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Loctite 222 - 243 - 278: waffentechnische und waffenrechtliche Einordnung


Schwarzwälder
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Loctite wird ja gerne empfohlen, aber nicht immer ist klar, welches.

  • Loctite 222: Schraubensicherung niedrigfest, bis 150 Grad, nicht ölbeständig
  • Loctite 243: Schraubensicherung mittelfest, bis 150 Grad, nicht ölbeständig
  • Loctite 278: Schraubensicherung hochfest, bis 200 Grad, ölbeständig

https://www.fag-ina.at/explorer/download/klebetechnik/Auswahltabelle.pdf

 

  1. Um einen Komp. oder eine  Mündungsschraube zu sichern - reichen da 150 Grad?
  2. Bei Waffen, bei denen es auf die Gesamtlänge (60 cm f. LW oder 95 cm für Pumpflinten) ankommt: Wird da vom BKA ein MfD mit Loctite 278 akzeptiert?
  3. Wird Loctite 278 auch für den Searcut-Verschluss vom BKA akzeptiert?
  4. Wie ölbeständig sind Loctite 222 oder 243?
  5. Bei Zielfernrohrbefestigungen wird wohl zumeist Loctite 222 genutzt - muss man da ab und zu "nachkleben" wegen Reinigungsölen?

 

Letztlich spielt auch der Preis eine Riesenrolle: Loctite 278 kostet ungefähr das zehnfache (!) von Loctite 222...

 

Wäre super, wenn der eine oder andere ein paar Ideen/Erfahrungen/Wissen im Umgang mit den div. Loctite-Produkten im Waffenbereich weitergeben könnte. Im Voraus vielen Dank!

Edited by Schwarzwälder
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Ich weiss, du hast nach dem Waffenbereich gefragt....

 

Wir verwenden 222 und (hauptsächlich) 243 im KFZ Bereich. IN Motoren, Getrieben, Differentialen usw. Also warm/heiss  und permanent ölumspült. Auch nach Jahren keine Probleme. Immer alles fest. Erst jetzt vor kurzem ein Differential geöffnet, dass vor 8 Jahren und 150000 km überholt wurde, alles fest.

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 Egal welcher "Kleber" - die Anwendung ist das entscheidende. Fängt bei Oberflächenbeschaffenheit an und geht beim entfetten der Kontaktflächen weiter.

Für eine "waffenrechtliche" Relevanz müsste somit die Anwendung durch eine entspr. zertifizierte Stelle erfolgen. Auch müssten dann z.B.Los- Drehmomente z. B. für Mfd festgelegt sein.

Dazu kommen erhebliche Unterschiede beim "verkleben" von Schraubverbindungen und dem verkleben von Flächen, beim letzteren ist die Scherfestigkeit das Kriterium.

 

 

Edited by chapmen
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Loctite blau ist bei mir normale Schraubensicherung

Locitie grün verwende ich wenn es richtig fest sein soll (Bremsscheiben beim Motorrad).

 

Für die genauen Temperatureigenschaften und die Verarbeitung bietet Henkel wunderbare Datenblätter zum download.

Edited by catering
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vor 7 Stunden schrieb Schwarzwälder:

 

  1. Um einen Komp. oder eine  Mündungsschraube zu sichern - reichen da 150 Grad?
  2. Bei Waffen, bei denen es auf die Gesamtlänge (60 cm f. LW oder 95 cm für Pumpflinten) ankommt: Wird da vom BKA ein MfD mit Loctite 278 akzeptiert?
  3. Wird Loctite 278 auch für den Searcut-Verschluss vom BKA akzeptiert?
  4. Wie ölbeständig sind Loctite 222 oder 243?
  5. Bei Zielfernrohrbefestigungen wird wohl zumeist Loctite 222 genutzt - muss man da ab und zu "nachkleben" wegen Reinigungsölen?

1. Für die paar Schüsse, die der durchschnittliche deutsche Schütze abgibt, ja. Selbst bei schnellen Folgen im IPSC ist das kein Problem. Sobald ein Schalldämpfer über einen Kompensator oder MFD kommt, sollte dieser mit Rocksett oder ähnlichem montiert sein, da der dann gleich um ein Vielfaches heißer wird.

2. Nein, weil "kürzeste bestimmungsgemäß verwendbare Gesamtlänge"  ausschlaggebend ist.

3. In der Theorie hat das BKA sicher irgendeine schwachsinnige Idee davon, was der Kleber für Eigenschaften haben muss. Die sind natürlich im Anblick einer 15€ Wärmepistole alle hinfällig, weshalb man eigentlich gleich drauf verzichten könnte. Im Endeffekt bleibt es eh wieder an einem Gericht hängen, was unter "dauerhaft verschlossen" verstanden wird. Klären, warum eine Ausfräsung - die nur für sich genommen überhaupt nichts bringt - super illegal sein sollte, wird natürlich niemand.

4. Kaum. Du bekommst mit öligem Loctite dieser Art eigentlich immer noch den selben Effekt gegen Vibrationen, allerdings ist die Schraube sehr viel einfacherer aus dem Gewinde zu führen. Es verfestigt sich nicht ganz so stark wie ohne Ölbindung.

5. Bitte, bitte niemals ein Zielfernrohr mit Loctite befestigen. Ich have noch nie jemanden getroffen, der das nicht irgendwann bereut hat. Auch scheißen dir die Hersteller vor die Haustür, wenn du deine Optik zur Instandsetzung einschickst.

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Am 11.3.2020 um 20:52 schrieb EzLord:

Bitte, bitte niemals ein Zielfernrohr mit Loctite befestigen. Ich have noch nie jemanden getroffen, der das nicht irgendwann bereut hat. Auch scheißen dir die Hersteller vor die Haustür, wenn du deine Optik zur Instandsetzung einschickst.

 

Selbiges betrifft Trommelachsen, egal ob S&W, Colt, Korth, etc. 

 

Gibt solche Genies die das machen und dann hat der Büchser sowie der Besitzer wenn es uns reinigen oder reparieren geht gar keinen Spaß mehr! 

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Am 11.3.2020 um 14:52 schrieb EzLord:

Bitte, bitte niemals ein Zielfernrohr mit Loctite befestigen.

Einfache Alternative, wenn man nicht darauf vertraut, dass es auch so hält, was es tut: Mit einem Lackstift oder auch einem Bleistift eine Linie vom Metall um den Schraubenkopf herum auf den Schraubenkopf ziehen. Sollte sich die Schraube auch nur ein kleines Stückchen drehen, dann sieht man, dass die Linien nicht mehr zusammenpassen. Schraubensicherung durch Kontrolle statt Kleber, sozusagen.

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Also 278 ist schon brutal. Man könnte es "kaltverschweißt" nennen. 

Ein Bekannter hatte mal ein Aimpoint Micro auf einer Spuhr Montage mit Loctite 278 verklebt (war nix anderes da) 🤓 ...seitdem ist es da drauf. Mehrere Schlüssel abgebrochen beim Versuch das wieder zu lösen. Die Schrauben müssten rausgebohrt werden. War doof, hat er auch gelernt. 

 

Ich hab noch nie eine Anwendung gehabt (im Bereich Waffen) wo 243 nicht locker und über Jahre gereicht hätte. Wenn man's wieder lösen will hat man halt wenigstens noch eine Chance damit 😉

 

Zielfernrohr wurde ja schon gesagt: Sowas macht man nicht. Ich versteh nicht warum sich diese Fehlinfo immer noch hartnäckig hält.

 

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vor 34 Minuten schrieb Famas:

 

 

Zielfernrohr wurde ja schon gesagt: Sowas macht man nicht. Ich versteh nicht warum sich diese Fehlinfo immer noch hartnäckig hält.

 

Bei fach- und sachgerechter Anwendung ist dagegen nichts einzuwenden.

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