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IGNORED

Heute beim Zoll


prassekoenig

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Ja genau. Du erwartest, dass sich der Zöllner perfekt in jedem Gesetz, was zur Anwendung kommen könnte, auskennt. Kennst du dich perfekt in allem aus, was in deinem Beruf mal vorkommen könnte?

Ja, denn genau auf diese Aufgabe hat mich mein Abi, Studium und Ausbildung vorbereitet. Ich habe genau EINE Aufgabe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sollte ich nicht in der Lage sein diesen Auftrag zu erfüllen, dann sollte ich meinen Job kündigen.

In DEINEM Fall : "Lieber Chef. Das können wir Paar Zöllner nicht schaffen. Ist wie beim Skat :-). Es fehlt der/die ...... :-) "

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Ich habe mich da falsch ausgedrückt. Ich finde es gut, dass ihr gut ausgebildet seid und bei besonders schweren Aufgaben selbstständig eine Lösung findet. Genau das selbe trifft ja auch auf den Zöllner zu. Wenn man es spontan nicht weiß, dann nimmt man sich einen Kollegen, der schonmal sowas hatte oder liest einfach in den Vorschriften nach. Darauf wollte ich eigentlich hinaus.

Wie gesagt, es ist nicht Aufgabe des nach A6-A8 bezahlten Abfertigungsbeamten, jedes Einzelgesetz auswendig auszukennen. Er muss den eigentlichen zollrechtlichen Ablauf beherrschen und was die besonderen Rechtsgebiete betrifft, so muss er wissen, wo er nachschauen oder nachfragen muss. Wenn er Zweifel hat, dann muss er diese äußern und muss weitere Nachforschungen anstellen.

Selbst der Abfertigungsleiter, welcher als gehobener Dienst ein Hochschulstudium hinter sich gebracht hat, wird nicht alle Normen auswendig kennen. Auch wenn ein Kollege auf dem Waffenrechts-Lehrgang war, dann wird er vielleicht nicht auf Anhieb wissen, wie der Schaft nun einzuordnen ist. Dafür kommt sowas im Zollamts-Alltag einfach zu selten vor.

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Du kannst aber nicht erwarten, dass das für jeden einzelnen Beamten gilt!

Und wo habe ich geschrieben, dass das für jeden einzelnen Beamten gelten soll?

Ich habe geschrieben:

Der Zoll (mal als Organisation betrachtet und nicht auf Einzelpersonen abgestellt) erwartet vom Bürger, dass er alle Gesetze, Verordnungen und was es da sonst noch gibt, zum Import bzw. Export von Gütern beachtet, was nur geht, wenn der Bürger sie auch kennt.

[...]

Wenn dann ein Zöllner nicht genau weiß, wie ein Gut einzustufen und zu behandeln ist, dann würde ich persönlich ihm daraus keinen Vorwurf machen. Aber der Zoll als Organisation müsste in der Lage sein, dass innerhalb einer halben Stunde zu klären - jedenfalls für die allermeisten Dinge.

Natürlich ist das Wissen in der Behörde Zollverwaltung vorhanden, sei es bei den Bildungszentren, bei geschulten Kollegen oder auch nur in der Vorschriftensammlung.

In meinem Fall hat der Zoll mir vorgeworfen (in Persona der Chefe der Abteilung, der Junior hat das schon gleich am Anfang abgegeben), ich hätte mich vorher informieren müssen, ob dieses Rotpunktvisier in D erlaubt ist und dann das BKA eingeschaltet. Ich habe dann gefragt, wie es denn gelaufen wäre, wenn ich mich vorher erkundigt hätte. Antwort: Dann wüsste er, bei wem er jetzt nachfragen könnte, wie eben die Rechtslage sei. :bump: Ich habe dann angeboten, dass ich meinen Sachbearbeiter anrufen könnte, damit er das klärt. Das wurde abgelent, weil mein Sachbearbeiter jetzt in der Mittagspause sei. :bump: Woher er das wissen wollte, habe ich gar nicht mehr gefragt. Das Rotpunkt wurde einbehalten, ich habe mich schon auf lange Wartezeiten eingestellt und mistrauisch das Werbeplakat in der Zollstelle angesehen, auf dem Stand "Der Zoll macht es möglich, dass ein Ersatzteil innerhalb von 24h von Frankfurt nach Australien kommt." Ja ja. So so.

Am nächsten Tag habe ich dann beim Zoll angerufen, wie es denn nun aussieht. Der sagt dann natürlich nicht, dass ich Recht habe und er Unrecht. Der sagt dann: "Ihre Angaben sind zutreffend." und hat mir angeboten, dass Rotpunkt mit der Post zuzuschicken. Würde etwa drei Wochen dauern (die Poststelle ist genau gegenüber und natürlich an den drei Wochen schuld) :bump: :bump: Ich bin dann notgedrungen noch mal 80 km hin und zurück zum Zoll gefahren und habe das Rotpunkt selbst abgeholt. Die (jetzt andere) Sachbearbeiterin war völlig aus dem Häuschen, weil der Chef schon die ganzen Formulare ausgefüllt hatte. Die war gar nicht mehr einzukriegen. Wenn ich irgendwas gefragt habe, war die Antwort nur ein kurzes "Ja" oder "Nein" mit anschließendem "aber es ist schon alles ausgefüllt!!!"

Dazu kann man noch sagen, dass ich eine Zollstelle drei S-Bahnstationen von zu Hause entfernt habe, aber die ist für meine PLZ nicht zuständig und ich muss 40 km einen Weg zu dieser anderen fahren und die können mir das auch nicht zu der eigentlich viel näheren Zollstation schicken (weil die ja nicht für meine PLZ zuständig ist und auch noch zu einem anderen Hauptzollamt gehört).

Mein Fazit:

- Sei mir bitte nicht böß, wenn du da arbeitest, aber diesen Laden habe ich gefressen :mamba:

- Es mag durchaus sein, dass in der Behörde Zollverwaltung alles Wissen vorhanden ist. Aber wenn das nicht innerhalb von 30 Minuten abgerufen werden kann (jedenfalls bei so einfachen Sachen), dann ist es für den Bürger genauso, als sei es eben nicht da. Wenn es nicht da ist (oder bloß nicht abgerufen kann), dann taugt da was nix. Und wenn es da ist, dann brauchen die mich ja nicht zu fragen, wenn sie fragen sollen.

- Der Chefe der Abteilung war die ganze Zeit freundlich (und ich denke ich auch) und ich mache ihm persönlich keinen Vorwurf. Aber eben dem Zoll als Organisation mache ich Vorwürfe.

- Wenn der Zoll nämlich vom Bürger erwartet, alles richtig zu machen, dann kann man diesen Anspruch auch an den Zoll stellen. Dann hat der gefälligst auch alles richtig zu machen.

- Oder anders rum: Wenn es heißt, dass man beim Zoll nicht alles wissen muss, dann kann man dem Bürger auch keinen Vorwurf draus machen, wenn er mal nicht alles weiß.

- Es ist mir völlig Wurst, zu welchem Hauptzollamt das viel näher liegende Zollamt gehört.

bye knight

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Ich sag nur Schwarzpulverrevolver, wo alle rätselten was das sei bis es mit dem Fazit "ab 18" freigegeben wurde (der betreffende TV Beitrag liegt wohl im Giftschränkchen bzw. ist nur noch gekürzt verfügbar.) ;)

Ich kenne sowohl den Beitrag als auch die beteiligten Kollegen. Nun ja, was soll ich sagen :peinlich:

@knight

Nach deiner Erfahrung kann ich deine Einstellung schon verstehen. Vom Zollrecht her hat der Kollege schon rechtmäßig gehandelt. Er hat sich zwar im gesetzlichen Rahmen bewegt, aber ich gebe dir Recht, so ein Verhalten ist besonders ärgerlich. Er hatte ja die Möglichkeit gehabt, die Sache innerhalb weniger Minuten zu klären. Das hätte dir auch den 2. Anfahrtsweg erspart.

Der Zoll (mal als Organisation betrachtet und nicht auf Einzelpersonen abgestellt) ... Aber der Zoll als Organisation müsste in der Lage sein, dass innerhalb einer halben Stunde zu klären - jedenfalls für die allermeisten Dinge. Und wenn der Zoll dann mal behauptet,...

Am Ende steht doch der einzelne Beamte vor dir, welcher entscheidet, behauptet, klärt und eventuell "auf die Finger haut". Er macht dies zwar aufgrund seines gesetzlichen Auftrags, aber Handeln muss er selbst. Die Zollverwaltung als Organisation kann das alles nicht, aber sie hat für solche Fälle durchaus dafür gesorgt, dass das notwendige Fachwissen abrufbereit ist, mehrfach sogar. Das nützt natürlich nichts und da gebe ich dir vollkommen Recht, wenn es eben dieser Einzelne nicht nutzt. Das ist aber sein Verschulden und nicht das der Zollverwaltung.

Für die Zuständigkeit der einzelnen Zollstellen kann man die Zollverwaltung sehr wohl Verantwortlich machen. Die haben es tatsächlich geschafft, das Hauptzollamt Frankfurt - Flughafen einer anderen Bundesfinanzdirektion zuzuordnen, als das Gebiet um den Flughafen. So müssen Firmen mit Sitz Kelsterbach oder Mörfelden-Walldorf beim HZA Darmstadt abfertigen, obwohl der Flughafen nur ein Steinwurf entfernt ist. Warum das so ist, kann keiner nachvollziehen. Irgendwelche Staatssekretäre und höhere Beamte im Finanzministerium haben das augeklügelt - damit arbeiten müssen andere.

Klar, all diese Dinge sind natürlich nicht gerade förderlich für den Ruf der Zöllner. Ich finde es schade, weil ich beide Seiten (Behörde und Bürger) kenne und weiß, dass am Ende meistens die darunter leiden, die nichts dafür können - auf beiden Seiten.

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