Der Mann hat den Schmuck, den man den Juden abgenommen hatte, nicht "archiviert" wie Du zu beschönigen versuchst, sondern in Berlin abgeliefert. Die Opfer bzw. Erben wurden also nicht nur beraubt, sondern das Deutsche Reich hat sich daran widerrechtlich bereichert.
Und er berichtete, er wußte, was er da tat, und daß im Vernichtungslager die Juden umgebracht wurden.
Und das völlig zurecht!
Opasein bedeutet ja nicht automatisch "im Recht sein".
Er sagte ja selbst "Man durfte da nicht mitmachen".
Mengele durfte aber unbehelligt von und nach Südamerika aus- und einreisen und wenn er einmal im Jahr das Grab seiner Eltern in Günzburg besuchte, hinderte ihn auch niemand.
Nur: Was ändert das an der Schuld dieses Oskar Gröning?
Die Justiz schwingt sich nicht zum Moralapostel auf, sondern im GG und den weiteren Gesetzen sind die Regeln zusammengefaßt, unter denen wir als Gemeinschaft zusammenleben wollen bzw. sollen.
Daß man Verurteilungen wie die von Gröning jetzt durch den BGH bestätigte, nicht schon längst in den 50ern und 60ern durchgeführt hat, ist zweifellos eine Schande, ändert aber nichts, da Mord nicht verjährt.
Weil sich die Gesetzeslage seit 1953 nicht verändert hat, hätten die Verurteilungen schon längst stattfinden können.
Aber man wollte nicht.
Heute noch sperrt sich das LG Neubrandenburg gegen einen Prozeß.
Ist auch schändlich.
Aber nicht zu ändern.
Das wird eher nicht geschehen, da Gröning haftunfähig sein dürfte.
Unsere Gesetze sind weit menschlicher als die Menschen, denen Gröning diente.