Mir stellt sich die Frage - ist hier seitens des DWJ gründlich recherchiert worden? Eher nicht:
Die EU will den Bleischrot nicht komplett verbannen, sondern eine Ausnahme zulassen: Wenn die Schießstandbetreiber nachweisen können, dass sie mindestens 90 % der Bleischrote wieder einsammeln und fachgerecht entsorgen, dürfen sie weiterhin bleihaltige Munition anbieten. Was oberflächlich als sachgerechte Lösung aussieht, entpuppt sich schnell als scheinheiliger Kompromiss. Wie soll das Auffangen von Schrotmunition überhaupt funktionieren? Und wer soll das alles bezahlen?
Zum Thema Wurfscheiben-Stände; es geht hier tatsächlich auch ohne Bleischrot. Zahlreiche Schießstände -auch in Bad.-Würrttemberg vor der Türe des DWJ- haben bereits vor einem Vierteljahrhundert von Blei auf Weicheisenschrot umgestellt. Und einige wenige, deren Genehmigung noch mit Bleimunition läuft, recyceln das Schrot ausreichend. Wie das geht, könnte Herr Hofmann bspw. in der Nähe von Ludwigsburg (Stuttgart) erfahren. Und die Preise für Wurfscheiben-Runden dort sind voll im regionalen Preisniveau.
Im Schießsport betrifft das in erster Linie alle Flintendisziplinen. Wessen Flinte keinen Stahlschrotbeschuss hat, kann nur hoffen, dass der Büchsenmacher – gegen geringes Entgelt – Abhilfe schafft. Anderenfalls taugt die Waffe nur noch als Wohnzimmerdekoration und eine neue muss her.
Abschließend noch eines: Auf den Wurfscheibenständen ist max. 2,5mm Schrot zugelassen. Flinten ohne Stahlschrotbeschuss können lt. Beschußamt mit der Sport- und teilw. auch Jagdmunition (Steel) bis 3,25mm (europ. Schrotstärke 4) ohne zusätzliche Besschussprüfung verwendet werden.