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Rooster

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  1. Hallo Iggy

    Ich habe das auch gelesen dass Du der Meinung bist, das es ein Fehler war, den Bergbau platt zu machen.

    Nun möchte ich da auch meine Erfahrungen beisteuern. Das ist das Gleiche was ich dem Klaas geschrieben habe.

     

    Ich war über 25 Jahre im Ruhrbergbau, zuletzt als Steiger. Unter anderem war ich für die Bewetterung und der damit verbundenen Kühlung zuständig. Deshalb möchte ich in einigen Punkten widersprechen. Deine Ausführung bezüglich der ungekühlten Grubentemperatur ist generell richtig, keine Frage. Nun muss ich aber sagen, dass wir untertage keine Bereiche hatten, wo mehr als 40°C herrschten. Wir hatten die größte Kälteanlage Europas mit einer Kälteleistung von 20MW, dazu noch eine kleinere Kälteanlage auf einem Nebenschacht mit einer Kälteleistung von max. 11MW. Dabei waren wir auf eine Teufe von 1400 Meter. Von der Kälteleistung und der Bewetterung hat die große Kälteanlage auch alleine die Kühlung aufrecht erhalten können. Deshalb war im Großteil des Grubengebäudes durch die gekühlte Bewetterung eine Durchschnittstemperatur von weniger als 28°C und dadurch hatten der Großteil der Kumpels untertage auch eine 8 Std.-Schicht. Natürlich gab es auch Bereiche mit mehr als 28°C, wie im Abbau und Streckenvortrieb, die dann eben ihre 7 Std.-Schicht hatten.

    Es stimmt auch so nicht dass man nach einer halben Stunde mit Toten zu rechnen hatte.

    Bei Gesamtausfall der Kälteanlagen hatte man mindestens eine halbe Stunde Zeit, die wieder ans Laufen zu bekommen. Danach musste die Wetterabteilung informiert werden, damit man ggf. die Grube räumen konnte. Beim Grubenlüfter sah das Ganze schon anders aus. Da wurde wirklich der entsprechende Bereich (wir hatten drei unabhängige übertägige Grubenlüfter, auf drei verschiedene Schächte verteilt) nach einer halben bis dreiviertel Stunde Stillstand, wenn nötig, geräumt.

    Die Grenze des Machbaren war meiner Meinung und Erfahrung noch nicht in Sicht. Die Planungen der RAG gingen bis über 1600m Teufe hinaus. Ibbenbüren war auf eine Teufe von über 1550m. Die Nordwanderung ins Donarfeld hätte solche Tiefen erforderlich gemacht, aber auch das war kein technisches Problem.

     

    Auch bin ich der Meinung, das die Bergwerke durchaus konkurrenzfähig gewesen wären, hätte man sie seitens der RAG gelassen. Da es aber von der RAG nicht gewollt war, mussten eben die Subventionen herhalten, die dann auch schön umverteilt wurden und dem Mutterkonzern RAG eben zu einem der wohlhabendsten Konzerne Deutschlands machten. Wir haben damals 2004 die Tonne Kohle für ca. 150 €/t fördern können, es wäre noch günstiger gewesen, hätte man uns gelassen. Und das die Gründung der RAG damals eher ein Politikum war, sollte auch klar sein. Es gab bis Ende der 80er Jahre selbstständige Bergwerksvereine wie die EBV, dem Eschweiler Bergwerksverein, die eigene Bergwerke betrieben. Diese wurden dann Ende der 80er von der RAG übernommen, da man sonst schlecht die Subventionenen erklären konnte. Selbst die Zeche Ibbenbühren war bis 1999 je zur Hälfte im Besitz der damaligen Preussag und der VEW.

    Und so schlecht war die hiesige Steinkohle auch nicht. Da waren die ausländischen Kohlen teilweise bedeutend schlechter. Ich kenne einige Kraftwerker aus dem hiesigen Kohlekraftwerken. Die haben mir alle gesagt, das bei dem Verbrennen der deutschen Steinkohlen die Öfen wesentliche länger halten würden, und auch die Abgase wären geringer. Auch die Kokskohle war von den Kokereien wegen der Qualität begehrt, aber eben der Preis ist ausschlaggebend. Und irgendwie habe ich das so kennengelernt das die deutsche Kohle, besonders die Anthrazitkohle, eben als schwefelarm gegenüber dem ausländischem "Dreck" gelte laut Aussagen der Chemiker auf der Kokerei und den Bergwerken und den Kraftwerkern auf dem Kohlekraftwerken.  Und nicht zu vergessen was man alles aus Kohle erzeugen könnte. Wenn ich sehe was alles bei der Verkokung der Kohle zu Koks an Kohlenwertstoffen heraus kommt, dann ist bei vernünftiger Verwertung der Stoffe wie  Erdgas, Teer, Benzol, Ammoniak, Naphtalin, Ammoniumsulfat, Schwefelsäure, Phenol usw. viel Geld zu verdienen.

     

    Deswegen halte ich es auch für schlichtweg falsch, die Zechen zu schließen. Wir haben noch hunderte Millionen Tonnen an förderbaren Kohlen, die mindestens für die nächsten 300 Jahre noch gereicht hätten. Und bei einem vernünftigen Management könnte man die auch zu bezahlbaren Preisen fördern. Und nicht zu vergessen, angesichts weltweit steigender Stahlproduktion ist eine dauerhaft höhere Nachfrage nach Koks zu erwarten. Nach Angaben der Berenberg Bank überstiegen in Deutschland die Ausgaben für den Import von Kohle mit 2,8 Mrd. Euro bereits die jährlichen Subventionen für die heimische Kohleförderung (2,1 Mrd. Euro).

     

    So, ich hoffe das ich nicht zu aufdringlich war. Wenn dazu noch Fragen sind, dann einfach fragen.

     

    Wie läufts an der Corona Front, kann man überhaupt von leichter Entspannung reden, wie uns das unsere GröKaZ, die Spahnplatte oder der alte Maier erzählen wollen?

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie trotzdem ein schönes Osterfest.

    Viele Grüße

    Rainer

     

  2. Hallo Rooster,


    Danke für Dein Interesse an dem Thema Versorgunssicherheit und damit zusammenhängend dem Beenden des Steinkohle-Bergbaus.


    Es ist lange her, dass ich im Ruhrgebiet in eine der dortigen Gruben war. Mal ein paar Informationen betreffend Bergbau: In 100m Teufe hat man die Jahres-Durchschnittstemperatur, die lag und liegt bei etwa 10°C. Der Temperaturgradient liegt an der Ruhr aufgrund des Erdaufbaus bei etwa 1°/27m, es wird also, je weiter man nach unten kommt, ziemlich schnell ziemlich warm. Hinzu kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit aufgrund des ständig einströmenden Wassers. Damals war ich auf der 800m-Sohle, da war es schon ungemütlich. Zuletzt war man meines Wissens deutlich tiefer als 1000m. Jetzt rechnen wir mal. (1200m-100m)/27m/1°C+10°C = 50°C (in etwa). Die Arbeiter da unten müssen tropentauglich sein, denn wenn die Kühlung ausfüllt, bekommt man nicht sofort alle aus der Grube heraus. Wenn das Warten länger als eine halbe Stunde dauert, muss man mit Toten rechnen. Mit anderen Worten, die Grenze des Machbaren war in Sicht.


    In anderen Gegenden sieht es völlig anders aus. In Goldbergbau in Johannesburg, Südafrika z.B. beträgt der Temperaturgradient aufgrund des Granits rund 1°C/104m. Damit kommt man tiefer als 4000m. Auf der tiefsten Sohle, damals 4400m, lag die Temperatur des Felsens bei 56°C, wie man mir sagte. Da solle man den Fels besser nicht anfassen. Ich kann es nicht bestätigen, ich war nur auf der 2200m-Sohle. Dort wurden die von mir projektieren Motoren der Fördermaschinen eingebaut, deren Förderkörbe von dort ganz nach unten gingen. Die Kühlaggregate über Tage hatten allerdings die Abmessungen eines kleinen Dorfes.


    Noch ein Wort zu den Finanzen der deutschen Kohle. Vor Jahren hat man mir im Heizkraftwerk Nürnberg erklärt, dass die hoch subventionierte deutsche Ruhrkohle (Siehe Google: Jahrhundertvertrag) 280 DM/t kosten würde, die australische hingegen nur 60 DM/t. Die schwefelarme australische Kohle durfte man jedoch nur bei Inversionslagen verfeuern, anstatt des - wörtlich - deutschen Drecks.


    Die Subventionen für die deutsche Steinkohle haben sich im Laufe der Jahre auf gigantische Beträge aufsummiert. Google ist Dein Freund. Wie sagte Elle Driver im Film Kill Bill so schön: "Ich liebe das Wort 'gigantisch', aber leider kann man es so selten anwenden". In diesem Fall ist es jedoch völlig angebracht.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Die deutsche Steinkohle ist an zwei Grenzen gestoßen, an die Grenze des Machbaren und an die Grenze des Finanzierbaren. Dabei sollte man auch nicht übersehen, dass zu jenem Zeitpunkt die Braunkohle nicht subventioniert wurde und weitgehend unumstritten war.


    Um nicht mißverstanden zu werden - Versorgungssicherheit ist wichtig, wie wir in Coronazeiten gerade auf die harte Art lernen. Aber ob die Steinkohle dafür bei weiterem, ständigen auskohlen und weiterem abteufen heute wirklich noch einen  nennenswerten Beitrag hätte leisten können? Ich hatte und habe meine Zweifel.


    Klaas

     

    1. Rooster

      Rooster

      Hallo Klaas

      Danke für Deine Erklärungen aus Deiner Zeit bei Siemens, als Du dort mit der Projektierung der Förderanlagen tätig warst, wie Du mir schriebst.

      Nun muss ich da auch meine Erfahrungen beisteuern. Ich war über 25 Jahre im Ruhrbergbau, zuletzt als Steiger. Unter anderem war ich für die Bewetterung und der damit verbundenen Kühlung zuständig. Deshalb möchte ich in einigen Punkten widersprechen. Deine Ausführung bezüglich der ungekühlten Grubentemperatur ist generell richtig, keine Frage. Nun muss ich aber sagen, dass wir untertage keine Bereiche hatten, wo mehr als 40°C herrschten. Wir hatten die größte Kälteanlage Europas mit einer Kälteleistung von 20MW, dazu noch eine kleinere Kälteanlage auf einem Nebenschacht mit einer Kälteleistung von max. 11MW. Dabei waren wir auf eine Teufe von 1400 Meter. Von der Kälteleistung und der Bewetterung hat die große Kälteanlage auch alleine die Kühlung aufrecht erhalten können. Deshalb war im Großteil des Grubengebäudes durch die gekühlte Bewetterung eine Durchschnittstemperatur von weniger als 28°C und dadurch hatten der Großteil der Kumpels untertage auch eine 8 Std.-Schicht. Natürlich gab es auch Bereiche mit mehr als 28°C, wie im Abbau und Streckenvortrieb, die dann eben ihre 7 Std.-Schicht hatten.

      Es stimmt auch so nicht dass man nach einer halben Stunde mit Toten zu rechnen hatte.

      Bei Gesamtausfall der Kälteanlagen hatte man mindestens eine halbe Stunde Zeit, die wieder ans Laufen zu bekommen. Danach musste die Wetterabteilung informiert werden, damit man ggf. die Grube räumen konnte. Beim Grubenlüfter sah das Ganze schon anders aus. Da wurde wirklich der entsprechende Bereich (wir hatten drei unabhängige übertägige Grubenlüfter, auf drei verschiedene Schächte verteilt) nach einer halben bis dreiviertel Stunde Stillstand, wenn nötig, geräumt.

      Die Grenze des Machbaren war meiner Meinung und Erfahrung noch nicht in Sicht. Die Planungen der RAG gingen bis über 1600m Teufe hinaus. Ibbenbüren war auf eine Teufe von über 1550m. Die Nordwanderung ins Donarfeld hätte solche Tiefen erforderlich gemacht, aber auch das war kein technisches Problem.

       

      Auch bin ich der Meinung, das die Bergwerke durchaus konkurrenzfähig gewesen wären, hätte man sie seitens der RAG gelassen. Da es aber von der RAG nicht gewollt war, mussten eben die Subventionen herhalten, die dann auch schön umverteilt wurden und dem Mutterkonzern RAG eben zu einem der wohlhabendsten Konzerne Deutschlands machten. Wir haben damals 2004 die Tonne Kohle für ca. 150 €/t fördern können, es wäre noch günstiger gewesen, hätte man uns gelassen. Und das die Gründung der RAG damals eher ein Politikum war, sollte auch klar sein. Es gab bis Ende der 80er Jahre selbstständige Bergwerksvereine wie die EBV, dem Eschweiler Bergwerksverein, die eigene Bergwerke betrieben. Diese wurden dann Ende der 80er von der RAG übernommen, da man sonst schlecht die Subventionenen erklären konnte. Selbst die Zeche Ibbenbühren war bis 1999 je zur Hälfte im Besitz der damaligen Preussag und der VEW.

      Und so schlecht war die hiesige Steinkohle auch nicht. Da waren die ausländischen Kohlen teilweise bedeutend schlechter. Ich kenne einige Kraftwerker aus dem hiesigen Kohlekraftwerken. Die haben mir alle gesagt, das bei dem Verbrennen der deutschen Steinkohlen die Öfen wesentliche länger halten würden, und auch die Abgase wären geringer. Auch die Kokskohle war von den Kokereien wegen der Qualität begehrt, aber eben der Preis ist ausschlaggebend. Und irgendwie habe ich das so kennengelernt das die deutsche Kohle, besonders die Anthrazitkohle, eben als schwefelarm gegenüber dem ausländischem "Dreck" gelte laut Aussagen der Chemiker auf der Kokerei und den Bergwerken und den Kraftwerkern auf dem Kohlekraftwerken.  Und nicht zu vergessen was man alles aus Kohle erzeugen könnte. Wenn ich sehe was alles bei der Verkokung der Kohle zu Koks an Kohlenwertstoffen heraus kommt, dann ist bei vernünftiger Verwertung der Stoffe wie Teer, Benzol, Ammoniak, Naphtalin, Ammoniumsulfat, Schwefelsäure, Phenol usw. viel Geld zu verdienen.

       

      Deswegen halte ich es auch für schlichtweg falsch, die Zechen zu schließen. Wir haben noch hunderte Millionen Tonnen an förderbaren Kohlen, die mindestens für die nächsten 300 Jahre noch gereicht hätten. Und bei einem vernünftigen Management könnte man die auch zu bezahlbaren Preisen fördern. Und nicht zu vergessen, angesichts weltweit steigender Stahlproduktion ist eine dauerhaft höhere Nachfrage nach Koks zu erwarten. Nach Angaben der Berenberg Bank überstiegen in Deutschland die Ausgaben für den Import von Kohle mit 2,8 Mrd. Euro bereits die jährlichen Subventionen für die heimische Kohleförderung (2,1 Mrd. Euro).

       

      Rainer

    2. Klaas

      Klaas

      Hallo Rainer,

       

      vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Möglicherweise hätte ich bezüglich meiner Antwort ein Datum hinzufügen sollen. 1973 hatte ich es u.A. mit Haniel zu tun. Mag sein, dass sie schon zur RAG gehörten, aber genaueres weiß ich nicht, es hat mich damals auch nicht interessiert. Ich erinnere mich jedenfalls an die Probleme, die damals schon diskutiert wurden, wenn man z.B. mit dem Obersteiger nach der Grubenfahrt in der Kaue oder später im Wirtshaus noch ins Gespräch kam. Ich erinnere mich auch an die teilweise Rückständigkeit einzelner Zechen. In einer dieser Gruben wurde die Förderanlage tatsächlich noch mit Dampfmaschinen betrieben, Baujahr 1904. Und da waren die auch noch stolz drauf.

       

      Was Temperaturen unter Tage und Machbarkeit betrifft - danke für die Informationen. Aus meiner damaligen Sicht als E-Ingenieur waren Temperaturen nicht gerade ein Problem, aber wenn man eine Förderanlage 500m unter Tage einbaut, muss es bei der Auslegung berücksichtigt werden. Ein schlagwetter-geschützter Drehstrom-Motor als Antrieb mit fast mannhohem Salzwasserwiderstand zur Drehzahlregelung. Der Antrieb muss ja aus Gründen der Sicherheit funktionieren, auch wenn die gesamte Belüftung der Grube ausfällt und die Temperaturen der Umgebung wirksam werden. Die Leute müssen trotzdem notfalls heraus geholt werden. Damals kam das Thema Temperatur ausführlich zur Sprache und bei den Verantwortlichen der Zeche war deutlich die Skepsis zu spüren, was das tiefer gehen betraf.

       

      Mag sein, dass es damals bereits Untersuchungen und Planungen für die weitere, tiefere Erschließung und deren Konsequenzen gab, aber zu jenem Zeitpunkt wussten offenbar Obersteiger und E-Steiger nichts davon. Aus Deinen Ausführungen entnehme ich jedenfalls, dass ich in dieser Sache nicht mehr auf dem neuesten Stand bin. Wen überrascht es, wenn ich schon so lange aus dem Bergbau-Geschäft bin.

       

      Bleib gesund.

       

      Klaus Petrat (Klaas)

      Nürnberg

    3. Rooster

      Rooster

      Hallo Klaus

      Ja ok, 1973 ist schon lang her. Da bin ich als fünfjähriger Steppke im Kindersitz mit Papa auf dem Trecker mitgefahren. :laugh:

      Aber da hast Du recht. Zu der Zeit waren die Zechen technisch wirklich rückständig. Erst in den 80ern wurden moderne Standards eingeführt, die Grubengebäude wurden mit einer Isolierung versehen, die Wetterkühlung wurde von Eiskühlung auf moderne Kühlanlagen umgerüstet, die Sicherheit der Belegschaft wurde wesentlich verbessert. Moderne Meßeinrichtungen, Überwachung der Wetter, Verbesserung der Gasabsaugung, der verbesserte Schutz u. a. mit Wasserberieselung vor Schlagwetter... Das alles und noch viel mehr sorgten dafür das die Zechen sicherer wurden. Wenn man das sieht wie sehr die Fördermengen in den Jahren gestiegen sind, bei immer weniger Belegschaft...

      Aber ja, ich kenne auch noch die Dampfmaschinen als Fördermaschinen. Die Zeche Radbod hatte die immer noch in Betrieb als sie 1990 geschlossen wurde. Auch hatte sie noch die schon damals recht veraltete Wagenförderung, wir hingegen hatten schon in den 60ern die Förderung auf Skipförderung umgebaut. Und Dampfmaschinen gab es schon lange nicht mehr auf der Zeche wo ich war. Aber Klaus, wenn du so ein Schätzchen noch bei der Arbeit siehst... Mann das ist ein Erlebnis. Und wenn man das Teil noch selber fahren darf... dann merkst du erst einmal wie sehr so eine Maschine lebt... Da arbeitet was, da schnauft was, pfeift, knarrt, rattert.... einfach klasse.

      Achja die Korrosion war natürlich immer ein Problem. Der Salzfraß war einfach unbeschreiblich. Aber das wurde so langsam auch in den Griff bekommen mit besseren Stahlsorten, extrem wetter- und Salzbeständigen Grundierungen und Farben, und eben einer besseren Bewetterung. Es rostete eben dann nicht mehr so schnell dahin. Und da eben die ganzen elektrischen Einrichtungen sowieso ex.-geschützt sein mussten...

      Naja lang ist es her.

      Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes Osterfest.

      Rainer Brormann

      Hamm

  3. Also bei uns sind die Schießstände geschlossen. Kreismeisterschaften ebenfalls abgesagt, genauso wie Übungstermine.
  4. Also ich kann über Overnite nicht klagen. Letzte Woche Bei Egun eine Waffe ersteigert. Versandbenachrichtigung mit Liefertermin bekommen mit Datum und Zeitraum. Da Overnite mit hiesigen Logistik- und Transportunternehmen zusammenarbeitet, ging das rasch. Der Kurier hat sich telefonisch vorher angemeldet, bei Übergabe des Paketes ließ er sich meinen Ausweis zeigen, ich habe unterschrieben. Fertig. Ebenfalls so bei der Retoursendung der Waffe. Gleiches Prozedere, keine Klagen. Bin zufrieden, dafür bezahle ich auch mehr Geld.
  5. Rooster

    WW I

    Die deutschen Soldaten hatten 1917 fast garnichts zu essen. Es wurden an manchen Tagen regelrechte Treibjagden auf die Grabenratten gemacht damit man überhaupt was im Magen bekam. Wer hungert, durchnässt ist, die Verpflegung nur sporadisch kommt, der kämpft nicht. Die Soldaten hätten die Waffen weggeschmissen und die Konserven gerettet, nichts anderes. Die Offiziere hatten manchmal trotz Androhung der Waffengewalt keine Kontrolle über ihre Truppen wenn die mal bei einem Geländegewinn einen mit Verpflegung gut gefüllten britischen oder französischen Graben erobert hatten. Da wurde der Krieg Krieg sein gelassen und sich erst den Magen gefüllt. Wenn dann noch die Soldaten aus den Briefen von zuhause lesen dass in der Heimat überhaupt nichts mehr zu essen gibt, und Tausende Menschen schlicht verhungerten, dann kann man sich die Kampfmoral vorstellen. Überhaupt war von der deutschen Heeresleitung alles, aber auch alles von Anfang an falsch gemacht worden. Im allgemeinen Kriegsjubel hat man von Anfang an auf Mangelwirtschaft gesetzt, anstatt die Anbauflächen drastisch zu vergrößern und die Viehwirtschaft zu intensivieren. Aber was will man erwarten von einem voll auf militärisch getrimmten Beamtenapparat, der von der effektiven Lebensmittelversorgung im Krieg keine Ahnung hatte, von der OHL ganz zu schweigen. Man möge es mir verzeihen, dass ich aus der BpB zitiert habe..... von daher glaube ich nicht das der Film überhaupt die Situation der deutschen Seite historisch darstellt.
  6. Rooster

    WW I

    Apropos „1917“. In der Szene als der Protagonist im Granatenhagel übers Feld läuft, sah mir das doch recht grün und unberührt aus. Und das im Bereich Arras, nach 2 1/2 Jahren Stellungskrieg. Ansonsten waren auch die Rezensionen dahingehend, das der Film schöne Bilder liefere, aber wenig Handlung. Dafür viel Lokalpatriotismus. (Die bösen heimtückischen Deutschen)
  7. Rooster

    WW I

    Mein Opa väterlicherseits ist in Russland vermisst. Mein anderer Opa war im RAD, aber unabkömmlich, da Landwirtschaft. Als die U.S. Truppen bei uns das Haus plündern wollten, hat ein Offizier an der Wand die Fotos von Verwandten gesehen, die nach Florida ausgewandert sind. Der hat seinen Grunts befohlen, sofort aufzuhören und ohne etwas mitzunehmen und abzurücken. Aber wir hatten ab da Ruhe vor den Ami‘s.
  8. Das sag ich doch. Nichts anderes habe ich damit ausdrücken wollen.
  9. Tja, die aufs feinste scharf geschliffene Rhetorik einer Vollblutpolitikerin. Dabei auch studierte Kriminologin und Polizeiwissenschaftlerin. Bei der kommst nicht mehr mit Fakten, Zahlen und Tatsachen an, die von anderen Wissenschaftlern, Verbänden oder Ämtern stammen und von ihrer eigenen Fakten- und/oder Meinungslage abweichen. Die legt dir das so zurecht, wie sie bzw. die Grünen es brauchen. Die schwebt sowieso in anderen Sphären und Welten.
  10. Ein Kumpel erzählte mir mal, das er, damals in den 70ern, selbst mitbekommen hatte, wie bei einem Manöver ein Schützenpanzer bei einer Flußüberquerung von der Pontonbrücke gerutscht und in den Fluß gelandet ist. Die Besatzung mit den Grennies konnten sich gerade noch retten. Manöver ging einfach weiter, den Panzer wollte man später bergen. Nach Beendigung des Manövers ist es tagelang keinem aufgefallen, dass da ein Panzer fehlt. Aber alle suchten das Funkgerät, was der Grenniezug im Panzer bei der Flucht aus dem Wasser liegen gelassen hatte. Und das ebenfalls mit vollem Programm. Nur waren die entsprechenden Leute, die das wussten wo der Panzer und damit das Funkgerät versunken war, nicht mehr vor Ort, da eben die Übung vorbei war. Bis irgendwann mal einer sagte... "Hmm, da war doch mal ein Panzer...." Ein anderer Kumpel erzählte, das er vor ein paar Jahren zu zweit eine Mopedtour mit Zelten machte. Einmal hatten sie in der Nähe eines Zuges übernachtet, der auf Nachtübung unterwegs war. Am Morgen waren die Soldaten natürlich abgerückt. Die Beiden fuhren mit den Motorrädern an deren Lagerplatz vorbei, der an einem Feldweg an einer Lichtung gelegen hatte. Die Jungs von der BW hatten nur nicht alles mitgenommen, denn etwas verdeckt lagen zwei G36 an einem Baum. Was machen.... Die Beiden hatten sich dann die zwei G36 geschnappt und sind dem Zug hinterher gefahren. Gottseidank war der Haufen noch nicht lange weg und nachdem der Zug Soldaten dann gefunden wurde, hatten die Beiden die Waffen dem Zugführer übergeben. Der bekam erst mal eine Schnappatmung und wurde ganz käsig im Gesicht, dann bedankte er sich überschwänglich bei den Beiden. Denn er hatte das Fehlen der Waffen nicht bemerkt, und die beiden Landser, denen die Waffen eigentlich gehörten, hatten die Schnauze gehalten. Warum auch immer.... Der Kumpel meinte nur, dass es sein saublödes Gefühl war, mit zwei G36 auf dem Rücken mit den Mopeds durch ein Dorf zu fahren und den Bauern zu fragen ob der einen Haufen Soldaten gesehen habe.... und der Bauer hätte sich das Grinsen nicht verkneifen können.
  11. Deswegen bin ich ganz stark am überlegen, was ich mir für eine Wumme kaufen soll. Schwanke einerseits zwischen Garand und Enfield Mk4 und andererseits zwischen Hk223/308 und OA15. Wobei die HK´s echt rar geworden sind.
  12. Wo doch die MP44 Magazine jetzt für 400-700 € pro Stück weggehen.... Da macht man doch gerade jetzt richtig Kohle. Aber ansonsten weiß ich auch nicht was momentan bei Egon los ist...
  13. Auch bis in die 80er hinein. Mit 10 Jahren ein eigenes LG bekommen, mit Einweisung vom Vater. Mit 12 das KK vom Opa in die Hand gedrückt bekommen, nochmals mit eindringlichen Warnungen, verantwortungsvoll mit der Waffe umzugehen. Mit 11-12 nach der Schule auf dem Feld, mit dem Trecker geackert. Der wurde vom Vater stehen gelassen, weil er zur Mittagsschicht musste. War der Polizei ziemlich egal das man auch mit dem Trecker nach Hause fuhr. Hauptsache es passierte nichts. Machten doch alle Bauernkinder so. War eine schönere Zeit damals, wenn auch mehr malochen.
  14. Haben wir vor 40 Jahren auch so gemacht, sogar mit Opas KK. Zur Kirschreife die Stare und Spatzen aus den Bäumen gehalten, man wollte ja das Obst auf dem Wochenmarkt verkaufen. Und die Tauben waren eine Abwechslung auf dem Mittagstisch. Wenn man das heute einem Jugendlichen erzählt, dann machen die alle große Augen. Die können sich so vieles nicht mehr vorstellen.
  15. Also ich will das nicht ausschließen, dass es in den USA Fälle gegeben hat. Hierzulande ist da der Feminismus schuld daran, das Mann schon mittlerweile angst haben muss mit einer Frau alleine in einem Aufzug einzusteigen, sie könnte einen anzeigen. Und es sind schon einige Fälle vorgekommen wo eine Frau den Mann mit Reizgas oder Schocker flachgelegt hat, obwohl er ihr nur helfen wollte. Aber es macht Schule. Genauso wie hier, wenn man sich plötzlich von einer Opferrolle in der Täterrolle wiederfindet. Man denke an den Typen der den schmächtigen Taschendieb eine gewatscht hat. Wer wurde verurteilt? Es sind doch viele Fälle bekannt, wo der Helfende plötzlich eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals hat, nur weil ein findiger Anwalt des eigentlichen Straftäters damit eine Milderung der Strafe oder zumindest für den Typen leicht verdiente Kohle erreichen kann. Dazu kommt, das es doch gebetsmühlenartig immer wieder erzählt wird, das man laut singen, klatschen und pfeifen soll, wenn man überfallen wird. Uns Biodeutschen ist doch die Wehrhaftigkeit aberzogen worden. Wenn ich an unsere Schützenfeste in der Gegend denke... wenn da einer oder mehrere der Ansicht waren, da mal einen Streit vom Zaun zu brechen, dann waren genügend Bauern da, die schnell aufräumten. Diese Halbstarken hatten überhaupt keine Chance gegen diese Wemser. Oder die Säbel der Offiziere im Verein waren auch gute Meinungsverstärker, um den Rabauken klarzumachen, dass eine Prügelei nicht erwünscht war. Polizei kam in den seltensten Fällen hinzu. Das war nicht nur auf den Schützenfesten so, das war auch auf anderen Festen, Veranstaltungen und in öffentlichen Räumen. Man hatte immer Hilfe. Doch erst in den letzten 20 Jahren ist das alles schlimmer geworden. Zuerst schleichend, nun in den letzten 10 Jahren desto vehementer. Und warum, und wer ist da meistens der Täter, wer das Opfer? Die Antwort kennt jeder, der mit offenen Augen durch die Gegend läuft.
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