In Bedrohungssituationen mit physischer Konfrontation lässt sich das Kräfteverhältnis anfangs häufig als annähernd ausgeglichen einstufen – eine Ausgangslage, die einem 50:50-Szenario entspricht. Durch systematisches und langjähriges Sicherheitstraining kann jedoch gezielt auf besonders kritische Lagen vorbereitet werden, insbesondere auf solche, die unter Einsatzkräften oder Schulungsteilnehmenden als besonders bedrohlich oder schwer kontrollierbar wahrgenommen werden.
Ein bewährtes taktisches Handlungsmuster in der Nahdistanz sieht vor, dem Angreifer frontal gegenüberzutreten, um die eigene Orientierung und Kontrolle zu wahren. Sobald der Angreifer in unmittelbare Reichweite gelangt, kann durch eine kontrollierte Bewegung in die Rückenlage eine stabile Abwehrposition eingenommen werden. Aus dieser sogenannten „Ground-Defense-Position“ heraus lassen sich die Füße und Beine effektiv zur Distanzwahrung, Abwehr und zur gezielten Gegenwehr einsetzen. Der Erfolg dieser Technik ist maßgeblich abhängig von Faktoren wie Konzentrationsfähigkeit, situativem Training und geeignetem Schuhwerk. Feste Einsatzstiefel beispielsweise bieten im Vergleich zu offenen Schuhen wie Flipflops erheblich bessere Voraussetzungen für effektive Tritte.