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LERS für ein Waffenverbot


rugerclub

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Die Landeselternschaft der Real-Schulen hat heute zum solidarischen Umgang mit der Initiative der der Eltern welche ihre Kinder in Winnenden verloren haben aufgerufen.

Da meine Zeit derzeit mehr als begrenzt ist, brauche ich von euch Argumentationshilfe.

Aufruf der LERS:

Eltern fordern Maßnahmen

Amoklauf an Realschule in Baden-Württemberg

Bei einem Amoklauf an einer baden-württembergischen Realschule in Winnenden wurden 16 Menschen getötet.

Die Realschuleltern in NRW fühlten sich an die schrecklichen Ereignisse in Emsdetten im Jahr 2006 erinnert und teilen die Trauer und das Entsetzen der Menschen in Baden-Württemberg.

Angst macht sich wieder breit, Angst, dass das eigene Kind zum Opfer oder gar zum Täter werden könnte. Viele Fragen stellen sich ein.

Vor allem aber wird der Wunsch nach Prävention laut. Dem entsprachen die Eltern der Opfer in Winnenden als sie am 21.03. in der dortigen Zeitung einen offenen Forderungsbrief veröffentlichen lassen. Den Brief finden Sie anliegend.

Die LERS unterstützt die Forderungen der Winnender Eltern. Wenn auch Sie persönlich / Ihre Schulpflegschaft / das Kollegium Ihrer Schule Unterstützung bekunden möchten, finden Sie beiliegend einen vorbereiteten Vordruck, den Sie bitte ausfüllen und per Fax an 0721 151324878 senden. (Falls sich die autom. Ansage einschaltet, bitte einfach den START-Knopf drücken.)

Die Antworten werden gesammelt und nach dem 01.06. der Bundesregierung übergeben.

Die Aktion leitet das Elternforum Bildung (EFB), dem die LERS angeschlossen ist. Das EFB dient als Arbeitsgemeinschaft dem bundesweiten Meinungs- und Erfahrungsaustausch von Eltern. Das schließt auch gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Aktionen ein.

Freundliche Grüße

Claudia Jacobi

Geschäftsführerin der LERS / Realschulsprecherin im EFB

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Landeselternschaft der Realschulen in NRW

Niederrheinstr. 41

40474 Düsseldorf

T: 0211 5868907

F: 0211 5868908

Winnender Zeitung, 21.03.09

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,

sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

sehr geehrter Herr Ministerpräsident Oettinger,

die Trauer und die Verzweiflung nach dem Verlust geliebter Kinder, Frauen und Männer sind noch überall

gegenwärtig. Insbesondere bei uns, den Angehörigen. Der Gedanke, warum es ausgerechnet unsere Liebsten

getroffen hat, und wie es überhaupt zu dieser Tat kommen konnte, wird uns unser Leben lang begleiten. In

unserem Schmerz, in unserer Hilflosigkeit und in unserer Wut wollen wir aber nicht untätig bleiben. Deshalb

wenden wir - die Familien von fünf getöteten Schülerinnen – uns an die Öffentlichkeit.

Wir wollen, dass sich etwas ändert in dieser Gesellschaft, und wir wollen mithelfen, damit es kein zweites

Winnenden mehr geben kann.

Schusswaffen und Sport

Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche

Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt

man, dass ein junger Mensch gerade in dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig

im Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre unerlässlich.

Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob der Schießsport nicht gänzlich auf groß-kalibrige Waffen

verzichten kann. Bis in die achtziger Jahre hinein genügten unseres Wissens nach den Sportschützen

kleinkalibrige Waffen. Bis heute sind die olympischen Wettkämpfe auf Luftdruck- und Kleinkaliberwaffen

beschränkt.

Sollte aus Gründen, die wir nicht kennen, der Verzicht auf großkalibrige Waffen nicht möglich sein, so muss

die Schusskapazität verringert werden. Bei der Jagd sind die Magazine der automatischen Waffen auf

maximal 2 Schuss begrenzt. Warum nicht auch beim Sport?

Der Gesetzgeber hat die Vergabe von Waffenbesitzkarten und die daraus entstehenden Verpflichtungen, wie

z. B. die Aufbewahrung von Waffen und Munition, vollständig geregelt.

Die zu erwartenden Strafen bei Verstoß gegen die entsprechenden Gesetze erfüllen aber nicht ihren Zweck.

Eine Ordnungswidrigkeit wird eher wie ein Kavaliersdelikt betrachtet. Der Gesetzgeber muss Verstöße gegen

das geltende Waffenrecht deutlicher und stärker ahnden.

Medien: Fernsehen

Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. Das Fernsehen, als noch wichtigste Informations- und

Unterhaltungsplattform, hat einen sehr großen Einfluss auf die Denk- und Gefühlswelt unserer Mitbürger.

Das Fernsehen setzt heute die ethischen und moralischen Standards. Wenn wir es zulassen, dass unseren

Mitbürgern weiterhin täglich Mord und Totschlag serviert werden, ist abzusehen, dass die Realität langsam,

aber stetig dem Medienvorbild folgen wird. Von den Sendern muss verlangt werden, dass sie ein

ausgewogenes Programm anbieten und die Zurschaustellung von Gewalt reduziert wird. Eine

„Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte

eingeführt werden.

Die Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche fernsehen, sollten generell gewaltfrei sein.

Medien: Computerspiele

Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel

haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle Gewalt

verherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.

Medien: Chatrooms und Foren

Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos

Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese

Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. Es darf aber nicht sein, dass sich junge Menschen

anonym gegenseitig aufhetzen und zu Gewalteskalationen auffordern.

Berichte über Gewalttaten

Wir wollen, dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine Bilder nicht mehr gezeigt werden.

Am aktuellen Beispiel von Winnenden zeigt sich, dass die derzeitige Berichterstattung durch unsere Medien

nicht dazu geeignet ist, zukünftige Gewalttaten zu verhindern. Auf nahezu jeder Titelseite finden wir Namen

und Bild des Attentäters. Diese werden Einzug finden in unzählige Chatrooms und Internet-Foren. Eine

Heroisierung des Täters ist die Folge.

Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu

anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.

Aufarbeitung der Vorgänge in Winnenden und Wendlingen

Wir wollen, dass die Tat aufgeklärt und aufgearbeitet wird. Das Warum der Tat wird sicher nie vollständig

geklärt werden können. Wichtiger für die Angehörigen und unser aller Zukunft ist die Frage: Wie konnte es

geschehen? Wir wollen wissen, an welchen Stellen unsere ethisch-moralischen und gesetzlichen Sicherungen

versagt haben. Dazu gehören auch das Aufzeigen der persönlichen Verantwortung und die daraus folgenden

– auch juristischen - Konsequenzen.

Familie Kleisch

Familie Marx

Familie Minasenko

Familie Nalepa

Familie Schober

Familie Schweitzer

Quelle: Winnender Zeitung, online

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