Hinsichtlich der Regeln für Magazine wurde leider nicht nur der deutsche Ursprungstext bzw. die Idee übersetzt, sondern es wurde auch noch was dazu geschrieben, was der Sache etwas die Schlüssigkeit nimmt.
Allerdings wird die Angelegenheit in der Matchpraxis doch so gehandhabt, wie mir das vorschwebte (es sei denn die Matchoffiziellen wollen gar nicht wissen, wie es gemeint ist, weil sie eh alles selber besserwissen, was vorkommt):
das Originalmagazin, das üblicherweise (eben nicht nur gerade bei einer Sondereinheit oder auf einem völlig unbedeutenden Markt) zum Führen der Waffe mit ausgeliefert wird, ist der Ausgangspunkt. Dieses Magazin ist der Standard. Magazine anderer Hersteller sind erlaubt, solange sie nicht länger als dieses Originalmagazin sind. Was im Magazin (egal ob Original oder Kopie) gemacht wird, ist wurscht. Das gilt für Zubringer, Feder, Bodenplatte und was es möglicherweise sonst noch gibt, von dem ich nix weis, was ja sein kann.
Ich will aber nicht verhehlen, dass ich über die Materialschlacht in Produktion (bezüglich der Mag-Kapazität) sehr unglücklich bin. Produktion war als Plattform gedacht, eine Vielzahl von Modellen, Pistolenbesitzer, Hersteller und Händler an das IPSC Schießen heranzubringen. Wenn sich nun nur ganz wenige Modelle wegen der höheren Magazinkapzität durchsetzen, so ist das Ziel verfehlt. Denn bei dem geringen Rückstoss der kleinkalibrigen 9x19 lassen sich ja sehr viele Pistolen - auch sehr leichte und preisgünstige Plastikmodelle wie Glock, Steyr M9, Walther P99, die Kroatenkanone u. a. - sehr gut und sehr angenehm schießen, auch für Frauen und Jugendliche. Dazu kommt die konkurrenzlos billige Fabrikmunition in 9x19.
Wenn die Amerikaner im IPSC Weltverband in der Vergangenheit nicht noch viel dappiger und arroganter aufgetreten wären, wie in der großen Politik, dann hätten sie ihren an sich nicht unvernünftigen 10 Schuß Magazinladebeschränkung für Produktion (im Gegensatz zur weiteren Freigabe in allen anderen Pistolendivisions) auch durchgekriegt.
Jedoch, wenn die Amis halt nur an sich denken, dann macht dies der Rest der Welt auch. Und noch gilt: one country, one vote.
Friedrich Gepperth