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IPSC-KK-Masters Berlin Impressionen


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IPSC KK Masters Berlin.

Was gibt es wohl zu berichten von so einer Meisterschaft. Ich könnte Ergebnisse präsentieren und die Listen von 8 Stages kopieren und einfügen - so zu Guthenbergmäßig. Die Ergebnisse machen bei so einem Wettkampf aber nur für einen kleinen Teil aus. Da sind die Ersten und Bewundernswerten zehn, vielleicht auch nur die Ersten Glorreichen Sieben ;-). Doch meistens schauen wir nur auf den ersten Platz und der zweite Name auf der Liste verblasst schon im Vorbeigehen. So steht auf einem ersten Platz Heribert Bettermann, einer, der dort immer wieder zu finden ist und das über lange Jahre, eine Leistung die mir größten Respekt abnötigt. Ich habe selbst Leistungsport betrieben, Turnen und Unterwasserrugby. 7 - 14 Mal Training in der Woche und das über Jahre, aber für mich hat es nur zu einem Mittelmass gereicht - fehlendes Talent? Auf jeden Fall steckt da jede Menge Zeit, Fleiß und Herzblut drin. Von meiner Seite aus Herzlichen Glückwunsch.

Aber macht so ein Wettkampftag neben dem Gewinnen noch aus?

Der Wettkampf beginnt für alle schon Wochen davor. Im Verein quatschen wir über das eine oder andere und wir haben sehr aktive, extrem aktive und hyperaktive Sportler. Einer von unseren Schützen hat es mal auf weit über 100 Wettkämpfe im Jahr geschafft. Ich komme zur Zeit auf knappe 20 Schießsportveranstalltungen, bei denen ich mitschiesse und auch Standaufsicht, Helfer oder Rangeofficer mache. Meine Ergebnisse sind für mich nur zweit- oder drittrangig. Meine Zeit Trainingseinheiten zu absolvieren ist eher gering. An Trainingstagen kümmere ich mich um die Anfänger oder mache Standaufsicht und der Schießsport ist für mich zu facettenreich um mich nur einer Disziplin und einem Sportgerät zu verschreiben.

Also was macht so ein Wettkampf aus?

Es ist das Ganze. Also der Weg zur KK Masters hat mit einer zwischenmenschlichen Frage begonnen. Einem Telefonanruf:

“Du bist doch auch IPSC KK interessiert, in drei Wochen ist in Berlin die KK - Masters und ich hab an dem Wochenende frei , ich bin grade im MOS (Matchorganisationsystem, http://www.ipsc-dvc.org/) da sind noch zwei Plätze frei - sollen wir .......... :-)

...und da kommt Volker schon nicht mehr weiter, während wir tefefonieren melde ich mich an und kann nur noch den Vollzug der Tat bestätigen. Damit war ich auf dieser Ebene Gewinner, dabei sollte es dann was das angeht in diesem Zweiertam bleiben, auf dem Wettkampf zieht Volker kometenhaft an mir vorbei.

Ich bin ein Freund von spontanem, so mag ich das.

Also begann damit die Zeit der Vorbereitung. Ich kann auf mehrere Waffen zugreifen und so muss ich eine Entscheidung fällen. S&W Modell 41, ISSC M22, SIG-SAUER Mosquito oder GSG 1911er. Was auf jeden Fall klar ist, ich gehe nur mit einer Waffe für die ich ein Höppner & Schuhmann CW 5 Speedsec habe. Die S&W ist damit raus. Die Mosquito hab ich, weil sie vom Griffwinkel gesehen mein Favorit ist, unzählige Male geschossen und sie ist die Waffe meiner Holden, eben die Bumsitole. Die Wettkampfpremiere ist also meinem Drachen vorbehalten. Bleiben M22 und 1911er, die M22 ist grade erst aus der Kiste gekommen und ich hab nur 20 Schuß gemacht, die 1911er kenne ich seit fast 30 Jahren, weil ich einen Gold Cup schiesse. Also ist die Entscheidung, da mich ja hier in der out of the box challenge 2013 keiner in der Meinungsfindung ünterstützt hat, gefallen, der 1911er ist mein Sidekick.

Was passiert in Vorfeld noch....Reiseroute planen, Gurt und Holster einrichten, wobei mir eine weitere Funktion der Magazinhalter von Höppner&Schuhmann klar wird, und ich feststelle die Sachen sind bis ins Detail durchdacht, mit einem kleinen Steg kann man die Clips an jede Gurtbreite anapssen. Die Idee macht es möglich, und das ist für Vereine interessant, fast jeden Gürtel zu bestücken. Daumen hoch für konsequent zu Ende denken.

Naja dann kommt Pistole reinigen und Munition besorgen. Ich möchte die GSG unter den einfachsten Bedingungen ins Rennen schicken. Also entscheide ich mich für RWS-Pistole Match, noch in der silbernen Schachtel, alt und gut abgelagert - bei einem alten Portwein wäre es Vintage ;-)

Naja die Fahrt ist ja schon bekannt, geblitzt - Stau - Spaß durch quatschen, Schnee ! 5 Stunden Kurzweil!

In Berlin angekommen gehts auf den Stand zur Anmeldung, zu der ich schon gar nicht komme. Olaf Thieme der das Match managte nimmt mich an die Seite und stellt mir zwei Schützen vor: “Du hast doch 22er mit Holstern dabei, kannst du den beiden was geben?”

Zack die Mosquito und die ISSC M22 sind im Rennen. Micklos und ein freundlicher Rangeofficer bestreiten das Match damit.

Ich melde mich endlich an und packe meine Sachen aus. Ziehe den Belt an und munitioniere die Magazine. ...und eigentlich bin ich fertig. Ein Blick auf den Stageplan, sagt mir das unsere Squad erstmal mit einer Pause beginnt, also ein halbe Stunde Pause. Für die IPSC-Neulinge: Squad ist eine Gruppe von Schützen, die einen Wettkampf zusammen absolviert. Die Squad schiesst alle Stages zusammen. ich finde das eine tollen Aspekt des IPSC-Schiessens, weil ich dabei immer neue Menschen kennenlerne und sie auf anderen Wettkämpfen wieder treffe.

Naja ich hab Pause und geh mal in den Keller, nicht zum lachen, sondern zum schauen, weil dort der Schiessstand ist. Die Schiessanlage hat zwei Bahnen. Der gute Olaf Thieme, der das Match organisiert muss also immer wieder umbauen. André Wenzel hat sich für den Tag 2 Long Courses mit 32 Mindestschuß, 2 Medium Courses mit 23 und 24 Mindestschuß und 4 Short Courses mit bis zu 12 Mindestschuß einfallen lassen.

Hier ist dann ein andere Teil von Herzblut, Engagement und Begeisterung zu erkennen. Olaf hat sicher Stunden geplant, um für die Schützen interessante und herausfordernde Sportaufgaben auf den Schiessstand zu bringen. Auf keinen Fall darf man die Zeit vergessen, die es braucht die Stellwände zu bauen und das mit ehrenamtlicher Zeit. Jede Minute die jemand dort investiert geht ihm als Trainingszeit verloren.

Ich stehe also unten im Keller und kann einen ersten Blich auf die Stages werfen. Das sieht aus wie ein unüberwindbars Labyrinth. Hier rum, da raus, dort rein und hier wieder durch, - das soll ich mir alles merken?

Meine Squad beginnt nach der Zwangspause mit Stage 1. Stage 1 ist ein Long Course. Es sind 19 Ziele die beschossen werden müssen. 13 Pappscheiben und 6 Fallplatten. Jede Pappscheibe wird mit mindestens 2 Schuß beschossen und jede Fallplatte bestenfalls mit einem Schuß. 13 x 2 Schuß für die Papierziele und 6 Schuß für die Fallplatten macht 32 Schuß mindestens - so die Theorie. Ich hab 4 Magazine á 10 Schuß macht 40 Schuß - muss passen.

Stage 1 bietet 2 verschiedene Lösungsmöglichkeiten.

Vom Startpunkt A aus beginne ich auf der rechten Seite. T(arget) 2, T3, T6 und 7 und P(latte) 1 und 2 bis hierher hätte ich 10 Schuß gemacht, einen Schuß vorgeladen, der Schlitten der GSG 1911 wäre also noch geschlossen und ich könnte das Magazin wechseln. ....Magazinwechsel und dann T8 und 9 und dann P 3,4,5 und T 10 und P 6 . ...wieder 10 Schuß und dann Magazinwechsel. Jetzt T 11, 12, 13, 1, 4, - Magazinwechsel und dann T 5 - END OF STAGE.

Soweit die Theorie zu eins.

Andere Möglichkeit:

Start - T4,5 von A aus beschiessen, dann T1 auf zu T 11 und 12 - Magazinwechsel. Targets 11-12 auslösen die bewegen sich sehr hurtig ....dann P5 und 6, T 10 und T6. Neuer Magazinwechsel P1,2,3,4 und dann T 7,8,9. Auf dem Weg zu T3 und T4 Magazinwechsel. END OF STAGE.

Klingt gut oder......

Die Ralität.....

Load an make ready.............., are you ready? .......STAND BYYYYYYYYY! ...PIEEEEEEEEEEP!!!

...und alles ist anders.

Ich beschiesse T4 und T5, bewege mich zu T1 beschiesse auch das. Soweit so gut. T13 - Treffer, Treffer magazinwechseln -

aus dem Augenwinkel sehe ich wie sich der Magazinboden vom Magzin löst, die Feder sich ihren Weg in die Freiheit sucht ich denke für einen Sekundenbruchteil ans Suchen der Kleinteile.....

-- Ähem da war doch was .... JA T 11-12 auslösen - zielen und schwupp - das sind sie schon weg - zwei Schuß - Treffer ? keine Ahnung - Ach ja P 5 und 6 - annehmbar große Platten, ich brauche 5 Schuß um beide zu treffen. Die Konzentration ist weg der Plan dahin..... Theorie und Praxis. P 1,2,3,4 sind kleine Platten und rauben mir den letzten Nerv - Magazin 3 leer und zwei Platten stehen noch.....also Kleinlauter Rückzug zu T 2 und 3 ......... END OF STAGE. es kommt das befreiende ....unload, show clear, hammer down - holster. PUH ....der Puls kommt runter - der Rangeofficer klopft mir tröstend auf die Schulter ...... ich beginne mit der Kleinteilesuche........Alles findet sich wieder.

Volker startet nach mir und ich kann sehen wie es richtig geht, schnell, sicher fehlerfrei - ich werde neidisch ;-)

Soweit mal eine Stage, die anderen Stages sind angehängt als Bilder und jeder kann sich seine eigenen Gedanken machen. Olaf hat sich jede Menge Gedanken gemacht. Jede Stage hatte immer unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten. Schützen die präzise und dafür aber eher langsamer schiessen hatten die gleichen Chancen, wie Schützen die eher auf Schnelligkeit setzten. Trotzdem waren alles Stages so das, das man als Schütze immer wieder neu umdenken musste. Flüssiges Schiessen war eher nicht möglich, was die Chancen dann doch ein wenig gerechter verteilte.

Besonders gemein fand ich am Ende, dass Miklos der von mir eine ISSC M22 mit einem Höppner und Schuhmann CW 5 geliehen bekommen hatte störungsfrei lockere 10 Plätze besser als ich war und das bei seinem ersten Wettkampf mit einer fremden Waffe - SUPER LEISTUNG.

Einer der Rangeofficer hatte eine Sig-Sauer Mosquito mit einem CW 5 von mir und der war nicht nur begeistert sondern noch ´ne nummer besser ;-)

Das ist ein weiterer Aspekt der mir gefällt, wir helfen uns gegenseitig !!!.

Die anderen Stages liefen super und ohne eine einzige Störung, die Magazinböden blieben an ihrem Platz und wäre ich so gut gewesen wie die 1911er von GSG dann ... ja dann ;-).

Der Tag setzte sich aber eben auch aus Pausen, die zum Umbau der Stages nötig waren zusammen, die ich für interessante Gespräche und schöne Kontakte, Fachsimpeln und informieren genutzt hab.

Ja nach 5 Stunden war es dann geschafft, ein super sportliches Erlebnis ich werde nächstes Jahr wieder hier sein.

Die Heimfahrt erspare ich euch......Langweilig ;-)

Aber ...vorgestern kam Post .... Kreis Recklinghausen ....30,00 Euro - 67 km/h - Bild mit GSG Mütze..GSG - To Fast for ME?

...aber egal nächstes Jahr muss ich wieder nach Berlin - mit meinem Koffer ! danke für ein tolles Match an Olaf, den LV 1 und alle die geholfen haben, dass es ein Supermatch war.

Oliver

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