz zu vermeiden, wenn meine Waffenrechtlichen Erlaubnisse eingeschränkt werden ? Irgendwie ist das der Rat, ein Taxi-Unternehmen zu gründen, wenn einem der Führerschein gestohlen wurde... Außerdem ist tricksen, täuschen, verpissen nicht mein Ding. Wenn mir meine Freiheit verlustig geht und ich mich nicht gewehrt habe, dann hab ich's nicht besser verdient. Diese Umgehungs-Erschleichungstaktik geht doch als Rohrkrepierer voll nach hinten los. Immer wenn ich die guten Ratschläge gehört habe "Mach doch den Jagdschein/Sammel-WBK/Sachverständigen, dann kannste ALLES haben, tun und machen" lief's mir kalt den Rücken herunter. Komisch...
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