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Rechts oder Linksdrall


mühli

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Ich bin wieder einmal hinter eines der Rätseln moderner Waffenbautechnik her. Kurz oder auch Langwaffen haben ja jenachdem einen Lauf mit Rechtsdrall oder Linksdrall sprich das Projektil sich nach dem Abschuss im Uhrzeigersinn-Rechsdrall oder Gegenuhrzeigersinn Linksdrall dreht. Jetzt die Frage die mich da so brennend interessiert und ich mangels technisches Wissen nicht selber beantworten kann.

Hat es auf die Präzision überhaupt einen Einfluss ob bsp. ein Pistolenlauf in 9 mm einen Links oder Rechstsdrall hat? :confused: Nehmen wir als eine Demonstration eine CZ 75 auch als Brünner Modell bekannt oder manchmal als solches bezeichnet mit identischen Läufen im Kaliber 9 mm. Einer einfach mit Linksdrall den anderen mit Rechtsdrall.

Würde man jetzt besagte Waffe in eine Ransom Rest spannen mit identischer Laborierung und Schussanzahl auf identische Weite schiessen, würden sich Unterschiede in Sachen Präzision, Schussverhalten, m/s des Geschosses usw. zeigen oder nicht aufgrund des Rechts oder Linksdralls des Laufes? Gibt es da auch Unterschiede zwischen Lang und Kurzwaffen bezüglich rechts oder Linksdrall bzw. zwischen verschiedenen Kalibern, Kaliberarten etc. oder spielt das gar keine Rolle sprich ist es egal ob man einen Lauf mit Links oder Rechtsdrall jeweils einsetzt.

Was mich auch neugierig macht, spielt es überhaupt eine Rolle von der Präzision, Statik, Flugverhalten, Luftwiederstand etc. ob sich ein Projektil jetzt im Uhrzeigersinn oder Gegenuhrzeigersinn um die eigenen Achse im Flug dreht und wenn ja, welche Rolle bzw. Unterschiede bestehen gegen ein Projektil mit Flug Uhrzeigersinn also Rechtsdrall vs. Projektil mit Flug im Gegenuhrzeigersinn also Linksdrall.

BTW: Hat das eigentlich jemand schon mal wissenschaftlich untersucht mit dem Links und Rechtsdrall bzw. Flug Projektil im Uhrzeigersinn bzw. Gegenuhrzeigersinn? Ich lese schon seit ein paar Jahren Waffenfachzeitschriften aber dazu habe ich noch nie etwas darüber gelesen. Gibt es dazu überhaupt Literatur oder andere entsprechende Webseiten wo man mal sachlich fundiert nachlesen kann was Sache ist? Man müsste dazu wahrscheinlich einen Ballistiker fragen, hoffe aber doch die einte oder andere aufschlussreiche Antwort zu erfahren und danke schon mal vorab dafür. :gutidee:

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Nur mal so eine Gedankenspielerei:

durch den Drall wird ja auch ein wenn auch marginales Drehmoment der Waffe um die Laufachse ausgelöst. Geht nicht anders, wenn das Geschoß eine Rotationsbeschleunigung erfährt.

Bei einem Rechtsdrall wird die Waffe am Griff (von hinten gesehen) um die Laufachse gegen den Uhrzeigersinn beschleunigt. Das ist für Rechtsschützen besser abzufangen - gerade bei denen, die die KW halten wie einen toten Fisch, also mööööglichst locker. Eine Beschleunigung andersrum wär da eher nachteilig.

So gesehen könnten also Linksschützen über einen Linksldrallauf nachdenken ...

Ob das allerdings wirklich eine mehr als theoretische Rolle spielt, weiß ich nicht. Es ist mir auch wurscht ... :D

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Diese Frage hat mich auch mal interessiert und meine Frage diesbezüglich hier im Forum brachte damals auch keine Erleuchtung.

Tatsächlich dachte ich auch an einem tieferem Sinn des Rechtsdralls, weil so gut wie alle Waffen diesen haben. (An die Scherzkekse - ich weiß dass Flinten meist glatt sind). Ich dachte auch an Zusammenhänge wie bspw. der Erddrehung und das Wasserstrudel im Abfluss der Badewanne auch immer rechts drehen. Dann habe ich mir eine Les Bear gekauft und die hat einen Linksdrall. Von der Präzision - darüber brauchen wir nicht streiten - liegt LB im oberen Drittel.

Kurz um - keine Ahnung warum es sowenig Links-Drall-Waffen gibt.

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Wasserstrudel im Abfluss der Badewanne auch immer rechts drehen.

Die Korioliskraft sollte bei den Distanzen, auf die wir schießen wirklich keinen Einfluss haben. Die Geschichte mit dem Wasserabfluss ist übrigens auch eine moderne Legende, da die Korioliskraft bei einen so kleinen Durchmesser längst nicht ausreicht um den entscheidenden Einfluss auf die Drehrichtung zu haben. (Hätte sie einen, würde das Wasser immer linksrum ablaufen!)

http://de.wikipedia.org/wiki/Corioliskraft

Bemerkbar macht sie sich beim Wetter natürlich, weshalb ein Hoch rechtrums dreht und und Tief linksrum. (Nordhalbkugel)

Ich hatte mal die Diskussion mit einem Freund, ob es bei Geschützen Sinn machen würde, durch die Drallrichtung einen Vorteil zu erreichen? Keine Ahnung, maximal vielleicht bei fest installierten Geschützen (Küstenverteidigung).

Ich denke aber Rechts- oder Linksdrall hat eher fertigungtechnische Gründe. Oder einfach nur ein Spleen des Herstellers. bzw. "einfach nur so, ohne einen Hintergrund zu haben"

Gibt es z.B. einen Grund, warum mache MFD eine Linksgewinde haben? Oder warum Rennstrecken links herum sind? Oder Uhren rechts gehen?

TheHun

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Oder warum Rennstrecken links herum sind? Oder Uhren rechts gehen?

TheHun

Das könnte schon einen wichtigen Grund haben: Stell Dir mal vor, die Rennfahrer würden auf jeder Rennstrecke immer nur Rechtskurven fahren und denke an die G-Kräfte. Die Fahrer würden ja einen völlig einseitig verstärkten Halsmuskel bekommen. Das sähe dann ja total unsymetrisch aus... :o

SCNR

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Gibt es z.B. einen Grund, warum mache MFD eine Linksgewinde haben? Oder warum Rennstrecken links herum sind? Oder Uhren rechts gehen?

TheHun

1.) ja -- Die Drehrichtung eines Gewindes an der Mündung ist abhänig von der Drallrichtung, da sich der MFD sonst bei jedem Schuß etwas lösen würde. Was bis zum vollständigem Verlust führen kann.

2.) weis ich nicht

3.) ja -- Das stammt noch aus der Zeit der Sonnenuhren.

Mfg Weini

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1.) ja -- Die Drehrichtung eines Gewindes an der Mündung ist abhänig von der Drallrichtung, da sich der MFD sonst bei jedem Schuß etwas lösen würde. Was bis zum vollständigem Verlust führen kann.

2.) weis ich nicht

3.) ja -- Das stammt noch aus der Zeit der Sonnenuhren.

Mfg Weini

bei der Ak ist der doch gesichtert, und würde sich da Linksgewinde sogar durch den Schuß losschrauben.

Das mit der Sonnenuhr macht Sinn, danke!

TheHun

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bei der Ak ist der doch gesichtert, und würde sich da Linksgewinde sogar durch den Schuß losschrauben.

Das mit der Sonnenuhr macht Sinn, danke!

TheHun

Sorry, aber eine AK habe ich noch nie ausprobiert und kenn mich mit den Dingern auch nicht aus.

Gern geschehen.

Mfg Weini

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Dürfte schon mit der Korioliskraft zusammenhängen, der Effekt wirkt sich aber erst bei weitreichender Artillerie so stark aus, daß er berücksichtigenswert wäre.

Habe mal gehört, daß man Rohren, die auf der Südhalbkugel der Erde verwendet werden sollen, einen Linksdrall gibt. Kann aber auch eine Mähr sein.

Gruß, Lion

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Nur mal so eine Gedankenspielerei:

durch den Drall wird ja auch ein wenn auch marginales Drehmoment der Waffe um die Laufachse ausgelöst. Geht nicht anders, wenn das Geschoß eine Rotationsbeschleunigung erfährt.

Bei einem Rechtsdrall wird die Waffe am Griff (von hinten gesehen) um die Laufachse gegen den Uhrzeigersinn beschleunigt. Das ist für Rechtsschützen besser abzufangen - gerade bei denen, die die KW halten wie einen toten Fisch, also mööööglichst locker. Eine Beschleunigung andersrum wär da eher nachteilig.

So gesehen könnten also Linksschützen über einen Linksldrallauf nachdenken ...

Ob das allerdings wirklich eine mehr als theoretische Rolle spielt, weiß ich nicht. Es ist mir auch wurscht ... :D

Sniper Du irrst Dich: Die meisten Waffen haben einen Rechtsdrall. Und dabei dreht sich die Kugelim Uhrzeigersinn.

Und es spielt sehr wohl eine Rolle auf welche Seite die Kugel dreht. Natürlich kaum bei Pistolen. Aber auf einem 300m Schiesstand spielen die Windverhältnisse und die Drehung der Kugel eine starke Rolle.

Bei konstantem Wind kann der Schütze schrauben.

Bei unkonstantem Wind sieht es ein bisschen anders aus:

Wo hohe Präzision gefordet ist wird mit Windabweisungstabellen gearbeitet. Diese Tabelle ergeben dem Schützen die entsprechenden Werte.

Durch konsequentes Vorkorrigieren kann die Abweichung vom Zielzentrum auf einen Minimalwert gesenkt werden.

Dazu muss er aber auch die Drehrichtung kennen.

Eigentlich logisch.

Guet Schuss,Eric

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Sniper Du irrst Dich: Die meisten Waffen haben einen Rechtsdrall. Und dabei dreht sich die Kugelim Uhrzeigersinn.

Nö. Du.

Ich weiß auch, daß sich das Geschoß bei einem Rechtsdrall im Uhrzeigersinn dreht.

Aufgrund des Reaktionsmomentes wird die Waffe aber aus genau dem Grund im Gegenuhrzeigersinn beschleunigt.

Zum einfacheren kapieren: halt mal eine Bohrmaschine mit einem schweren, dicken Bohrer locker in einer Hand - am besten eine alte, starke, ohne Elektronik. Wenn Du dann den "Abzug" betätigst: welche Bewegung macht Deine Hand ?

Genau dasselbe spielt sich in einer Waffe ab, nur auf viel niedrigerem Niveau.

So long

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Und es spielt sehr wohl eine Rolle auf welche Seite die Kugel dreht. Natürlich kaum bei Pistolen. Aber auf einem 300m Schiesstand spielen die Windverhältnisse und die Drehung der Kugel eine starke Rolle.

Bei konstantem Wind kann der Schütze schrauben.

........

Also, WENN, dann bitte auch die Himmelsrichtung zu berücksichtigen, in die geschossen wird !

Ich hab aber offengestanden noch nie einen Schützen mit nem Kompaß am Schießstand gesehen - ohne den nutzt aber jede Überlegung bezüglich des Drehsinns des Geschosses nix. Kann geradezu ins Gegenteil umschlagen ...

Herrlich, so rumzutheoretisieren ... :rotfl2:

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Also, WENN, dann bitte auch die Himmelsrichtung zu berücksichtigen, in die geschossen wird !

Ich hab aber offengestanden noch nie einen Schützen mit nem Kompaß am Schießstand gesehen - ohne den nutzt aber jede Überlegung bezüglich des Drehsinns des Geschosses nix. Kann geradezu ins Gegenteil umschlagen ...

Herrlich, so rumzutheoretisieren ... :rotfl2:

@Hallo Sniper

Du warst anscheinend noch nie auf einem 300m Stand wo Spitzenschützen ( Keine Wald und Wiesenschützen ), stehend oder knieend schiessen!:

Wenn am Morgen geschossen wird beobachten die mit dem Feldstecher , oder Fernrohr, die Thermik. Scheint die Sonne auf den Kühlen Boden gibt es Thermik d.h. Aufwind. Also wird anderst geschossen als am Nachmittag wenn der Boden erwärmt ist.

Der Spitzenschütze muss die Witterung analysieren. Die Windrichtung und die Sonnenbestrahlung des Scheibenstandes sind wichtig. Er muss den richtigen Farbfilter einstellen. Er korrigiert anhand einer Tabelle

die gemessene Windgeschwindigkeit am Diopter. Usw.Usw.

Und da spielt eben auch die Drehrichtung der Kugel eine Rolle.

Es ist eine ganz interessante, aber hochkomplexe Angelegenheit.

Der Schütze braucht viele Hilfsmittel.

Aber einen Kompass um die Himmelsrichtung zu bestimmen, braucht er nicht.: Er ziehlt einfach auf die Scheiben...

Gruss Eric

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rechts bzw linksdrall ist bei handfeuerwaffen präzisionstechnisch betrachtet total wumpe.

das argument mit dem selbstständigen losschrauben eines gewehrlaufes ist zwar tragend was konstruktionstechnische belange angeht, ansonsten aber nicht weiter von bedeutung.

interessant wird das ganze erst bei RICHTIG dicken kalibern und schußentfernungen.

Beispiel: ein Geschoß nach hinten verlagertem Schwerpunkt wird im niedrigen winkel mit rechtsdrall abgefeuert.

durch den hinten liegenden schwerpunkt "zeigt" das geschoß also nicht horizontal oder nach unten, sondern nach "oben".

Dadurch bildet sich an der zum boden zeigenden seite des geschosses ein luftkissen, auf dem das geschoß aufgrund seines dralls und seiner oberflächenrauheit nach rechts "abrollt".

wie weit dadurch treffpunktverlagerungen eintreten kann dir wohl am besten ein artillerist aus dem 2 weltkrieg beantworten. oder frag mal lutz möller, der hat auch spaß an sowas.

aber wie schon gesagt: für handfeuerwaffen und die für jäger und sportschützen üblichen entfernungen spielt das keine rolle.

edit: eric, punkt an dich, du tippst schneller als ich... :D

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n'abend

soweit ich weiss, 'wandert' ein mit rechtsdrall abgeschossenes projektil nach rechts (von hinten aus betrachtet, also die kugel bewegt sich vom beobachter weg). beim linksdrall bewegt sie sich nach links. und für die lustigen: ja, nach vorne bewegt sie sich auch, sogar viel schneller.

warum so eine seitwärtsbewegung stattfinden sollte ist mir schleierhaft. ev kann man sich das so vorstellen, dass sich die kugel auf der darunterliegenden luft 'abrollt'. aber es ist auch darüber luft - und da wirkt die kraft ja genau entgegengesetzt. und auch seitlich ist luft - müsste sich also auch nach oben/unten abrollen. eigentlich tut sie das ja auch. zusätzlich zur drehbewegung um ihre längsachse vollführt sie auch eine kreisende bewegung.

warum eine waffe jetzt einen lauf mit rechtsdrall hat weiss ich nicht. und dass es welche mit linksdrall gibt, naja meinetwegen.

vielleicht ists auch nur weil:

solange das deutsche reich beteht wird jede schraube nach rechts gedreht.

gruss david

mir fällt grad ein: vielleicht haben die meisten deshalb nen rechtsdrall, weil man es vereinheitlichen wollte.

und noch etwas: haben englische waffen nen linksdrall? fahren ja auch auf der falschen seite. zumindest aus unserer betrachtungsweise. ALLES IST RELATIV

edit: verdammt. hätts mir bis zum ende durchlesen sollen. andere haben dasselbe schon vor mir geschrieben. aber eigentlich hab ichs ja bis zum ende durchgelesen. tippe ich wirklich soooo langsam?

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@Hallo Sniper

Du warst anscheinend noch nie auf einem 300m Stand wo Spitzenschützen ( Keine Wald und Wiesenschützen ), stehend oder knieend schiessen!:

Wenn Du meinst ... :D

Wenn am Morgen geschossen wird beobachten die mit dem Feldstecher , oder Fernrohr, die Thermik. Scheint die Sonne auf den Kühlen Boden gibt es Thermik d.h. Aufwind. Also wird anderst geschossen als am Nachmittag wenn der Boden erwärmt ist.

Der Spitzenschütze muss die Witterung analysieren. Die Windrichtung und die Sonnenbestrahlung des Scheibenstandes sind wichtig. Er muss den richtigen Farbfilter einstellen. Er korrigiert anhand einer Tabelle

die gemessene Windgeschwindigkeit am Diopter. Usw.Usw.

Ach nein .... :rotfl2:

Und da spielt eben auch die Drehrichtung der Kugel eine Rolle.

Es ist eine ganz interessante, aber hochkomplexe Angelegenheit.

Jetzt bist Du dran: erklär mal, welche Rolle die Drehrichtung der "Kugel" (so weit isses mit Deiner Präzision aber auch nicht her) in Beziehung auf Thermik, Wind und Sonnenbestrahlung spielt. Physikalisch bitte. :)

Der Schütze braucht viele Hilfsmittel.

Aber einen Kompass um die Himmelsrichtung zu bestimmen, braucht er nicht.: Er ziehlt einfach auf die Scheiben...

Doch, wenn er's wirklich genau nimmt, muß er auch die Korrioliskraft berücksichtigen. Und dafür muß er wissen, um wieviel seine Schußrichtung von der Drehachse der Erde abweicht. Das ist gaaaanz wichtig !!!!

Da is nix mit einfach so auf die Scheibe "ziehlen", das könnt dann ja eh jeder ...

Auf das Reaktionsmoment hast Du auch vergessen einzugehen ...

Also jetzt: gespannte und vergnügte Grüße

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warum so eine seitwärtsbewegung stattfinden sollte ist mir schleierhaft.

...

ev kann man sich das so vorstellen, dass sich die kugel auf der darunterliegenden luft 'abrollt'. aber es ist auch darüber luft - und da wirkt die kraft ja genau entgegengesetzt.

richtig, aber durch hinten liegenden schwerpunkt und die dadurch leichte, permanente schräglage des geschosses ergibt sich im unteren bereich eine größere anströmungsfläche.

nimm dir mal ein paar geschosse, lege sie haargenau in ihrer geometrischen mitte auf eine klinge oder ein lineal.

alle geschosse fallen nach hinten (an der heckseite) runter...

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Habe mal gehört, daß man Rohren, die auf der Südhalbkugel der Erde verwendet werden sollen, einen Linksdrall gibt. Kann aber auch eine Mähr sein.

Gruß, Lion

Ist mit Sicherheit eine Mähr, da das Projektil immer abgelenkt wird, mal nach links, mal nach rechts, je nach dem, ob nach Norden, oder Süden geschossen wird. Von daher würde der Versuch einer Kompensation keinen Sinn machen.

@Eric

Keiner bestreitet, dass Thermik (eine Luftbewegung nach oben) und natürlich Wind einen Einfluß auf das Geschoss haben. ABER DARUM GEHT ES HIER NICHT!

Ob die Lichtverhältnisse was mit Ballistik zu tun haben, bezweifle ich stark, eher damit, wie ein Ziel für den Schützen aussieht und dass durch "optische Effekte" falsch gezielt wird. (größer kleiner, Kontrast usw.)

Was die Drehrichtung des Geschosses damit zu tun haben soll, erklär uns doch bitte mal!

Sniper hat mit allem, was er bisher hier geschrieben hat Recht!

@Sniper: Ich glaube es bringt nichts, da hier wieder die "ich hab' immer Recht" Fraktion Vertreten ist, die mit starken Behauptungen, aber nicht mit Beweisen und Quellenangaben argumentiert!

Aber Sniper, da Du das theoretisieren ja auch zu mögen scheinst:

Mir kommt gerade noch "Präzession" in den Sinn. Ein rechtsdrehendes Geschoss, dass durch die Schwerkraft nach unten abgelenkt wird, müsste doch aufgrund der Präzession nach links abgelenkt werden. Ich glaube allerdings, dass diese resultierende Kraft so gering ist, dass sie sich nicht gegen den Impuls des Geschosses, der ja geradeaus wirkt, durchsetzen kann.

All diese beschriebenen Effekte sind wahrscheinlich zu berücksichtigende Größen bei ICBMs und nicht so sehr auf dem 300 oder 1000 m Stand.

Aber es spricht ja nichts gegen eine niveauvolle Diskussion!

TheHun

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Gure,

auch wenns teilweise schon geschrieben wurde...

Nur mal so eine Gedankenspielerei:

durch den Drall wird ja auch ein wenn auch marginales Drehmoment der Waffe um die Laufachse ausgelöst. Geht nicht anders, wenn das Geschoß eine Rotationsbeschleunigung erfährt.

Bei einem Rechtsdrall wird die Waffe am Griff (von hinten gesehen) um die Laufachse gegen den Uhrzeigersinn beschleunigt. Das ist für Rechtsschützen besser abzufangen - gerade bei denen, die die KW halten wie einen toten Fisch, also mööööglichst locker. Eine Beschleunigung andersrum wär da eher nachteilig.

So gesehen könnten also Linksschützen über einen Linksldrallauf nachdenken ...

Ob das allerdings wirklich eine mehr als theoretische Rolle spielt, weiß ich nicht. Es ist mir auch wurscht ...

Meinst Du's nicht eher andersrum?!?

Wenn sich beim Linksdrall das Geschoss links herum bewegt, wird die Pistole oben nach rechts und der Griff unten nach links beschleunigt.

Das wäre für den Rechtsschützen besser, da er die Drehbewegung mit den drei Fingern besser fangen kann, als mit dem Daumen. Von der linken Hand unterstützt sowieso. ;)

... Ich dachte auch an Zusammenhänge wie bspw. der Erddrehung und das Wasserstrudel im Abfluss der Badewanne auch immer rechts drehen. ...

Aber angeblich nur auf der Nordhalbkugel. :D;)

Dürfte schon mit der Korioliskraft zusammenhängen, der Effekt wirkt sich aber erst bei weitreichender Artillerie so stark aus, daß er berücksichtigenswert wäre.

Habe mal gehört, daß man Rohren, die auf der Südhalbkugel der Erde verwendet werden sollen, einen Linksdrall gibt. Kann aber auch eine Mähr sein.

Gruß, Lion

Kommt aber auf die Richtung an, in die Du schießt.

Du mußt also für den Ansitz zwei Waffen haben. - Eine um nach Norden und eine um nach Süden zu schießen. :lol:;)

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Meinst Du's nicht eher andersrum?!?

Wenn sich beim Linksdrall das Geschoss links herum bewegt, wird die Pistole oben nach rechts und der Griff unten nach links beschleunigt.

Sag ich doch !! :traurig_16:

Der Waffengriff würde einem Rechtsschützen daher tendentiell aus der Hand gerissen. Und ich sprach ja besonders von Schützen, die die Kanone halten wie einen toten Fisch, der ihnen gar nicht gehört ...

Beim Rechtsdrall drückt's den Griff hingegen in die Hand rein (beim Rechtsschützen), da is wurscht, wie stark die Fingerchen sind.

Das wäre für den Rechtsschützen besser, da er die Drehbewegung mit den drei Fingern besser fangen kann, als mit dem Daumen. Von der linken Hand unterstützt sowieso. ;)

Nö. Siehe oben.

Kommt aber auf die Richtung an, in die Du schießt.

Du mußt also für den Ansitz zwei Waffen haben. - Eine um nach Norden und eine um nach Süden zu schießen. :lol:;)

Nö !! Einen Kompaß, um zu wissen, wo man grad hinballert, um entsprechend gegensteuern zu können. Echt !! Der gehört ins Standardrepertoire eines jeden ernsthaften Schützen !!!

Stell Dir vor, Du glaubst, Du schießt nach Norden, vertust Dich aber und schießt nach Südwesten, weil der Himmel grad so bedeckt ist, daß keine Sonne zu sehen ist. Jessesmariaundjosef, nicht auszudenken !! Total unweidmännisch, solchene Glücksschüsse ....

;)

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7.62x54R hat's recht erkannt, das hat aber nur in der Schwarzpulverära eine Rolle gespielt.

Das bayerische Podewils-Gewehr wurde meines Wissens nach mit einem Visier ausgestattet, das diese Abweichung ("Derivation") ausgleicht. Ein Schützenkamerad hat letztes Jahr eine Originool Springfield-Trapdoor angeschleppt, die hatte ebenfalls diese Korrektur.

Die besagte Abweichung findet also bei Rechtsdrall nach rechts und bei Linksdrall nach links statt.

Aber wie gesagt: Die rauchschwachen Pulver beschleunigen die Geschoße mittlerweile auf solche Geschwindigkeiten, daß dies schon beim Lebel-Gewehr von 1886 (8 mm) keine Rolle mehr spielte.

Heinrich

Die Richtung von dem Drall hat besonders einen Einfluss bei Serienfeuer. Eine Waffe mit rechtsdrall wandert nach recht-oben. Darum zeigen die Schnitte des Kompensators auf der mini-Uzi nach 2 Uhr.

Es gibt eine verrückte MP die aus Australien kommt, sie wurde von einem Herrn Robinson entwickelt. Ziel war es eine MP zu bauen die man im Serienfeuer mit einer Hand schiessen kann. Das hat er gemacht indem er einen rafinierten Mechanismuss eingebaut hat der den Rückstoss über die ganze Zeit der Bewegung des Verschlusses verteilt. Da merkte er das die Waffe im Serienfeuer schon nicht nach oben wanderte aber unweigerlich in der Hand rotierte. Deswegen hat er den Lauf aussen mit einem Gegendrall versehen der den Lauf in die entgegendgesetzte Richtung dreht. Resultat eine absolut ruhige Waffe im Serienfeuer.

Hier ein Bild davon:

robinsonmod11bl9.th.jpg

Joker

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