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IGNORED

Waffenschein für Ärzte?


Arne

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Hallo Kollege Harry!

In Antwort auf:

...

Nachts laufen wir allein durch dunkle Gassen mit teilweise der Tasche voller Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen.

...


Da täte mich als Kollegen schon mal interessieren, wo Du als was arbeitest. Das mag jetzt überheblich klingen, ist aber keineswegs so gemeint!

Auch in mehrjähriger klinischer Zeit als Anästhesist und Notarzt in diversen Kliniken sind meine Wege nur innerhalb der Klinik bzw. einsatzbezogen gewesen. Und in der Tasch hatte ich genau so viel BTM-Medikamente, wie ich für einen Notfall mit maximal 5 Verletzten brauche. Bei mehr wird eh Verstärkung und Leitender Notarzt gerufen.

Vorstellen kann ich mir Deine Wege eigentlich nur in Flächenkliniken, wie z. B. St.-Jürgen in Bremen oder diverse psychiatrische Landeskliniken (wo aber in der Regel BTM massiv unter Verschluß sein dürfte, da dort auch Entziehungen stattfinden).

Wenn es bei Euch tatsächlich so ist, halte ich es eher für ein logistisches Problem, dem man aber mit organisatorischen Änderungen beikommen sollte.

In Antwort auf:

...

Laut einer Statistik wurden 20% der Kollegen schon einmal Opfer von Gewalttaten.

...


Auch hier muß wohl differenziert werden. Was sind in diesem Zusammenhang "Gewalttaten"? Der Rempler vom Betrunkenen mit Kopfplatzwunde? Oder eine lebensgefährdende Attacke mit Waffe (nur diese würde eine Notwehr mit Schußwaffe rechtfertigen!)?

Ich muß Dir aber insofern Recht geben, daß ich auch schon "Patienten" Dormicum durch die Hose injiziert habe und ach schon Personen aus der Ambulanz geworfen habe, nachdem diese Krankenschwestern tätlich angegriffen haben. Aber alle mir bekannten Fälle hätten keine Notwehr mit Waffe gerechtfertigt.

Und bevor ich hier mißverstanden werde: Ich bin ganz klar für ein "Right-to-Carry"!!!

Aber dann für alle gesetzestreuen Bürger und nicht nur für bestimmte Kreise, die mit fadenscheinigen Begründungen einen Waffenschein ergattern wollen. Und damit meine ich nicht Ärzte!!!

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Hallo Gecko,

Anscheinend sind wir wirklich Kollegen. Auch ich bin als Anästhesist und Notarzt in einer großen Universitätsklinik tätig. Da wir jedoch über keinen Zentral-OP verfügen, sind die nächtlichen Einsatzorte über das ganze Klinikgelände verteilt. Da aufgrund der Vielzahl der Arbeitsplätze nachts nicht überall Opiat gelagert werden kann, tragen wir einen entsprechenden Vorrat am Mann. Dieser muß so bemessen sein, daß man unabhängig von irgendwelchen Depots eine Nacht lang arbeiten kann, geht also weit über das, was man im Notarztdienst braucht, hinaus. Dies ist, wie Du richtig sagst, ein logistisches Problem, welches aber IMHO nicht so einfach zu lösen ist.

Ich gebe Dir auch recht, daß in den meisten Fällen eine Verteidigung mit einer Schußwaffe sicher nicht gerechtfertigt ist. Aber nimm den zitierten Fall der Kollegin. Wenn sich der Täter nicht hätte beruhigen lassen, wäre sie ein Fall für die Statistik geworden.

Die Aggressionsbereitschaft im Allgemeinen nimmt zu.

Dies ist aber, wie Du richtig bemerkst, nicht nur auf medizinisches Personal beschränkt. Aber solange ein generelles Right-to-carry als völlig absurd angesehen wird, muß man wenigstens auf bestimmt Gefährdungen hinweisen.

Übrigens kann die illegale Anwendung von Dormicum gegen den Willen des Patienten auch keine Lösung sein. (Aber wenigstens weiß er es dann nicht mehr - :=) (Insiderjoke) )

Eine erhöhte Bedrohung für Juweliere oder Banker ist doch genauso fadenscheinig.

Gruß

Harry

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"Entwaffnung von Geld- und Werttransporteuren"

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Ist wenn es nach den DIHK geht gar nicht so abwägig...

Warum sind trage die denn ne Waffe ? Weils Auflage der Versicherung ist....zum Selbstschutz wohl weniger...

Da sind andere Systeme besser für geeignet....

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Ihr geht doch sowieso alle zum Heilpraktiker, oder?

Und von wem ich nicht mal Geld kriege, von dem laß ich mich auch nicht provozieren!

Übrigens: Jeder Arzt hat seinen Friedhof, die Kunst ist, ihn möglichst klein zu halten!

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@Ulrich:

Also wenn Ärzte wirklich so viel verdienen und so wenig leisten, wissen und verantworten müssen, warum bist du nicht auch Arzt geworden? Is ja schienbar nix dabei... redface1.gif

Mein Vater als Selbstständiger hat einen >12h Tag, und muss auch Sonntags nochmal für ein paar Stunden in die Praxis. Studiert und gelernt hat er über ein Jahrzehnt, und dabei quasi kein Einkommen gehabt (das mußte meine Mutter dann erledigen, die kein duales Studium machen mußte als normale Ärztin).

Was haben meine Eltern davon?

Mein Vater steht als Arzt immer mit einem Bein vor Gericht, er muß sich mit Personal rumschlagen, mit undankbaren Patienten (aber auch sehr freundlichen) und er hat kaum bis garkeine Zeit für seine Kinder. Meine Mutter muß helfen den Laden zu schmeißen.

Wenn man nie zuhause ist, kaum was von seinen Kindern hat, diese aber versorgen muß, dann hat man nicht viel von seinem großen Haus und der S-Klasse.

Ich glaube mit einem Redakteur oder einem Lehrer (die beiden Berufsgruppen die am meisten gegen Ärzte hetzen) würde mein Vater liebend gerne tauschen!

Traurig dass ich denselben Fehler machen werde! chrisgrinst.gif

Die Leute sollten lieber dafür sorgen selber mehr zu verdienen, als zu versuchen dafür zu sorgen, dass andere weniger bekommen...

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In Antwort auf:

Ich glaube mit einem Redakteur oder einem Lehrer (die beiden Berufsgruppen die am meisten gegen Ärzte hetzen) würde mein Vater liebend gerne tauschen!


Wäre doch eine Überlegung wert! Soviel ich weiß, werden Biologielehrer an berufsbildenden Schulen sehr gesucht. Seiteneinsteiger sind willkommen. rolleyes.gif

Gruß Habakuk

im FWR color>

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Ohh cool - ein Medizinforum !

In Antwort auf:

Mein Vater steht als Arzt immer mit einem Bein vor Gericht, er muß sich mit Personal rumschlagen, mit undankbaren Patienten (aber auch sehr freundlichen) und er hat kaum bis garkeine Zeit für seine Kinder


Stimmt !

In Antwort auf:

....großen Haus und der S-Klasse


Ahhh - die gute alte Zeit. Ist heute mehr die Mietwohnung und der Golf.

In Antwort auf:

Traurig dass ich denselben Fehler machen werde!


Wenigstens gehst Du anscheinend nicht ganz so blauäugig heran. Klammer noch das Haus und das große Auto aus und Du weisst ziemlich gut, was Du zu erwarten hast.

@Arne : Ich glaube übrigens, daß Ulrich hier nur wieder versucht, zu provozieren. Ich denke mal - jeder Privatpatient wundert sich hin und wieder über die Rechnungen, die der Arzt so schreibt. So what ??? Ich persönlich bekomme immer das blanke .o.zen wenn ich die Rechnung meiner KFZ-Werkstatt und deren Stundenlohn sehe.

Über Lehrer will ich nichts mehr sagen - darüber wird schon genug gelästert. Nur eins: Durchschnittlich Vorruhestand mit 55 - Noch Fragen ???

Gruß

Harry

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@arne: wo habe ich das von dir behauptete gesagt und die von dir dargestellten schlüsse gezogen?

von 10 privatliquidationen war stets bei mir zumindest eine wenigstens teilweise falsch: die "eingehende untersuchung und beratung" ein kurzer blickkontakt auf dem gang, die 15 minuten blitz-infusion eine eine "behandlung über 45 minuten" und die "notfallbehandlung an sonn- und feiertagen" ein routinetermin an einem werktag.

meist hab ich die kleine mogeleien bezahlt, v.a. wenn ich mit dem arzt ansonsten zufrieden war, wenn es mir zu dreist wurde, blieb die rechnung einfach unbezahlt... mahnung habe ich nie bekommen; die rechnungssteller wussten schon warum.

dass v.a. junge krankenhausärzte auf unverantwortliche weise ausgebeutet werden, weis ich auch; dass die kassensätze und der ganze kontingentierungs unsinn einen wirtschaftlichen betrieb nicht leicht machen ebenfalls.

aber warum ich als privatpatient (der ich nicht mehr bin) für einen chefarzt den 3,8-fachen hebesatz zahlen muss, um alle paar tage bei der visite (deren medizinischer sinn mir bislang völlig verborgen geblieben ist) den spruch "na, wie gehts uns denn heute" zu hören, während mich ein unter dem sozialhilfeniveau lebender assistenzarzt behandelt und mir eine aus rumänien stammende krankenschwester für einen appel und ein ei mitten bei der nacht helfen muss, werde ich wohl nie begreifen.

dass man als akademiker seine durch die lange ausbildung verursachten kosten, ausfälle und einbussen bei der altersverorgung ohnehin kaum wett machen kann, setzte ich als bekannt voraus. aber es gibt trotzdem immer wieder dumme, die denken, bildung zahlt sich aus.

warum ich nicht arzt geworden bin? weil mich die medizin nicht interessiert und ich einen anderen undankbaren, unterbezahlten beruf gefunden habe.

@harry: ich glaube, der altersdurchschnitt liegt weit tiefer: nach den justizvollzugsbeamten haben die beamteten lehrer die zweithöchste frühpensionierungsquote.

bervor jetzt die lehrer wutentbrannt ankommen und mir das schröder-zitat unterschieben wollen: nein, auch diesen beruf haben ich nicht ergriffen; weil ich nicht wollte. aber wer mit kindern nicht umgehen kann und ab der beamtung auf lebenszeit auf die dienstunfähigkeit hinarbeitet wäre in meinen augen besser bei der strassenreinigung (eine völlig unterbezahlte berufsgruppe, in der sich deshalb kaum mehr deutsche finden) aufgehoben.

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In Antwort auf:

Gut das sie keine Jägerin mit Flinte + Jagdnicker war??!


Wozu noch Flinte ?

Abgefangen war der Einbrecher ja schon.

Eine Jägerin hätte ihn aber wohl noch anständig aufgebrochen .... cool3.gif

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