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Schwarzseher

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  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein reiner Online-Test in der Psychologie "lege artis" ist, so ganz ohne weiteres Untersuchungsgespräch. Um alle Waffenbesitzer zur einer richtigen MPU zu verdonnern, gibt es aber vermutlich nicht genug Psychologen. Es soll sowieso schon ein erheblicher Mangel bestehen, hinsichtlich des Bedarfs zur Patientenbehandlung.
  2. Es gibt eine Studie, wonach improvisierte Tourniquets in den meisten Fällen nicht gut funktionieren, man sollte derartige Lösungen daher eher nur als Druckverband betrachten. Dass ein vollständiges Abklemmen gelingt, ist in der Praxis nur bei hochwertigen Fertigprodukten (mit Winden-Funktionsweise) wahrscheinlich und selbst da müssen wohl oft zwei hintereinander gesetzt werden (zumindest an sehr muskulösen Oberschenkeln). Zu deinem Beispiel: Ein Gürtel ist oft zu steif und lässt sich dann nicht richtig eindrehen, und Holzstöcke sind in der Regel morsch, weil Bäume nur tote Äste abwerfen. Die Winde muss große Kräfte aushalten und daher ziemlich stabil sein.
  3. Ich habe zunächst auf das Datum des Artikels geschaut, weil dieser Vorschlag vor einigen Jahren schon in den Medien war. Unglaublich, dass das jetzt ernsthaft vorangetrieben werden soll. Auf Youtube gibt es einen Kanal von einem Japaner, der aus allen möglichen oder unmöglichen Materialien scharfe Messer herstellt. In einem Video nutzt er Styropor und ein Extrakt aus Orangenschalen, um einen sehr harten und bruchfesten Kunststoff zu synthetisieren. Aber auch Pappe, Holz, Nudeln und Ähnliches. https://www.youtube.com/channel/UCg3qsVzHeUt5_cPpcRtoaJQ/videos
  4. In den USA sind jetzt wohl "ankle kits" angesagt - eine absolute Minimalausrüstung, die so klein und kompakt ist, dass man sie ständig am Fußknöchel mit sich herumtragen kann. Vieles wurde hier ja schon aufgezählt. Ich würde noch isotonische Kochsalzlösung einpacken. Die lässt sich zur Wundreinigung verwenden, zum Benetzen von Verbandmaterial (sodass es mit bestimmten Verletzungen wie Brand- oder Schürfwunden nicht verklebt), zum Kühlen von Verbrennungen sowie als Augenspülung. Bei ernsten Augenverätzungen ist eine gewisse Menge nötig, um einige Minuten lang zu spülen und so die ätzende Substanz zu verdünnen und abzuwaschen (ebenso bei öligen Substanzen wie etwa Pfefferspray). Fertige Augenspülflaschen enthalten meist 200 - 500ml, bei sehr kleinen Verbandtaschen könnte eine 20ml Kunststoffampulle aber auch schon für einige Anwendungsfälle nützlich sein (und sei es nur, falls mal jemandem eine Kontaktlinse herausgefallen ist und gereinigt werden muss). Rettungsdecken sind auch sehr vielseitig. Insbesondere bei Bewusstlosigkeit, Schock und großen Verbrennungen ist der Wärmeerhalt ein wichtiges Thema. Außerdem können Rettungsdecken behelfsmäßig für Druckverbände / Tourniquets genutzt werden, sowie als Beckenschlinge (gegen schwere innere Blutungen bei einem Beckenbruch) oder als Armschlinge beziehungsweise für sonstige improvisierte Schienen. Zudem als Sonnen- und Regenschutz oder als Signalmittel. Besonders auf Gebirgstouren würde ich mindestens zwei Stück mitnehmen.
  5. Ich habe mal gelesen, dass Umarex auch die "M&P 22" für Smith & Wesson baut.
  6. Ich habe gehört, wenn man keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hat, aber noch seine Waffen hier besitzt, wird das Bundesverwaltungsamt als Waffenbehörde zuständig und die wollen wohl auf Dauer nach der 12/18-Regel Schießtermine in Deutschland sehen.
  7. Wobei scheinbar sinnloser Aufwand, Kosten und hohe Komplexität der Vorschriften für Waffenbesitzer in Deutschland doch im Prinzip politisch gewollt sind, um den privaten Legalwaffenbesitz zu reduzieren. Der bürokratische Aufwand auf Behördenseite erscheint mir auch nicht unerwünscht zu sein, schließlich sichert das Arbeitsplätze für eine bestimmte Gesellschaftsschicht. Es gibt daher in Deutschland kaum einen Ansatzpunkt für eine rationale Argumentation gegen (scheinbar) schwachsinnige Details im Waffenrecht. Das Beispiel im Video spielt in Tennessee, wo die Republikaner durchgehend eine stabile Mehrheit von ca. 60 % haben. Außerdem besteht für Politiker in den USA bei Waffenrechtseinschränkungen immer das Risiko, mit ihren Vorhaben letztlich eine unschöne Niederlage vor den Gerichten zu erleiden, dank des 2nd Amendment in der Verfassung.
  8. Viele Angriffe erfolgen überraschend aus nächster Nähe, nämlich aus dem Hinterhalt oder wenn das Opfer gerade abgelenkt ist. Inwiefern "verraten"? Die Täter können nicht wissen, ob es Platzpatronen sind, oder du nur daneben geschossen hast. Die ausgeworfenen Hülsen werden sie so schnell nicht inspizieren können. Sofern du Reizstoffpatronen einsetzt und kein Gegenwind herrscht, hast du auch mit der SSW eine gute Wirkung auf mindestens 2-3 Meter, zudem kannst du Pfeffer und CS gemischt verschießen. Es gibt auch die Ansicht, dass die Reizung der Atemwege den stärksten Abschreckungseffekt hat, im Vergleich zum Brennen an Augen und Haut - wobei die SSW-Patronen am ehesten ein sehr feines Aerosol erzeugen dürften, welches primär eingeatmet wird. Dies ist aber natürlich sehr windanfällig. Die SSW schleudert außerdem feste Partikel heraus, die auf Distanzen unter einem Meter sofort schmerzhafte Augen- und Hautverletzungen verursachen, dagegen kann das Einsetzen einer bloßen Reizstoffwirkung eine ganze Weile dauern. Eine starke Wirkung dürfte sich auch einstellen, wenn die Waffe nahe den Ohren des Angreifers abgefeuert wird. Das sollte nämlich zu einem Knalltrauma mit Trommelfellriss führen, welcher meist mit sofortigen Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Übelkeit und stechendem Schmerz einhergeht. Den größten Vorteil sehe ich aber darin, dass durch den Schussknall Zeugen in der Umgebung alarmiert werden, und heutzutage bei Schüssen in der Öffentlichkeit sehr wahrscheinlich jemand die Polizei zur Hilfe rufen wird - die dann mit höchster Priorität anrücken dürfte. Im Übrigen macht der Knall auch Eindruck auf angreifende Tiere, jedenfalls habe ich schon Aufnahmen aus den USA gesehen, in denen Polizisten auf Hunde schießen und diese den Angriff abbrechen, obwohl sie nicht getroffen wurden. Letztlich muss jeder die Vor- und Nachteile für sein Einsatzgebiet selbst abwägen. Diese Diskussion gab es hier schon öfter ...
  9. Ich bin zufällig über folgende Ausführung in der WaffVwV gestolpert: Für die Rechtsprechung gegenüber dem Bürger ist die Verwaltungsvorschrift ja nicht bindend und diese Passagen sind noch in Bezug auf den weggefallenen § 36 Absatz 2 WaffG, aber zumindest dürfte das die Chancen verbessern, von der Waffenbehörde eine Anerkennung der Wandhalterung zu erhalten. Zu den oben angesprochenen ungebetenen Hausbesuchen, die auch jeden Unschuldigen treffen können, noch ein aktueller Sachverhalt: https://www.lawblog.de/index.php/archives/2019/08/02/sodass-davon-ausgegangen-werden-kann/
  10. Vor einigen Jahren habe ich ein Fernsehinterview mit einem Anwohner gesehen, der Zeuge eines lautstarken Einbruchs in seiner Nachbarschaft wurde. Ich glaube, es wurde ein Schaufenster gerammt oder ein Geldautomat aus der Verankerung oder Ähnliches. Jedenfalls hat der Mann aus einer gewissen Entfernung mit seiner Schreckschusswaffe in die Luft geschossen, um die Täter zum Abbruch zu bewegen. Diese zeigten sich allerdings unbeeindruckt und brachten die Tat trotzdem in Ruhe zu Ende. Ich hätte bei solchen Szenarien Bedenken, dass die Täter womöglich 'scharf' bewaffnet sind. Die überlegen womöglich nicht lange wer da womit knallt, sondern schießen sofort zurück. Zumal beispielsweise unter den Profibanden aus Osteuropa viele militärisch erfahrene Typen sein sollen, denen so eine Reaktion vielleicht noch eintrainiert ist. Falls, wie hier jemand schrieb, ein Einbrecher außen am Haus unter euch steht und gerade Deckung hat, aber befürchten muss, dass ihr ihm auf der Flucht in den Rücken schießt, könnte das auch zu einer derartigen Reaktion führen. Auf Opferseite sieht man in Medienberichten immer wieder, dass die Opfer sich von einer vorgehaltenen Schusswaffe nicht einschüchtern lassen, sondern entweder passiv unkooperativ sind, unprofessionell zum Angriff übergehen oder den Täter auf der Flucht verfolgen, teils trotz Warnschüssen. Es gibt aber durchaus auch Täter, die noch angreifen, obwohl eine Schusswaffe auf sie gerichtet ist und sie davon ausgehen müssen, dass diese echt ist. Das ist wahrscheinlich eher der irrationale Gewalttäter, nicht der Berufskriminelle. Von US-Polizisten habe ich allerdings auch gehört, dass sie nicht selten mit Gangstern zu tun haben, die im Verlauf ihrer kriminellen Karriere schon ein- oder sogar mehrmals angeschossen wurden und dies ohne schwere Folgen überlebt haben. Dieser Tätertyp rechnet sich gute Chancen aus, auch einen bewaffneten Gegner bezwingen zu können oder zumindest, den Versuch zu überleben. Gegenwehr mit SSW kann aber natürlich auch gut gehen: In § 36 Absatz 3 WaffG ist nur von erlaubnispflichtigen Waffen die Rede. Der kleine Waffenschein ist außerdem überhaupt nicht an den Besitz einer entsprechenden Waffe gekoppelt. Wenn jeder die Waffenbehörden mit unnötigen Nachweisen belasten würde, hätten wir sicher noch weit längere Bearbeitungszeiten, denn das muss alles von den Mitarbeitern zur Kenntnis genommen und in die Akten eingepflegt werden. Schließlich müssen mittlerweile nicht nur Schusswaffen verschlossen aufbewahrt werden, sondern alle Waffen im Sinne des Waffengesetzes. Also auch Armbrüste, Kampfmesser, Säbel, Schlagstöcke, Elektroschocker, CS-Gas und so weiter. Wenn nun 40 Millionen Haushalte in Deutschland es dir nachmachen und sämtliche Geldkassetten, Schränke, Kommoden und so weiter, in denen derartiger Krempel gelagert wird, abfotografieren und den Waffenbehörden melden, freuen die sich sicher sehr. So klar ist das nicht mehr. Der Grundsatz der getrennten Lagerung von Schusswaffen und Munition ist mit der jüngsten Gesetzesnovelle weggefallen. Ungeladen müssen sie aber sein.
  11. Es gab zwar auch mal ein Urteil zu einem Einhandmesser, dass dieses tief in einem vollen Rucksack verstaut ähnlich unzugänglich wäre wie in einem "verschlossenen Behältnis", von daher wäre nicht gänzlich ausgeschlossen, dass der jeweilige Richter eine Wandbefestigung und ein abgeschlossenes Zimmer ebenso als gleichwertig betrachtet. Sofern die Waffenbehörde diese Aufbewahrungsform nicht zuvor absegnet, würde ich aber eher davon ausgehen, dass es illegal ist. Nun zu der hier vertretenen Überlegung im Sinne von "wo kein Kläger, da kein Richter": wie schon angemerkt wurde - es gibt tatsächlich immer wieder so Fälle, wo etwa jemand mal sein Fenster öffnete, ein Passant Airsoft-Waffen in der Wohnung sah und daraufhin das SEK loszog. Dann wird ein solcher Verstoß ganz sicher geahndet, allein schon um den Einsatz zu rechtfertigen. Auch anderweitig kann die Polizei ins Haus kommen, beispielsweise Hausdurchsuchung wegen falscher Beschuldigung oder Verwechslung (Vorfälle wie in dem TV-Beitrag passieren öfter), aber auch nach Einbruchdiebstahl, Unfällen, Zimmerbrand und Ähnlichem. Außerdem verstauben offen aufgehängte Objekte schnell, allein deshalb ist eine Vitrine doch sinnvoll.
  12. Dass Waffen, die dem Staat zugefallen sind, möglichst gewinnbringend wieder auf dem allgemeinen Markt veräußert werden müssen, halte ich für eine Selbstverständlichkeit angesichts des Gebots, dass der Staat wirtschaftlich zu handeln hat. Die Vernichtung eingezogener Waffen ist dagegen Verschwendung von Staatsvermögen. Außerdem stellt es eine Subventionierung der Waffenindustrie dar, wenn Gebrauchtwaffen dem Markt entzogen werden. Das stärkt schließlich den Absatz von Neuwaffen. Ist diese Praxis eigentlich rechtlich abgesichert, beziehungsweise konform mit den allgemeinen gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Wirtschaftsförderung? Dass selbst Schreckschusswaffen, die explizit zur Verteidigung zugelassen sind (KWS), zu Hause entladen UND verschlossen gelagert werden müssen, halte auch ich für eine der irrsinnigsten neuen Regelungen im deutschen Waffenrecht. Das Risiko einer ungewollten Schussauslösung ist doch wesentlich größer, wenn die Schreckschusswaffe ständig entladen und wieder geladen werden muss, als wenn sie stets geladen bleibt und zwischen Führen und Lagern nicht damit hantiert werden muss. Dass der Ladezustand der Waffe versehentlich nicht erkannt wird, ließe sich auch mit einer Beschriftung des Behältnisses verhindern, ähnlich wie das Sprengstoffrecht eine Beschriftung der Lagerbehältnisse fordert.
  13. Soweit ich aus einer Folge von "Forgotten Weapons" über das russische Waffenrecht in Erinnerung habe, ist es in Russland so, dass Sportschützen nur Langwaffen und die ersten fünf Jahre nach Ausstellung der Waffenbesitzlizenz auch nur Waffen mit glatten Läufen erwerben dürfen. In anderen Bereichen ist es dagegen liberal, so etwas wie Anscheinsthematik oder militaristisches Schießen / im Laufen ist alles kein Problem und zur Magazingröße gibt es wohl eine ähnliche Regelung wie derzeit noch in Deutschland, die aber in der Praxis von den dortigen Behörden nicht nennenswert durchgesetzt wird. Vollautomaten für den zivilen Besitz auf Halbauto umzubauen ist wohl auch ohne große technische Auflagen machbar, sodass es zwar häufig halbautomatische, große Maschinengewehre in Privatbesitz geben soll, aber eben keine (Kleinkaliber-)Sportpistolen ...
  14. Teile aus einem Alu-Stecksystem / Konstruktionssystem wären auch eine Lösung. Einfach eine gewisse Anzahl an Streben und Verbindungsteilen kaufen, die kannst du dann nach Belieben zu unterschiedlichsten Rahmen zusammenbauen. https://www.item24.de/produktwelt/mb-systembaukasten/item-profile.html https://www.alusteck.de/alu-stecksysteme/
  15. Nein, ich argumentiere grundsätzlich. Denn wenn anerkannt wird, dass es auch nur für einen großen Teil der Schützen oder Waffenarten nicht sachgemäß ist, diese 12/18-Termine pro Waffe zu erbringen, dann kann dies auch nicht mehr generell so von allen Schützen gefordert werden. Grundlage für Gerichtsentscheidungen ist ja immer die Auffassung des Richters von der allgemeinen Rechtslage. Eine Unterscheidung zwischen Kontingent und Nicht-Kontingent, Wettkampfbeteiligung oder Waffentypen wurde bei den fraglichen Urteilen auch nicht gemacht. Das angesprochene Urteil vom VG Hamburg kenne ich nicht, hast du dazu einen Link oder ein Aktenzeichen?
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