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IGNORED

"Tickende Zeitbomben" unter LWB: Wie erkennen und was dagegen tun?


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Geschrieben

Man kann tickende Zeitbomben nicht erkennen, bzw. braucht es auch nicht, da jeder eine tickende Zeitbombe ist. Jeden Mensch kann plötzlich irgend etwas triggern und ihn zu Handlungen bewegen die er sonst nie getan hätte. Da bringt keine Überprüfung und auch kein psychologisches Gutachten, welches sowieso nur eine Momentaufnahme ist, etwas. Und wenn ja selbst unsere besonders zuverlässigen und ständig unter Beobachtung von Kollegen stehenden Dienstwaffenträgern einen nicht gerade kleinen Platz in der Anzahl der Verbrechen mit Legalwaffen, meist Beziehungstaten, einnehmen, welche Chancen hat denn dann der Otto-Normalbürger etwas bei einem anderen Waffenbesitzer, der regelmäßig überprüft wird, zu erkennen?

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb BallistikPro:

Hier stimme ich deiner Korrektur meiner Aussage zu. 
Mit "Maßnahmen" meinte ich in meinem Beitrag gesetzgeberische Konsequenzen. "Unfallanalysen" sind selbstverständlich immer angezeigt. 

 

vor 5 Stunden schrieb BallistikPro:

Bei "einem Vorfall alle paar Jahre", gegenüber fast 1 Million Legalwaffenbesitzern mit täglicher Verfügungsgewalt über 5 Millionen Schusswaffen, besteht nach genau dieser Abwägung jedenfalls keinerlei Handlungsbedarf. 
Dieser "eine Vorfall alle paar Jahre" ist de facto das zu akzeptierende Restrisiko, welches sich ohne unverhältnismäßige Maßnahmen gegenüber fast einer Million unauffälligen LWB nicht eliminieren lässt. 

Also, unter der Prämisse, dass sich „kein Handlungsbedarf“ nur auf die Notwendigkeit von Gesetzesänderungen und insbesondere auf aktionistische Verschärfungen bezieht, bin ich froh, dass wir uns einig sind!


Das ist ja auch eines der Probleme von Foren: Bei komplexen Themen muss vieles zwangsläufig verkürzt dargestellt werden.
Oder die Beiträge werden entsprechend lang.


Es stimmt eben beides:

Zum einen ist jedes durch eine solche Tat ausgelöschte oder ruinierte Leben – auch das von Angehörigen oder Überlebenden, die mit schweren Spätfolgen leben müssen – eines zu viel. Das Bestreben muss daher sein, die Zahl solcher Schicksale durch vernünftige und verhältnismäßige Maßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren.
 

Der Verweis auf sonstige Lebensrisiken darf deshalb niemals ALLEINE die Antwort sein.
Das ist weder sachlich ausreichend noch im Hinblick auf die öffentliche Außenwirkung eine sinnvolle Reaktion.

Andererseits ist es absolut richtig, bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung die betreffenden Risiken immer auch ins Verhältnis zu anderen Lebensrisiken zu setzen.

Dass die Zahl schwerwiegender Gewalttaten, bei denen legal besessene Schusswaffen zum Einsatz kommen, im Vergleich zu Taten mit illegalen Schusswaffen oder gar anderen Waffen und gefährlichen Gegenständen verschwindend gering ist, ist dabei ein starkes Argument gegen weitere pauschale Verschärfungen und durchaus auch für Erleichterungen an anderer Stelle.

Wenn man sich allein die überregionalen Meldungen desselben Tages ansieht, ohne überhaupt sämtliche lokalen Meldungen aus allen Regionen zu kennen, wird deutlich, warum man die Risiken in einem größeren Zusammenhang betrachten sollte.


Wenn eine Evaluierung vernünftig durchgeführt würde, müsste man zunächst das bestehende Waffenrecht einschließlich der Verordnungen und der tatsächlichen Behördenpraxis untersuchen.

Dabei müsste man bewerten, welche Regelungen tatsächlich für die vergleichsweise niedrigen Fallzahlen verantwortlich sind, welche kaum Einfluss darauf haben und welche möglicherweise sogar kontraproduktiv wirken oder eine noch bessere Bilanz verhindern.

Anschließend würde man die Vorschläge der Interessenverbände aus dem Fragebogen durchgehen, und zwar sowohl die der Pro- als auch die der Contra-Seite.

Zunächst sollten sämtliche Einschränkungen auf den Prüfstand, die keinen nachweisbaren oder zumindest plausibel begründbaren Beitrag zur Sicherheit der Allgemeinbevölkerung leisten. Solche Einschränkungen sollten gestrichen werden, sofern ihnen nicht andere gewichtige Gründe entgegenstehen.


Danach betrachtet man die Forderungen der Pro-Verbände:

Was keinerlei negative Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit erwarten lässt, sollte direkt umgesetzt werden. Forderungen, bei denen sicherheitsrelevante Auswirkungen denkbar sind, müsste man dagegen einer sorgfältigen Kosten-Nutzen- und Verhältnismäßigkeitsprüfung unterziehen. Bei manchen würde sich dabei herausstellen, dass eine Umsetzung sinnvoll ist, bei anderen eben nicht.

Und exakt dieselben Maßstäbe legt man anschließend an die Vorschläge der Contra-Seite an.

Verschärfungen, die keinerlei nachvollziehbaren Sicherheitsgewinn versprechen, werden konsequent verworfen.

Und bei allen Vorschlägen, bei denen ein tatsächlicher Sicherheitsgewinn zumindest plausibel erscheint, wird wiederum geprüft, ob dieser Gewinn in einem angemessenen Verhältnis zu den damit verbundenen Einschränkungen, Kosten und sonstigen negativen Auswirkungen steht. Dabei müssen selbstverständlich auch die bereits heute sehr niedrigen Fallzahlen berücksichtigt werden. Denn je geringer das verbleibende Risiko ist, desto genauer muss man hinsehen, welchen zusätzlichen Sicherheitsgewinn eine weitere Einschränkung überhaupt noch erzielen kann.

Das Ziel muss schließlich sein, mit möglichst geringen Einschränkungen ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu erreichen – und nicht, möglichst viele Einschränkungen mit dem Verweis auf Sicherheit zu rechtfertigen.


 

Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb chief wiggum:
vor 22 Stunden schrieb BallistikPro:


Die Gesellschaft muss wieder verstehen, dass es kein Leben frei von Risiken gibt. 

 


Genau mit demselben Argument wurde bzw. wird angesichts von "Einmann-Messervorfällen" die aktuelle Migrationspolitik verteidigt.
Muss man immer in Erinnerung behalten, wenn von genau der gleichen politischen Seite die Forderung nach einem Waffenverbot kommt.

Jein.

 

Bei der Migration wurde das von einigen als Scheinargument vorgebracht, um weiterhin Teile der Kriminalität tolerieren, wenn nicht sogar akzeptieren zu können.  Kriminelle Migration und kriminelle Migranten sind werder tolerierbar und schon gar nicht akzeptabel. Nur Kriminalitätsbekämpfung ist teuer und widerspricht manchmal auch liebgewonnenen Einstellungen.

Es geht auch nicht um das reine Akzeptieren die Existenz von Risiken. Das Entscheidene ist, wie mit Risiken umgegangen wird. Leider wird scheinbar immer öffters absurd und paradox von Politik und Medien auf Risiken reagiert - vergleichbar zu einem Risiko, dass Menschen in Wasser geraten können, wo sie nicht mehr stehen können, wird von Politik und Medien gefordert, den Menschen zu verbieten, schwimmen zu lehren. Klingt extrem, ist aber seit Jahrzehnten gelebte Praxis in Deutschland.

 

Beispiel: Bereits seit 1998 wird von der Bankenaufsicht (heute Finanzaufsicht) akzeptiert und seit langem inzwischen gefordert, dass Banken/Finanzinstitute ihre wirtschaftlichen Risiken mit einem Konzept managen, dass Risiken erst dann erfasst, wenn die Risiken nicht mehr bestehen, weil sie eingetreten sind (Nennt sich Value-at-Risk und basiert auf der empirischen Verteilung von historischen Tagsergebnissen - ERGEBNISSEN!!! Also dem, was war, und nicht dem, was passieren kann.)

 

Das mag für viele hier vielleicht zumindestens "exotisch" klingen. Aber auch wenn unser heutiges WaffG mit dem Ziel "den Bürgern möglichst ... zu verwehren sich zu bewehren" (vgl. DER SPIEGEL 47/71 "Cocktails verboten") kreiert wurde, wird das WaffR mit dem Prinzip, den gesetzestreuen Menschen den Besitz und Umgang mit Waffen zu verbeiten und die noch bestehenden Ausnahmen mit immer mehr sinnlosen Auflagen zu erdrücken, von weiten Teilen der Politik und der Medien als Lösung gesehen, den Missbrauch von Waffen durch Menschen, die sich nicht an Gesetze halten, nachhaltig zu reduzieren. Das klingt dann gar nicht mehr so "exotisch". :teu38:

 

Risiken bestehen und werden immer bestehen. Nur wie werden sie behandelt werden? 

  1. Ignorieren?
  2. Realistisch bewerten und angemessene Vorbereitungen treffen, um mögliche Schäden durch das Eintreten der Risiken zu minimieren?
  3. Verbieten und verhindern, sich auf mögliche Schadensminimierungen vorzubereiten?
  4. Vorschreiben, Risiken absurd handzuhaben?

Leider habe ich seit Jahrzehnten den Eindruck, dass sich Politik und Medien in Deutschland zunehmend auf 3. und 4. verlegen, nachdem 1. immer schlechter funktioniert. :sad:

 

Euer

Mausebaer

 

Geschrieben
vor 45 Minuten schrieb Mausebaer:

Jein.

 

Bei der Migration wurde das von einigen als Scheinargument vorgebracht, um weiterhin Teile der Kriminalität tolerieren, wenn nicht sogar akzeptieren zu können.  Kriminelle Migration und kriminelle Migranten sind werder tolerierbar und schon gar nicht akzeptabel. Nur Kriminalitätsbekämpfung ist teuer und widerspricht manchmal auch liebgewonnenen Einstellungen.

Es geht auch nicht um das reine Akzeptieren die Existenz von Risiken. Das Entscheidene ist, wie mit Risiken umgegangen wird. Leider wird scheinbar immer öffters absurd und paradox von Politik und Medien auf Risiken reagiert - vergleichbar zu einem Risiko, dass Menschen in Wasser geraten können, wo sie nicht mehr stehen können, wird von Politik und Medien gefordert, den Menschen zu verbieten, schwimmen zu lehren. Klingt extrem, ist aber seit Jahrzehnten gelebte Praxis in Deutschland.

 

Beispiel: Bereits seit 1998 wird von der Bankenaufsicht (heute Finanzaufsicht) akzeptiert und seit langem inzwischen gefordert, dass Banken/Finanzinstitute ihre wirtschaftlichen Risiken mit einem Konzept managen, dass Risiken erst dann erfasst, wenn die Risiken nicht mehr bestehen, weil sie eingetreten sind (Nennt sich Value-at-Risk und basiert auf der empirischen Verteilung von historischen Tagsergebnissen - ERGEBNISSEN!!! Also dem, was war, und nicht dem, was passieren kann.)

 

Das mag für viele hier vielleicht zumindestens "exotisch" klingen. Aber auch wenn unser heutiges WaffG mit dem Ziel "den Bürgern möglichst ... zu verwehren sich zu bewehren" (vgl. DER SPIEGEL 47/71 "Cocktails verboten") kreiert wurde, wird das WaffR mit dem Prinzip, den gesetzestreuen Menschen den Besitz und Umgang mit Waffen zu verbeiten und die noch bestehenden Ausnahmen mit immer mehr sinnlosen Auflagen zu erdrücken, von weiten Teilen der Politik und der Medien als Lösung gesehen, den Missbrauch von Waffen durch Menschen, die sich nicht an Gesetze halten, nachhaltig zu reduzieren. Das klingt dann gar nicht mehr so "exotisch". :teu38:

 

Risiken bestehen und werden immer bestehen. Nur wie werden sie behandelt werden? 

  1. Ignorieren?
  2. Realistisch bewerten und angemessene Vorbereitungen treffen, um mögliche Schäden durch das Eintreten der Risiken zu minimieren?
  3. Verbieten und verhindern, sich auf mögliche Schadensminimierungen vorzubereiten?
  4. Vorschreiben, Risiken absurd handzuhaben?

Leider habe ich seit Jahrzehnten den Eindruck, dass sich Politik und Medien in Deutschland zunehmend auf 3. und 4. verlegen, nachdem 1. immer schlechter funktioniert. :sad:

 

Euer

Mausebaer

 

...und Punkt 2 eine Sachkenntnis voraussetzt die in Behörden und Politik immer weniger abrufbar ist.

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