Als Akademiker (Diplom-Informatiker) fand ich die Sachkunde-Prüfung und besonders die Jäger-Prüfung auch nicht leicht. Denn man musste dafür soviel Unnützes auswendig lernen. Bei der großen Stoffmenge war auch bisschen was Nützliches dabei, aber der Anteil lag unter 10%, würde ich im Nachhinein schätzen. Das sagte auch eine junge Lehrerin, die an dem Jägerkurs teilnahm: "Soviel totes Wissen." Sie meinte Wissen, von dem man absehen kann, dass man es in der Praxis nie brauchen wird.
Meine These: Diese Prüfungen sind so aufgebläht, hauptsächlich damit "möglichst wenige Waffen ins Volk kommen".
Es wäre viel besser, wenn die Theorie auf das Wesentliche und Nützliche beschränkt wäre. Also in der Sachkunde: Die 4 Cooper-Regeln, der Notwehr-Paragraph und nur ein klitzekleines Bisschen mehr. Ich habe mal einen Schützen erlebt, der hat die Sachkunde bestanden und machte auch den Eindruck, dass er 98% davon zumindest theoretisch gut gelernt hat. Trotzdem hat er die Leute andauernd "gesweept", also gegen Cooper-Regel #2 verstoßen. Zwar soweit ich weiß immer mit ungeladener Waffe aber immerhin. Auch noch nach wiederholter Aufforderung von mehreren Leuten, es sein zu lassen. Ich sehe ihn nicht mehr im Verein. Mal nachfragen, ob er schließlich deswegen ausgeschlossen wurde. Wäre in der Sachkunde-Schulung nur das Wichtige drangekommen - ich denke er hätte es kapiert, er wirkte ansonsten gar nicht dumm.