Jump to content
IGNORED

Bedienung des MG 34


Theo13

Recommended Posts

Sehr geehrte Teilnehmer,

ich bitte um Hilfe mit der folgenden Frage: Ein deutscher Ausbilder schrieb Ende 1939 aus Polen:

"Da ich nicht mit dem LMG schießen kann als Linksschütze..."

Zunächst nehme ich an, daß das MG 34 gemeint ist. Zwei Möglichkeiten fallen mir zudem ein, weshalb er als Linksschütze nicht schießen konnte: Wegen der Führung des Munitionsgurtes durch einen weiteren Soldaten von der rechten Seite oder aufgrund der Eigenarten des Hülsenauswurfs der Waffe. Deshalb würde ich gern Hinweise von den Experten des Forums in der Sache erhalten, ob eine Annahme zutreffend sein könnte oder es weitere Gründe geben mag.

Herzlichen Dank

Theo

Link to comment
Share on other sites

Hallo Theo,

war höchst wahrscheinlich ein 34ger gemeint. War bis zum MG42 ja Standardt.

Ganz einfach, mit dem MG34 tust dich ganz schwer (wenn nicht unmöglich) durch die Visierung zu schauen, wenn du das Gewehr in der linken Schulter hast, da Kimme und Korn nicht mittig sondern links tendierend angebracht sind.

Siehe Bild.

Link to comment
Share on other sites

Wie man gut sieht, ist die Kimme mittig zum Lauf. Zu dem wird die Sicht nach links durch die Skala und dem Schieber etwas eingeschränkt.

Da muss ne andere Ausrede her, nicht mit dem MG schießen zu können.

Der Linksschütze könnte sogar repetieren, während die Hand am Griffstück bleibt. Dito Patronengurt, den kann er ziehen, während...

Alles Vorteile bei z.B. einer Störung.

Noch ein Vorteil, den ich sehe: der Ladeschütze kann näher am Schützen an der Waffe sein, da der Schütze recht versetzt sitzt/steht/liegt.

Somit wäre der Platzbedarf für ein MG-Nest geringer und könnte besser getarnt werden.

Aber gut, das kommt auf den zu sichernden Bereich an, den der Schütze abzudecken hat(te).

Link to comment
Share on other sites

Wie man sieht, ist die eigentliche Kimme mittig über dem Rohr, oder?

Folgende Schwierigkeiten kann ich mir für einen Linksschützen vorstellen:

Laufwechsel ist umständlich, Bedienungselemente am Griffstück sind für den linken Daumen unerreichbar,

im linken Anschlag kann man den Spannhebel schlecht und mit ungenügend Kraft ziehen, der Patronengurt lässt sich mit der freien rechten Hand nicht stützen/führen.

Ich hatte mit dem MG34 (feinster Waffenbau) keine Probleme, bin aber auch kein Linkshänder.

BULLDOG

Link to comment
Share on other sites

Herzlichen Dank für die detaillierten Erläuterungen! Das war sehr hilfreich. Da ich selbst nur mit dem MG 3 geschossen habe, würde mich noch interessieren, wie die Hülsen ausgeworfen wurden und ob das ebenfalls ein Problem dargestellt haben könnte. Weiß jemand darüber etwas?

Mit besten Grüßen

Theo

Link to comment
Share on other sites

Hallo

Ist dieser Einwand (Linksschütze) vielleicht nur zum Selbstschutz gedacht da MG Stellungen bei Angriffen immer zuerst bekämpft wurden und somit nur eine recht kurze Lebensdauer hatten.

Auch beschrieben im Buch "Im Auge des Jägers"

Gruß Autogunner

Link to comment
Share on other sites

Hallo! Vielleicht sollte man doch noch ein anderes MG vermuten. Die Einheit meines verstorbenen Vaters, der Divisionsstab einer Infanteriedivision, war noch zu Beginn des Russlandkriegs mit dem lMG Dreyse ausgerüstet. Offensichtlich wurden nicht alle nach Portugal o. ä. verkauft. Das Dreyse hat eine Magazinzuführung von links, was für den MG-Linksschützen solo einen Magazinwechsel im Anschlag sehr schwer macht.

Findus

Link to comment
Share on other sites

Es kann sich auch um das Tschechoslowakische Maschinengewehr ZB30 ?? handeln. Hier steht ein gebogenes Kastenmagazin in die Höhe. Die Visierung befindet sich rechts versetzt. Dieses MG diente dem Bren als Vorbild.

Shorty

Link to comment
Share on other sites

Archived

This topic is now archived and is closed to further replies.

×
×
  • Create New...

Important Information

Terms of Use
Privacy Policy
Guidelines
We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.