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IGNORED

Der Deutsche Schützenbund sagte: "gefährliche halbautomaische KK-Gewehre"


Schwarzwälder

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Es lohnt sich ab und zu, mal alte Mythen zu entsorgen und seinen Blick zu schärfen, wo einst die wahren Gegner eines liberalen Waffenrechtes in D saßen: In den eigenen Reihen nämlich.

Wer sich z.B. einen ZEIT-Artikel von 1972 zur damaligen Waffenrechtsdiskussion durchliest, erkennt schnell die damaligen Fronten:

http://www.zeit.de/1972/17/munition-gegen-gewehre

Die Scharfmacher und irrational nach Verbote Rufenden wie damals der Deutsche Schützenbund:

...Jäger und Sportschützen sind sich allerdings einig, daß Bonn vor allem den Erwerb von automatischen Langwaffen erschweren sollte, denn sie sind nach Meinung des Deutschen Schützenbundes neben den Pistolen immer häufiger als Mordinstrumente im Einsatz. Der Deutsche Schützenbund: „Ungezählte Menschen würden heute noch leben, wenn die gefährlichen halbautomatischen KK(Klein Kaliber )Gewehre erwerbsscheinpflichtig wären "

Die beim Sport und der Jagd üblichen Langwaffen — meist Einzellader — seien dagegen als Ganovenwaffen ungeeignet. Der Schützenbund: „Delikte mit Sportwaffen sind aus den letzten 20 Jahren nicht bekannt "

Dagegen - man glaubt es kaum - war die neue sozialliberale Koalition eher zurückhaltend. Wirtschaftsminister Schiller (ja,ja, der von der SPD) und sein Ministerium argumentierten damals so:

Im Wirtschaftsministerium meinte ein Waffenexperte: „Wir wären gewiß nicht gegen das Gesetz, wenn wir überzeugt wären, daß die Gewältkriminalität dadurch gemindert würde. Aber man muß da ein großes Fragezeichen setzen "

Verbote würden lediglich den Waffenhandel auf dem Schwarzmarkt begünstigen. Der Waffennachschub für die Gangster komme dann aus dem Untergrund, befürchtet Karl Schillers Waffenmann, und „dieses Geschäft geht dann der deutschen Waffenindustrie verloren".

Ein Stück weit hat der DSB sicher dazu gelernt. Aber es lohnt sich, den DSB-Funktioniären auch in Zukunft gaaaanz genau auf die Finger zu schauen, ob sie auch heute wieder die Legalwaffenbesitzer in solche mit heiligen Sportwaffen (Einzellader) und Ganovenwaffen (alles andere, allen voran die suuupergefährlichen KK-Halbautomaten) auseinanderzudividieren versucht.

Grüße

Schwarzwälder

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Es ändert trotzdem nichts am Wahrheitsgehalt von Schwarzwälders Aussage!

Siehe etliche Aussagen gegen GK-Kurzwaffen und -Halbautomaten aus diesem Bereich in der Vergangenheit.

Von den "fiesen Pumpen'" mal gar nicht zu reden!

Dieser Verband besann sich erst wieder ein enig in Richtung GK-Schießsport,

als er merkte das ihm in diesem Bereich die Leute stiften gingen!

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@Germanfritze

Auch wenn es richtig ist muss ich doch heute nicht eine fast 40 Jahre alte Aussage wieder aufwärmen. ^_^

So eine Aussage ist doch heute viel wichtiger:

Diese Waffen befinden sich ja jetzt im Sportprogram des DSB , wenn ich mich nicht irre.

Und fast ganz neu.

Auch beim DSB hat sich in den letzten 40 Jahren etwas getan!

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Kein DSB-Bashing, sondern grundsätzlich:

Solche "Abgrenzungen" sind immer der hilflose Versuch, den eigenen kleinen Bereich dadurch zu retten,

dass man anderes (jedoch Verwandtes) dämonisiert.

Das ist sowohl erbärmlich, als auch letztlich zum Scheitern verurteilt.

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Bin ich hier richtig im prähistorischen Geschichtsthread? :confused:

Wer sich mit der Geschichte nicht beschäftigt, ist dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit erneut durchzumachen.

Das soll daher kein DSB-Bashing sein, sondern ein geschichtlicher Fingerzeig, wo es früher schrecklich schief ging und wo wir darauf achten müssen, dass solche Fehler NICHT wiederholt werden.

Der DSB hat damals - das stelle ich nur fest - an der größten Waffenrechtsverschärfung im Nachkriegsdeutschland kräftig mitgewirkt! Das ist erst 39 Jahre her und so mancher WO-Teilnehmer war damals schon aktiver Schütze.

Die Politik war damals nicht einheitlich treibende Kraft, auch wenn das viele in WO glauben. Auch das wollte ich mal herausarbeiten: Das Wirtschaftsministerium (unter SPD-Führung!) war seinerzeit klar GEGEN dieses unsägliche neue Waffengesetz mit Einführung des Bedürfniskrampfes usw.!

Als 1983 die dann schwarz-gelbe Koalition im Bundestag die Langwaffen wieder freigeben (bedürfnisfrei) wollte, brauche ich nicht viel Phantasie, mir auszumalen, wie der DSB (und auch die Jägerschaft) sich damals zu Kohls Gesetzesvorlage stellten...und warum dieses Gesetzesvorhaben dann letztlich scheiterte...

Es wäre schön, wenn der DSB (aber auch die Jäger und anderen Verbände!) sich mal irgendwann irgendwo dazu bekennen würden, dass dies Fehler der 70er und 80er Jahre waren und man sich davon explizit verabschiedet und nicht mehr an einer Politik neuer Verschärfungen mitwirkt, die einen Teil der Schützen belasten, um Privilegien für andere Schützen vermeintlich(!!) zu retten.

Grüße

Schwarzwälder

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Das soll daher kein DSB-Bashing sein, sondern ein geschichtlicher Fingerzeig, wo es früher schrecklich schief ging und wo wir darauf achten müssen, dass solche Fehler NICHT wiederholt werden.

Der DSB hat damals - das stelle ich nur fest - an der größten Waffenrechtsverschärfung im Nachkriegsdeutschland kräftig mitgewirkt! Das ist erst 39 Jahre her und so mancher WO-Teilnehmer war damals schon aktiver Schütze.

Die Politik war damals nicht einheitlich treibende Kraft, auch wenn das viele in WO glauben. Auch das wollte ich mal herausarbeiten: Das Wirtschaftsministerium (unter SPD-Führung!) war seinerzeit klar GEGEN dieses unsägliche neue Waffengesetz mit Einführung des Bedürfniskrampfes usw.!

Als 1983 die dann schwarz-gelbe Koalition im Bundestag die Langwaffen wieder freigeben (bedürfnisfrei) wollte, brauche ich nicht viel Phantasie, mir auszumalen, wie der DSB (und auch die Jägerschaft) sich damals zu Kohls Gesetzesvorlage stellten...und warum dieses Gesetzesvorhaben dann letztlich scheiterte...

Solche "geschichtsträchtigen Aussagen-Sammlungen" wären etwas für einen "Murmeltierthread". Man kann Politiker einmal fragen, was sichseit den Aussagen der damaligen KollegInnen geändert hat und was die ganzen Verschärfungsorgien genutzt haben.

Insofern finde ich "alte Aussagen" immer sehr hilfreich für Diskussionen. Die Begründungen, warum man seinerzeit Verschärfungen bzw. Erleichterungen abgelehnt hat, dürften auch aus heutiger Sicht interessant sein - Nicht, um sie zu kommentieren, sondernum sie zu nutzen.

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Der deutschen Lobby fehlt leider oft der Biss, solche Aussagen wie die oben findet man auch heute in ähnlicher Form wieder.

Man versucht mehr oder weniger das jeweilige Verbotsvorhaben auf jemand anderen umzulenken und nicht es zu blockieren.

Lieber Herr St. Florian....

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Insofern finde ich "alte Aussagen" immer sehr hilfreich für Diskussionen. Die Begründungen, warum man seinerzeit Verschärfungen bzw. Erleichterungen abgelehnt hat, dürften auch aus heutiger Sicht interessant sein - Nicht, um sie zu kommentieren, sondernum sie zu nutzen.

Dazu etwas Munition:

1969 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45741252.html

1971 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44914759.html

1972 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891615.html

Man versucht mehr oder weniger das jeweilige Verbotsvorhaben auf jemand anderen umzulenken und nicht es zu blockieren.
So ist es, mit besonders viel Ruhm hat sich da die Jägerschaft bekleckert.
Beifall erhielten die Gesetzesmacher bislang nur von Westdeutschlands 210 000 Jägern, die sich zu den einzigen zivilen Waffenträgern der Nation erwählt fühlen und deren Dachorganisation, der Deutsche Jagdschutz-Verband, schon seit Jahren für Nichtjäger eine "Waffenerwerbscheinpflicht für alle Waffen, die töten können", fordert: Jeder geprüfte Jäger mit einem Jagdschein aber darf auch in Zukunft seine Büchsen und Flinten, sein Schrot und seine Kugeln frei kaufen.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45741252.html
Die Politik war damals nicht einheitlich treibende Kraft, auch wenn das viele in WO glauben. Auch das wollte ich mal herausarbeiten: Das Wirtschaftsministerium (unter SPD-Führung!) war seinerzeit klar GEGEN dieses unsägliche neue Waffengesetz mit Einführung des Bedürfniskrampfes usw.!

Das ist halt eine geschichtliche Wahrheit die den meisten hier gewaltig gegen den Strich geht, deshalb hört man sie nicht gerne.

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Das ist halt eine geschichtliche Wahrheit die den meisten hier gewaltig gegen den Strich geht,

deshalb hört man sie nicht gerne.

Ich anerkenne durchaus, dass die Sozialdemokratie in der Vergangenheit mal für "mehr Freiheit" stand.

Was mir sauer aufstößt, ist, dass es nun nicht mehr so ist.

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DSB-Bashing geht immer irgendwie, man muss nur die entsprechende Epoche wählen, geht bei 150 Jahren Vorgeschichte ja auch besser als bei lediglich 35 Jahren. Was der seinerzeit hochgelobte Ex-BDS-Präsident Otto Obermeyer so loslässt, setzt man ja ebenfalls in den "gesellschaftlichen Zusammenhang".

Wir schon mehrfach in WO erwähnt, hat der Schützenbund in den 1920er Jahren noch vehement Großkaliber geschossen (mehr Gewehr als KW, also Feuerstutzen, Wehrmanngewehr) und dies ebenso lautstark gegen die aus England herüberschwappende "Kleinkaliber-Massenseuche" verteidigt... :peinlich::rolleyes:

User sammler kennt manches Geschichtchen darüber, und auch mit den Belegen dazu.

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Man kann auch in den Krümeln suchen, um etwas zu finden, um den DSB abermals in den Senkel zu stellen.

Kohlheim hat doch klipp und klar gesagt, dass der DSB hinter allen im DSB zugelassenen und geschossenen Disziplinen steht. Also was soll dieses auskramen die ollen Kamellen?

Wenn jemand etwas gegen den DSB hat, soll er austreten, aber aufhören ständig etwas zu suchen, was man dem DSB vorhalten kann.

Letztenendes will jeder auf den DSB Ständen schiessen, immerhin gibt es ja nur wenige reine BDS, BDMP oder DSU Vereine, aber Mitglied will keiner beim DSB sein......ist schon irgendwie seltsam, oder?

Nur meine Meinung dazu.

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Also ich fand diese Aussage aus dem Wirtschaftsministerium sehr interessant:

Der Waffennachschub für die Gangster komme dann aus dem Untergrund, befürchtet Karl Schillers Waffenmann, und „dieses Geschäft geht dann der deutschen Waffenindustrie verloren".

:o

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Also ich fand diese Aussage aus dem Wirtschaftsministerium sehr interessant:

:o

Wenn man bedenkt, dass Rösi demnächst WiMi werden soll... :ninja:

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DSB-Bashing geht immer irgendwie, man muss nur die entsprechende Epoche wählen, geht bei 150 Jahren Vorgeschichte ja auch besser als bei lediglich 35 Jahren.

An Fehler der Vergangenheit zu erinnern, ist nicht einfach "Bashing", oder?

Dass gewisse Tendenzen (das Auseinanderdividieren der Schützenschaft in gute (Einzellader-)Sportschützen der KK und Luft-Fraktion gegen die Ganovenwaffen-Schützen) sich auch heute noch hartnäckig und ziemlich bis teilweise sehr weit oben in der Verbandsebene halten, dürfte niemand ernsthaft bestreiten wollen.

Und Dein besagter Obermeier vom BDS macht es ja auch nicht anders, nur dass er das Auseinanderdividieren nicht an den Waffen an sich, sondern an der Art des Schiessens (dynamisch, IPSC=Häuserkampf vs. statisch, nur Präzision=gut) festmacht.

Nein, wer aus der Vergangenheit lernen will, darf ruhig ab und zu mal zurückblicken. Ich hätte diesbezüglich auch gar nichts dagegen, wenn das die VISIER ab und zu machte (in entsprechenden Artikeln).

Grüße

Schwarzwälder

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Das es diese Art des Denkens immer noch gibt kann man dem Protokoll zur Sitzung Sportausschuss am 12. Februar 2011 in Wiesbaden entnehmen. Auch wenn ich mich jetzt wiederhole:

[...]

Ordonanzgewehrregeln

FURNIER erläutert, dass der MIP-Wert für Ordonanzgewehre aus der SpO ab

2012 gelöscht wird. Schießkleidung wird ab 2012 wieder zugelassen. Eine

entsprechende Sportordnungsänderung für 2012 über den Gesamtvorstand

wird angestrebt.

POTTHAST stellt die Sinnhaftigkeit der Ordonanzgewehrwettbewerbe im Rahmen

des Sportschießens im DSB in Frage.

[...]

:bump::bad:

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Das es diese Art des Denkens immer noch gibt kann man dem Protokoll zur Sitzung Sportausschuss am 12. Februar 2011 in Wiesbaden entnehmen. Auch wenn ich mich jetzt wiederhole:

:bump::bad:

Dinge von Zeit zu Zeit in Frage zu stellen ist ja OK. Es kommt ja im wesentlichen dann auf die Antwort an!

Evtl lautet diese ja:

"Nach eingehender Pruefung kommt der DSB zu dem Schluss, dass das Schiessen mit Ordonannzgewehren Teil der Sportordnung bleiben soll, da......"

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Dinge von Zeit zu Zeit in Frage zu stellen ist ja OK. Es kommt ja im wesentlichen dann auf die Antwort an!

Evtl lautet diese ja:

"Nach eingehender Pruefung kommt der DSB zu dem Schluss, dass das Schiessen mit Ordonannzgewehren Teil der Sportordnung bleiben soll, da......"

Von deinem Hirngespinst steht nicht im Protokoll und wenn wir schon beim Wunschkonzert sind: Herr P. wurde zu Ordnung gerufen und ihm eindeutig klargemacht, dass er es zu unterlassen hat GK Disziplinen zu diskreditieren.

BBF

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und wenn wir schon beim Wunschkonzert sind: Herr P. wurde zu Ordnung gerufen und ihm eindeutig klargemacht, dass er es zu unterlassen hat GK Disziplinen zu diskreditieren.

Ist das (Dein und mein) Wunschdenken, oder ist das nachweisbar?

Im Falle 1 werde ich weiterbeten; im Falle 2 bitte nachweisen.

Carcano

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