Das lief bei mir genauso. Vor dem Studium war ich SaZ12, Waffeninstandsetzer und Feuerwerker EOD bei der Bundeswehr. Dazu bin ich seit über 25 Jahren Sportschütze und seit 16 Jahren Wiederlader. Ich bin davon ausgegangen, dass ich mit meinem Fachwissen im Bereich Waffen und Munition bei den großen Rüstungsbetrieben und Waffenherstellern punkten kann. Fehlanzeige! Fachwissen interessiert die nicht!
Bei den großen Munitionsherstellern ist man an promovierten Mathematikern und Physikern interessiert. Bei den Handfeuerwaffenherstellern sind Konstrukteure mit Studium beliebt. Besonders die mit Berufserfahrung in der Fachrichtung kunststoffgerechtes Konstruieren von Spritzgusswerkzeugen. Die Plastikgriffstücke und -gehäuse sollen sich ja nicht nach dem Ausstoßen aus der Form verziehen. Was heute anscheinend immer noch ein großes Problem darstellt. Daher werden die Teile krumm gespritzt, damit sie sich beim Erkalten gerade ziehen.
Mit Fachwissen kann man auch anecken. Bei einem Bewerbungsgespräch wurde ich von einem Abteilungsleiter, der auch Sportschütze war, über das WaffG ausgefragt. Oh Mann, war dieser Typ peinlich. Nachdem er mir mit den Paragraphen kein Bein stellen konnte, versuchte er mich mit Grundlagenwissen in der Produktentwicklung auf's Kreuz zu legen. Pech für ihn, dass es meine Vertiefungsrichtung Produktentwicklung im Maschinenbaustudium war. Er meinte, dass ich alles falsch beantwortet hätte. Ich war nach diesem Vorstellungsgespräch froh, dass ich in diesem Rüstungsunternehmen keine Anstellung gefunden habe.
Für Büchsenmacher interessiert sich auch keiner. Es reicht denen ein einziger pro Schicht aus, damit wenigstens ein Mensch mit einer Waffenherstellungslizenz anwesend ist. Wenn man sich bei zivilen Jagdwaffenherstellern bewirbt, kann man überhaupt froh sein, wenn eine man eine Antwort auf ein Bewerbungsschreiben erhält.
Am Ende bin ich doch sehr froh eine Anstellung als Abteilungsleiter in der Automobilbranche erhalten zu haben.