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Schusswaffendebatte im deutschsprachigen Raum - Uni Bamberg


ZaphodBeeblebrox
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vor 2 Minuten schrieb ZaphodBeeblebrox:

Ich bin gerade über eine über 300-seitige Veröffentlichung der Uni Bamberg von 2019 gestolpert.

Hoffentlich hast du dir nicht weh getan beim Stolpern

 

Die Dissertation wurde vor ein paar Tagen hier im Board schon mal verlinkt. Bin da auch dran am lesen und es ist sehr interessant aufgebaut. Schade das die Umsetzung der EU Feuerwaffenrichtline da noch nicht Thema ist. Dafür bräuchte es aber sicher ein eigenes Buch, da würde ein Kapitel nicht reichen.

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Eine interessante Lektüre. Bestätigt, dass die Dinge auch schon vor meiner Zeit genau so bescheuert gelaufen sind wie heute. Hier ein Auszug zur Situation in den 70ern von Seite 130:

Zitat
Hier wird die – von vielen Vertretern der waffentragenden Verbände
gepflegte – Angewohnheit deutlich, sich gegen andere Organisationen
ausspielen zu lassen. Die Abordnung betonte, dass die Waffen Sportge-
räte und keine Mittel zur Selbstverteidigung seien. Das bedeutet aller-
dings auch, dass Selbstverteidigungswaffen für sie etwas Anrüchiges
sein müssen. Auch interessierte sie nicht eine generelle Lockerung,
sondern nur eine sehr eng gefasste Erleichterung bei ihren eigenen
Forderungen. Gegenüber der FDP, die ja das Waffengesetz energisch
verteidigte, wird ein unterwürfiger Kurs eingeschlagen. Solidarität mit
anderen Schützen oder sogar anderen Waffenbesitzern fehlt vollkom-
men.

 

Und weiter auf Seite 135:

Zitat

In den meisten Fällen versuchte man, Einfluss auf Politiker zu nehmen, indem
man diesen den Dialog anbot und die eigenen Probleme schilderte. Sehr
häufig wurde in diesem Zusammenhang auch ein gewissermaßen der
Grundsatz „Do ut des“ angewandt; man versicherte den Politikern, dass
man ein restriktives Recht nicht nur mittrage, sondern auch gutheiße,
und ermutigte sie, auch weitere Beschränkungen und Verbote zu erlassen.
Gleichzeitig äußerte man jedoch seine Wünsche und erhoffte sich
bei diesen eine Lockerung des Gesetzes – ein Kalkül, das eigentlich nie
aufgegangen ist.
Es zeigt sich, dass diese Gruppierungen kein Bewusstsein von einer
übergreifenden Gemeinschaft der Waffenbesitzer besaßen. Vielmehr
versuchte man, für die von sich selbst vertretenen Schützen, deren Interessen
man ja wahren sollte, möglichst viel herauszuschlagen, auch auf
Kosten von anderen Waffenbesitzern.

 

Hätte ich die Jahreszahl nicht genannt, könnte das auch von heute sein ;)

 

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