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JDHarris

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  1. Nunja, der Waffenwart gibt hier möglicherweise einem Darsteller eine Waffe (oder etwas ähnliches) in die Hand, die dieser - wenn es das Drehbuch so vorsieht - an den Kopf halten soll... ...es wird also etwas von ihm verlangt, was gegen jede seiner erlernten Grundregeln verstösst. Mir ging es darum, dass es hier bessere Möglichkeiten gibt, die gefährlichen Sachen optisch besser zu unterscheiden. Der Waffenwart hat ja sehr oft mehrere Möglichkeiten seinem "Koffer".
  2. Problematisch ist, dass beim Film eben der Missbrauch von Waffen so realistisch wie möglich dargestellt werden soll. Die üblichen Sicherungen, wie beim Militär Blaue Trainingswaffen, Rote Mannöveraufsteckgeräte oder andere offensichtliche Kennzeichnungen etc, sind hier zur besseren Unterscheidung nicht vorgesehen. Vielleicht gibt es jetzt den Anstoss dazu, Platzpatronen im Filmgeschäft deutlicher als bisher als solche zu Kennzeichnen (z.b. grüne Zündhütchen bei Platzpatronen).
  3. Ja das ist auf jeden Fall ein gutes Argument, diese zwei verschiedenen Welten voneinender getrennt zu halten. Der Waffenmeister auf einem Filmset beaufsichtigt hier quasi den "kontrollierten Missbrauch" Vielleicht waren sie nur Gäste auf einer Gun Ranch.
  4. Das Schiessen mit scharfen Waffen ist auf einer abgelegenen Ranch wie dieser in den meisten US Bundesstaaten völlig legal und dort so normal, wie hier bei uns das Grillen im eigenen Garten. Von daher gesehen würde ich das mit den Schiessübungen jetzt nicht weiter skandalisieren...wenn sie Spass damit haben wollten, dann sollen sie den von mir aus gehabt haben. Bei einem Westernfilm gehört das vielleicht auch dazu, sich in Stimmung zu bringen, genauso wie Abends am Lagerfeuer zu sitzen. Wäre mir jedenfalls egal, solange sie danach am Set wieder professionell geworden wären. Nachtrag: Ich versthe aber erlich gesagt auch nicht, warum hier überhaupt ohne jeden Schutz der Kamera in Richtung Kamera gefeuert wurde (auch nicht mit Platzpatronen). Objektive im Filmbereich haben schonmal den Wert eines kleinen Einfamilienhauses, und das höchste Gut eines jeden Kameramanns ist sein Objektiv.
  5. Der Darsteller eines Film steht hier allerdings in einer besonderen zwiespältigen Situation, denn er sol ja das, was er vor der Kamera macht, tatsächlich so spielen, als wenn es echt wäre. Er muss sich also bis zu einem gewissen Grad auf andere Leute verlassen können (ähnlich wie ein Formel 1 Pilot, der den Reifenwechsel seines Fahrzeugs seinem Team überlässt). Hier spielt dann der Assistent wieder eine grosse Rolle. Je nachdem, wie er den Darsteller unterstützen/Entlasten soll, übernimmt er auch einen Teil von dessen Verantwortung. Das der Assistent ihm hier die Waffe mit dem Hinweis "Cold Gun" ausgehändigt hat, könnte also entscheidend werden. Ab dem Moment hat der Assistent für den Darsteller die Verantwortung - jedenfalls was die Überprüfung des Ladezustands betrifft - übernommen.
  6. Ja sehr schwer zu sagen. Da alle Beteiligten wussten, dass Scharfe Waffen und Mun am Set ist, und auch verwendet wurden, hätte hier bei der Überprüfung des Ladezustands mindestens das 4 Augen Prinzip gelten müssen. Dem Waffenmeister darf man mit dieser Verantwortung da also nicht alleine lassen, jeder Mensch macht Fehler. Falls das nicht ausreicht, liegt die Verantwortung als letzte Instanz einer solchen Kette also wieder beim Schützen.
  7. Ich schätze mal, dass es auf eine Schuldverteilung hinauslaufen wird. Dem Schützen kann eine Fahrlässigkeit im Hinblick auf seine Sorgfaltspflicht beim Umgang mit der Waffe vorgeworfen werden, wobei man ihm die schwere der Folgen nicht anlasten kann, da er nicht davon ausgehen musste, dass die Waffe mit scharfer Mun geladen war. Dem Waffenmeister dagegen kann vorgeworfen werden, dass er eine nicht korrekt vorbereitete Waffe zur Verfügung gestellt hat. Dem Übergeber der Waffe trifft ebenfalls deine Schuld, falls er tatsächlich die Aufgabe am Set hatte, dem Schützen zu Assistieren.
  8. Hier in Deutschland ist die rechtliche Beurteilung eindeutig: Der Schütze trägt immer die Verantwortung für abgegebene Schüsse (Ausgenommen bei einer defekten Waffe o.ä. als Ursache ) Der Waffenmeister ist nur dafür Verantwortlich, das dem Schützen eine technisch einwandfreie Waffe ausgehändigt wurde und das er in dessen Benutzung mit Hinweis auf seine Sorgfaltspflichten eingewiesen wurde. In vielen US Bundesstaaten gibt es genau eine solche Vorschrift explizit für Filmdrehs. Da Baldwin New Yorker ist , und er dort auch glaube ich viele Filme gedreht hatte, müsste ihm diese Vorschrift eigentlich bekannt gewesen sein. Naja, man kann auf jeden Fall darauf Wetten, dass sich US Gerichte damit befassen werden. Ob der Schütze auch damit rechnen musste, das ihm die Waffe entgegen aller Vorschrift mit scharfer Munition ausgehändigt wurde, das wird hier wohl zu klären sein.
  9. Was soll ein gewerblicher Waffenhändler denn mit Waffen machen, die er weder verkaufen noch verleihen darf? Bleibt nur: Im Tresor verrotten lassen. Für den weiteren gewerblichen Verleih der Waffen ist offenbar ein neuer Beschuss und ein neues Zertifikat erforderlich. Allein schon aus versicherungtechnischen Gründen geht das wohl nicht anders. Und das ist eben wie erwähnt zu diesen Kosten nicht mehr Wirtschaftlich tragbar. Jetzt können sich Juristen Gedanken darüber machen, ob er ohne gewerbliche Nutzung der Waffen überhaupt noch ein Bedürfnis zum privaten Weiterbistz hätte....?
  10. Vielleicht weil der Weiterverleih gewerblich ist?
  11. Gehe ich nicht weiter drauf ein, da das Thema und die "Schuldfrage" im besagten Thread bereits abschliessend behandelt worden ist. Aber ich möchte nochmal auf die bei Filmemachern sehr beliebten Salutwaffen zurückkommen. Unsere Verleiher hat sämtliche Salut Umbauten von Filmwaffen aus dem Programm genommen. Der Grund: Durch den verlangten Neubeschuss, neu Zertifizierung, sowie Eintragung in WBKwären für jede einzelne Waffe satte 750,- Kosten entstanden. Da er als Verleiher von Filmwaffen mehr als Hundert davon hat(te), wären für ihn zusammen mit Einrichtung eines speziell gesicherten Waffenraums für die höhren Aufbewahrungsrichtlinien, weit über 100.000 Euro an Kosten entstanden. Für die paar Aufträge von gut budgetierten Filmproduktionen, die es hier in Deutschland noch gibt, hätte sich der Weiterverleih von Filmwaffen also nicht mehr gelohnt. Besonders traurig: In seinem Verleih hatte er Waffen, die schon in den 60er Jahren bei bekannten Filmen eingesetzt wurden und die durch ihre Robustheit und Funktionssicherheit noch viele Jahre im Einsatz hätten bleiben können. Jetzt sind leider ALLE vernichtet worden.
  12. Im PTB Thread geht es darum, dass eine Filmwaffe am Set wegen eines zugestopften Gaslaufs beinahe explodiert ist (Funkenrückschlag hat weitere Munition in der Waffe entzündet). Was das mit falscher Benutzung zu tun hat, ist mir schleierhaft.
  13. Klar deshalb sind deutsche Filmproduktionen international ja auch so "erfolgreich" Ich glaube "der Schuh des Manitu" war der letzte erfolgreiche Kinofilm gewesen. Insofern. Besser nicht anfangen zu diskutieren!
  14. Die Filme, bei denen ich dabei war, hatten Budgets zwischen 500.000 und 800.000 Euro (Was in Deutschland incl Filmförderung offenbar im Durchschnitt liegt) Wer jetzt sagt, das ist doch viel Geld...sorry der hat keine Ahnung mit wieviel Aufwand so eine Produktion verbunden ist. Es fallen Kosten für Unterkunft, Catering, Fahrtkosten, Versicherungen, Sozialversicherungsbeiträge, Leihgebühren und Mieten, Kostüme uvm an Die Einzelposten türmen sich hier pro Drehtag also auf bis zu Vierstellige Summen pro Drehtag auf. 500.000 Euro sind schnell aufgebraucht...und dann wird schnell nachgerechnet, was man sich da überhaupt noch leisten kann. Ein professioneller Sprengmeister/Pyrotechniker kostet pro Drehtag gut 15.000 Euro. Wenn der dann noch bei jeder Szene, wo nach Drehbuch nur eine Waffe auf dem Pokertisch liegen soll, kommen muss, dann sind Budgets schnell aufgebraucht.
  15. Mich kotzt in diesem Zusammenhang mal wieder die typisch deutsche Arroganz an. Ich arbeite schon seit 15 Jahren an Filmsets mit und muss sagen, dass auch hier in Deutschland bei den meisten Produktionen kein spezialisierter Waffenmeister o.ä. dabei ist. Ja - Dies wäre "der Idealzustand"!. Meistens sind es Leute (ich sags mal vereinfacht) die Kenntnisse mitbringen oder dafür angelernt wurden. Alleine schon aus Kostengründen lässt es sich nicht realisieren, das bei jeder Szene mit Waffenbezug ein richtiger Fachmann dabei sein kann. Bei den allermeisten Szenen handelt es sich im Film um Dialogszenen, bei denen Waffen nur als "Beiwerk" zu sehen sind (z.b. auf dem Tisch liegend, im Holster getragen oder als sonstige Requisite). Schusszenen, bei denen diese Waffen tatsächlich zum Einsatz kommen, sind in Deutschen Filmen eher eine Seltenheit. Nur ein paar Fakten: Der Hollywoodfilm, bei dem dieses Unglück jetzt passiert ist, hatte ein Budget von 9Miliionen US Dollar. Er galt damit in den USA als Class 1 production (also eine Low Budget Billigproduktion) Zum Vergelich: Ein Tatort in Deutschland, der hierzulande schon zu den Produktionen mit hohem Budget zählt, hat im Schnitt ein Budget von 1.5 Mio Euro. Da sind also Welten dazuwischen! In diesem Fall waren sogar Zwei Waffenmeister dabei gewesen, trotzdem konnte der Unfall passieren. Ein grosser Nachteil für uns hier in Deutschland ist zudem mit dem Verbot der Salutwaffen entstanden. Filmemacher mit geringen Butgets, die sich keinen Waffenmeister mit entsprechenden Genehmigungen leisten können, können nur noch improvisieren oder müssen auf billig aussehende Deko Repliken zurück greifen. Für den Filmstandort Deutschland eine Katastrophe!
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