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Sommerferienprogramm für Jugendliche


dieter hörmann

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Lesermeinung

Artikel aus der Filder-Zeitung vom 30.07.2009

Verantwortungsvolle Schützen

Zum Bericht "Spielzeugwaffen nein, Luftgewehre ja" vom 28. Juli:

"Verbot von Spielzeugwaffen", "Bretterklatschen statt Startschuss" - hört bitte auf mit dieser aus hilflosem Aktionismus erwachsenen Heuchelei. Auch wir haben größten Respekt vor den Opfern des Amoklaufs, auch wir sind bestürzt und erschüttert und fühlen mit den Angehörigen. Der KK-Schützenverein Bonlanden beteiligt sich seit mehr als dreißig Jahren am Jugendferienprogramm und wurde für seine Jugendarbeit und -betreuung immer gelobt. Sowohl von der Bevölkerung und den Eltern, als auch von der Stadtverwaltung. Bürgermeister Lentz wird bestätigen, dass noch beim Jubiläum 2001 mit unserer Jugend- und Vereinsarbeit alles in Ordnung war. Sind wir in den Jahren so schlecht geworden? Vom gepriesenen Ehrenamtsinhaber und Jugendbetreuer in einer konzentrationsfördernden und stressabbauenden Sportart mutiert zum Ausbilder potenzieller Massenmörder, so der Vorwurf an unserer Haustür nach dem Amoklauf in Erfurt. Gerade unser Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Schusswaffen hat uns dazu bewogen, auch in diesem Jahr am Jugendferienprogramm teilzunehmen, um den anwesenden Jugendlichen - wie in den vielen Jahren zuvor - klar zu machen, dass Schusswaffen zu Sportzwecken dienen, aber auch um die Gefahr falscher Handhabung zu verdeutlichen. Eine Schusswaffe, gleich welcher Art weist genauso viel oder wenig Gefahrenpotenzial auf wie jedes andere noch so gebräuchliche und harmlose Werkzeug. Erst durch Einwirkung des Menschen wird sie gefährlich. Genau wie jeder Hammer oder Besenstiel in der Hand eines durchgeknallten Idioten zur tödlichen Waffe wird. Glauben die Bürgermeister von Leinfelden-Echterdingen oder die Filderstädter Gemeinderäte ernsthaft, dass Tim K. zu seiner Tat durch den Startschuss einer Sportveranstaltung verleitet wurde, oder Robert S. zum Amokläufer wurde, weil er als Dreijähriger mit einer Wasserpistole gespritzt hat? Es gibt den legalen, privaten Waffenbesitz seit vielen hundert Jahren. Von Amokläufen wird erst in jüngerer Vergangenheit berichtet.

In meiner zehnjährigen Tätigkeit als Schulbusfahrer konnte ich mehr als genug Erfahrungen sammeln, wie sich die Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit verändert haben. Computerspiele, in denen so viel wie möglich virtuelle Personen vernichtet werden müssen, um ein Ziel oder ein neues Level zu erreichen. Handyfilme in denen realen Menschen Gliedmaßen, ja sogar Köpfe abgetrennt werden und das Blut meterweit spritzt, haben zu einer fast unglaublichen Verrohung der Jugend geführt. Teenager prügeln und treten aufeinander bis zur Bewusstlosigkeit ein und filmen das Szenario auch noch, ohne irgendwelche Unrechtsgefühle zu zeigen. Es ist Zeit zu begreifen, dass solch schreckliche Taten nicht durch die Behandlung von Symptomen, sondern durch Bekämpfung der Ursachen verhindert werden können. Diese jedoch liegen sicher nicht im Bereich der Jugendarbeit der Schützenvereine und nicht im legalen, privaten Waffenbesitz. Auch wenn sich Herr Höhn größte Mühe gibt, er wird an unserem Verhältnis zur Jugendarbeit und insbesondere zur Stadtverwaltung nicht viel ändern können. Und ich denke, die Stadt freut sich darüber, dass wir versuchen unseren Teil zur Verbesserung der Umstände beizutragen. Unser Verein lädt alle interessierten beziehungsweise voreingenommenen Bürger, Verwaltungsangestellte und Journalisten ein, beim Jugendferienprogramm am 14. August unverbindlich bei uns hereinzuschauen und sich selbst ein Bild zu machen.

Sigmar Zappe

Oberschützenmeister KKSV Bonlanden

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