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IGNORED

Komm, wir bereiten uns auf den Psychotest vor!


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Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb VDB:

Den große und kleine MMPI-2 Fragenkatalog kann man hier auf Englisch einsehen und beantworten (sogar mit Auswertung).

Wie hoch sind den in diesem, bzw. in dem noch unbekannten selbstgestrickten Test, die Fehlerraten? Wie viele "durchgedrehte" WBK-Inhaber gibt es denn pro Jahr?

 

Am Schluss verlieren eine Menge Leute ihre zu unrecht ihre WBK und der gesellschaftliche Sicherheitsgewinn strebt gegen 0.

Geschrieben
vor 45 Minuten schrieb tuersteher:

Ich habe übrigens in AT so eine MPU gemacht (ist notwendig, wenn man dort eine WBK haben will aber keine Jagdkarte hat).

Ja,

das mit den Persönlichkeitstests haben die Öschis verbockt. Die haben eine Kurzform des MMPI im Einsatz. Als dann § 6 Abs. 3 WaffG kam und nur auf Tests ohne Angabe, welche denn, verwiesen wurde, fand man in einer Begründung zu Abs. 3 einen Hinweis auf Österreich. 

 

 

vor 45 Minuten schrieb tuersteher:

...

Keine Ahnung wie man das Aufgrund der Fragen erkennen will. ...

 

 

Kann man nicht. 

 

Der MMPI wurde in den 1930ern mit Hilfe von Daten von Psychiatriepatienten entwickelt. Einigen Items merkt man das heute noch an, und fragt sich, wie übermüdet bzw. besoffen die Ersteller dabei wohl waren. ;) So ~ den 1940er fragte man sich, ob man die Daten des MMPI vielleicht auch noch für etwas anders nutzen könne als zur Beschreibung von Persönlichkeitsausprägungen und begann Unterskalen zu kreieren. Zum einen basieren die Skalen auf veralteten Störungsbildern und zum anderen sind die Items des MMPI für Persönlichkeitsfacetten kreiert worden. Man kann sie nur zu einer detaillierten Aufschlüsselung der Persönlichkeitsfacetten der Probanden nutzen. Als diagnostisches Hilfsmittel für die Störungen der (ursprünglichen) Bezeichnungen der Skalen taugen sie nicht. Weshalb die Unterskalen heute häufig auch einfach nur nummeriert statt benannt werden. Denn benennt man sie, dann passiert häufig genau das, was hier (und vielleicht bei den Österreichern) passiert ist. Es gibt immer einige, die meinen, dass man so psychische Störungen diagnostizieren könne. :gaga:

 

Falls man tatsächlich einen psychologischen Test entwickeln wollte, um ex-ante vermutliche akzeptable LWB von vermutlich nicht akzeptablen LWB zu unterscheiden, müsste man erst einmal einen LWB und die "anderen LWB" definieren. Für den nächsten Schritt gäbe es dann zwei Ansätze - entweder erhebt man mit Tests erfassbare Eigenschaften und derer Ausprägungen der bei den Gruppen, oder macht ein Brainstorming dazu und überprüft dann, was man gefunden zu haben glaubt, ...

 

Selbst wenn man dann vielleicht einmal Tests mit brauchbaren Validitäten entwickelt haben sollte, bräuchte es ebenso belastbare Kriterien für die Abgrenzung und Zuordnung zu den beiden Populationen. Das Problem wird sein, dass es die so wissenschaftlich nicht geben wird, sondern nur Zuordnungen, die Werten in den Werte-Verteilungen der beiden Populationen entsprechen werden. Da wird selbst eine Punktlandung auf dem Mittelwert der Verteilung der akzeptablen LWB auch immer noch einem Wert in der Verteilung der "nicht akzeptablen LWB" entsprechen und umgekehrt. :closedeyes:  Das ist auch der Grund, warum ich das Eppendorfer Schizophrenie Inventar (ESI) so mag. Nicht weil es so tolles Hilfmittel der Diagnose ist. Dessen Ergebnis wird sowohl für die Verteilungen der Populationen der "Gesunden", der "sich in einer stationären Behandlung befindenden Gesunden" und der, der "Schizophrenen Patienten"  dargestellt. Auch ein Wert, der genau dem Mittelwert der Verteilung der "Schizophrenen Patienten" entspräche, entspräche auch immer einem Wert in der Werte-Verteilung der "Gesunden". Da sollte dann auch noch der letzte Arzt kapieren können, dass ein Testergebnis zwar bei einer Diagnose helfen kann, aber immer auch mehr als nur eine Wahrheit ist. :rolleyes:

 

Unter dem Strich bleibt es bei der Anwendung von schließender Statistik auf ein Individuum. Bei zwei möglichen Ergebnissen - akzeptabler LWB vs. nicht akzeptabler LWB - gibt es dann genau die Wahrscheinlichkeitsverteilung von 50% zu 50%. Das ist wie bei der Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden. Für gesunde (nicht gleichgeschlechtliche) Paare liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr bei ~ 1/200. Jedoch kann keine Frau zu 0,5 % schwanger werden. Für ein einzelnes Paar beträgt die Wahrscheinlichkeit 50% - die Frau wird schwanger oder eben nicht. 

 

Dein

Mausebaer

 

Geschrieben
3 minutes ago, Mausebaer said:

Einigen Items merkt man das heute noch an, und fragt sich, wie übermüdet bzw. besoffen die Ersteller dabei wohl waren.

 

So etwas ähnliches habe ich mir bei manchen der Fragen in AT tatsächlich gedacht. :grin:

 

Vor allem waren da aber Fragen dabei, da bin ich aus dem kopfschütteln nicht mehr herausgekommen: So ungefähr "Fühlen sie sich unwohl, wenn sie eine Schusswaffe sehen?" - was zur Hölle, ich mache da gerade ein MPU, weil ich eine WBK für Schusswaffen haben will! Das würde ich wohl kaum machen, wenn ich mich beim Anblick einer solchen unwohl fühlen würde.

Geschrieben

Eine Testung für alle, inklusive der bereits vorhandenen Legalwaffenbesitzer, wäre ein Desaster, in mehrerer Hinsicht, auch für den Gesetzgeber.

 

 

Zunächst müsste der Gesetzgeber definieren, was, zu welchem Zweck, wie getestet werden soll. Dann, wer diese Tests durchführen darf.

 

Bei hohen Qualifikationen, die vom Testenden gefordert würden, wäre das Angebot gering und das System wäre überfordert, bzw. kollabiert. Es gibt schlicht nicht ausreichend Fachärzte, Gutachter oder Psychologen.

Da die Regierung das weiß, wäre das Gesetz juristisch angreifbar, weil bewusst etwas eingefordert würde, was nicht für alle zu erbringen ist. Schließlich haben diverse offizielle Institutionen bereits genau davor gewarnt.

 

Senkt man die Qualifikation der Testenden ab, würde der Zweck, den der Test erfüllen soll nicht mehr gegeben sein, der Test wäre nicht geeignet. Auch damit ist das Gesetz juristisch angreifbar.

 

Wenn man bedenkt, dass alle Mediziner, die einen Patienten bereits behandelt haben, Fachärzte, Psychologen, Hausärzte, bereits als Tester für diesen einen zu Begutachtenden herausfallen, verringert sich das Angebot nochmal drastisch.

 

Dann senkt man die Anforderungen an den Test selber. Damit ist der Test selber ungeeignet.

 

Man könnte spalten, z.b. eine Gruppe der legalen Waffenbesitzer ja, eine andere nein. Das wäre jedoch in der Sache eine Ungleichbehandlung und stünde im Gegensatz zum Grundgesetz.

 

Was nun. Entweder entsprechende Qualitätsstandards bei geringen Kapazitäten, oder erweiterte Kapazitäten bei geringer Qualifikation. In beiden Fällen käme der Gesetzgebe, bei der darauf folgenden Klagewelle, in Erklärungsnot.

 

Ich bin mir sicher, dass der Wille umgesetzt wird, irgend eine Art von psychologischem Test zu etablieren oder auszubauen. Egal ob geeignet oder ungeeignet.

 

Ich bin mir aber auch sicher, dass der Gesetzgeber den möglichen Druck eines verfassungswidrigem Gesetz versuchen wird zu umgehen, indem der Adressat des Testes nur ein kleiner Teil der Betroffenen ist. Somit kann der Gesetzgeber den Standard hoch halten, ohne die Kapazitäten zu überschreiten.

 

Man muss das Ganze im Kontext zu der Gesetzgebung in Deutschland sehen.

 

Verschärfen ist hier das Hobby oder die Lebensaufgabe einiger Politiker. Aber genau diese Regulierungswut unseres Gesetzgebers bremst ihn selber auch teilweise in seinem Handeln aus.

Hier gilt es genau darauf zu achten, was zu welchem Zweck gemacht werden soll und ob es auch so mit den bereits bestehenden Gesetzen vereinbar ist, oder ob die Politik ( wieder einmal ) von Ideologie getrieben, handwerklich schlecht arbeitet.

 

Inst

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben

@tuersteher

 

Denen, die diese ergänzenden Items kreiert haben, war vermutlich klar, wie sinnlos ihre Arbeit war. "Wir sollten 50 Items mit Waffenbezug zur Auswahl erstellten ...? Bitte schön!":lazy:

 

Dein

Mausebaer

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