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Danke für Euer Verständnis und Eure Geduld!
IGNORED

Waffen im Theater


Murmelgießer

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Moin

Hat jemand von Euch den gestrigen Bericht im TV gesehn, wo mit echten Schrotflinten und delaborierter 12-70 Muni in einem Theater rumgeballert wurde ???

Leider habe ich das nur am Rande mitgekriegt aber was ich mitgekriegt habe war fast nicht zu glauben.

Der eine Schauspieler sagte noch voller Stolz im Interview, man muß immer etwas neben den Kollegen zielen, denn da fliegt vorne was raus.

Schutzbrillen Fehlanzeige.

Fehlt nur noch, daß das Stück von den Linken gesponsort wird, es ging um Revolution oder ähnl. :00000733:

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Im Laden hatte ich schon mehrmals Schauspieler oder sonstige Theaterleute, die 'ne Schreckschusswaffe für Aufführungen gekauft haben (manche wollen sie nach der Aufführung wieder zurückverkaufen).

Jedenfalls habe ich in zwei Fällen gemerkt, dass der Schauspieler nicht die geringste Ahnung von der Handhabung einer Waffe hatte und eine Einführung im Umgang und auf das gefährliche Ende aufmerksam gemacht.

Dass man sowas nicht aus kurzer Entfernung anwenden darf und dass vorn Einiges rauskommt, war nicht bekannt, auch nicht das ein aufgesetzter Schuss mehr als nur Schmauch an der Kleidung anrichtet. Einer wußte noch nicht mal, dass die Pistole nach dem Schuss wieder (selbst)geladen ist und bis zum Entladen in Bereitschaft bleibt.

An großen Theatern und beim Film wird man wohl (hoffentlich) besser Bescheid wissen

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:o

Mann!

Mich hat neulich in der Sache ein Bekannter gefragt, da er gerne Insiderwissen haben wollte und wissen wollte, was machbar ist und was nicht...

Ihm habe ich dann auch dringend vom Einsatz von Schreckschußwaffen abgeraten.

Aber ne Kaliber 12 delaborieren und damit auf der Bühne rumballern!? Au weia!

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die frage ist woher kommt eine 12/70er und woher kommt die delaborierte muntion ????

Man kann ja nicht einfach zum waffenhändlers seines Vertrauens gehen und sagen gib mir mal ne Querflinte für unsere Theaterlainengruppe......

da muss ja einer mit ner WBK dahinterstehen wo das ding eingetragen ist ?!?

und ist es nicht in Deutschland verboten munition zu delaborieren ?????

Gruß Elli

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die frage ist woher kommt eine 12/70er und woher kommt die delaborierte muntion ????

Man kann ja nicht einfach zum waffenhändlers seines Vertrauens gehen und sagen gib mir mal ne Querflinte für unsere Theaterlainengruppe......

da muss ja einer mit ner WBK dahinterstehen wo das ding eingetragen ist ?!?

und ist es nicht in Deutschland verboten munition zu delaborieren ?????

Gruß Elli

Der Bericht kam auf 3sat, habe die letzten 5-10 minuten irgenwo zwischen 19 und 20 Uhr noch mitgekriegt.

Die Waffen kamen von einem Händler, Waffen Stabe, aus Bochum der schon seit Jahren auch Waffen für Film und Fernsehene zur Verfügung stellt, ist halt ein Teil des Geschäfts.

Die Munition wurden auch von ihm entsprechend hergestellt.

Man kann also davon ausgehen das sowohl Waffenhandels- als auch herstellungserlaubnis vorhanden sind. Den Händler gibt es schon afaik so um die 30 Jahre und länger.

Ob man es glaubt oder nicht, es ist auch in D-Land vieles mögliche was der einfache LWB nicht für möglich hält. :yes:

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Ihm habe ich dann auch dringend vom Einsatz von Schreckschußwaffen abgeraten

Na ja, mal langsam es kommt natürlich auch immer auf die Munition bzw. auch das Kaliber an.

Ist schon ein großer Unterschied ob eine Gaswaffe mit 9mm PA zur Anwendung kommt oder eine mit der 6mm

Flobertpatrone letztere wurden in den Vergangenen Jahrzehnten besonders in den 50iger-70iger Jahre sehr

oft für Theateraufführungen verwendet, selbst namhafte Hersteller wie Röhm wiesen in den Verpackungen

auf diesen Verwendungszweck hin.

Klar unter einen Meter ins gesicht sollte man auch damit nicht schießen, aber wie gesagt die waffen wurden

früher häufig verwendet und nirgends hörte man was von besonderen Vorkommnissen oder gar Verletzungen

von Schauspielern. :eclipsee_gold_cup:

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Ich habe früher auch Theater gespielt (im Verein) und wir haben bei den Aufführungen, wenn Waffen eingesetzt werden mussten, auch meist 6mm Flobert verwendet. Das Problem ist nur, dass die 6mm-Schreckschusswaffen eher wie Spielzeugwaffen aussehen.

Alternative: Knallplättchen (die aus den 8er/ 12Ringen) zurecht schneiden und hinten auf den Amboss einer abgefeuerten Patrone 9mm R (Platz) setzen. So kann man auch einen „dicken Ballermann“ (4“ Revolver) verwenden, aber es macht nur PIFF!

Es besteht ja nicht nur eine Gefährdung für Schauspieler, sondern auch für das Publikum. Das könnte ganz schön teuer werden (vom Negativ-PR-Effekt mal ganz zu schweigen), wenn die ersten drei Reihen mit Tinnitus den Saal verlassen.

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Der Bericht kam auf 3sat, habe die letzten 5-10 minuten irgenwo zwischen 19 und 20 Uhr noch mitgekriegt.

Die Waffen kamen von einem Händler, Waffen Stabe, aus Bochum der schon seit Jahren auch Waffen für Film und Fernsehene zur Verfügung stellt, ist halt ein Teil des Geschäfts.

Die Munition wurden auch von ihm entsprechend hergestellt.

Man kann also davon ausgehen das sowohl Waffenhandels- als auch herstellungserlaubnis vorhanden sind. Den Händler gibt es schon afaik so um die 30 Jahre und länger.

Ob man es glaubt oder nicht, es ist auch in D-Land vieles mögliche was der einfache LWB nicht für möglich hält. :yes:

Jau, aber man war stolz darauf, daß es sich um 60-70 Jahre alte original Flinten handelte und die Regisseurin legte darauf speziellen Wert.

Wie geht das ??? Schießfähige Waffen bei vollem Theatersaal??

Shakespeare - Biathlon :00000733:

Es wäre also ohne weiteres möglich während der Vorführung zwei 00 Bucks in die Röhren zu schieben, zumal die Schauspieler beim Kampf nachgeladen haben.

Ein Schelm der böses dabei denkt.

Bleibt anzumerken, daß man beim original Biathlon mit Skiern mit vier vollen Magazinen durch tausende Zuschauer gleitet und sich mit der Waffe auch noch bückt.

Wenn ich mein rotes Periodenfähnchen nicht im Lauf habe, schickt man mich nach hause. :s82:

:s75:

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Na ja, mal langsam es kommt natürlich auch immer auf die Munition bzw. auch das Kaliber an.

....

Bei den vorgeschlagenen Szenen (Schuß auf unter einen Meter) fand ich es besser keine SSW zu nehmen- weder 6 noch 9mm.

Mal ganz abgesehen davon, daß dort keiner Peilung von Schußwaffen hatte....

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Servus miteinander,

So jetzt hab ich auch mal was zu sagen.

Als Tontechniker hab ich schon ein paar mal den Schusswaffen-in-des-Schauspielers-Händen-Blödsinn ertragen müssen.

Da bei kleineren Produktionen i.d.R. keine behördlichen Abnahmen erfolgen geht's da teilweise Vogelwild zu.

Einweisungen finden meist nicht statt und von Gehörschutz hat auch noch nie einer was gehört

Es ist immer wieder lustig zu sehen wenn ein Regiseur bei einer Probe 9mm p.a.k SSW an die Schauspieler ausgeben lässt

und nach dem ersten Schuss keiner mehr die Regieanweisungen versteht.

Da Schusswaffen im Theater im weitesten Sinne auch als Pyrotechnische gegenstände zu berachten sind.

müssen u.A. folgende Vorschriften beachtet werden:

Versammlungsstättenverordnung:

VstättV (Bayern):

§35 Abs. 2:

1 In Versammlungsräumen, auf Bühnen- und Szenenflächen und in Sportstadien ist das Verwenden von offenem Feuer, brennbaren Flüssigkeiten und Gasen, pyrotechnischen Gegenständen und anderen explosionsgefährlichen Stoffen verboten.

2 § 17 Abs. 1 bleibt unberührt.

3Das Verwendungsverbot gilt nicht, soweit das Verwenden von offenem Feuer, brennbaren Flüssigkeiten und Gasen sowie pyrotechnischen Gegenständen in der Art der Veranstaltung begründet ist und der Veranstalter die erforderli- chen Brandschutzmaßnahmen im Einzelfall mit der Feuerwehr abgestimmt hat.

4 Die Verwendung pyro- technischer Gegenstände muss durch eine nach Sprengstoffrecht geeignete Person überwacht werden.

SprengV §23(4): "Effekte in Theater-, Film- und Fernsehproduktionstätten dürfen nur nach Erprobung vorgeführt werden. Für die Erprobung ist die Genehmigung der für den Brandschutz zuständigen Stelle erforderlich. Für die Vorführung in Anwesenheit von Mitwirkenden oder Besuchern ist auch die Genehmigung des Amtes für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Gemeinde bzw. der Aufsichtsbehörde erforderlich."

1.SprengV §23(5): "Wer außerhalb der Räume seiner Niederlassung oder auf Tourneen pyrotechnische Effekte in Anwesenheit von Besuchern verwenden will, hat dies zusätzlich der zuständigen Behörde zwei Wochen vorher schriftlich anzuzeigen."

Dann natürlich das WaffG:

WaffG §12 Abs. 4 3a:

IV. Einer Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe bedarf nicht, wer auf einer Schießstätte (§ 27) schießt. Das Schießen außerhalb von Schießstätten ist darüber hinaus ohne Schießerlaubnis nur zulässig...

3. mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann,

a) durch Mitwirkende an Theateraufführungen und diesen gleich zu achtenden Vorführungen,...

WaffG §12 Abs. 5

(5) Die zuständige Behörde kann im Einzelfall weitere Ausnahmen von den Erlaubnispflichten zulassen, wenn besondere Gründe vorliegen und Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht entgegenstehen.

WaffG Anlage 1.5:

1.5 Salutwaffen

Salutwaffen sind veränderte Langwaffen, die u. a. für Theateraufführungen, Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen bestimmt sind, wenn sie die nachstehenden Anforderungen erfüllen:

- das Patronenlager muss dauerhaft so verändert sein, dass keine Patronen- oder pyrotechnische Munition geladen werden kann,

- der Lauf muss in dem dem Patronenlager zugekehrten Drittel mindestens sechs kalibergroße, offene Bohrungen oder andere gleichwertige Laufveränderungen aufweisen und vor diesen in Richtung der Laufmündung mit einem kalibergroßen gehärteten Stahlstift dauerhaft verschlossen sein,

- der Lauf muss mit dem Gehäuse fest verbunden sein, sofern es sich um Waffen handelt, bei denen der Lauf ohne Anwendung von Werkzeugen ausgetauscht werden kann,

- die Änderungen müssen so vorgenommen sein, dass sie nicht mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen rückgängig gemacht und die Gegenstände nicht so geändert werden können, dass aus ihnen Geschosse, Patronen- oder pyrotechnische Munition verschossen werden können, und

- der Verschluss muss ein Kennzeichen nach Abbildung 11 der Anlage II zur Beschussverordnung tragen

Dan gibts im WaffG noch §§ 40 Abs. 3, 42 Abs. 4.1, ...

und zudem gibt es auch noch Auflagen von Versicherungen, den Kommunen, Brandschutzverordnungen, ...

Aber auch Sondergenehmigungen sind für Film- und Theaterprodiktionen eher leicht zu bekommen.

Es gibt auch Theater die die ein oder andere LW in der Requsiete seit Anno dazumal stehen haben.

AAAAHH so viele ilegale Schusswaffen

Von WaffG und co hat der Zeugmeister, äh Requisiteur meist keinen Schimmer.

Die meisten Waffen die beim Film und Theater zu sehen sind, kommen aber von Spezialisierten Verleihfirmen, die auch im Besitz der entsprechenden Sondergenehmigungen sind.

Das ist z.B. so einer Filmwaffen

Vom .22er Revolverchen bis zum MG mit Fliegerlafette, das Kaliber und Bauart sind dann nur noch eine Kostenfrage.

Allerdings bekommt da ein Schauspieler erst nach gründlicher Einweisung und nur unter Aufsicht eine Waffe in die Hand.

Zum Thema Hörschaden durch Schußknall im Theater gibts hier ein Urteil:

http://www.anwaltzentrale.de/rechtsanwalt_...chgebiet_id=176

Der Gruß

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