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22er Selbstlader für KK IPSC tauglich machen


Tupperwarefan

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Tachchen!

Nachdem überall Diskussionen aufkommen, daß die Beiträge ja alle so strange Off-Topic abdriften kommt hier mal wieder ein gaaarnicht so sensationeller Bericht von mir, der sich hoffentlich dem Trend entziehen kann. Ich fand' die Beteiligung im Uhl WS 17 Thema eigentlich sehr nett und habe mich entschlossen mal wieder das ein oder andere zum nächsten "Projekt" zu schreiben. Wie auch im anderen Thema ist das alles meine Meinung und vielleicht auch nur ein schrecklicher Irrtum und jemand anders hat Recht... ;)

Nachdem ich nun schon ein Jährchen mit meinem Uhl in 22 lr rumgehechtet bin wollte ich ganz gerne mit dem Büchsenschießen anfangen. Das Ganze natürlich auch dynamisch, denn nur statisch wäre für mich auf Dauer nichts. Ich überlegte lange in der Kategorie der 223 Selbstlader umher, doch irgendwie war nichts dabei, daß mir auf Anhieb so direkt gefiel. Das SIG 551 war noch relativ gut mit dabei, doch der Preis von ca. 1600 - 1700 € (Nur für die Waffe) brachte meine Begeisterung bald zum Erliegen.

Durch das folgende Video (http://www.youtube.com/watch?v=1vuj-WNhAaA) wurde ich auf die Klasse der KK-Selbstlader aufmerksam. Bisher mied ich die 22er wie der Teufel das Weihwasser, denn nach den durchweg positiven Erfahrungen mit meinem Uhl-System konnte es bei einer Langwaffe, die zudem nur nach dem reinen Feder/Masse-Verschlussprinzip arbeitet ja nur schlimmer werden, oder!?

Angeregt durch einen Vereinskameraden nahm ich die 10/22 in einem "Armourers course" Video näher unter die Lupe und war recht angetan, denn abgesehen von einem 10 Schuß-Trommelmagazin (Wie passend für AWaffV §6) bot die Waffe auch die Möglichkeit etliches zu verbasteln und neu zu gestalten. Jedes Teil schien auch in noch-toller-besser-super-Version als Aftermarket "Drop in" Teil verfügbar zu sein und der Mechanismus der Waffe schien mir vom grundlegenden Konzept auch durchdacht.

Was mich in Sachen Funktionssicherheit faszinierte war vor allem die Wirkungsweise des Magazins, das die Zuführrampe so wie auch den Ausstoßer beinhaltet. Die Waffe verfügt also über keine Zuführrampe, die zum Abscheren des Geschosses beim laden ins Patronenlager -durch anschlagen des Geschosskopfes am oberen Rand des Patronenlagers- fürhren konnte.

Die Waffe bringt sozusagen die Patrone schon in eine fast gerade Position und lädt die Patrone dann erst ins Patronenlager. Dies schien mir eigentlich nicht negativ und schon zu Hause beim Probieren sah das ganze doch sehr elegant aus.

Des Weiteren fand ich die Idee eines zweiten Ausstoßers im Magazin auch nicht verkehrt, denn doppelt hält besser und wenn das Magazin es mal nicht schafft, so hat die Waffe weiter hinten ja noch einen Ausstoßer.

Andere Bedienteile, wie den Magazinhebel fand ich zwar beim AR-15 schöner, doch die 10/22 hat den Vorteil, daß das Magazin sich direkt von unten in den Magazinschacht schieben lässt und dann einrastet. Es ist kein Einsetzen im Stil einer AK nötig. Reinprügeln und fertig.

Die 22lfB schien mir in das ganze Konzept des dynamischen KK IPSC auch in einer LW sehr gut hineinzupassen, denn bis 100m kann man mit einer 22lfB gut etwas anfangen und längere Stände gibt's meistens doch sowieso kaum. Abgesehen davon wäre eine standard Patrone für beide Waffe Logistisch das Optimum, ganz abgesehen davon, daß man sich mit einigen Packungen 22lfB nicht den Hintern abschleppt.

Schäfte, Abzugsteile, Magazine und sonstiges schienen also da zu sein um die 10/22 nach Belieben zu verbasteln und gut durchdacht und bewährt (Seit 1964 gebaut!) war das System auch und über Muni sprach ich gerade- also nix wie hin zum Büchser und kaufen!

Gesagt getan.

Drei Tage später nehme ich das Ruger"lein" in die Hand und mein erster Gedanke war (Bitte hier den Sound eines von der Schallplatte rutschenden Tonabnehmers denken) "Au backe! Ein Kirmesgewehrchen!"

Das Dingens sah kleiner als gedacht aus und erinnerte mich irgendwie an mein erstes Luftgewehr, daß war's aber auch.

Na egal! Bezahlt und mitgenommen.

Zu Hause wurde mir nach der ersten Amtshandlung schon um Längen besser. Raus aus dem standard Schaft und rein in den Tapco-Schaft. (http://www.tapco.com/proddesc.aspx?Id=STK63160BLACK)

Die Beeinflussung hierdurch (http://www.youtube.com/watch?v=VFI0g1dtadw) ist offensichtlich, doch who cares?

Weiter im Text: Das Walther MRS oben druff und schon sieht das Ding zusammen mit einem Frontgriff mit integr. Zweibein schon sehr cool aus und führt sich um Längen besser.

Ab auf den Stand damit:

Präzision: Man kann die 9 einer 25m KW Scheibe auf 50m halten. Für mich langt's.

Zuverlässigkeit: 100% Habe American Eagle da durchgejagd- Keine Probleme.

Abzug: Nicht so ganz trocken doch ich bin Glock-Schütze, insofern bin ich da "abgestumpft"... :00000733: ) Gewicht schätzungsweise bei 2-2,5 kg.

Rückstoßverhalten: Nachdem es mir bei des Nachbars Erma EGM-1 fast die Socken ausgezogen hat wende ich mich wieder meiner Ruger zu und stelle fest, daß das fast gerade Zurücklaufen des Verschlusses in die Schulter einiges bringt. Die Waffe schlägt nur max 8-9 MOA aus dem Ziel und ist somit leicht wieder ins Ziel zu führen- So solls sein.

Auf 100m habe ich die Waffe auch getestet, jedoch liegen die Schüsse da ca. 30cm tief ("Was ist eigentlich die GEE für die 22lfB?", frage ich mich an dem Tag).

Nach einiger Zeit fängt mein Reddot an herumzuspinnen. Mal an, dann wieder aus, wieder an. Ist zwar cool, wenn man den Abzug als An/Aus-Schalter nutzen kann, doch ich bezweifle, daß das SO gedacht war.

Also retour damit: Drauf kommt letztlich ein Burris Speeddot und wo ich gerade dabei bin kloppe ich nochmal das Korn vom Sockel und bastel einen MFD vorne drauf.

Mittlerweile lässt sich die Waffe schon ganz nett anschauen. Vom Kirmesgewehrchen ist nurnoch der Schaft über, der es sich im A-Schrank gemütlich gemacht hat. :rolleyes:

Doch im Dezember kommen die ersten Probleme: Erst meldet sich mein Vereinskollege neben mir und schimpft mit seinem 22er HA, der seit ca. 5 Minuten immerwieder Störungen hat. Ich bin derweil noch unbeeindruckt und stanze weiter Löchlein.

Als ich gerade dabei war eine Scheibe auf 50m sporadisch unter Feuer zu nehmen, indem ich aus der IPSC-Rifle-Fertighaltung die Waffe in die Schulter ziehe und einen Schuß abgebe, macht's auf einmal "klick".

Ich mir nur gedacht: "Fehlzündung. Naja, passiert." Aber nix da. Ein Blick ins Auswurffenster zeigt, daß die Waffe nicht richtig ausgeworfen hat.

So geht es dann die nächsten paar Magazine weiter. Jeder vierte Schuß macht Probleme. Ladehemmung oder Auswurfprobleme. Es hat den Anschein, als wenn die Zeit des Stillstandes zwischen den Schüssen der Waffe nicht gefällt, denn 10 hintereinander verschossene Patronen gehen ohne Probleme durch die Waffe.

Wahrscheinlich verträgt sich das Fett auf den KK-Patronen nicht gut mit der im Dezember vorherrschenden Temperatur. Was genau jedoch in der Waffe vorgeht weiß ich nicht, es sieht aber so aus, als wenn der Verschluss regelmäßig zu langsam nach hinten läuft...

Abgesehen von diesen Problemen war aber alles OK und die Waffe gefällt mir mehr als gut.

Nach den ersten Störung fiel mir ein, daß ich die 10/22 ja seit ca. 3000 Schuß nichtmehr komplett gesäubert hatte.

Ein komplettes zerlegen der Waffe wollte ich sowieso schon immer mal machen und so bastelte ich die 10/22 einfach einmal ganz auseinander. Die Abzugseinheit wird auch Opfer meiner Neugierde.

Alles in allem lässt sich die 10/22 ohne Probleme verbasteln und bis in die Bestandteile zerlegen. Einzig und allein das Wiedereinsetzen des Verschlusses macht mir Kopfschmerzen, denn es ist garnicht so einfach den Durchladehebel überhaupt ganz nach hinten gezogen zu bekommen geschweige denn wenn er hinten ist noch den Verschluss in die Waffe zu popeln, so daß der Ladehebel und der Verschluss wieder miteinander verheiratet sind. :teufel_17::17:

Letztlich gelingt mir aber auch das.

Wo wir gerade dabei sind: Ich habe ja heute eine Feile gekauft. Zeit den Schlittenfanghebel zu bearbeiten!!! (Der ist etwas nervig, da er beim Zurückziehen des Verschlusses nicht einfach den Verschluss wieder ausklinkt sondern immer zwei Hand- oder Fingergriffe notwendig sind um den Verschluss wieder nach vorne schnellen zu lassen).

Mist. Feile passt nicht. Egal. Dann halt raus mit dem Schlittenfanghebel.

Soviel zu der Waffe selbst in einem kurzen Erfahrungsbericht.

Noch ein Hinweis zum Magazin: Das Dingens ist klein aber fein. Als Trommelmagazin ausgelegt bedient es sich einer Feder, die in der Mittelachse angebracht ist und in eine Mutter greift, die das Magazin entlang der Achse zusammenhält. Baut man das Magazin auseinander und zieht die Mutter ab, so macht es kurz "ssst!" und die Feder entspannt sich indem die Mutter einige Umdrehungen zurücklegt. Nach der Reinigung muß man die Feder einfach nur in der Mutter einklinken, die Mutter ein wenig drehen und dann wieder in der Aussparung im Magazin versenken- feddich!

Ein Hinweis noch: Wer mit metrischen Inbusschlüsseln ans Magazin will, der wird scheitern. Weder ein 4, noch ein 3mm Inbusschlüssel passt. Ich habe es mir dann einfach gemacht und habe einen 4er auf ca 3,5-3,7mm heruntergefeilt- Passt hervorragend und das Magazin lässt sich so ohne Probleme auseinanderbauen. Wer also noch einen Inbus über hat, sollte der Methode eine Chance geben (Weiterdrehen der Schlüssels beim Feilen nicht vergessen, OK!?).

Beim nächsten Schießtermin werde ich einmal einen Blick auf das Störungsthema haben. Man berichtete mir, daß es hin und wieder vorkommt, daß eine 22er mit sehr niedrigen Temperaturen nicht zurecht kommt. Ich werde schauen, wie sich die Ruger nach einer kompletten Reinigung und Ölung schlägt.

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Hallo,

ich weiss ja nicht, aber ist die 10/22 wirklich so zuverlässig wie ich das immer höre, denn das was ich auf Meisterschaften immer so sehe, spricht eine andere Sprache.

Auf den diesjährigen bayerischen Meisterschaften KK-Mehrlader waren einige mit wirklich hochgezüchteten 10/22er am Start.

Der Bay.Meister hatte sogar 2 Störungen im gesamten Wettkampf.

Der Zweitplazierte ( auch 10/22) verlor das Duell durch eine Waffenstörung ( angeblich 4000DM in das Ding gesteckt)

Der Dritte hatte eine Leihwaffe, weil er mit seinem angeblich so böse aussehenden Gewehr nicht starten durfte, hatte keine Störung (597 Rem yellow)

Dort wurde sich auch über die 10/22 unterhalten, die Mehrheit sagten das die Waffe bis 5000 Schuß hervorragend funkt aber dann nur noch stört und keiner weiss warum. Die würden sich keine 10/22 mehr kaufen.

Gruß

voyager

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Dort wurde sich auch über die 10/22 unterhalten, die Mehrheit sagten das die Waffe bis 5000 Schuß hervorragend funkt aber dann nur noch stört und keiner weiss warum. Die würden sich keine 10/22 mehr kaufen.

So kenne ich das auch. Wobei manche auch schonmal mehr als 5000 Schuß aushalten. Aber um beim Thema zu bleiben, für IPSC ist das ja wenig, das Trainingspensum von 'nem halben Jahr.

Der 3. bei der bayerischen Meisterschaft KK-Mehrlader (mit der Leihwaffe) war unser Makalu.

Den haben Sie mit seinem AR15-22 nicht starten lassen, weil es angeblich zu böse für Bayern aussieht.....

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Was die Störunanfälligkeit angeht, so werde ich da auf jeden Fall drannbleiben. Was ich dem Nutnfancy-Video entnehmen konnte war, daß die 10/22 mit dem standard Lauf am besten läuft und mit hochgezüchteten Läufen anfängt zu stören. KA warum. Ich behalte das ganze auf jeden Fall mal im Auge.

EDIT: Die Frage ist natürlich auch: Was versteht der geneigte Besitzer unter Reinigen? Das Rumgewühle im Magazinschacht, das ich bisher gemacht habe war definitiv kein "Reinigen"...höchstens mal "Auswischen".

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Hallo,

das Problem ist natürlich, das diese Leute oder auch Kumpels von mir halt schon alles probiert haben und nicht die Dümmsten sind.

Die sagen halt auch das frisch gereinigt ( wirklich alles sauber ) auch nicht geht sondern so 20-50Schuß und dann dauert es aber nicht mehr lang und es geht schon wieder los.

Helmut, der schon 10mal in folge Unterhebel C gewonnen hat, hat bestimmt schon alles probiert das die Kiste läuft, aber ohne Erfolg.

Gruß

voyager

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Ich wundere mich jetzt auf etwas naive Weise, aber ist so einfach möglich mal per Wink eine Waffe wegen bösartigem Aussehen aus dem Wettbewerb zu entfernen? Und v.a. mit welcher Begründung?

Bin nämlich kurz davor, mir selbst eine V22 zuzulegen...

Sry für Offtopic!

Viele Grüße

Mike

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Hallo,

der BSSB schreibt in seiner Ausschreibung extra rein das militärisch aussehende Waffen nicht teilnehmen dürfen, die Schaftform ist ausschlaggebend.

Hätte die Waffe eine andere Farbe gehabt z.B. Gelb oder lila ( war natürlich schwarz ) wärs wahrscheinlich sogar gegangen.

Gruß

voyager

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So. Ich war heute etwas plinken.

Ersten 100 Schuß: 0 Problemo

zwischen 150 und 200 Schuß: Einmal nicht ausgeworfen

zwischen 250 und 300 Schuß: Einmal nicht ausgeworfen und einmal nicht zugeführt (Magazin verklemmt)

Bonusrunde: 300-350 Schuß: Ein mal nicht ausgeworfen

Hmmm... Ist für mich vom Gefühl her so halb-halb. Auf der einen Seite läuft die Kiste für die Witterung echt gut und auf der anderen Seite sage ich mir: Das Uhl kam mit Kälte besser klar, doch wurde dieses auch nicht auf einem halb-offenen 50m Stand betrieben.

Temperatur lag schätzungsweise bei 0 bis -1° C.

Ich putz' jetzt erstmal.

Grüße

Matthias

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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank an Tupperwarefan für seine sehr detailierten Ausführungen!

Ich liebäugele schon seit einiger Zeit damit mir eine 10/22 als "Spassgewehr" zum gelegentlichen Plinking auf 50m zuzulegen.

Mal abgesehen von der beim IPSC wirklich nervigen Störungskomponente bei sehr hohen Schussbelastungen sollte das Teil doch recht zuverlässig für meine Zwecke funktionieren.

Die Fülle an recht günstigem Zubehör und den damit verbundenen Möglichkeiten die Waffe optisch zu "tunen" sind für mich auch nicht unwichtig.

Ich werd mir eine zulegen :gutidee:

Grüße

BlueS

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Wie auch immer: Ich werde heute bei strammen -8° das Rugerlein nochmal ordentlich quälen. Ich hab' mal den Auszieher ausgebaut und die Feder ein wenig gedehnt, so daß der Auszieher die Patronenhülse auch 100%ig im Griff hat.

Schauen wir mal, wie es läuft.

Tritt jemand gegen mich mit der Remington Yellow an? :00000733:

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Pföööhh...

Also:

Temperatur: -8°

50 Schuß. Alles gut.

Danach im Schnitt alle 50 Schuß ein Klemmer. *würg*

Wie näääärvig!

Naja. Gucken wir dann mal, was die Volquartsen Auszieherkralle bringt. Die Amis sind ja auf MidwayUSA vollkommen aus dem Häuschen von dem Teil...

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Kleines Update:

10/22 ist jetzt demontiert und der Verschluß wartet auf die neue Ausziehkralle. Beim genauen beäugen des Durchladehebels viel mit zudem auf, daß der an der Vorderseite vollkommen "zerditscht" ist (Scheinbar von fliegendem Messing). Das dürfte erklären, warum einige Hülsen recht stramm nach vorne "ausgeworfen" werden.

Bei testen zu Hause viel mir zudem auf, daß die Waffe mit dem in der Waffe integrierten Auswerfer besser auswirft, als wenn die Nase im Magazin benutzt wird.

Naja. Wir werden sehen.

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