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Verzinnte Geschoße behindern Waffenzuordnung?


Hägar

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Gerüchteweise (kann ich noch belegen) ist die Zuordnung eines abgefeuerten Geschoßes zur Waffe erschwert, wenn dieses verzinnt ist.

Warum?

Kann dazu jemand was sagen?

Gruß Hägar

Hallo

Ich habe keine Ahnung, wie warm ein Geschoss im Lauf wird. Könnte es reichen, um die Zinnoberfläche anzuschmelzen und dabei die

Abrücke (Zug, Feld) zu glätten? Müsste man ja sehen, wenn man ein Geschoss wiederfindet.

Ekki

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Zinn ist weich und dadurch anfällig gegenüber mechanische Einwirkungen. Je nach Zielmedium kann ich mir sehr gut vorstellen, daß es gegenüber "normalen" Mantelgeschossen Schwierigkeiten bei der Zuordnung geben kann...

Gruß André

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Gerüchteweise (kann ich noch belegen)

Beleg' mal.

Habe ich noch nie gehört und kann ich auch nicht nachvollziehen. Die Zinnschicht ist so dünn, dass die Individualspuren des Zug-Feld-Profils immer noch klar sichtbar sein müssten.

Carcano

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Habe etliche verzinnte .308/147grs von MEN verladen. Aus dem Kugelfang ausgebuddelt sehen die aus wie man es erwartet, das Laufprofil ist perfekt abgebildet.

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Gerüchteweise (kann ich noch belegen) ist die Zuordnung eines abgefeuerten Geschoßes zur Waffe erschwert, wenn dieses verzinnt ist.

Warum?

Kann dazu jemand was sagen?

Gruß Hägar

Ja, da gibt es bessere Methoden um das zu erschweren. :rolleyes:

Soweit ich mich erinnern kann, war das Verzinnen eine von vielen Furzideen der Grünkernbrätlingfraktion.

Und ich glaube zu wissen, daß Verzinnte nicht im Handel waren, zumindest nicht von MEN.

TIG und TUGs sind nicht verzinnt, daß ist eine Chrom Nickel Plattierung, glaube ich zu wissen.

:s75:

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Soweit ich mich erinnern kann, war das Verzinnen eine von vielen Furzideen der Grünkernbrätlingfraktion.

Soweit ich mich erinnern kann, müssen Stahlmantelgeschosse verzinnt (oder anderweitig beschichtet) sein, weil sonst Stahl auf Stahl reiben würde und die Gefahr des "Fressens" bestünde, wodurch die Laufoberfläche angegriffen würde. Außerdem würden sie sonst rosten, was dem Lauf ebenfalls nicht gut täte.

:rolleyes:

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Beleg' mal.

Habe ich noch nie gehört und kann ich auch nicht nachvollziehen. Die Zinnschicht ist so dünn, dass die Individualspuren des Zug-Feld-Profils immer noch klar sichtbar sein müssten.

Carcano

Ich zitiere aus "Deutsche Polizei 6/2001":

Anders als bei der Vorgängerin Action 3 wurde bei der neuen Action 4 Patrone auf die Verzinnung der Patrone verzichtet; bekanntlich hatte es Probleme bei der vom BKA geforderten Gewährleistung der Zuordnung des Geschosses zur Waffe gegeben.

Die schreiben zwar "Verzinnung der Patrone", aber es kann nur das Geschoß gemeint sein, da es ja um dessen Zuordnung geht.

Gruß Hägar

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Soweit ich mich erinnern kann, müssen Stahlmantelgeschosse verzinnt (oder anderweitig beschichtet) sein, weil sonst Stahl auf Stahl reiben würde und die Gefahr des "Fressens" bestünde, wodurch die Laufoberfläche angegriffen würde. Außerdem würden sie sonst rosten, was dem Lauf ebenfalls nicht gut täte.

meistens sind die doch verkupfert.. ich habe mal gehört, dass magnetische Geschosse schlechter für den Lauf sein sollen...

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Und ich glaube zu wissen, daß Verzinnte nicht im Handel waren, zumindest nicht von MEN.

In meiner Sammlung befinden sich ne Menge Patronen mit verzinntem Geschoß, darunter auch welche von MEN. Die Bundeswehr war da Großabnehmer.

Gruß Hägar

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...

Und ich glaube zu wissen, daß Verzinnte nicht im Handel waren, zumindest nicht von MEN.

...

Stammten aus einem Los das ursprünglich für Behördenmunition bestimmt war. Habe ich etwa 1994-95 gekauft. Gut möglich das die nur von einem Händler angeboten wurde, da der mit MEN "verbandelt" war.

@ Hägar: Deutsche Polizei, Organ der GdP: http://www.gdp.de/id/DeuPolAll

Hier der vollständige Artikel: http://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/dp0601/...ile/0106_07.pdf

... bekanntlich hatte es Probleme bei der vom BKA geforderten Gewährleistung der Zuordnung des Geschosses zur Waffe gegeben.

Bekanntlich? Und welche Probleme genau. Wischiwaschi!

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Ah ja. Also tatsächlich meine Forderung nach Individualspuren (kontrastiert zu Gruppenspuren). Ist bei den herkömmlichen dünnen Zinn-Plattierungen (Murmel, das RWS Cineshot ist durchaus "im Handel", so im Handel, das glaubst Du kaum ;-) ) problemlos erfüllt.

Carcano

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Grundsätzlich ist es so, dass, wie bei alten Verbrennungsmotoren die Ventile, das Blei am Geschossboden oder im Zünder eine geringe Schmierwirkung entwickelt und damit einen verschleißverringernden Einfluss im Lauf ausübt. Blei ist aber heute häufig nicht mehr und durch einen dünnen Zinn-Überzug auf den Geschossen will oder soll man das ausgleichen. Dass das Zeugs ggf. Mikrospuren am Geschoss verschmiert kann. mag richtig sein. Ich denke nur nicht, dass das bei Langwaffengeschossen eine bedeutende Rolle spielt (da wird die sehr dünne Zinnschicht wohl an mehreren Stellen durch sein). Eventuell ist es eher ein Thema bei Kurzwaffengeschossen, aber da verschmieren auch Bleigeschosse und oft kann man aus Geschossrückständen nicht viel rausholen.

So als Trennungspartner Stahlmantel – Lauf ist das Zinn zu schnell weg und auch zu dünn. Das machen andere Metalle als Überzug besser (Nickel, Kupfer).

Gruß

Makalu

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Guest We are Borg

Wäre ich ein pöser Purche und wollte einen Mitmenschen geschossmikrospurenfrei meucheln, würde ich zum Kaliber .357 Mag greifen und ein möglichst weiches Bleigeschoss auf möglichst hohe Geschwindigkeit laden. Wenn man damit schiesst, verbleit es den Lauf zwar grauslich, aber irgendwelche verwertbaren Spuren des Laufs am Geschoss gibt es da nicht mehr (die Züge werden "übersprungen"). Zumal sich dann das Geschoss im Weichziel auch derart zerlegt, dass noch nicht mal die CSI-Typen im Fernsehen eine Chance hätten! ;)

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Stammten aus einem Los das ursprünglich für Behördenmunition bestimmt war. Habe ich etwa 1994-95 gekauft. Gut möglich das die nur von einem Händler angeboten wurde, da der mit MEN "verbandelt" war.

In dem nicht von mir verfassten DEVA- Boooche (3. Auflage 1995) sind die 146 grs. MEN- VM- Geschosse Bestandteil einiger Ladevorschläge für .308 und .30-06. Spricht eher dafür, dass die seinerzeit allgemein im Handel waren. Gab es aber vielleicht nicht an jeder Ecke.

Im Rahmen meiner glanzvollen militärischen Laufbahn habe ich die 7,62x51 nur mit silberfarbenem Geschoss gesehen, wenn ich mich nicht irre. Zumindest die normale Weichkern- Munition, die wir auf dem Schießstand verballert haben.

OFw (stupst mit der Stiefelspitze an die Kiste, in der drei oder vier Schachteln fehlen): "Meine Herrn, das werden noch reichtlich tausend Schuss sein, wollen wir die wieder nach Hause tragen??!" Die Angesprochenen verneinen.

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Guest Mutter
meistens sind die doch verkupfert.. ich habe mal gehört, dass magnetische Geschosse schlechter für den Lauf sein sollen...

Diesen Part würde ich gern nochmal aufgreifen. Diese Diskussion erlebe ich in letzter Zeit recht häufig. Da ich tonnenweise die GECO 9mm x 19 verschieße.

Kann einer der Experten dazu noch eine Aussage treffen? Ruinieren die magnetischen Geschosse den Lauf?

Meiner persönlichen Empfindung nach spielt "Magnetismus" keine Rolle. Er gilt wohl eher als Indikator für die verwendeten Materialien. Das Geschoß ist jedoch erkennbar verkupfert und ich kann mir eine Schädigung des Feld-Zug- Profils nicht recht vorstellen.

GECO kennzeichnet die Munition auch nicht besonders und auf schlechte PR wegen ruinierter Läufe legt man dort sicher keinen Wert.

Danke!

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Kann einer der Experten dazu noch eine Aussage treffen? Ruinieren die magnetischen Geschosse den Lauf?

Es wurde hier zwar schon dutzendfach in epischer Breite behandelt, aber trotzdem gerne noch mal:

NEIN, ein tombak-/kupfer-/nickel- oder zinnplattiertes Geschoss mit einem Flusseisenmantel (weil magnetisch fälschlicherweise häufig als "Stahlmantel" bezeichnet) schädigt den Lauf, auch bei exzessiven Schusszahlen, überhaupt nicht.

Flusseisen entspricht von der Härte etwa unlegiertem Kupfer. Die Beschichtung des Mantels dient hier lediglich der Korrosionsprävention. Trotz dieses zusätzlichen Fertigungsschrittes ist die Herstellung des Geschossmantels aus Flusseisen deutlich (Rohstoff-)kostengünstiger als die Verwendung von reinen Kupfer- oder Tombakmänteln.

Ich hoffe, ich konnte die Frage mit der gebotenen Ausführlichkeit und zur allgemeinen Zufriedenheit beantworten.

Greez,

CM :)

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Ich habe auch letztes Jahr bei diversen IPSC Matches und auch Trainings die Geco mit locker 3000 Schuss verschossen, bevor ich gewechselt habe. Als mir mal einer riet einen Magneten an das Geschoss zu halten, war ich ein bissel irritiert. Ob dass jetzt nun tatsächlich den Lauf ruiniert, kann ich nicht 100% sagen aber ich wollte mal so ein Gecogeschoss quer aufflexen.

Es kann natürlich sein, dass jetzt der Magnetismus nicht direkt vom Geschosskern sonder nur vom Mantel kommt, das der mit irgendwas vermischt ist. Dennoch sehe ich es als nicht so optimal an, da ich dieses Geschoss für zu hart halte wenn es magnetisch ist, egal ob das nun vom Kern oder vom Mantel kommt. Habe dasselbe mal mit der S&B ausprobiert und die ist nicht magnetisch. Also wäre mir die S&B als Fabrikpatrone noch lieber als die Geco, zumal die jetzt auch sehr viele Versager hat in der aktuellen Charge.

Habe ich erst jetzt wieder in Helmbrechts bei der IPSC Extrem mitbekommen.

Daher bin ich auch froh jetzt Wiederlader zu sein. Da kann ich meine Patrone und meine Komponenten genau auf meine Waffe in Punkto Präzision und Schussverhalten abstimmen, das bekomme ich so mit keine Fabrikmunition hin.

Gruß Volker

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Soweit ich mich erinnern kann, müssen Stahlmantelgeschosse verzinnt (oder anderweitig beschichtet) sein, weil sonst Stahl auf Stahl reiben würde und die Gefahr des "Fressens" bestünde, wodurch die Laufoberfläche angegriffen würde. Außerdem würden sie sonst rosten, was dem Lauf ebenfalls nicht gut täte.

:rolleyes:

Kein Stahl sondern Weicheisen mit fast gleicher Härte wie Tombak ~ 160 BHN

Beschichtung theoretisch nicht notwendig aber wegen Korrosion angebracht.

Der Ausdruck "Stahlmantelgeschosse" ist Quatsch.

Wären sie aus Stahl, bräuchten sie einen Führungsring aus CU Tomak oder ähnl.

In den Anfängen der Führungsringmethode nahm man Blei, für SP war das ausreichend.

Fast alle Infanteriegeschosse des II WK waren aus Weicheisen und plattiert mit Tombak oder ähnl. Die der Amerikaner auch.

Die Hülsen aus Weicheisen waren verkupfert oder bei der Wehrmacht mit einem Hitze und Wasserbeständigen Speziallack versehen (germanische Erfindung)

Das Zeuch müßte dem heutigen Glühlampentauchlack sehr nahe kommen.

:s75:

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Kann einer der Experten dazu noch eine Aussage treffen? Ruinieren die magnetischen Geschosse den Lauf?

Danke!

Nein, sonst würden Weltfirmen wie Geco, RWS Hirtenberger u. a. dieses Material nicht verwenden und der Barras schon gar nicht.

Die größeren Übeltäter sind untermaßige Geschosse und heiße Pülverchen.

Ich oben schon geschrieben, Weicheisen ist genauso hart wie Tombak.

Nur, beim Galvanisieren entstehen halt Umweltgifte, deswegen ist ein purer Tombakmantel umweltfreundlicher in der Herstellung aber teurer.

:s75:

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