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IGNORED

Was und warum ist der "Verschluß-Abstand" ?


Melkus

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Traut sich jemand das einem Laien anschaulich zu erklären?

Warum änderen BüMas in manchen Fällen den Verschlußabstand...?

Danke schonmal...

320514[/snapback]

Tja,mit dem Verschlußabstand ist das so eine Sache.

Ich versuchs mal.

Also,der Verschlußabstand ist praktisch der Spalt zwischen Patronenboden und Stoßboden.Er sollte so zwischen 0,1 und max. 0,3mm liegen.

Ist er zu klein , geht der Verschluß nicht richtig zu.In so einem Falle wird das Patronenlager etwas nachgerieben,ist kein großer Aufwand.

Ist er zu groß,hast Du ein Problem. Beim Schuß drücken die heißen Gase den Patronenboden nach hinten ,und reißen unter Umständen den Hülsenboden ab.

Dann entweichen die heißen Gase nach hinten weg ,was unter Umständen den Schützen gefährden kann.In so einem Fall muß der Verschlußabstand verringert werden,was wesentlich schwieriger ist.Dazu muß der Lauf etwas weiter reingeschraubt werden,das Patronenlager neu nachgerieben werden,auf die richtige Tiefe und natürlich die Visierung neu ausgerichtet werden.

Häufig wird versucht ,den Verschlußabstand auf ein Mindestmaß zu verringern,weil dann die Patrone einen genaueren Sitz im Patronenlager hat.Manche versprechen sich davon eine bessere Präzision,obs hilft kann ich nicht sagen,hab sowas noch nicht ausprobiert.

Hoffe dir geholfen zu haben

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Traut sich jemand das einem Laien anschaulich zu erklären?

Warum änderen BüMas in manchen Fällen den Verschlußabstand...?

Danke schonmal...

320514[/snapback]

Der Verschlussabstand ist der Luftspalt zwischen dem Patronenboden und dem Stossboden, der Fläche der Waffe, auf der sich der Patronenboden beim Schuss abstützt. Die massgebliche Bezugsfläche für den Verschlussabstand ist die Anlagefläche der Hülse im Patronenlager. Deshalb wird die Bezugsfläche auch je nach Hülsenform anders berechnet.

Bei der Schussentwicklung wird zunächst die Patrone durch den Schlagbolzen gegen die Anlagefläche gedrückt. Mit steigendem Druck dehnt sich die Hülse und wird an das Patronenlager gedrückt. Der massive Bodenteil der Hülse dehnt sich dabei aber nicht und wird deshalb durch den Innendruck gegen den Stossboden gedrückt so dass eine Längsdehnung im Übergangsbereich zwichen dem dünnen, festgeklemmten Gülsenkörper und dem massiven Bodenteil auftritt.

Ist der Verschlussabstand also zu gross kommt es zu ringförmigen Einschnürungen oberhalb des massiven Bodenteils der Patrone und schlimmstenfalls zum Abreissen der Hülse.

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Na, wer sagts denn?

Damit bin ich doch schon deutlich schlauer als zuvor!

Jetzt hab ich noch gehört: "...den Verschlußabstand auf eine bestimmte Mun-Sorte abstimmen..."

Heißt das, daß die Mun-Sorten verschieden starke Hülsenböden haben, oder versteh ich da was falsch...?

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Na, wer sagts denn?

Damit bin ich doch schon deutlich schlauer als zuvor!

Jetzt hab ich noch gehört: "...den Verschlußabstand auf eine bestimmte Mun-Sorte abstimmen..."

Heißt das, daß die Mun-Sorten verschieden starke Hülsenböden haben, oder versteh ich da was falsch...?

320567[/snapback]

Also erstmal eins vorweg: Wir wolklten uns nicht gegenseitig übertreffen, Wir haben unsere Beiträge anscheinend alle zur selben Zeit geschrieben :chrisgrinst:

Zur Frage: Ja, "innerhalb gewisser Toleranzen" sind die verd**** Hülsen tatsächlich alle Unterschiedlich. Wenn ich z.B. mein ZH-Setzgerät auf Fiocci einstelle stehen die ZH bei Magtech vor da Magtech einen dünneren Rand hat.

Jetzt wurde ja oben schon geschrieben in welchen engen Toleranzen der Verschlussabstand sein darf.

Hier ein Zehntel und dort ein Zehntel in die andere Richtung und schon sinds 2 zehntel.

Ein penibler Mensch versucht sowas auszugleichen :chrisgrinst:

Edit: Weisst Du dass die massgebende Grösse des Verschlussabstandes bei bestimmten Gewehrpatronen vom Hülsenboden bis zur Patronenschulter reicht?

Da ist die Gefahr der Toleranz noch viel viel grösser als bei meinem mickrigen zylindrischen Hülsen mit Rand.

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Tja,mit dem Verschlußabstand ist das so eine Sache.

Ich versuchs mal.

Also,der Verschlußabstand ist praktisch der Spalt zwischen Patronenboden und Stoßboden.Er sollte so zwischen 0,1 und max. 0,3mm liegen.

Ist er zu klein , geht der Verschluß nicht richtig zu.In so einem Falle wird das Patronenlager etwas nachgerieben,ist kein großer Aufwand.

Ist er zu groß,hast Du ein Problem. Beim Schuß drücken die heißen Gase den Patronenboden nach hinten ,und reißen unter Umständen den Hülsenboden ab.

Dann entweichen die heißen Gase nach hinten weg ,was unter Umständen den Schützen gefährden kann.In so einem Fall muß der Verschlußabstand verringert werden,was wesentlich schwieriger ist.Dazu muß der Lauf etwas weiter reingeschraubt werden,das Patronenlager neu nachgerieben werden,auf die richtige Tiefe und natürlich die Visierung neu ausgerichtet werden.

Häufig wird versucht ,den Verschlußabstand auf ein Mindestmaß zu verringern,weil dann die Patrone einen genaueren Sitz im Patronenlager hat.Manche versprechen sich davon eine bessere Präzision,obs hilft kann ich nicht sagen,hab sowas noch nicht ausprobiert.

Hoffe dir geholfen zu haben

320529[/snapback]

Falsch, bei 0,3mm bekommst Du keinen Beschusch mehr!

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Na, wer sagts denn?

Damit bin ich doch schon deutlich schlauer als zuvor!

Das hiess nicht mehr als "Vielen Dank!"...

Und das mit den Toleranzen leuchtet ein, für einen peniblen Menschen völlig untragbar... :chrisgrinst:

Und angenommen, Patronenlager und Verschluß wären "freizugänglich", dann könnte man durch messen mit normalen Fühlerlehren zwischen Verschluß und Patrone den Abstand ermitteln?

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Ist der Verschlussabstand zu klein, schließt der Verschluss nicht richtig. In diesem Falle kann das Patronenlager ohne großen Aufwand nachgerieben werden.

320617[/snapback]

Na ja,

wenn das ohne großen Aufwand geht ist es doch Spitze oder?

Vielleicht läßt Du den Aufwand lieber wech und überläßt die Arbeit einem BÜMA. :chrisgrinst:

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Falsch, bei 0,3mm bekommst Du keinen Beschuss mehr!

320591[/snapback]

Das kann man so auch nicht ganz stehen lassen (könnte jemand drüber stolpern :D ).

Bei 9P z.B. beträgt der zulässige Verschlussabstand 0,30mm, erst darüber wird's kritisch. Die zulässigen Verschlussabstände der unterschiedlichen Kaliber kann man übrigens in den offiziellen amtlichen Masstafeln nachlesen.

Die Lehre, mit der im Waffenherstellungsgewerbe die Masshaltigkeit auch des Verschlussabstands geprüft werden kann, nennt sich Ausschusslehre.

Diese ist, um beim Beispiel 9P zu bleiben, 0,40mm übermaßig. Wird diese Lehre in das Patronenlager eingeführt und der Verschluss geschlossen, so darf dieser nicht verriegeln. Tut er's trotzdem, ist der Verschlussabstand zu gross!

(Habe dieses Thema gerade vor 14 Tagen mit dem Beschussamt in Mellrichstadt durch :crying: ).

Übrigens: erkennt ein Beschussamt bei einer vorgestellten Waffen Fehler, die nicht korrigiert werden können, erhält diese Waffe einen Sonderstempel und wird damit als "verworfen" gekennzeichnet. Eine derart gestempelte Waffe wird von keinem anderen Beschussamt mehr zum erneuten Beschuss zugelassen und kann danach nur noch als Briefbeschwerer dienen :unsure: !

So long, CM :)

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Wer es nicht auf den letzten 100stel mm wissen muss:

1. Patronenboden vorher entfetten, Verschlussboden leicht fetten.

2. Ein ganz kleines(!) Kügelchen Knetmasse (etwa Ø1mm) auf den Hülsenbodenrand, laden, entladen, mit Messschieber-Tiefenmaß ausmessen.

Nur: wer Mist misst, misst Mist. :)

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Wer es nicht auf den letzten 100stel mm wissen muss:

1. Patronenboden vorher entfetten, Verschlussboden leicht fetten.

2. Ein ganz kleines(!) Kügelchen Knetmasse (etwa Ø1mm) auf den Hülsenbodenrand, laden, entladen, mit Messschieber-Tiefenmaß ausmessen.

Nur: wer Mist misst, misst Mist.  :)

320706[/snapback]

Oder:

Man nimmt eine neue oder vollkalibrierte Hülse, setzt ein Zündhütchen nur so weit in die Zündglocke ein, dass es etwa 0,5 mm über dem Patronenboden vorsteht und lässt die Hülse ins Patronenlager gleiten. Beim Schliessen des Gewehrs drückt der Stossboden das Zündhütchen so lange in die Hülse hinein, bis der Verschluss ganz geschlossen ist. Der sich dann ergebende Zündhütchenüberstand entspricht dem Verschlussabstand.

Wegen der oben beschriebenen Toleranzen gilt das aber nur für diese Patrone und nicht für die Waffe allgemein.

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Wer es nicht auf den letzten 100stel mm wissen muss:

1. Patronenboden vorher entfetten, Verschlussboden leicht fetten.

2. Ein ganz kleines(!) Kügelchen Knetmasse (etwa Ø1mm) auf den Hülsenbodenrand, laden, entladen, mit Messschieber-Tiefenmaß ausmessen.

Nur: wer Mist misst, misst Mist.  :)

320706[/snapback]

Wie machen das den die Leute, oder die Profis die es auf das letzte Hundertstel abgesehen haben?

Gruß Chris

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Wie machen das den die Leute, oder die Profis die es auf das letzte Hundertstel abgesehen haben?

Gruß Chris

320743[/snapback]

Mit einer "Verschlussabstandslehre".

Da sich Messverfahren auch ändern können wurden z.b. in den Masstafeln vom 10 Januar 2000 bei einigen Patronen die maximalen Verschlussabstandsmasse geändert.

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Mit einer "Verschlussabstandslehre".

Da sich Messverfahren auch ändern können wurden z.b. in den Masstafeln vom 10 Januar 2000 bei einigen Patronen die maximalen Verschlussabstandsmasse geändert.

320744[/snapback]

Hast Du so eine schon mal gesehen?? Wie sieht die aus???

Braucht man da für jedes Kaliber eine oder kann man diese innerhalb

einer gewissen Größenordnung variieren?

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