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Proud NRA Member

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  1. Sehe ich nicht so. In Amerika, wo man wohl doch vielleicht mehr über Waffenlobby weiß als in Deutschland, würde ich zur Zeit SAF, GOA, SADEC, CCRKBA als einige der zur Zeit effektivsten Organisationen betrachten, an die der Großteil meiner Unterstützung geht. Die sind alle relativ klein. Sie streiten sich aber nicht, sondern suchen sich jeweils unterschiedliche Gesichtspunkte einer Frage heraus. Das ist sehr nützlich z.B. wenn bei einem "Sturmwaffenverbot" die Seitenanzahl der Klagen vom Gericht begrenzt wird, sich deshalb unterschiedliche Parteien unterschiedliche Aspekte desselben Gesetzes heraussuchen, das sie vor Gericht beleuchten wollen. In der Lobbyarbeit auch nicht anders. Da kommt dann halt nicht nur einer zu Besuch. Getrennt marschieren, vereint schlagen, wusste schon der alte Moltke.
  2. Hab ich doch gesagt. Aber ich hatte eben auch die Gelegenheit, sogar auf meinem Heimatstand, ein Seminar mit Max zu machen. Der Sternenstaub ist nicht unbedingt direkt auf mich abgerieben, kann man auch nicht erwarten. Es ist aber interessant und gibt Inspiration und Einsicht. Zum Teil nicht nur in technisches Können, sondern auch in Charaktereigenschaften usw. Eine allgemeingültige Antwort, ob ein zweiter Gucker sinnvoll ist, wird sich jedenfalls so nicht finden. Selbst die Besten experimentieren damit. So ähnlich übrigens auch mit Lasern: Es gibt eine begrenzte Anzahl von Situationen, wo die etwas bringen. Matchentscheidend ist all das eher nicht.
  3. Mir scheint das eher eine selbstbezogene Kultur zu sein, die gar nicht mehr ernsthaft die Hoffnung hat, oder den Versuch unternimmt, Einfluss zu gewinnen und Veränderungen herbeizuführen. Stattdessen betreibt die Volksfront zur Verbesserung des Waffenrechts eine Petition zur Auflösung der Front der Waffenrechtsverbesserer im Volk. Ist doch Monty Python, die Parteirebellion in einer Kleinstpartei. Zum Vergleich: Anderswo betreiben korrupte Waffengrapscher die Auflösung von Waffenrechtsorganisation, nicht die Waffenbesitzer. In New York will die Generalstaatsanwältin die NRA einfach mal auflösen. Mit der absurden Begründung, dass deren Führungspersonal Gelder veruntreut habe, man also deshalb die verbleibenden Gelder einfach einkassieren statt dem satzungsmäßigen Zweck zuführen und veruntreute Gelder zurückführen sollte. Ja, LaPierre hat den Bogen mit seinen Spesen total überspannt, ja, meine Spenden gehen zur Zeit an andere Organisationen, die in jüngerer Vergangenheit effektivere Arbeit geleistet haben. Aber natürlich bleibe ich trotzdem Mitglied auch in der NRA.
  4. Max Leograndis nutzt von Zeit zu Zeit eines. Ich nicht. Der Abstand meiner Zeiten von Max liegt nicht an ein paar Gelegenheiten, wo das zum Um-die-Ecke-Schießen schneller wäre.
  5. Na ja. Wenn man realistischerweise sagt, dass Kombinationsschlösser nicht vorgeschrieben sind und eine endlose Kette von Tresoren auch nicht und auch die Methode der sicheren Aufbewahrung eines Wertgegenstands aus Pulp Fiction nicht: Dann bleibt als Konsequenz eigentlich nur noch Security through Obscurity bezüglich des Aufbewahrungsorts des Schlüssels und/oder Aufwanderhöhung durch Distanz.
  6. Ist es doch. Das heißt nicht, dass Kanonenvielkauf die sportlichen Probleme einer bestimmten Person beheben wird. Aber, klar, ausprobieren dürfen hilft. Auch basteln dürfen hilft.
  7. Doof gesagt: Bei der Erzählung Deiner Lebensgeschichte berichtest Du von so viel Pech, dass Du entweder der Unglücksrabe des Jahrzehnts bist, oder vielleicht doch durch eigene Entscheidungen und Handlungen das Pech anziehst. Das geht einer mit einer beschönigenden Darstellung, die auf einen Unwillen zur Auseinandersetzung mit diesem Pech schließen lässt: Du schreibst davon, "in der Substitutionspraxis" auf Morphin "eingestellt" gewesen zu sein. Das kann vieles bedeuten. Könnte natürlich sein, dass Du mal z.B. eine Krebserkrankung mit extremen Schmerzen hattest, bei der die Hinnahme körperlicher Abhängigkeit besser war als Dich die Schmerzen erleiden zu lassen. Das scheint aber Deiner Formulierung nach sehr unwahrscheinlich. Vielmehr hört sich das nach einer Suchtkarriere an. Wenn Du die überwunden hast, dann ist da eine große Leistung, zu der ich Dir gratuliere, und die für Deinen weiteren Lebensweg Gutes erwarten lässt, aber Du scheinst jedenfalls noch nicht an dem Punkt zu sein, wo das etwas war, das Du getan hast, nicht etwas, das Dir passiert ist, wo Du eben "eingestellt" wurdest usw. Nach eigener Aussage hast Du Dich als selbst als illegalen Arzneimittelkonsumenten dargestellt, was nur die beiden Interpretationen zulässt, dass Du einer warst oder dass Du gelogen hast. Zweitere Alternative ist auch nicht gerade schmeichelhaft, nicht nur weil man nicht lügt, sondern auch weil es eine schlechte Entscheidung unter Stress wäre -- Du konntest offenbar nicht erkennen, wann es besser wäre, erstmal nichts zu sagen. Ich kondoliere Dir zum "Tod Deines besten Freundes", aber der Umstand einer "Vorladung" und polizeilichen Ermittlung spricht dann doch auch dafür, dass Du Dich zumindest noch immer in einem Umfeld bewegst, in dem die Leute selbstschädigende Entscheidungen treffen. Dann wurdest Du überfallen. Das ist nicht Deine Schuld, aber nach dem zuvor Geschriebenen kann schon der leise Verdacht aufkommen, dass da ein Zusammenhang mit Deinem Umgang bestehen mag, mit den Leuten und Orten und Zeiten mit, an und zu denen man Dich antrifft. Dann leidest Du danach -- was nicht selten ist -- unter Angstattacken und hast Dir als Talisman gegen die eine für diesen Zweck eher weniger wirksame Waffe zugelegt, was im Grunde eher eine mentale Flucht als eine Auseinandersetzung mit den Ursachen und eine wirksame Vorbeugung ist. Für meinen Teil habe ich nichts dagegen, wenn Du als Sportschütze Feuerwaffen besitzt. Mit hunderten anderen Gegenständen kann man mehr Ärger machen. Aber ich würde an Deiner Stelle erstmal an mir selbst arbeiten. Muss ja nicht sein, dass die Leute, mit denen Du Umgang zu haben scheinst, auch noch wissen, dass es bei Dir eine Kanone zu holen gibt, oder dass Du in vielleicht berechtigter Angst vor einem Angriff mit einer herumläufst, sie dann wegen Angst bei einem Angriff nicht korrekt ins Spiel bringen kannst, und sie dann jemand anders hat. Dann hast Du ein deutlich größeres Problem. Ich würde an Deiner Stelle erstmal etwas wie Ausdauerlauf machen, von mir aus auch Luftpistolenschießen, an mir selbst arbeiten, das soziale Umfeld wechseln, und dann dürfte in ein paar Jahren auch Deine -- nicht erwähnte -- finanzielle Situation besser geeignet sein, munitionshungrige Kanonen gut gefüttert zu halten. Nur mein persönlicher und gut gemeinter Eindruck mit begrenzten Informationen, keine Lebensberatung und keine Therapie, die ich mir an Deiner Stelle aber durchaus überlegen würde.
  8. Es gab in Amerika einen durchgeknallten Teenager, der es sich zunutze gemacht hat, dass man recht einfach in die zahlreichen kommunalen Flughäfen einfach reinspazieren und da einen Flieger mit oder ohne Schlüssel starten kann. Mit dem Landen hatte er es mangels Flugausbildung weniger, so dass er jeweils einen Flieger pro Flug klauen musste, aber immerhin ohne Schäden für seine Person. Schusswaffen von Polizei oder Militär zu übernehmen wäre mit etwas Beobachtungsgabe realistisch gesehen nicht viel schwieriger. Von Privatpersonen auch nicht, wofür schon eine Rechtslage sorgt, dass man an vielen Orten seine Waffe im Auto lassen muss, aber auch darf. Für das rekursive Problem der Schlüsselaufbewahrung im deutschen Waffenrecht könnte man sich als Szenario einmal überlegen, wie die Situation wäre, wenn keine Zahlenschlösser am Markt verfügbar wären. Laufen entsprechende Interpretationen dann darauf hinaus, dass die Verwendung eines Kombinationsschlosses als letztes Glied vorgeschrieben sei? Das ergibt sich so nicht aus dem Gesetz? Oder wenn nicht, ist eine endlose Kette von Schlüsseltresoren vorgeschrieben? Das kann auch nicht sein. Realistisch gesehen: Mit einer Zugriffshemmung um zwanzig Minuten hat man genug Sicherheit, dass eine missbräuchliche Verwendung durch Fremde nahezu ausgeschlossen ist. Selbst mit einer Zugriffshemmung um eine Minute ist sie sehr unwahrscheinlich. Wenn man Haushaltsmitglieder hat, deren psychische Krankheiten oder kriminelle Tendenzen einem bekannt sind, dann ist das nochmal eine andere und weitaus schwierigere Nummer, aber das ist nicht der Normalfall.
  9. Das muss gar nicht nur die körperliche Arbeit sein, sondern auch die Frage nach dem Sinn und Zielen. In der Verwandtschaft wollte z.B. jemand noch unbedingt eine Familienfeier miterleben, hat sie auch in recht gutem Zustand, und danach war Schnellabschaltung. Das könnte ja sogar evolutionsbiologisch Sinn erheben: Eine Population, bei der Alte, die nichts mehr beitragen, schneller keine Ressourcen mehr verbrauchen, hat mehr Ressourcen pro produktivem Kopf.
  10. Wir haben gestern diskutiert, ob Rekursion ein faires Thema bei Interview für Programmierer ist, weil das viele irgendwie nicht recht packen. Es scheint mir, als ob man bei der Waffensachkunde mit der rekursiven Frage nach der Aufbewahrung des Schlüssels des Tresors für den Schlüssel zum Tresor usw. die Leute ebenso effizient rausprüfen könnte...
  11. Na ja, eine Umfrage ohne jede rechtliche Bindungswirkung eine "Volksabstimmung" zu nennen, ist schon etwas ambitioniert. So richtig hilfreich um ernstgenommen zu werden ist das nicht. Zumal ja klar ist, dass eine nicht bindende Umfrage völlig andere Ergebnisse liefern kann als das bei einer wirklichen Volksabstimmung der Fall wäre, denn zur Umfrage gehen bevorzugt Leute, die sich in besonderem Maßen zu dem Thema äußern wollen.
  12. Es ist allerdings auch die regelmäßige Reaktion in Deutschland -- selbst bei Linksgrünen -- wenn ich denen meine Sicht zum Waffenrecht darlege, dass man das noch nie gehört habe, irgendwie klinge das alles ja ganz logisch, aber vollkommen fremd, und man müsse da erstmal drüber nachdenken. Das Problem in Deutschland ist nicht, dass die Leute ein liberales Waffenrecht ablehnen. Das Problem ist, dass sie sich ein liberales Waffenrecht, oder dass es Argumente dafür geben kann, nicht einmal mehr vorstellen können, damit auch nicht eigentlich ablehnen.
  13. Wäre dem Prinzip des WaffG auch irgendwie fremd, wenn man bei Verlust des Interesses an einer Disziplin und Interesse an einer anderen Disziplin gezwungen wäre, eine neue Kanone zu kaufen anstatt eine umrüsten zu dürfen. Wenn das zutrifft, ist der Umkehrschluss natürlich, dass man sich -- will man die alte Disziplin wieder ausüben -- dafür eine neue Kanone hertun kann.
  14. GTI mit Fuchsschwanz an der Antenne und einem Heckflügel, der auch eine Höhenleitwerk sein könnte!
  15. Wenn Du Dir die Person raussuchst, dann findest Du auch immer eine Straftat, oder jedenfalls irgendeinen Kram, der nicht so gut aussieht, und den man mal anklagen kann. Ein nachgewiesenes Fehlverhalten gibt es bisher massiv auf Seite der Behörde, auf Seite des Sammlers dagegen offenbar nicht.
  16. Ist ja schön und gut, aber die reine Wirkung im Ziel macht einen Gegenstand noch nicht zu einer besonders geeigneten Defensivwaffe. Zu der gehört auch, dass es sicher und praktisch ist, sie einsatzbereit vorzuhalten, dass sie gegen unbeabsichtigte Wirkung möglichst sicher ist, und vor allem, dass sie von jemandem, der (im Gegensatz zum Spezialisten für Angriff) eher wenig geübt hat, auch dann auch geeignet zum Einsatz gebracht werden kann, wenn er unter extremen Stress 90% des Wenigen, das er gelernt hat, auch noch verlernt. Stelle ich mir wirklich eine gespannte Armbrust neben den Schreibtisch oder das Bett und geht das gut? (Haben die überhaupt die Sorte redundante Vorkehrungen gegen Auslösung durch Fall usw., die man von einer Gebrauchsfeuerwaffe heute selbstverständlich erwartet?) Wie lange brauchen Leute, die das nicht intensiv üben, z.B. mit angefrorenen Fingern (als Ersatz für den Verlust der Feinmotorik bei extremer Furcht) um den zweiten Schuss klarzumachen? Dein Geschäft sei Dir gegönnt, aber mit dem Vorschlag, dass so etwas ein praktikabler Vorschlag einer Defensivwaffe für Nichtspezialisten sei (wenn jemand jahrelang z.B. Trick-Bogenschießen geübt hat mag es anders sein, aber der braucht Deine Beratung nicht) lehnst Du Dich meines Erachtens ziemlich weit aus dem Fenster.
  17. Diesen Satz vor einem Strafrichter auszuprobieren erfordert aber einen gewissen Mut, völlig unabhängig von seiner Richtigkeit. Sachlich richtig wäre der Satz ja z.B. auch, wenn man aus einem Selbstlader den Unterbrecher (oder wie der auf Deutsch heißt) herausnimmt, und dann so lange mit Gas, Masse und Federkraft des Selbstladesystems pfriemelt, bis der Verschluss gerade mit der richtigen Geschwindigkeit zugeht, dass...., jedenfalls solange Munition, Verschmutzungsgrad, Schmierung, Temperatur usw. gerade so hinkommen... Na ja, ich würde das erstmal unter Erwachsenenspielzeug verbuchen. Und, versteh mich nicht falsch, ich finde Erwachsenenspielzeug vieler Sorten geil. Die Behauptung einer besonderen Eignung für den Selbstschutz oder sonst zum Kämpfen scheint mit bei so etwas eher steil. Klar gibt es Fälle von erfolgreichem Selbstschutz mit .22 Deringer usw., aber nun ja.
  18. Die Safariland ELS Gürtel werden mittels zwei Dornen verschlossen, plus einer Sicherungsschleife, plus großflächigem Klettverschluss gegen den Untergürtel (also tausende Verschlussdorne!) Das ELS-System ist für Dinge wie 3Gun sehr nützlich, weil im Nu umzukonfigurieren. Dir kann also geholfen werden. Für USPSA/IPSC scheinen die meisten, und auch ich, einfach Außengürtel mit reinem Klettverschluss gegen den Innengürtel zu nutzen. Bei vielen Hub- und wohl allen Tragschraubern hängt der ganze Drehflügel an einer Schraube, deshalb "Jesus bolt" oder die Mutter als Gegenstück "Jesus nut" genannt. Wenn Du eine Original Cobra-Schnalle (nicht den chinesischen Klon) mit aufgeprägter Lastangabe von 9 kN (und vermutlich noch einigem an Reserve) durch Belastung zum Versagen kriegst, ohne sie zu Abschleppen oder dergleichen zu missbrauchen, Respekt. Selbst die China-Dinger zu einem Fünftel des Preises sind in der Praxis nahezu unkaputtbar wenn man sie Gürtelschnallen und nicht als Werkzeugersatz verwendet.
  19. Die Namen, die aus dem Englischen übertragene Bücher und Filme im Deutschen bekommen.....im Original heißt das simpel "Who moved my cheese?" (Ähnlich der subjektive Wichtigkeitsgewinn des Lesers, wenn aus der amerikanischen "Harvard Business Review" in der deutschen Lizenzvariante der "Harvard Business Manager" wird, usw.)
  20. Die Kanonen mit den höchsten Mündungsgeschwindigkeiten überhaupt sind Einzellader-"Luft"-"gewehre"... Vermutlich als wissenschaftliche Geräte auch nicht dem WaffG unterliegend. Allerdings erfolgt die Kompression des Treibgases dann noch wieder durch eine Treibladung, die allerdings lediglich über einen Kolben das Treibgas komprimiert, und nicht auf das Geschoss direkt einwirkt. Fünf Kilometer pro Sekunde mit einem Geschoss von einem Kilogramm sind offenbar machbar, macht 12500000 J. Das rockt.
  21. Also z.B. die Plastikholster von Safariland sind sowohl militärisch als auch bei der Polizei eingeführt als auch in wirklich missbräuchlichen zivilen Wettbewerben mit Gewichteschleppen und Schlammkriechen und Flusswaten in Verwendung. Machen die es wirklich alle falsch, dass da kein einziger mit Lederholster kommt? An einem Holster mit Verriegelung (wenig sinnvoll für IPSC, für Wettbewerbe mit mehr Bewegung und weniger Pistolenschießen schon, für ernsten Einsatz eh) kannst Du heutezutage den Waffenträger am Griff seiner Waffe hochlupfen. Habe ich für zahlreiche Waffen, läuft einwandfrei. Es kann sich empfehlen, Holster und Aufhängung getrennt zu betrachten und zu kaufen und dann entsprechend zu kombinieren. Für USPSA habe ich Comp-Tac International am BOSS Holster Hanger. Für 3-Gun oder 3-Gun-ähnliche Wettbewerbe mit mehr Bewegung nehme ich Safariland mit verriegelndem Holster und modularem Gürtel.
  22. Warum soll drastisches, aber auch zumindest in Teilen offensichtlich vollkommen sachfremdes Vorgehen der Behörde anzeigen, dass ein Bürger etwas falsch gemacht hat?
  23. Es ist natürlich zu hoffen, dass den Käufern klar ist, dass selbst wenn die rechtlichen Argumenten dafür gar nicht schlecht sein müssen, ein etwas rechthaberischer Richter der ersten Instanz das nicht unbedingt so sehen muss und ihn ein Rechtsgutachten nur wenig interessiert, egal wie teuer es war. Von der Systematik des WaffG her scheint es jedenfalls darauf abzuzielen, dass man eine (offenbar auch nach Deiner Ansicht jedenfalls außerhalb eines Schießstands) erlaubnispflichtige Waffe aus der Erlaubnispflicht herausbekommt, in dem man sie auf dem Schießstand zerlegt oder umbaut. Jeder Erwachsene ist für seine Handeln selbst verantwortlich, aber für einen vielleicht intellektuell oder der Sachkenntnis nach etwas langsameren Käufer, wäre es sich ärgerlich, wenn er so ein Video gesehen und dann gekauft hätte, und dann das Prozedere von Hausdurchsuchung bis Strafprozess an der Backe hätte, mit allen Folgen, die das selbst dann haben kann, wenn man vollumfänglich oder wegen Verbotsirrtums freigesprochen wird. Als Geschäftsmann muss man das für sich wissen. Nebenbei: Als Jugend-Forscht-Teilnehmer mit 8, vielfachem Patentinhaber, und Selberbastler von allem an Waffen, Funktechnik, usw., dreht sich mir schon der Magen beim Begriff "illegale Bastelei" um. Um auch morgen noch das Land der Tüftler und Ingenieure zu sein, ist das gesellschaftliche Klima, das einen solchen Begriff erst produzieren kann, sicher wenig geeignet. Schon. Aber den Zusammenhang zwischen ernsthaftem Aktivismus und dem Büttel die lange Nase zeigen kann man so oder so sehen. Klar, nicht unwesentlich aus sich selbst so beschreibender "Spaßguerilla" hervorgegangene Strömungen haben politisch die Republik übernommen, wenn auch in einem eher miefigen Marsch durch die Institutionen. Aber zu einer ernsthaften intellektuellen Auseinandersetzung z.B. mit dem Thema, dass einerseits nahezu alle Morde mit Feuerwaffen in der deutschen Geschichte staatlich organisiert waren, andererseits ein Recht auf persönlichen Waffenbesitz zur Verteidigung von Leben und Freiheit auch in Deutschland nicht ohne Tradition ist, dürfte so etwas eher selten führen. Auch klar, zu einer solchen Auseinandersetzung, wie zum Denken überhaupt, ist niemand verpflichtet, Spaß ist nicht verboten, Provokation auch nicht.
  24. Ist wohl (im Gegensatz zu den 3D-druckenden Amis usw.) auch nicht politisch gemeint. Mir erscheint so etwas mehr wie die Gaspistolen-Szene oder in Japan die Airsoft-Szene: Man hat gerade keine politischen Ambitionen, will aber irgendetwas, das sich im Spiel so anfühlt als ob. In manchen Fällen eben mit dem Austesten an und für sich völlig harmloser Grenzverletzungen dem Büttel gegenüber. Daran ist an und für sich nichts Schlechtes, aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand über so etwas zu einem ernsthafteren Zugang kommt, scheint mit gering. Im Gegenteil: Das ist eher das Ventil, mit dem sich manche Leute leicht von sinnvolleren Ambitionen ablenken lassen.
  25. Nach der ginge es ja noch irgendwie an. Der Gesetzgeber hat ja nichts dagegen, dass man die Waffe und den Exportsatz besitzt, und er hat nichts dagegen, dass man auf einem Stand vorübergehend eine stärkere hat. So gesehen sogar noch logisch. Schwieriger dürfte es bei der systematischen Auslegung mit einer Interpretation werden, die sich darauf beruft, dass eine Konfigurationsänderung der Waffe ein vorübergehender Erwerb sei, weil man ja die Absicht hat, diese Konfigurationsänderung wieder rückgängig zu machen. Das scheint mir sprachlogisch recht weit hergeholt. Würde man diese Interpretation konsequent umsetzen, dann würden vermutlich aus vielen normalen Konfigurationsänderungen anzeigepflichtige Erwerbe, usw. Am ärgerlichsten dürfte aber eine unter diesem Namen nicht gelehrte, aber trotzdem angewandte Auslegungsmethode sein, die böswillige Auslegung. Der Amtsschimmel ist in aller Regel humorlos und wird böse wenn man ihn verarscht. Wenn man mit der Verarsche in gewissem Maße Recht hat, dann wird er nicht weniger, sondern noch mehr böse. Und wofür? Die Amis, die z.B. in völlig unpraktische, aber theoretisch interessante 3D-gedruckte Waffen machen, verfolgen damit oft eine völlig ernstgemeinte Aussage über den Zusammenhang zwischen dem Recht auf Redefreiheit und dem Recht auf Waffenbesitz. Die Verteidigung des Umfangs dieser Grundrechte kann einem rationalen Menschen wichtig genug sein, um dafür schlimmstenfalls Knast zu riskieren. Aber so ein Ansatz ist bei dieser Luftpuster-Argumentation ja gar nicht erkennbar. Es geht um den Betrieb eines Spielzeugs und das Vorführen des (in der Tat doofen) Gesetzgebers und Amtsschimmels. Wer wollte bei rationaler Betrachtung seiner Interessen dafür ein Jahr Zeit, Geld und Nerven riskieren, selbst wenn alles gutgeht und er damit durchkommt? Wenn man sein Luftgewehr mal mit etwas mehr Puste ausprobieren will, dann wird man das mit dem geringsten Risiko dann manchen, wenn man es unbeobachtet tut, nicht wenn man sich eine etwas verquere Rechtstheorie überlegt und dann auf dem Stand aufschlägt.
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