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IGNORED

Bundeswehr umwirbt Kinder


chute

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http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30249/1.html

Nun kam durch einen Bericht der Militärzeitschrift aktuell – Zeitung für die Bundeswehr heraus, dass selbst 11-Jährige beim "Girls'Day" von der Armee umworben wurden: "Die elf Jahre alten Mädchen Katrin Janzen und Fenja Albrecht aus Hude setzten sich in die Pilotensitze eines Marinehubschraubers vom Typ ‚Sea Lynx' und kamen aus dem Staunen nicht heraus", heißt es in dem "aktuell"-Bericht, mit der Überschrift "Überwältigende Eindrücke"
Die Bundeswehr setzt aber auch gezielt selbst erstellte Medien ein um Nachwuchs zu gewinnen. Dazu gehört beispielsweise auch das Webportal treff.bundeswehr,* das sich an Jugendliche von 14 bis 17 Jahren wendet. Die bunte Bundeswehr-Werbe-Website entging der Indizierung wegen der Verharmlosung des Kriegshandwerks im Jahr 2002 nur knapp. Auf der Website finden sich Videos von Panzern und Flugzeugen sowie Datenblätter von Maschinengranatwerfern und anderem Kriegsgerät neben Handy-Logos, Stundenplänen und kleinen Online-Videospielen.
Zudem macht Willinger darauf aufmerksam, dass Deutschland schon lange das Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention aushöhlt. Die UN-Konvention sah vor, dass Kinder unter 15 Jahren nicht vom Militär geworben werden dürfen. 2002 trat ein Zusatzprotokoll in Kraft, in der die Altersgrenze auf 18 Jahren hinauf gesetzt wurde. "Leider wurde auf Druck einiger westlicher Länder – darunter auch Deutschland – eine Ausnahmeregelung in das Protokoll gebracht", so Willinger.

Kein weiterer Kommentar von mir zu dieser Heuchelei!

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Chute hat - zu Recht - aufgezeigt, wie verlogen unsere Führungskaste ist.

Stolz auf die BW? War ich mal. Die Augen wurden mir geöffnet als die letzte Waffenrechtsverschärfung kam. Das psychologische Gutachten entfällt für unter 25 jährige Polizisten und Zollbeamte (sogenannter Amtsbonus).

Das Bundesministerium der Verteidigung verzichtete explizit auf dieses Recht. Der 24 jährige Feldwebel darf zwar in Kundus seinen Kopf hinhalten, er darf auch am Abzug der Maschinenkanone sitzen, aber zu Hause in peaceful Germany Löcher in Pappscheiben stanzen - nein, das ist pfui, da muss man doch wirklich nen Psychologen fragen ob der noch normal ist.

Ich habe das BMVG angeschrieben und habe um Namensnennung gebeten, welcher eierlose politisch korrekte Karrierist das Schreiben BMVG-Innenministerium mit der "Verzichtserklärung" unterschrieben hat (natürlich mit höflicherer Wortwahl). War nicht rauszukriegen.

Dann habe ich eine Beschwerde an den Wehrbeauftragten geschrieben. Abgeschmettert. Logische Begründung: Soldaten werden durch die nicht-Gewährung des Amtsbonus nicht gegenüber Polizei und Zoll benachteiligt, sondern lediglich gegenüber den "Normalbürgern" nicht bevorzugt.

Jetzt bin ich wirklich stolz auf die Bundeswehr. Das ist doch endlich mal eine Friedensarmee.

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1. Was hat die Bundeswehr mit dem deutschen Waffengesetz zu tuen?

2. Wie und wann soll man sonst für sich werben?

3. Sei stolz auf Deine Armee!!

Es geht hier wohl eher darum, dass zeitgleich von Seiten der Politik Sportschützen als "amoklaufende Waffennarren" verallgemeinert werden, vor denen man die Gesellschaft (insb. die Jugend!) "schützen" muss, während gleichzeitig eine derselben Politik unterstehende Organisation die selbe Jugend für den Dienst an der Waffe - mit dem Ziel eines Einsatzes in echten Kriegen (vgl. deutscher Bundeswehrverband zu Afghanistan) - umwirbt.

Dieser krasse Widerspruch ist es, der den bitteren Nachgeschmack von Heuchelei hinterlässt.

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1. Was hat die Bundeswehr mit dem deutschen Waffengesetz zu tuen?

Der zwangsweise Dienst an der Waffe, um eigentlich das Töten zu lernen (bei der Bw gerne als kampfunfähig machen um schrieben) - auf der anderen Seite die Ächtung der Schußwaffe zu friedlichen Zwecken in der Gesselschaft.

2. Wie und wann soll man sonst für sich werben?

Bestimmt nicht beim Girl´s Day - hält nur die Truppe von der Arbeit ab.

3. Sei stolz auf Deine Armee!!

Auf die Soldaten ja - aber nicht auf ihre politische und direkt nachgeordnete militärische Führung!

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Ich dagegen sehr gut - oder wie soll man ein solches Verhalten der Führung seinen zurecht fragenden Soldaten vermitteln?

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Naja, der Bundeswehr geht es ja vor allem darum, den Schüler zu vermitteln, dass es den Beruf "Bundeswehr" auch gibt, d.h. dass es eine berufliche Möglichkeit ist.

Man hat nämlich schon Interesse daran, dass sich nicht immer nur die Leute bewerben, die wegen der Noten sonst nirgendwo einen Job bekommen haben.

Und bei der Bundeswehr gibt es ja auch viele halbzivile Bereiche - Verwaltung, Sani´s und so. Ich zweifle übrigens sehr, dass 11jährige Kinder bei der Bundeswehr irgend jemanden "von der Arbeit abhalten".

Ich stehe aus persönlichen Gründen der BW nahe und es ist einfach schlimm, was man mit denen macht.

Es ist auch keine richtige Armee mehr, sondern so eine Art "ein bisschen Armee" - Schande, dass unsere Soldaten in einem Land sterben, in dem die Einwohner sie nicht haben wollen und wo sie nichts zu suchen haben, gleichzeitig aber nicht mit allen militärischen Mitteln für Ruhe sorgen dürfen. Afghanistan wird noch 30 Jahre gehen, mindestens ....

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Und bei der Bundeswehr gibt es ja auch viele halbzivile Bereiche - Verwaltung, Sani´s und so. Ich zweifle übrigens sehr, dass 11jährige Kinder bei der Bundeswehr irgend jemanden "von der Arbeit abhalten".

Denken, drücken, sprechen!

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Chute und der Blechbüchsenfahrer haben die Problematik sehr genau erkannt. Wer Führungskräfte, die solchermaßen und nachweisbar die ihnen vertrauenden Menschen vera...... noch Ernst nehmen kann ist selbst Schuld.

Am erstaunlichsten für mich ist, dass sich diese Herrschaften nicht einfach SCHÄMEN dem Bürger solch offensichtliche Eiertanzereien und Rückgratloses Verhalten als seinem Wohle dienende zu Arbeit verkaufen.

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Wieso soll die Bw eigentlich nicht für sich werben? Ich finde es richtig und bin stolz, 12 Jahre "dabei" gewesen zu sein!! Übrigens: die 17 Polizeien werben doch auch für sich....

kape357

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1. Was hat die Bundeswehr mit dem deutschen Waffengesetz zu tuen?

2. Wie und wann soll man sonst für sich werben?

3. Sei stolz auf Deine Armee!!

Schön und gut, aber die Doppelmoral ist doch offensichtlich.

Es geht ja auch nicht darum, dass die BW nicht für sich werben soll (ich hab als Knirps auf der Südwestmesse in VS regelmäßig tütenweise Igelaufkleber und Panzerposter abgestaubt), aber das passt einfach nicht zu der aktuellen Antiwaffenhysterie.

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Es geht um die moralische Verwerflichkeit, seinen gesetzestreuen Bürgern als (relativ) freien Menschen das zu verbieten, zu dem man auf der anderen Seite bereits seine Kinder verführen will, damit sie sich zu Bütteln des Staats und zu Kriegsklaven machen lassen.

Mao Tse Tung und Stanley Milgram lassen grüßen! :bad:

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Nur hat die Bw nichts mit dieser Hysterie zu tun.

Natürlich hat sie das. Sie ist die Armee der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesregierung (dem Verteidigungsminister) unterstellt. Und eben diese Bundesregierung will jetzt die Nachwuchsarbeit im nachweisslich völkerverbindenden und friedlichen Schiesssport weiter erschweren!

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@ mausebär

Das ist soweit klar, hat jedoch nichts mit der Bw zu tun. Ich habe noch keine Verbotsforderung vom Verteidigungsminister gehört. Deshalb liegt die moralische Verwerflichkeit auch nicht bei unserem Element der Landesverteidigung.

Wer jetzt einwerfen möchte, dass die Bw auch noch nichts gegen die Verbotsforderung gesagt ist, sollte sich daran erinnern, dass allghemein unerwünscht ist, dass die Bw irgendwelche Einmischungen in innere Angelegenheiten unternimmt.

@ wahrsager

dann liegt es in der verantwortung der Bundesregierung und nicht der Bundeswehr

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Nur hat die Bw nichts mit dieser Hysterie zu tun.

Aber die politische Führung des Systems, der sie untersteht - und dies bezieht sich ausdrücklich nicht auf das BMVg!

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Du verstehst es nicht.

Schalt mal Deinen BW-Verteidigungs-Beissreflex aus. Es geht hier nicht um Kritik an der BW sondern an unserer Regierung, die einerseits Kinder für den Dienst an der Waffe begeistern will (über das Verteidigungsministerium) und gleichzeitig das Sportschiessen bekämpft (über das Innenministerium).

Das nennt man Doppelmoral, das ist verlogen.

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Eben diesen Ansatz wollte ich Dir vermitteln .... :rolleyes:

Nein, da ich im Gegensatz zu dir weiß, von was ich spreche.

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1. Was hat die Bundeswehr mit dem deutschen Waffengesetz zu tuen?

2. Wie und wann soll man sonst für sich werben?

3. Sei stolz auf Deine Armee!!

1. Nichts

2. ...ok

3. Nein - nicht mehr! Ich hab nämlich mal geschworen (man beachte, ich habe nicht "nur gelobt") Recht und Freiheit des deutschen Volkes Tapfer zu verteidigen. Momentan findet ein Ausverkauf von Recht und Freitheit des Volkes statt und die Bundeswehr rettet Piraten aus Seenot und bewacht Opiumfelder.

Kein Aufschrei aus der Bundeswehrführung, dass man die Soladten privat entrechtet (Hinaufschieben der Altersgrenze, Haus"besichtigung" nach Lotteriekritereien, Aus für IPSC Co), denn der Soldat hätte ja am Besten auch im Dienst keine Rechte zu haben (das wäre der Optimalzustand). Sollen sich doch alle rechtzeitig daran gewöhnen.

Dass die Ausbildung von 17-jährigen gegen UN-Konventionen verstößt, ist doch wurst. Genau wie die komische Begründung für den Afganistaneinsatz, dass unser Recht und Freiheit am Hindukusch verteidigt werden können (wärend sich die Turbanträger hier in die soziale Hängematte kuscheln und in Ruhe Islamschulen errichten).

Und auf die Leute von Blackwater (die nichts anderes machen als der heutige Durschnitts-Bundeswehrsoldat - nämlich zum Broterwerb draufhauen) zeigt man mit dem moralischen Zeigefinger...

Gruß

Erik

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@ mausebär

..., dass allghemein unerwünscht ist, dass die Bw irgendwelche Einmischungen in innere Angelegenheiten unternimmt.

...

A ja,

Reservisten, Hilfe in Katastrophenfällen und Amtshilfe sind also allgemein unerwünscht.

*klopf, klopf*

... und ob es allgemein erwünscht ist, dass "die Bw irgendwelche Einmischungen in innere Angelegenheiten unternimmt"! Was im Gegensatz zu einigen Politikern unerwünscht sein sollte, ist dass Soldaten gegen das eigene Volk eingesetzt werden (obwohl das sogar u.U. schon lange erlaubt ist).

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