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Singuläre Ereignisse : Wo rationale Argument (erstmal) versagen (müssen) …


TheDearHunter

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Jeden Tag kann ein Mensch in extreme Situationen geraten. Solche extremen Situationen können ein Arbeits- und/oder Verkehrsunfall sein. Oder man ist das Opfer einer Gewalttat oder ähnlichem geworden. Oder man muss sich mit dem unerwarteten Tod eines geliebten Menschen auseinandersetzen. Auch wenn man nicht unmittelbar betroffen ist, können die Auswirkungen auf die Psyche enorm sein. Oft sind die Betroffenen, deren soziales Umfeld und je nach Tragweite des Ereignisses sogar die ganze Gesellschaft, traumatisiert.

Als Ergebnis solcher extremen Erlebnisse wird eine Vielzahl von Emotionen freigesetzt,

die es für den/die Betroffenen und dessen soziales Umfeld zu bewältigen gilt. Hierzu gehören Gefühle wie Angst, Verlust, Ohnmacht, Wut, Hass und Trauer. Auch das Gefühl versagt zu haben, weil man das entsprechenden Ereignis nicht kommen sehen konnte bzw. nicht (mehr) abwenden konnte, können Teil dieses emotionales Durcheinander sein. Die (Spät-) Folgen können für den Einzelnen und sein soziales Umfeld gravierende psychische und physische Folgen haben.

Gerade singuläre Ereignisse wie

- Flugzeugunglücke

- Eisenbahnunglücke

- Massenverkehrsunfälle

- Umweltkatastrophen

- Terroranschläge

- Gewaltausbrüche

- Erweiterte Suizide

- Amokläufe

die eine hohe Anzahl von Opfern je Ereignis fordern bzw. deren Gewalttätigkeit/Grausamkeit das Vorstellungsvermögen normaler Menschen sprengen, brennen sich förmlich in das Bewusstsein von Betroffenen und sozialem Umfeld ein und es werden Strategien gesucht die entstandenen Emotionen zu bewältigen bzw. im Fall von Wut oder Rache zu befriedigen.

Ein Teil der Bewältigungsstrategie besteht darin einen Schuldigen zu finden bzw. die Schuld an etwas zuzuweisen, damit die Emotionen eine Projektionsfläche erhalten und der Verarbeitungsprozess beginnen kann. In dieser Phase sind die Betroffenen und das soziale Umfeld in der Regel keiner rationalen Argumentation über Entstehung bzw. Auswirkung des Ereignisses zugänglich, da diese Argumente oft konträr zu den er-/durchlebten Emotionen laufen bzw. den Emotionen keinerlei Entfaltungsmöglichkeit bieten und so den Verarbeitungsprozess (noch) behindern. In solchen Situationen werden nicht selten Dinge gefordert und leider manchmal auch durchgesetzt, die bei nüchterner Betrachtung mehr als nur rechtswidrig wären. Und leider musste mancher Verursacher eines solchen Ereignisses die Entladung der Emotionen am eigenen Leib erfahren – zum Teil mit beachtlicher zeitlicher Verzögerung .

Wer hier mäßigend auf die Emotionen einwirken will, weil er aus seinem Standpunkt der Nichtbetroffenheit die Folgen des Handelns/Forderns abschätzt, wird schnell als gefühls- und/oder pietätlos bezeichnet und kann somit ebenfalls als Projektionsfläche für die entstandenen Emotionen herangezogen werden.

Wie hoch die Emotionen getrieben werden bzw. wie weit sie in die Gesellschaft hinein transportiert werden (mit den entsprechenden Folgen), hängt nicht zuletzt davon ab, welche Aufmerksamkeit die (Massen-) Medien einem Ereignis schenken und wie dieses Ereignis medial ge- bzw. bewertet wird. Diese Berichterstattung richtet sich nicht selten nach dem aktuellen Mainstream oder dem was aktuell als „politisch korrekt“ angesehen wird oder nach dem sog. „gesunden Volksempfinden“.

So können auch nicht-singuläre Ereignisse (z.B. die Beißattacke in Hamburg am 29.06.2000) bei entsprechender medialer Aufmerksamkeit (z.B. im sog. Sommerloch) eine Welle von div. Emotionen lostreten und entsprechende gesellschaftliche und/oder politische Reaktionen auslösen, ungeachtet welche Folgen das für die Gesellschaft haben kann. Nicht selten werden jene soziale Gruppen, denen der Verursacher zugehörig ist, mit in die Verantwortung bzw. als Ziel für die Entladung der Emotionen genommen, obwohl diese das Ereignis selbst weder vorhersehen noch verhindern noch in irgendeiner Weise beeinflussen konnten.

Nicht selten wird hier mit einem Aktionismus reagiert, dessen Folgen im Nachhinein nur schwer oder gar nicht zu beseitigen sind. Teilweise werden bei bis dahin nicht betroffenen Gruppen Ängste erzeugt bzw. geschürt und manchmal wird damit die Saat für das nächste singuläre Ereignis ausgebracht. Ebenfalls wird ein solches Ereignis auch gerne propagandistisch ausgeschlachtet um politische Ziele zu forcieren bzw. sich zu profilieren – die zur Schau gestellte Betroffenheit/Entrüstung hält meist nicht länger an als ein Interview dauert.

Während Gesellschaft, Politik und Medien mit dem „guten Gewissen etwas getan zu haben“ nach ein paar Tagen wieder zum „Tagesgeschäft“ zurückkehren, müssen die (nun) Betroffenen die Auswirkungen und die zusätzlich erzeugten Emotionen/Aufgaben verarbeiten und/oder umsetzen.

Die ursprünglich Betroffene werden mit Ihren Emotionen wieder alleine gelassen; vollmundig versprochenen Hilfsangebote lösen sich zumeist in Nichts auf oder erweisen sich als „zinsloser Kredit“. Die Bewältigung ihrer Emotionen bleibt an ihnen hängen wie brennendes Pech. Für einige bedeutet dies der Weg in den Abgrund in Form von Depressionen oder anderen psychischen Störungen.

Andere kanalisieren ihre Emotionen und nehmen den Kampf gehen den Auslöser des Ereignisses auf (oder dessen „Rechtsnachfolger“, solange dieser ihnen eine Projektionsfläche bietet). Dieser „Kampf“ hat die „Vernichtung“ des (vermeintlichen) Gegners bzw. der Mittel die zum Ereignis beitragen haben zum Ziel. Hierbei wird angenommen, dass es durch die Beseitigung der auslösenden Gegebenheiten/Mittel, keine weiteren Ereignisse dieser Art geben wird. Fakten die das Gegenteil beweisen, werden aufgrund der zu verarbeitenden Emotionen nicht zur Kenntnis genommen, weil sie nicht ins „Weltbild“ passen. Fakt ist, dass solange Flugzeuge fliegen, einige abstürzen werden oder das es nach wie vor Hunde geben wird die beißen – auch wenn sie nicht in die Kategorie „Kampfhund“ fallen. Auch werden weiterhin Menschen im Straßenverkehr verletzt oder sterben solange Kraftfahrzeuge genutzt werden und auch Haushaltsmesser werden im Rahmen häuslicher Gewalt weiterhin Opfer fordern.

Davon abgesehen, müssen die von der Politik und/oder Medien im Rahmen des Aktionismus losgetretenen Forderungen vom staatlichen Verwaltungsapparat umgesetzt werden. Dies kann mitunter Jahre dauern und ist am Ende weit von dem entfernt, was ursprünglich gefordert wurde; die mit der Umsetzung Betrauten werden mit den entstehenden Problemen (zusätzliches Arbeitsaufkommen, mangelnde sachliche Kompetenz, u.a.) oft alleine gelassen.

Eine weitere Möglichkeit die entstandenen Emotionen zu verarbeiten liegt darin, die Umstände, die zum Ereignis geführt haben, zum hin Positiven zu verändern. Als Beispiel sei hier die Björn-Steiger-Stiftung zu nennen, die zwar niemand kennt aber deren Arbeit inzwischen unzählige Leben gerettet haben dürfte (Die bundeseinheitlichen Rufnummern 110 und 112 gehen auf diese Stiftung zurück. Ebenfalls betreibt die Stiftung die Notrufsäulen an den Autobahnen und Bundesstraßen). Dadurch, dass man seinem Denken und Handeln eine positive Richtung gibt, lassen sich auch die Emotionen besser verarbeiten. Durch dies Art der Bewältigung und durch Einbinden aller beteiligten gesellschaftlichen/wirtschaftlichen Gruppen kann ein singuläres Ereignis – trotz der Opfer die gefordert haben mag – eine Veränderung in der Gesellschaft bewirken. Auch und gerade, wenn sie nicht im Licht/Focus der Öffentlichkeit stattfinden.

Fazit:

Emotionen mit Argumenten zu begegnen ist nicht Ziel führend. Man kann eher davon ausgehen, dass sich hieraus negativen Emotionen entwickeln bzw. diese verstärken werden. Den Betroffenen muss eine Projektionsfläche für ihre Emotionen geboten werden, welche ein positives Verarbeiten. Hierzu muss man sich auf die Emotionen der Betroffenen einlassen; man muss sozusagen eine Weile mit ihnen in ihren Schuhen gehen – nicht Mitleid haben, sondern mit ihnen leiden.

Erst wenn Emotionen entsprechend kanalisiert und verarbeitet sind, kann eine faktenbasierte Aufarbeitung eines singulären Ereignisses stattfinden.

Nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen können auf Dauer nicht durch Verbote oder Reglementierungen erreicht werden sondern nur durch allgemeine Akzeptanz. Hierzu ist es jedoch unbedingt erforderlich gerade die Emotionen der betroffenen gesellschaftlichen Gruppen mit in Betracht zu ziehen, denn jemand der sich ungerecht behandelt fühlt wird auf Dauer nicht kooperativ im Sinne eines gesellschaftlichen Konsenses sein.

@admin: ggf. bitte dem korreten Fred zuweisen.

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Kannst Du dann bitte mal konkret runterbrechen, was das jetzt in drei oder vier Sätzen für die deutsche "Waffenlobby" bedeuten könnte ?

Im Sinne von, "tus jetzt und nicht morgen" ? Ich bin geneigt, immer mal was konkretes kleines zu machen, anstatt zu schwadronieren.

Wir wissen, dass man mit Aktionismus und Verschärfung keine langfristig positiven Effekte erwirken kann.

Nix tun ist aber auch nicht medienwirksam.

Wer nix verschärft, ist ein reaktionäres Arsch.

Ich hab fast den Eindruck, dass Du dieses Pamphlet "abgeschrieben" hast, um irgendjemand zu erweichen. Nix für ungut.

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ich glaube der ansatz ist relativ einfach, nur muss er erst gefunden werden. die fakten haben wir evtl. auf unserer seite, jedoch können wir den emotionalen tunnelblick damit nicht lockern. was dearhunter schreibt und was er sagen möchte ist meiner meinung nach, dass wir, und das ist ne menge denkarbeit, einen weg finden müssen, auch auf der emotionalen ebene zu arbeiten. ein einfaches wort ist hier "image". das image von jägern und sportschützen ändern bzw. positiv auffrischen. wenn von den tunnelblicklern jemand an sportschütze denkt, dann sieht er eher rambo als z.b. nen ipsc-ler mit ner rosa pistole in turnschuhen.

dearhunter: lieg ich da richtig?

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@Schattenparker:

Das oben Geschrieben ist aus den Gedanken heraus entstanden, daß wir als Waffenlobbyisten

noch so gute und sachliche Argumente bringen können und wir stehen am Ende doch immer als die Verlierer da.

Und ich fragte mich: Warum?

Den Grund kannst du oben lesen: Argumente gegen Emotionen kann nur verlieren.

Zumal im Fall Winnenden die Betroffenen sich in ihren Emotionen durch Medien & Political Correctness

bestätigt fühlen. Jegliches "Herabwürdigen" dieser Emotionen durch sachliche Argumente führt ins Aus.

Schauen wir doch mal uns selber an: Ich erinnere mich noch gut daran, welche Emotionen hoch

gekocht sind, als das Tempolimit auf Autobahnen eingefüht wurde. Die Menschen fühlten und fühlen

sich gegängelt; viele Begrenzungen sind nicht nachvollziehbar und haben oft den faden Beigeschmack

der Wegelagerei. Entsprechend halten sich die Menschen an die Begrenzungen und entsprechend

erfolgreich sind Geschwindigkeits- und sonstige Kontrollen.

Und - es ist ein grundsätzliches Problem. Dir dürfte aufgefallen sein, daß im Aufsatz kein mal das

Wort Waffe zu finden ist.

Es handelt sich hier um ein grundlegendes (massen-) psychologisches Problem und hier haben

wir dann wieder den Bezug zur Waffenlobby. Dieses Phänomen beeinflußt unsere Arbeit

unmittelbar. Deswegen müssen wir uns langfristig überlegen, wie wir diesem Phänomen

begegnen - nur müssen auch wir uns dessen erst mal bewußt sein.

Hier können wir mit immer mal was konkretes kleines zu machen vielleicht kurzfristig was

verändern, es kann aber auch nach hinten los gehen.

Übrigens ist das ganze nicht "abgeschrieben" sondern basiert auf Erkenntnissen,

die ich meinem Steckenpferd (Massen-) Psychologie und hier (aus persönlichem Anlass)

mit der Auseinandersetzung mit dem Thema Traum und Traumaverarbeitung verdanke;

eine weitere Quelle der Erkenntnis ist meine Lobbyarbeit im Rahmen der Bundes- und NRW-

Landtags-Wahlen und die darin gesammelten Erfahrungen.

@Fjäldor:

Was Du geschrieben hast, trifft es ganz gut. Unterm Strich geht es bei vielen Handlungen im

Leben um Emotionen. Nur sind wir uns dessen oft nicht bewußt. Viele Dinge tun wir, weil

sie uns ein gutes Gefühl vermitteln bzw. ein gutes Gefühl damit verknüpft ist,

andere Dinge unterlassen wir, weil wir den Schmerz negativer Gefühle vermeiden wollen.

Ich glaube, wir kommen auf Dauer nur weiter, wenn wir dieses Gefühl, was der "Nicht-LWB"

mit uns in Verbindung bringt, positiv besetzen.

Und hier ist jeder von uns gefordert. Die Frage sollte nicht nur sein, sind meine Argumente

überzeugend, sondern welches Gefühl vermittle ich meinem Gegenüber? Hierzu gehört

es allerdings dann auch, daß ich mich mit der Gefühlswelt meines Gegenüber vorher

auseinandergesetzt habe und bereit bin mich auf diese einzulassen.

TDH

Edit sagt: Mach die Dreckfehler weg!

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D.h. also dass wir den Menschen da draußen uns als LWB so näher bringen müssen, dass wir weder als Waffennarren verunglimpft werden noch als eine Randgruppe der Gesellschaft. Vielmehr aufzeigen, dass wir LWBs ganz normale Menschen wie sie auch sind und in die Gesellschaft integriert sind - und sei es darüber dass wir zur arbeitenden Bevölkerung gehören, Kinder haben welche in "ganz normalen" Vereinen wie Fussball Handball etc eingebunden sind.

Dass wenn wieder ein tragischer Unfall passiert nicht alle LWBs mit dem Täter in einen Topf geworfen und dann gekocht werden....

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@SIeGer:

Darauf sollte es hinauslaufen. Sein Hobby im geheimen Kämmerchen zu betreiben

und zu hoffen, daß man "übersehen" wird hilft nicht.

Dabei sollten wir durchaus auch über unsere Emotionen reden:

- Was gibt mir der Sport; was empfinde ich dabei?

- Wie fühle ich mich dabei, daß ich für die Taten anderer büßen soll; daß mir Unrecht widerfährt.

- Wie fühle ich mich mit der Diskrimierung, obwohl ich mich an die Regeln halte?

Ein Beispiel:

a] Sachlich:

Das ist, als würde ich ein Bußgeld bezahlen müssen, weil jemand anderes zu schnell gefahren ist.

b] Sachlich-Emotional:

Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du ein Bußgeld dafür zahlen müßtest, daß jemand, den Du gar

nicht kennst, zu schnell gefahren ist. Und dabei fährt Dein Auto nicht mal so schnell ...

Vielleicht probiert ihr es einfach einmal; allerdings ohne den Versuch jemanden zu bekehren.

TDH

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Ich denke, dass jeder schon einmal die Erfahrung gemacht hat, dass man in einem Streitgespräch auch mit fundierten und schlüssigen Argumenten sein Gegenüber so gut wie nie von dessen Überzeugungen abbringen kann. Es ist insoweit richtig, dass Emotionen sich als stärker erweisen und manchmal einen billigen Sieg davontragen, weil sie ein Bestandteil des Egos sind. Es geht also mehr um das Prestige, die Eitelkeit und die triebhafte Natur des Ichs, sich die Welt nach dem eigenen Bilde zurechtzulegen und zu gestalten und oft weniger um Sachlichkeit oder Vernunft. Besonders dann, wenn man einen vermeintlich "guten Grund" vorweisen kann und ihn zum Exklusivanspruch erhebt. Dieser Grund kann in der Überzeugung zur künftigen Vermeidung eines solchen entsetzlichen Verbrechens wie Winnenden liegen und alle davon abweichenden Ansichten werden damit potentiell als "böse" betrachtet, eifrig bekämpft oder zumindest ignoriert.

Dennoch bin ich keineswegs der Ansicht, dass Argumente gegen Emotionen immer verlieren. Es gibt da den alten Sinnspruch: Demokratie ist die Freiheit, anderen etwas sagen zu dürfen, was diese nicht hören wollen. Das, was die Gegner des legalen Waffenbesitzes nicht hören wollen, ist die Tatsache, dass vom legalen Waffenbesitz lediglich ein geradezu verschwindend geringes Gefahrenpotential ausgeht. In 2-3% der relativ seltenen Fälle, wo überhaupt eine Schusswaffe und nicht ein Gegenstand aus dem alltäglichen Gebrauch verwendet wird (Messer, Beil, Hammer etc.) handelt es sich um legal besessene Schusswaffen und in über 97% um illegale, darunter auch Dienstwaffen von Polizei und Zoll. Ergo: Man kann also in über 97% der Fälle Straftaten mit diesen Waffen präventiv nicht verhindern, egal mit welchen rechtlichen Restriktionen auch immer. Das ist evident und an dieser Tatsache kommen die Waffengegner nicht vorbei.

Es ist jedoch vielen Waffengegnern offenbar völlig gleichgültig, dass sie mit dem Verbot des privaten Schusswaffenbesitzes auch auf eine partikuläre Aufhebung des grundgesetzlich verbrieften Rechts auf Eigentum und auf freie Entfaltung der Persönlichkeit hinarbeiten, ohne dass objektiv dazu eine Erforderlichkeit und Tauglichkeit besteht. Denn dazu müsste vom legalen (registrierten und damit überhaupt kontrollierbaren) Waffenbesitz eine so erhebliche Gefahr ausgehen, dass ein Verbot die allerletzte, rechtsstaatlich noch zu vertretende Maßnahme wäre, um diese Gefährdung abwenden oder zumindest erheblich mindern zu können. Das ist erwiesenermaßen eben nicht der Fall!

Zur Rechtsstaatlichkeit gehört auch stets die Wahrung der Verhältnismäßigkeit zwischen grundgesetzlichen Rechten und der Erforderlichkeit, diese aus Gründen der Sicherheit und des Allgemeinwohls notgedrungen einschränken zu müssen. Dementsprechend gibt es strengste Gesetze, die das Nähere bestimmen: Den Umgang mit Giftstoffen, radioaktiven Substanzen, betäubungsmittelhaltigen Substanzen, explosionsgefährlichen Stoffen und natürlich auch mit Schusswaffen und Munition. Im Hinblick auf das Waffengesetz liegt die Einschränkung der grundgesetzlichen Rechte vor allem im Bedürfnisprinzip bzw. dem Nachweis der Erforderlichkeit zum Schusswaffenbesitz. Allerdings wird die Wirksamkeit solcher und ähnlicher, einmal beschlossener und danach nie wieder zurückgenommener Maßnahmen kaum einmal auf ihre reale Tauglichkeit überprüft.

Emotionen mögen z. B. im Falle der Betroffenen des Massakers von Winnenden überaus verständlich sein, aber sie dürfen niemals zu einer verbindlichen Rechtsgrundlage führen, die sich nach der Beliebigkeit von Gefühlen und der sich daraus ergebenden Interessen ausrichtet und dabei das Recht von Legalwaffenbesitzern ohne Erforderlichkeit und Tauglichkeit erheblich beschneidet bzw. sogar gänzlich aufhebt. Rechtsstaatlich betrachtet, dürfen also Emotionen gegen rechtlich fundierte Argumente nicht gewinnen, aber die Realität sieht leider ein ganzes Stück weit anders aus. Emotionen gezielt zu schüren und auf Veränderungen hinzuwirken, daran hatten der Spiegel und andere Presseerzeugnisse nach Winnenden einen erheblichen Anteil. In meinen Augen einen rechtsstaatlich unverantwortlichen Anteil, weil sie einer gesellschaftspolitischen Einflussnahme gleich kam, die mit Unwahrheiten und Halbwahrheiten nach dem Prinzip der selektiven Deutungshoheit und Gewichtung operierte.

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@Singleshot:

Ich gebe Dir Recht: Emotionen sollten keine Gesetze beinflussen. Faktisch ist das ein Wunschtraum.

Als Beispiel mögen uns hier die Hundeverordnungen & Gesetze sowie das Waffengesetz dienen.

Beidesmal hatten die Medien einen enormen Anteil daran den emotionalen Druck auf die Politik

aufzubauen. Demnach sollten gerade die Medien unsere Aufmerksamkeit bekommen.

Hierfür müssen geeignete Strategien entwickelt werden, die dann jeder von uns nutzen

kann um im Rahmen einer Massenbewegung agieren zu können.

TDH

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TheDearHunter

Ich gebe dir Recht, das Emotionen stärker wirken als sachliche Argumente. Daher ist es verlorene zeit hoplophobe überzeugen zu wollen. Die Hinterbliebenen von Amoktaten etc. sind emotional so stark betroffen, dass kein zuhören mehr möglich ist. Daher muss es darum gehen die 90% Bevölkerung welche der Waffenbesitz nicht interessiert mit Emotionen von unserer Seite auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn sachliche Argumente interessieren zunächst einmal diese 90% nicht. Erst im zweiten schritt wenn diese Leute zuhören kann man mit sachlichen Argumenten kommen. Daher sollten wir uns überlegen wie wir Medienwirksame Emotionen zum positiven LWB erstellen. Zur Veränderung der Grundhaltung in der Bevölkerung (Waffe = Böse) benötigen wir viel Öffentlichkeitsarbeit. Dabei reicht es nicht aus nur in den Waffenzeitschriften positives zu berichten. Zu den Emotionalen Berichten der Medien bei Amoktaten etc. müssten wir eine gegen Bewegung mit unseren Emotionen in die Medien bringen. Dies aber kostet viel Geld was derzeit nicht vorhanden ist. Daher muss es das Ziel sein mind. 1 Mio. zahlende Mitglieder zu haben.

Grüße Thom

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Ich denke diese "Analogie" geht in die gleiche Richtung:

Wie bringt man eine wild gewordene Büffelherde auf Kurs?

Stellt man sich ihr entgegen, wird man überrannt.

Reitet man ersteinmal mit der Herde in die selbe Richtung,

kann man die Herde Stück für Stück die gewünschte Richtung korregieren.

:)

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Darum auch versuchen auf den Normalbürger zuzugehen, z.B im näheren Umfeld (Dorf, Ortsteil) mit z.B. "Tag der offenen Tür" mit Schnupperschiessen, Vorstellung der Sportwaffen, der Disziplinen, das Wiederladen unseren Sport vorzustellen. Gleichzeitig auch Gesetze auslegen und den langwierigen Weg zur WBK und §27 aufzeigen incl. wo von wem alles unser Leben überprüft wird.

Erik

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Darum auch versuchen auf den Normalbürger zuzugehen, z.B im näheren Umfeld (Dorf, Ortsteil) mit z.B. "Tag der offenen Tür" mit Schnupperschiessen, Vorstellung der Sportwaffen, der Disziplinen, das Wiederladen unseren Sport vorzustellen. Gleichzeitig auch Gesetze auslegen und den langwierigen Weg zur WBK und §27 aufzeigen incl. wo von wem alles unser Leben überprüft wird.

Erik

Das finde ich eine sehr gute Idee.

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DAZU ist es aber erst einmal erforderlich, UNSERE EIGENEN Leute zu sensibilisieren.

Wenn ich in Vereine komme und im Gespräch nachfrage - über 90 % !!! haben von NIX eine Ahnung, NIX mitbekommen, NIX von den Verbänden gehört in Bezug auf die Problematiken, NIX im Internet gelesen - die wenigsten kennen WO (gehört schon mal, aber noch nie gelesen) oder die FvLW.

Da geht es uns nicht anders als unseren speziellen Freunden. Wir gehen davon aus, wenn wir einen Contaier aufstellen und um Füllung bitten wird es geschehen.

Ich denke nicht! Dazu müssen wir in den EIGENEN REIHEN erst einmal die Basis für eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit in der Breite schaffen.

Wenn ich die Schützen draußen sehe und höre - dann wird mir anders.

Wer nach 15 Jahren noch nicht weiß was er an seinem Stand zu ändern hat um nicht geschlossen zu werden - was glaubt ihr, wissen sie von anderen Dingen?

Letzte Woche haben mehrere Vereine Aussagen gemacht, dass ich mich gefragt habe, ob von denen in den letzten 10 Jahren überhaupt einer aus dem Stand rausgekomen ist.

Ich weiß, dass das niemand hören will, aber genau so sieht es aus.

DA ist erst einmal von uns die Arbeit zu leisten - um die andere Schiene kümmern sich unsere Vorarbeiter jetzt, wenn die Basis stimmt, können auch wir da zusätzlich unterstützen.

Ich habe die Befürchtung, dass einige von uns schon die Wohnung im dritten Stock einrichten, während 95% (vorsichtig ausgedrückt) noch die Straße suchen bzw. gerade nachsehen, ob es die Stadt überhaupt gibt!!

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Ich verstehe jetzt schon, was der Strang-Starter meint, aber Lobo-S hat auch ungemein recht.

Die Masse, die wir uns hier in unserer Internet-Spezial-Einheit einzubilden scheinen zu sein, sind wir nicht.

Ich möchte diese (seine?) Feststellung jetzt nicht weiter ausführen, aber es trifft den Kern.

Der "Mob" in den Vereinen ist durchaus rüstig, aber generell eher sehr schlecht informiert, eher seicht und faul.

Einzelne scharfe und hochmotivierte Geister werden dadurch meiner Erfahrung nach eher entmutigt als bestärkt, da sie sich dieser Masse aus Uninformiertheit und manchmal schierer Blödheit gegenübersehen. Es entmutigt doch sehr.

Wir brauchen eine scharfe, starke und eine penetrative Spitze.

Dazu viele zahlende "MachtMalDaObenDaMitglieder".

Ansonsten, als Alternative, bleiben uns nur aussterbende Stammtische.

Wer die "Schönheit" einer Winchester UHR von 1873 anzuerkenen weiss und wer einer 1911er Pistole einen ästhetischen Anspruch und kulturellen zubilligt, ist nicht mehr unbedingt zeitgemäss. Das ist Fluch und Segen zugleich. Sorry für jegliche Dramatik oder Polemik, es wäre ggf. nicht meine Art ;)

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DAZU ist es aber erst einmal erforderlich, UNSERE EIGENEN Leute zu sensibilisieren.

...

Dem kann ich aus meiner Erfahrung leider nur zustimmen!

Es ist manchmal ein echtes Trauerspiel. Lieber still und mit wenig

zufrieden sein als für die eigenen Rechte & Wünsche eintreten.

TDH

PS: Aber wir schweifen ab ...

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Singuläre Ereignisse, was soll das denn sein, nur ein Kaugummi im Automatenschacht ? Ein einzelner Löwenzahn vieleicht ? Sehr makaber, auf jeden Fall.

Das bezieht sich auf die Häufigkeit mit der ein Ereignis für einen Betroffenen eintritt;

gott-sei-dank sind Flugzeugabstürze, udg. nicht an der Tagesordnung.

Aber auf den Einzelnen "hinuntergebrochen" sind auch Unfalltod, Vergewaltigung

und Überfall Ereignisse die in ihrer Frequenz für den Betroffenen singulären

Charakter haben. Wäre dem nicht so, müßten wir uns fragen ob wir in so

einer Welt leben wollten?

Im Übrigen sind viele "Fachbegriffe" ob ihrer Nüchternheit und der Bedeutung

die ihnen inne liegt makaber.

TDH

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Alle Achtung TheDearHunter, sehr schön Analysiert.

Ich sehe das ähnlich.

Das wir uns nach aussen besser Präsentieren müssen ist mehr als "richtig" nämlich notwendig.

Aer wie? Das ist ja immer die Frage.

Interessanterweise musste ich letzte Tage an die Aufkleber von Visier denken. "Auch Waffenbesitzer haben Grundrechte" Wir wissen was damit gemeint ist! Die es nicht wissen, wollen es nicht wissen, bzw interessiert es nicht.

Wenn man in der Suppe sitzt, ist es immer schwierig über den Tellerrand zu schauen, das ist mir auch klar, ich finde und fand die Aktion damals wie heute richtig. Aber es muss noch was kommen!

Es müsste einen Aufkleber geben der "Interesse" weckt und eine "freundliche" eventuell "Augenzwinckernde" Nachricht bzw Gefühl übermittelt. Ich denke z.b. an die Comicfigur vom SASS. Wir stellen uns immer als Bierernst hin, ok ist ja auch teilweise Notwendig weil es ja mit Waffen zu tun hat und wir ja keine "Narren" sein wollen, aber ab und zu sollten wir uns auch selber auf die Schippe nehmen können.

Ich will damit sagen das wir nicht immer Total Ernst sind und auch wir mal Lustig sein können, eben ab und zu mal mit einem Augenzwinckern uns selbst sehen. Das das geht und kein Widerspruch ist sieht man eben beim Westernschiessen.

Einen Aufkleber mit z.b. mit

"Treffen Sie Freunde, gehen sie schiessen" (ich weiss der ist schon alt) Kommen sie zum Schiessport Verein xyz oder nur Schiessport Verin xyz. Sprechen Sie den Fahrer für mehr Infos oder direkt webseite und/oder mail oder Tel Nummer.

Aber da gibt es bestimmt bessere Ideen und Werbetexter unter uns. Welches Gefühl vermittelle ich dem "Nichtschützen bzw nicht Interessierten" mit einem Slogan, "Wir sind die Waffenlobby" oder "Waffenbesitzer haben auch Grundrechte".… Im besten Fall Überlegen und nachfragen, kommt in ca 1% der Fälle vor, geschätzt, Kopfschütteln und bedenken haben bis zur Angst, geschätzt ca 35% die anderen nehmen es nicht wahr oder interessiert es nicht, haben keine Meinung dazu.

Da glaube ich können/müssen wir ansetzen, einen lockeren Spruch mit Ernstem Hintergrund kleben sich wahrscheinlich auch mehr aufs Auto.

Gruß Wolfgang

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Einen Aufkleber mit z.b. mit

"Treffen Sie Freunde, gehen sie schiessen" (ich weiss der ist schon alt) Kommen sie zum Schiessport Verein xyz oder nur Schiessport Verin

Wie wäre es mit einer "gelochten Ringscheibe", die zu einem Ei

verzerrt ist mit dem umlaufender Schriftzug:

Action-Spaß-Entspannung

Schießsport - alles drin!

oder eine LG-Scheiber mit fünf Zehnern; Text:

Ballerköpper schaffen das nicht!

Schießsport - Sport mit Köpfchen.

Etwas ironisch ... =0) ... aber:

Schießsport -

Sport mit staatlich

garantierter Sicherheit!

TDH

Edith sagt: "Gute Sprüche müssen noch rein ..."

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Action-Spaß-Entspannung

Schießsport - alles drin!

oder eine LG-Scheiber mit fünf Zehnern; Text:

Ballerköpper schaffen das nicht!

Schießsport - Sport mit Köpfchen.

Ja genau sowas meine ich, der 1. Eindruck entscheidet und wenn jemand diesen Aufkleber liest und schmunzelt, ist dieser schon mal nicht Negativ auf Schiessport eingestellt.

Gruß Wolfgang

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Ja genau sowas meine ich, der 1. Eindruck entscheidet und wenn jemand diesen Aufkleber liest und schmunzelt, ist dieser schon mal nicht Negativ auf Schiessport eingestellt.

Gruß Wolfgang

Haben wir hier rein zufällig jemanden, der meine Vorschläge in Prototypen umsetzen könnte?

Vielleicht produzieren wir eine kleine Auflage und starten damit einen Versuchsballon?

TDH

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Also da finde ich die Preise bei Print24.de besser. Dort bestelle ich auch immer meine Flyer die Qulaität ist Top.

105mm x 148 kostet 250Stck 42,19€

Hat sich jemdand schon einen lustigen Spruch ausgedacht? Dazu noch ein gutes Bild?

gruß Wolfgang

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Ich würde anders an die Sache herangehen und andere Gruppen dabei anschauen:

Was macht z.B. das AAW, ausser im TV aufzutreten, um ihre Sache voranzubringen:

- Sie haben einen rudimentären Stand auf dem Stuttgarter Stadtmarathon, sammeln dort Unterschriften und Sprechen mit Menschen. Sie leisten Überzeugungsarbeit am Volk um ihren Standpunkt in die Öffentlichkeit zu tragen

- Sie veranstalten ein Benefizfußballturnier und machen regional so auf sich aufmerksam

- Sie bringen CD`s raus um ihr Anliegen im Focus zu halten

- Sie halten Vorträge und nehmen an politischen Diskussionspodien teil

- Sie gehen in Schulen und fungieren als Berater in Sachen Amokvermeidung/prävention

Was von diesen Maßnahmen macht der LWB, um in der Öffentlichkeit zu sein und dem Bürger seinen Standpunkt näher zu bringen?

Was machen z.B. die Atomgegner, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen?

- Sie ketten sich an Bahnschienen fest, um den Kastortransport zu stoppen

- Sie kommen durch diese Aktionen immer wieder in die Medien und machen so auf sich und ihre Sache aufmerksam

Was von diesen Maßnahmen macht der LWB, um in der Öffentlichkeit zu sein und dem Bürger seinen Standpunkt näher zu bringen?

Mittlerweile bi nich der Meinung, wenn die Kpf in den Sand steck schützen sich nciht wecken lassen, dann last sie in ihrem Dornröschenschlaf verweilen.

Wichtiger ist es die breite Öffentlichkeit auf uns Aufmerksam zu machen.

Es es Sommer und das ist die Zeit der öffentlichen Veranstaltungen. Sportturniere (wir sind Sportler, oder?), Jahrmärkte, etc.

Da können, wenn vorhanden, Aufkleber, Flyer, etc. verteilt werden.

Natürlich gehören die Tage der Offenen Tür in den Schützenvereinen genauso dazu, um den unwissenden direkt zu zeigen, um was es geht, aber der Rest, den wir damit nicht erreichen, den bekommen wir nur durch Fieldwork.

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