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IGNORED

WBK trotz Behandlung wegen Depressionen?


SL-8

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Hallo ... gestern stellte mir ein Kollege die Frage ob man auch eine WBK beantragen kann wenn man wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung ist und Antidepressiva einnimmt. (Hatte anscheinend mal einen Suizidversuch. Tabletten oder so ... keine Waffe. Das mit dem Suizidversuch weiß ich aber nicht genau.)

Konnte ihm leider nicht weiterhelfen. Hat da jemand Erfahrungen? Was sagt das Gesetz?

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Was sagt das Gesetz?

Das Gesetz sagt in § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 dass Personen die psychisch krank oder debil sind oder nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 3 die "Gefahr einer Selbstgefährdung besteht" die persönliche Eignung nicht besitzen .

Da wir das alle nicht beurteilen können sollte er sich einem Gutachten stellen.

Im EIGENEN Interesse genauso wie in "unserem" (der legalen Waffenbesitzer) Interesse.

Was dabei rauskommen kann sehen wir wenn wir nur 2 Tage zurückschauen.

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moin,

das mit dem siuzid-versuch ist eine vermutung (siehe eingangspost).

und solange der betroffenen nicht aktenkundig geworden ist, sehe ich gute chancen für ihn, eine wbk zu bekommen. woher soll den das ordnungsamt von depressionen wissen?

cu

klaus

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Ich würde sie solange verweigern bis eine Suizidgefahr ausgeschlossen ist...

Dann müssen alle sofort unsere waffenrechtlichen Erlaubnisse zurückgeben. Ausschließen kann man sowas nicht, man kann nur die Wahrscheinlichkeit geringhalten. Das scheint mir im konkreten Fall allerdings zweifelhaft.

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§ 6 Abs. 1 Nr. 3 WaffG: "Die erfoderliche persönliche Eignung besitzen Personen nicht, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass ... die konkrete Gefahr einer Fremd- oder Selbstgefährdung besteht."...

So ist es.

Wenn was vorliegt oder bekannt ist: Keine Chance.

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Hallo,

wenn er noch Anti-Depressiva nimmt,dann sollte er es unterlassen,mit Waffen,egal welcher Art,zu hantieren,auch zu seiner eigenen Sicherheit.Geschweige denn eine WBK zu beantragen! :contra:

Hab in meiner Reha zwangsweise mit ansehen müssen,was passiert,wenn diese Medikamente ihre Wirkung verlieren!Dann ist Schluß mit lustig! :o

Grüße,jennerweinjunior

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nun mein jj liegt nu schon etwas mehr als 10 jahre zurück daher weiß ich das nicht mehr:

wird beim beantragen der wbk nicht gefragt ob man z.zt. in ärztlicher behandlung wegen einer psychischen krankheit ist oder diesbezüglich medikamente einnehmen muss? oder täusch ich mich da?

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Richtig. Wird zumeist bei Antragstellung abgefragt, kann aber auch z.B. durch die Polizei oder anonyme Hinweise bekannt werden...

@upima: so kann man das nicht sagen. Eine Chance besteht dann noch darin, dass durch ein fachärztliches Gutachten die persönliche Eignung bescheinigt wird. Worin die Haken liegen, wurde hier ja schon ausgiebig diskutiert.

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@Smithy

Das bezog sich auf "jede Gefahr ausschließen". Es haben auch sich auch schon Leute selbst getötet, die keine Medikamente nahmen.

Ist schon klar. In der KONKRETEN Situation ist es aber nun mal so dass die Depressionen und Medikamenteneinnahme FAKT ist.

Und da sollte man die Beurteilung dann einem superschlauen Gutachter/Sachverständigen überlassen (die solls ja geben :rolleyes: und nicht nach dem Motto "auszuschliessen ist gar nix" wieder mal ALLE (Schützen) mit einbeziehen.

Sehen wir ja sonst auch nicht gerne ;)

Und der "Kollege" von SL-8 hat ja selbst wohl auch ein ungutes Gefühl sonst hätte er die Frage vielleicht nicht gestellt.

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Ist schon klar. In der KONKRETEN Situation ist es aber nun mal so dass die Depressionen und Medikamenteneinnahme FAKT ist.

Und der "Kollege" von SL-8 hat ja selbst wohl auch ein ungutes Gefühl sonst hätte er die Frage vielleicht nicht gestellt.

Es handelt sich wirklich um einen "Kollegen" und nicht um mich selbst falls du darauf anspielst! :confused::o

Also ... Depressionen und Medikamenteneinnahme sind Fakt ... Suizidversuch kann ich nicht mit Sicherheit sagen ... auch nicht ob das öffentlich bekannt wurde (Arzt, Polizei, oder so).

Erstmal dachte ich nicht das er mit so einer Vorgeschichte eine WBK erhalten kann ... allerdings macht er auf mich gar keinen depressiven Eindruck (er nimmt ja Medikamente deswegen). Allerdings kann ein Laie das wohl auch schlecht beurteilen. Auch ob Suizidgefahr besteht. Es ist bestimmt nicht anzuraten psychisch labilen Menschen Waffen in die Hände zu geben.

Allerdings muss ich sagen das in der Situation in der er war (Trennung, Arbeitslosigkeit) manch anderer auch Depressionen bekommen kann (Ich spreche jetzt explizit NICHT von Suizid). Also ich für meine Person zumindest könnte das nicht ausschließen!

FAZIT: Wenn ihm sein behandelnder Arzt oder besser ein von der Behörde benannter Gutachter Unbedenlichleit bzgl. seiner Erkrankung bescheinigt kann er dann eine WBK beantragen. Denn auch wenn seine Depressionen nicht aktenkundig sind (Suizid) müsste er sie bei der Beantragung doch wahrheitsgemäß angeben. Habe ich das soweit richtig verstanden?

§ 6 Abs. 1 Nr. 3 WaffG: "Die erfoderliche persönliche Eignung besitzen Personen nicht, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass ... die konkrete Gefahr einer Fremd- oder Selbstgefährdung besteht."...

Da kann man ja reininterpretieren was man will ...

Also sollte ich mal Depressionen bekommen gehe ich auf keinen Fall zum Arzt und lasse mich behandeln denn wenn das rauskommt dann könnte ich ja meine WBKs verlieren. Mensch ... dieses Land weiß wie man Amokläufer und Selbstmörder züchtet!

-------------------------- Neue Frage------------------------------------

ICH bin in Behandlung (auch medikamentös) wegen ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom). Das schränkt mich ja aber beim Schießen nicht ein (bin seit ich 12 bin im Schützenverein). Muss ich das trotzdem der Waffenbehörde melden und können mir deswegen die WBKs aberkannt bzw. eine Genehmigung derselben versagt werden? Oder muss auch hier ein fachärtzliches Gutachten her? Wo ist hier die Grenze? Z. B. bei Demenz oder gewissen Alterserscheinungen ... soll ja auch in Schützenkreisen vorkommen. Da stellt sich dann die gleiche Problematik wie mit dem Führen ein Fahrzeugs. Jeder der schon mal einen Betroffenen im näheren Bekannten- oder Familienkreis hatte weiß wovon ich rede.

Vielen Dank erstmal für die Antworten ... hatte die Frage ja erst heute morgen nach der Nachtschicht gestellt und schon so viele qualifizierte (und auch ein oder zwei unqualifizierte) Antworten! :icon14:

So ... jetzt geh ich erstmal Schießen (um mich emotional auszugleichen :D ) und dann wieder arbeiten.

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ICH bin in Behandlung (auch medikamentös) wegen ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom). Das schränkt mich ja aber beim Schießen nicht ein (bin seit ich 12 bin im Schützenverein). Muss ich das trotzdem der Waffenbehörde melden und können mir deswegen die WBKs aberkannt bzw. eine Genehmigung derselben versagt werden? Oder muss auch hier ein fachärtzliches Gutachten her? Wo ist hier die Grenze? Z. B. bei Demenz oder gewissen Alterserscheinungen ... soll ja auch in Schützenkreisen vorkommen. Da stellt sich dann die gleiche Problematik wie mit dem Führen ein Fahrzeugs. Jeder der schon mal einen Betroffenen im näheren Bekannten- oder Familienkreis hatte weiß wovon ich rede.

Vielen Dank erstmal für die Antworten ... hatte die Frage ja erst heute morgen nach der Nachtschicht gestellt und schon so viele qualifizierte (und auch ein oder zwei unqualifizierte) Antworten! :icon14:

So ... jetzt geh ich erstmal Schießen (um mich emotional auszugleichen :D ) und dann wieder arbeiten.

Eine Frage die Dein Arzt beantworten sollte. Wie verträgt sich die Erkrankung mit der Tatsache daß du vermutlich Führerscheinbesitzer/Autofahrer bist? Für Waffenbesitzer/Schützen sollten hier die gleichen Anforderungen gelten.

Selbst melden musst du dich nicht.

Karl

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Keinerlei Einschränkungen beim Führen eines Kraftfahrzeuges. Fahre seit über 10 Jahren unfallfrei. Unter Medikation kann ich eben besser unwichtige Sachen filtern. Beim Fahren ist ein breit gefächertes Aufnahmespektrum und Multitasking ja eher förderlich. Erhöhte Risikobereitschaft hält sich bei mir in Grenzen.

Beim Schießen liegt mir das Großkaliberschießen wahrscheinlich deswegen sogar besser als LG/LP. Durch den Gehörschutz werden alle Umweltgeräusche abgeblockt und ich hyperfokussiere dann sozusagen auf das Schießen. Bei LG/LP haben mich Unterhaltungen nebenan und alle möglichen anderen Geräusche immer abgelenkt. HEUTE weiß ich endlich auch warum.

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Es handelt sich wirklich um einen "Kollegen" und nicht um mich selbst falls du darauf anspielst! :confused::o

Nein, ist keine Anspielung (WIRKLICH NICHT!!!). Der "Kollege" wurde in Gänsefüsschen gestellt weil "Kollege", "Kamerad", "Schützenkamerad" usw. für mich immer "relative" Begriffe sind.

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@SL-8:

Ich schätze mal, du wirst mit Ritalin gegen dein ADS behandelt. In den USA wird das Zeug unter dem Namen 'Prozac' wie Aspirin in rauhen Mengen an alle möglichen verhaltensauffälligen Kids verfüttert. Es soll Zusammenhänge zwischen Amokläufen und Prozac geben, da eine der Nebenwirkungen des Medikaments wohl Vernichtungsphantasien sind. Wie hoch die verordneten Dosen in den USA im Vergleich zu hier sind, weiß ich nicht. Aber Nachfragen beim behandelnden Arzt könnte sicher nicht schaden.

Ich kenne selbst Kinder, die mit Ritalin behandelt werden. Man sieht es ihnen nicht an. Ohne entsprechende Infos der Eltern wäre kein Unterschied zu erkennen.

Was die Behandlung deines Bekannten mit Antidepressiva angeht, würde ich vom Erwerb einer Waffe wirklich absehen, bis die Depressionen überwunden sind. Nur auf die Medikamente würde ich mich nicht verlassen. Ich kenne ebenfalls einige Depressions-Patienten und weiß, wie es ist, wenn die Medikation plötzlich nicht mehr funktioniert. Wenn das nicht frühzeitig jemand im Umfeld erkennt und man schnellstens auf eine andere Medikation umgestellt wird, kann es sehr unschön werden. Bei einem solchen Menschen möchte ich mir keine zugriffsbereite Waffe vorstellen.

Depressionen sind längst eine Volkskrankheit und jeder kann mal betroffen sein. Aber wenn so etwas chronisch wird und man auf Medikamente angewiesen ist, dann ist das ein guter Grund, keine WBK auszustellen.

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@SL-8:

Ich schätze mal, du wirst mit Ritalin gegen dein ADS behandelt. In den USA wird das Zeug unter dem Namen 'Prozac' wie Aspirin in rauhen Mengen an alle möglichen verhaltensauffälligen Kids verfüttert.

Sharps,

bitte google doch mal. Da hast Du etwas durcheinandergebracht. Ritalin kann offenbar später großen Kummer machen, hat aber nichts mit Prozac zu tun, was ebenfalls Spätwirkungen befürchten lässt.

Wenn alle, die Depressionen hatten oder diese Erkrankung als Lebensschicksal mitbekommen haben, strafbar würden, gar andere und/oder sich töteten, dann wären wir fast ausgerottet. Wer sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen möchte;

http://www.kompetenznetz-depression.de/

Über 5 Prozent der Bevölkerung (also rein statistisch auch jeder 20. Sportschütze - und damit auch Dein Standnachbar) sind an Depressionen erkrankt. Depression ist heilbar. Wenn alle depressiven Schützen, Polizeibeamte, Soldaten, Piloten usw. ausrasten würden, dann gute Nacht. Tun sie aber nicht, oder ist Euch ein einziger Fall bekannt, in dem ein Wettkämpfer auf dem Stand seine Sportwaffe auf die Nachbarn gerichtet und gar abgedrückt hat?

Suizide lassen sich weder mit Autos noch mit Waffen verhindern. Das Leben ist lebensgefährlich. Ich begrüße zum Schutz von Polizisten, Gerichtsvollziehern, beigeholten Schlossern u.ä. eine Datei, die Auskunft über Legalwaffenbesitzer gibt, um wenigstens die Gefahr von Kurzschlusshandlungen zu minimieren. Der Wirtshausschütze in Bayern sollte zwangsgeräumt werden - und hatte noch alle Waffen. Wenn wir allen, die uns mal komisch kommen, die Waffen wegnähmen, ja wie viele Legalwaffenbesitzer hätten wir dann noch?

Ein Übel ist, dass z.B. Depressionen von Hausärzten oft nicht erkannt werden, es gibt Schätzungen, dass jeder Zweite unerkannt und somit unbehandelt bleibt. Dann lieber jemand, der in Behandlung ist und die Frage kritisch reflektiert, ob in der derzeitigen Lebenssituation eine Sportwaffen "gefährlich" sein könnte.

Schönen Abend noch

Benni

PS. Wie wenige Suizide mit Schusswaffen geschehen, steht an anderer Stelle im Forum.

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Ich habe irgendwo im Netz gelesen, dass Prozac Ritalin wäre. Dann war die Info falsch. Es ist aber auffällig, dass viele der Jugendlichen Amokläufer in den USA in den letzten Jahren mit Prozac behandelt wurden.

Dass Depressionen nicht gleich Depressionen sind, weiß ich. Ich kenne mehrere Personen, die an chronischen Depressionen leiden .Die werden lebenslang behandelt und haben immer wieder Schübe, nach denen die Medikation neu eingestellt werden muss. Diesen Leuten würde ich niemals eine Schusswaffe in die Hand geben (Suizidgefahr).

Daneben kenne ich auch andere Leute (auch Jugendliche), die vorübergehend an Depressionen litten und erfolgreich behandelt wurden. In einem solchen Fall spricht nichts gegen Waffenbesitz.

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Ursprünglich habe ich Ritalin bekommen ... jetzt Equasym (gleicher Wirkstoff) und ein noradrenerg wirkendes Antidepressivum (nicht wegen Depressionen).

Ich habe nochmal nachgefragt und es gab anscheinend keinen Suizidversuch. Er hatte einen Nervenzusammenbruch und wurde wegen Suizidgefahr eingewiesen und dann wegen Depressionen behandelt. Behandlung ist momentan erfolgreich abgeschlossen.

Kleiner Auszug aus einem Beitrag in PKV Publik:

"Psychische Krankheiten zählen zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Aus dem deutschen Gesundheitssurvey (1998) hat sich ergeben, das 42,6 Prozent der Bevölkerung irgendwann im Laufe ihres Lebens an mindestens einer psychischen Krankheit leiden. Über 60 Prozent der Betroffenen erhalten innerhalb eines Jahres keine gezielte medizinische Intervention - sei es weil sie keine Hilfe in Anspruch nehmen oder weil die Erkrankung nicht erkannt wird. Die relativ geringen Behandlungsraten erschrecken insofern, als erhebliche Therapieerfolge zu erzielen sind. Z. B. lassen sich mit Antidepressiva bei rund 50 Prozent der Kranken innerhalb einer Behandlungsdauer von 8 Wochen Vollremissionen erreichen. Allerdings neigen psychische Krankheiten zu späteren Rezidiven, d.h. Wiedererkrankungen mit erneuter Behandlungsbedürftigkeit. Diese Rezidivraten variieren abhängig von der Art der Erkrankung. In den letzten 20 Jahren hat sich der Anteil psychischer Krankheiten an den Krankheitstagen rund verdreifacht: 1980 waren psychische Krankheiten noch zu 2,5 Prozent die Ursache für krankheitsbedingte Fehltage am Arbeitsplatz - 2003 lag der Anteil bereits bei 7,5 Prozent. Mit zunehmendem Trend tragen psychische Krankheiten inzwischen mit rund 30 Prozent zur vorzeitigen Verrentung wegen Erwerbsunfähigkeit bei."

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Ich habe irgendwo im Netz gelesen, dass Prozac Ritalin wäre. Dann war die Info falsch. Es ist aber auffällig, dass viele der Jugendlichen Amokläufer in den USA in den letzten Jahren mit Prozac behandelt wurden.

Prozac ist ein Antidepressivum und steht im Verdacht bei Jugenlichen die Hirnstruktur zu verändern!

Siehe hier!

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