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Wie verhält man sich bei Interviewanfragen?


m.ade

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Hallo zusammen,

ich bräuchte euren Rat. Unser Verein hat einen Bauantrag zur Verlängerung der bestehenden 50m Bahn auf 100m eingereicht. Dies haben wir bereits im Februar 2009 gemacht, dann aber aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Winnenden den Antrag wieder zurückgezogen.

Meine Frage an euch, wie soll man sich bei Interviewanfragen von Zeitungen verhalten? Wir sind im Umgang mit Medien nicht sonderlich geübt und wollen nicht durch eine unglückliche Formulierung falsch zitiert werden, etc...

Über fachkundige Hinweise wäre ich dankbar.

Mit herzlichen Schützengruß

made

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Meine Frage an euch, wie soll man sich bei Interviewanfragen von Zeitungen verhalten? Wir sind im Umgang mit Medien nicht sonderlich geübt und wollen nicht durch eine unglückliche Formulierung falsch zitiert werden, etc...

Interviews von Zeitungen sind eigentlich eine feine Sache, da eine Gegendarstellung in gleichem Umfang und an gleicher Stelle erfolgen muss. Insofern würd' ich bei einer Anfrage erst mal positiv reagieren und mein Mißtrauen hintenanstellen, vor allem wenn's ein lokales Blättchen ist. Anders sieht es bei den Bundesweiten Blättern (Spiegel, Focus Stern) aus, die wegen der Hauspolitik anti-privatWaffen sind.

Die Empfehlung, sich mit dem Landesverband zu verstärken ist gut, Erfahrung mit Presse ist wichtig. Notfalls kann man auch eine Werbe-Agentur einkaufen oder sowas.

Wir hatten seinerzeit uns ausgiebig vorher über die Leute informiert, die bei uns im Verein recherchiert hatten, das geht ja dank Internet relativ gut.

Viel Erfolg

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Ich kenne das deutsche Medienrecht nicht. Ich kann dir aber in etwa schildern, wie es in der CH läuft und wie wir es als Fachzeitschrift handhaben. Aber gleich vorne weg: Es ist relativ komplex und die Grenzen sind oft fliessend.

Grundsätzlich darf jeder schreiben und publizieren was er will (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit usw), solange es sich nicht um Verleumdung, üble Nachrede etc handelt oder gegen sonstige Gesetze verstossen wird.

Und damit sind wir schon beim ersten Punkt: Wenn man Anfragen von Medien grundsätzlich ignoriert oder ablehnt, dann hat man gar keine Möglichkeit, seine Sicht der Dinge darzulegen. Der Journi schreibt dann einfach was ihm passt, oder was andere Informanten ihm flüstern. Als Urheber des Textes ist er auch niemandem Rechenschaft schuldig, sprich einen Vorabzug, Gut zum Druck oder so ähnlich muss er nicht zustellen.

Das ändert sich aber, sobald der Journi Aussagen von anderen Personen wiedergibt. Jede Person hat grundsätzlich ein Recht auf das eigene Wort, weil ja sie die Urheberin der Aussage ist. Wenn der Schreiberling dich zitiert, dann kannst du also einen Vorabzug des Zitates (und nicht mehr) verlangen, es ändern lassen oder dessen Veröffentlichung untersagen. Bei Letzterem besteht aber die Gefahr, dass er das Zitat zwar entfernt, aber die Sache auf eine andere Art und Weise erwähnt. Handelt es sich um ein Interview, hat man ergo das Recht, den ganzen Text zu lesen und frei zu geben, da es ja eigentlich nichts anders als ein grosses Zitat ist.

Somit wären wir beim nächsten Punkt: Mit dem Journalisten immer gleich zu Beginn klären, um was für ein Gespräch es sich handelt. Nur ein informelles Gespräch im Vorfeld eines Artikels, von dem aber nichts veröffentlich wird? Um ein Recherchegespräch, dessen Infos für den Artikel verwendet werden? Wird man Zitiert oder handelt es sich sogar um ein Interview? Ein anständiger Journalist wird dies auch von sich aus zur Sprache bringen, insbesondere wenn es sich um medienunerfahrene Personen handelt. Zur Sicherheit frage ich in solchen Fällen immer nach "darf ich Sie so zitieren?" und die meisten willigen dann auch ein.

Unterhalte ich mich aber mit mediengewandten Leuten wie Pressesprechern, Prominenten etc. dann bin ich weniger zimperlich, weil das ja deren Job ist und ich davon ausgehe, dass sie in etwa wissen wie der Hase läuft.

Tyr13 hat zudem ganz recht, es spielt sehr eine Rolle, um was für ein Medium es sich handelt. Ein Journalist eines Lokalblattes oder wie ich, in einer kleinen Fachbranche, kann es sich weniger leisten jemanden in die Pfanne zu hauen. Ich versuche deshalb mit offenen Karten zu spielen und fair zu bleiben - das selbe erwarte ich aber auch von meinem Gegenüber.

Ich mag es zum Beispiel nicht, wenn ein Informant, Interviewpartner oder PR-Mensch im Nachhinein jedes Zitat oder das ganze Interview umschreibt und alles weich spült oder sogar behauptet, das habe er so nicht gesagt. Erstens ist dies nicht glaubwürdig, weil ich hab das Interview auf Band. Zweitens ist der Leser nicht dumm und merkt ganz genau, wenn etwas nicht schlüssig ist oder zu diplomatisch rüber kommt.

Wie zu Beginn erwähnt, das Patentrezept gibt es nicht, es gibt viele Graubereiche. Zu viel Vertrauen kann von schonungslosen Journis ausgenutzt werden, zu viel Kontrolle kann aber auch kontraproduktiv sein.

Ich versuche später noch eine Präsentation eines CH-Medienrechtlers hoch zuladen.

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Bei der Presse gehts ja noch, als ich früher mal im Motorradzubehör Handel als Filialleiter gearbeitet habe hat mir auch zu jedem Saisonauftakt ein Krawallreporter der privaten Sender ein Mikro unter die Nase gehalten und mich danach gefragt, ob ich mich mitschuldig an den vielen "Tausend" toten Bikern jedes Jahr fühle.

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Hallo zusammen,

ich bräuchte euren Rat. Unser Verein hat einen Bauantrag zur Verlängerung der bestehenden 50m Bahn auf 100m eingereicht. Dies haben wir bereits im Februar 2009 gemacht, dann aber aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Winnenden den Antrag wieder zurückgezogen.

Meine Frage an euch, wie soll man sich bei Interviewanfragen von Zeitungen verhalten? Wir sind im Umgang mit Medien nicht sonderlich geübt und wollen nicht durch eine unglückliche Formulierung falsch zitiert werden, etc...

Über fachkundige Hinweise wäre ich dankbar.

Mit herzlichen Schützengruß

made

Eigentlich soll es für euch kein Problem sein mit den Medien zu sprechen. Wenn die den Bauantrag ansprechen dann kann jeder am Ruckzier ,Beteiligte ein Interview geben. :bump:

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Hallo zusammen,

zunächst meinen Dank für die zum Teil sehr ausführlichen Infos, wir haben uns mit den Pressesprechern auf das Interview vorbereitet und dem Pressevertreter sachlich unsere Argumente dargelegt. Der Artikel viel neutral aus, es wurden über die Sitzung bereichtet, die Gegner kamen zu Wort und unsere Argumente wurden ebenfalls wiedergegeben.

Besten Dank also für die Tipps, bis vielleicht auf den letzten Beitrag, den ich leider nicht so recht verstanden habe... ist aber auch nicht so wichtig.

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  • 3 weeks later...

Meine Frage an euch, wie soll man sich bei Interviewanfragen von Zeitungen verhalten?

... Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, danach sollte man sich verhalten. Es sei denn Du kennst den Redakteur und weisst,

dass er Dich nicht in die Pfanne haut. Wir schreiben unsere Sportberichte selbst und reichen sie samt Bilder bei der Lokalzeitung ein, und die drucken das auch so. Aber das muss nicht überall funktionieren.

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