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IGNORED

Interessantes Detail bei einem der häufigen Amokläufen an amerikanischen Schulen (hier: Bend, Oregon)


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Geschrieben (bearbeitet)
Am 16.10.2026 um 08:41 schrieb TGB11:

Ob ich auch so handeln würde, wie der Passant? Vielleicht, käme wohl auf die genauen Umstände an. 

Der „Passant“ möchte zumindest bislang selbst nicht öffentlich in Erscheinung treten. Seine Identität ist allerdings bekannt.

Warum er sich genau zu diesem Zeitpunkt an der Schule aufhielt, wurde nicht genannt. Ob es Zufall war, weil er in der Nähe wohnt, oder ob er seine Kinder abholen wollte, ist also unklar.

Fest steht jedenfalls, dass er Vater zweier Töchter ist, die selbst diese Schule besuchen und sich zum Zeitpunkt des Angriffs auch im Schulgebäude befanden.

Ob er ohne diesen persönlichen Bezug genauso gehandelt hätte, ist natürlich reine Spekulation. Aber unter diesen Umständen hätte wohl die überwiegende Mehrheit der zivilen Waffenträger vermutlich ähnlich gehandelt.


Und ich hoffe, dass wir uns zumindest auf die Tatsache einigen können, dass in einer solchen Situation – also bei einem Schulamoklauf, bei dem der Täter wahllos auf Menschen schießt und nicht „nur“ eine bestimmte Person oder Personengruppe als Ziel hat – wirklich JEDE einzelne Sekunde zählt, die man ihn früher stoppen kann.

Denn anders als bei Taten, bei denen gezielt bestimmte Personen angegriffen werden, muss ein solcher Täter nicht erst lange nach seinen Opfern suchen.
Er findet praktisch überall potenzielle Opfer, auf die er schießen kann.

Die Tatwaffe soll übrigens wohl eine "Schrotpumpe" gewesen sein die die Mutter des 16 Jährigen Täters gekauft hat. Angeblich, aber dazu gibt es noch keine offiziellen Statements die ich kennen würde, sollen auch Psychische Probleme bekannt gewesen sein.
Wenn es so wäre, dann wäre es leider nicht das erste mal das Eltern ihren als Psychisch bereits belasteten Kindern zugang zu einer Waffe ermöglicht haben, Fahrlässig oder sogar bewusst. (Nicht zuletzt Winnenden wurde ja auch erst dadurch ermöglicht) 

 

 

Am 16.10.2026 um 10:09 schrieb Stefan.357:

Bei bisherigen Amokläufer kann ich mich ohne Google zu fragen an keinen Fall erinnern,  in dem ein LWB schlimmeres verhindert hätte.

Bei Schulamokläufen in den USA bis auf einen Diskussionswürdigen Fall tatsächlich nicht.
Das ist auch sehr unwahrscheinlich, weil Schulen samt ihrer Umgebung in den meisten Gegenden Gun-Free Zones sind.

Aber bei Amoktaten außerhalb von Schulen gab es durchaus schon mehrere Fälle.
Darunter auch Fälle wie der zuletzt bekannt gewordene, bei dem der Täter zwar nicht durch den Eingreifenden getroffen, jedoch durch dessen Eingreifen gestört, abgelenkt und teilweise in seiner Deckung festgenagelt wurde. Dadurch sind vermutlich tatsächlich Menschenleben gerettet worden, auch wenn die Polizei letztlich den Täter gestoppt hat.


Diese Fälle finden allerdings meist nur dann ein Medienecho, wenn sie besonders spektakulär sind oder ohnehin schon über Social Media verbreitet werden.

Einige Beispiele:

1. Greenwood Park Mall – Indiana, USA

15 Sekunden nach dem ersten Schuss wurde der Täter von einem Zivilisten erschossen. Bis dahin hatte er 24 Schüsse abgegeben, drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt.

Man rechne das einmal auf die Zeit bis zum Eintreffen des ersten Polizeibeamten (LEO) hoch. Der Täter hatte noch mehrere Magazine mit insgesamt weit über 100 Schuss Munition am Körper.

Hier wurde mit ziemlicher Sicherheit eine zweistellige Zahl von Menschenleben gerettet.

2. Sutherland Springs – Texas, USA

Eine Kirche – dieser Fall war auch hierzulande in den Medien.

Ein Nachbar hörte die Schüsse, holte sein AR-15 aus dem Haus und traf den Täter mit zwei Schüssen. Daraufhin ergriff dieser die Flucht und erschoss sich später selbst.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 26 Menschen tödlich getroffen worden. Ob und wie viele weitere Menschen durch das Eingreifen gerettet wurden, darüber kann man nur spekulieren.

3. West Freeway Church of Christ – Texas, USA

Ein Angreifer mit einer Schrotflinte eröffnete während des Gottesdienstes das Feuer. Er wurde innerhalb von sechs Sekunden von einem ehrenamtlichen Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde erschossen.

Etwa 240 Gottesdienstbesucher waren anwesend. Bis dahin hatte der Täter einen anderen Sicherheitsverantwortlichen und eine weitere Person tödlich getroffen.

4. Louie's Grill & Bar – Oklahoma City, USA (24. Mai 2018)

Ein Angreifer feuerte in ein Restaurant und verletzte drei Menschen.

Zwei Zivilisten bemerkten die Schüsse, holten unabhängig voneinander ihre Pistolen aus ihren Fahrzeugen und erschossen den Täter außerhalb des Restaurants.

Bis dahin gab es drei Schussverletzte.

5. Charleston – West Virginia, USA (25. Mai 2022)

Ein Angreifer holte nach einem Streit eine Waffe und eröffnete das Feuer auf eine Gruppe von Menschen, die sich bei einer Party an einem Wohnkomplex aufhielten.

Er wurde von einer anwesenden Frau erschossen, bevor auch nur ein einziger Partygast getroffen wurde.

6. Pearl High School – Mississippi, USA (1. Oktober 1997)

Der Täter, der zwei Schülerinnen getötet und sieben weitere Menschen verletzt hatte, wurde vom stellvertretenden Direktor überwältigt. Dieser hatte seine Waffe aus seinem Auto geholt, als der Angriff begann. Allerdings schien der Täter zu diesem Zeitpunkt bereits dabei zu sein, das Gelände zu verlassen. Ob durch das Eingreifen also lediglich seine Festnahme ermöglicht wurde oder tatsächlich weitere Menschenleben gerettet wurden, ist unklar. 
Und das sind nur ein paar Beispiele!


Es gibt eine Studie der Texas State University über 634 Schusswaffenangriffe, von denen 70 durch eingreifende Zivilisten beendet wurden. In 29 Fällen wurde der Täter dabei erschossen.

DAS SIND DIE FAKTEN!


Nur, um nicht missverstanden zu werden:

Bin ich deshalb für „2A-Verhältnisse“ in Deutschland oder halte ich die gegenwärtigen Zustände in den USA für erstrebenswert?

ABSOLUT NICHT!


Im Gegenteil:
Ich bin im Moment durchaus froh darüber, dass ich mir keine Gedanken darüber machen muss, ob es sinnvoll wäre, meine Waffe mitzunehmen, weil ich sie möglicherweise brauchen könnte. Dass die Wahrscheinlichkeit, sie tatsächlich zu benötigen, so gering ist, dass es völlig widersinnig wäre, das zusätzliche Gewicht den ganzen Tag mit mir herumzutragen.

(Und ja, ich führe teilweise durchaus auch mal mehrere Stunden am Stück eine Kurzwaffe im Kaliber 9 × 19 mm.)

Und das sage ich als jemand, zu dessen engstem Freundeskreis Angehörige eines Opfers eines Schusswaffenamoklaufs gehören. Das Opfer wurde schwer verletzt, ist glücklicherweise aber wieder genesen. Diese Angehörigen waren übrigens auch schon mehrfach mit mir auf dem Schießstand, erst vor Kurzem wieder.


Ich sehe zwar mit Bestürzung, wie sich auch hierzulande die Sicherheitslage im Hinblick auf potenziell tödliche Gewalt verändert – sei es durch Messerangriffe oder sogar durch Angriffe ganz ohne Waffen, etwa wenn mehrere Personen auf jemanden eintreten, der bereits am Boden liegt. Aber als unmittelbar Angegriffener nützt einem eine Schusswaffe in solchen Situationen oft nicht viel. Dass man sie in solchen Momenten noch rechtzeitig und wirksam einsetzen kann, funktioniert meist nur in Actionfilmen.

Als Zeuge könnte man vielleicht eingreifen. Allerdings ist der eigentliche Angriff dann häufig schon geschehen. Und in den meisten Fällen handelt es sich eben auch nicht um Amoktaten, bei denen das Stoppen des Täters zahlreiche weitere Opfer verhindern würde.
 

Falls sich die Schusswaffenkriminalität (insbesondere mit illegalen Schusswaffen) und die allgemeine Schwerkriminalität jedoch immer weiter zum Negativen entwickeln und unser Staat nicht endlich wirksam dagegen durchgreift, mag das irgendwann anders aussehen. Im Moment sehe ich darin aber schlicht keinen Sinn. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass es mehr Schaden als Nutzen bringen würde, wenn plötzlich Hunderttausende legale Waffenbesitzer (LWB) jederzeit bewaffnet herumlaufen würden.


In den USA haben wir allerdings eine völlig andere Situation:

Dort existiert bereits eine immense Zahl an Schusswaffen in unbekannten Händen. Niemand weiß auch nur annähernd, wie viele es tatsächlich sind.

Hinzu kommen die gesellschaftlichen Verhältnisse: Armut kann dort tatsächlich bedeuten, nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf zu haben. Eine einzige schwere Erkrankung kann die wirtschaftliche Existenz vernichten. Viele Menschen mit psychischen Problemen können keine angemessene Hilfe in Anspruch nehmen.

Dazu kommt ein insgesamt wesentlich höheres Gewaltniveau – und das bei gleichzeitig deutlich leichter verfügbaren Schusswaffen.


Gleichzeitig gibt es dort viele Gegenden, in denen die Polizei im Ernstfall fast eine Stunde Anfahrtszeit hat. Farmhäuser, bei denen im Umkreis von zehn Kilometern nicht einmal ein einziger Nachbar wohnt. Die Bewohner wären ohne eigene Möglichkeiten zur Selbstverteidigung praktisch jedem ausgeliefert, der mit einer Waffe auftaucht.

Dazu kommen Regionen mit tatsächlich gefährlichen Wildtieren. Bärenspray ist gut und als erste Maßnahme oft sogar besser geeignet als eine Schusswaffe. Aber es gibt dokumentierte Fälle, in denen es eben keine dauerhafte Lösung war: Opfer wurden mit leerer Spraydose gefunden, und entlang ihres Rückzugswegs ließen sich mehrere Angriffsstellen feststellen. Das Tier ließ sich also offenbar nicht dauerhaft vertreiben. Und in den Städten ist der Anteil bewaffneter Täter unter den Schwerkriminellen ebenfalls sehr hoch. Dort sind Schusswaffen in bestimmten kriminellen Milieus eher die Regel als die Ausnahme. 

Trotzdem ist der augenblickliche Zustand in den USA fatal.

Zu wenig Kontrolle, zu wenige beziehungsweise unzureichend durchgesetzte Aufbewahrungsvorschriften.

Man schaue sich nur an, wie viele Unfälle dadurch passieren, dass Kleinkinder mit ungesicherten Schusswaffen spielen und sich selbst oder andere dabei verletzen oder sogar töten.

Während Trumps erster Amtszeit wurde sogar eine bundesrechtliche Regelung aufgehoben, die den Waffenerwerb für bestimmte Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen beziehungsweise entsprechenden sozialrechtlichen Einstufungen einschränken sollte.

(Gleichzeitig kann jemand, der vor 30 Jahren ein entsprechendes Steuerdelikt begangen hat und seitdem nie wieder straffällig geworden ist, unter Umständen weiterhin vom legalen Waffenerwerb ausgeschlossen sein. Dasselbe kann jemanden betreffen, der vor ebenso langer Zeit in bestimmten Bundesstaaten an seinem 18. Geburtstag mit seiner zwei Tage jüngeren Freundin geschlafen hat, die inzwischen seit Jahrzehnten seine Ehefrau ist.)
 

Auch wenn ich also für die dortigen Verhältnisse in einigen Regionen durchaus eine gewisse Berechtigung für das Führen von Schusswaffen („Carry“) durch Zivilisten sehe, liegt in den USA waffenrechtlich und gesellschaftlich noch sehr vieles im Argen.
 

Mit gründlichen Zuverlässigkeitsüberprüfungen beim Waffenkauf, strengen Regeln zur Aufbewahrung, einer konsequenten Registrierung und einem verpflichtenden Grundkurs von beispielsweise 16 Stunden könnte man bei weiterhin legalem Waffenbesitz für rechtstreue Bürger schon viel erreichen.

Und das Führen von Schusswaffen in der Öffentlichkeit sollte dann, wie es in einigen Bundesstaaten bereits in ähnlicher Form geregelt ist, an zusätzliche Voraussetzungen geknüpft sein:

Ein gründlicher Lehrgang, nachgewiesene Handhabungssicherheit, ausreichende Treffgenauigkeit und eine absolut saubere Weste – also auch keine einschlägigen Auffälligkeiten wie Trunkenheitsfahrten (DUI) oder Vorfälle mit Gewaltbezug.

Das wäre für mich ein wesentlich vernünftigerer Weg als entweder die gegenwärtigen Zustände einfach hinzunehmen oder pauschal das Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung infrage zu stellen.
Aber für die "pro 2A" USAler ist das ja schon schlimmster Kommunismus und Unterdrückung

 

Bearbeitet von JFry

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