Ganz ehrlich.... häufg leider ja!
Ich könnte dir jetzt lange und breit schildern, was ich in den letzten 15 Jahren als Schießaufsicht, insbesondere mit Jägern erlebt habe. Und auch könnte ich dir aufzählen wieviele Jäger ich aus mannigfaltigen Gründen leider von der Schießbahn verweisen musste. Aber das gehört nicht hier her und ich möchte es eigentlich auch nicht verallgemeinern. Jedoch ist es leider immer weder so, dass die größten Regelverstöße auf der Bahn wiederholt und anhaltend nun mal von Jägern, bzw. eben Personen mit Jagdschein begangen werden. So unsere Erfahrung. Das geht von mangelhafter Waffenkunde am eigenen Gerät bis über die augenscheinlichsten Verletzungen von Sicherheitsregeln bis hin zu völligem Desinteresse daran, dass Sie nicht alleine auf der Schießbahn sind.
Auch kommt es nicht selten vor, dass mit Waffen, mit denen erst unmittelbar davor noch mit zur Jagd gegangen wurde, es selbst mit dem 4., 5. oder 6. Schuss nicht möglich ist eine Scheibe von 50x50cm auf 100m überhaupt zu treffen. In diesem Fall muss man wirklich sagen dass einem die Tiere im Wald leid tun.
Auch kann sehr oft beobachtet werden, dass viele (auch längjährige Jagdscheininhaber) beim Schießen unter enormen Stress stehen, wenn sie unter Beobachtung Schießen müssen. Das geht dann von unbeabsichtigt frühzeitigen Schussabgaben bevor die Waffe überhaupt im Endanschlag ist, bis hin zudem, dass Munition gar nicht mehr der richtigen Büchse zugeordnet werden kann. So kommt es denn mal vor, dass beim Einsatz verschiedener Waffen eines Schützen auf dem Schießstand eine Patrone eines weitaus kleineren Kalibers in eine Waffe mit größerem Kaliber gefummelt wird und sich dann gewunderd wird dass der Schuss nicht bricht !!!
Auch gar nicht so selten ist das Thema Alkoholkonsum. Wenn dann noch vor den Jägerkollegen gepralt wird, dass man besser trifft wenn man einen im Tee hat, und dieser auch auffallend nach Alkohol riecht, fällt dir als Schießaufsicht nichts mehr ein.
Auch dieses ständige "den Lauf auf Menschen richten" ist scheinbar so ein Phänomen. Auch das kommt fast ausschließlich bei Jägern vor, das ist nun mal so, das bilde ich mir nicht ein.
All dies sind Dinge, die habe ich so noch nicht bei Sportschützen, Polizisten, oder gar von SEK-Beamten hier als Schießaufsicht kennen gelernt. Und ich spreche an dieser Stelle nur von Dingen die ich selbst erlebt habe, dass ist kein "Schützenlatein" vom Hörensagen her.
Nochmal: Ich behaupte hier keinesfalls dass alle Jagdscheininhaber lebensgefährlich für sich oder ihre Umwelt sind (ausgenommen dem Wild nach dem sie jagen). Aber es ist schon sehr auffällig, wie häufig sie daran beteiligt sind, wenn es denn mal ein Vorfall/Vergehen gibt...