Ein Freund eines Freundes hat dies einmal durchexerziert. 25 Jahre alte Manövermunition im Keller gefunden. Er glaubte einfach an unser Rechtssystem. Also rief er bei der Polizei an. Am interessantestes war, dass er erstmal an die Sprengstoffabteilung der Feuerwehr verwiesen wurde. Das große Problem des Polizisten auf dem Lande ist nämlich, er hat keinen Schimmer wohin damit und wie hier eigentlich die Anläufe sind. Nachdem sich aber auch die Feuerwehr nicht für zuständig gesehen hat, landete er wieder bei der Polizei. Nun ging es also los.
Erstes Problem: Die Munition durfte von ihm nicht bewegt werden. Es kam also die Polizei und holte diese ab.
Zweites Problem: Natürlich gab es eine Anzeige. Dazu ist der Polizist verpflichtet. Schliesslich ist dies eine Straftat. Die hat der Polizist zu melden, sonst macht er sich strafbar.
Aber: alles halb so wild. Die Staatsanwaltschaft gab ihm die Möglichkeit, sich schriftlich zu äussern. Der Polizist hat dann auch noch etwas dazu geschrieben. Da der Freund eines Freundes nicht als Straftäter bekannt war, schien man ihm zu glauben, dass es sich um eine alte Jugendsüde handelt, die er zutiefst bereut.
Das war ihm sehr wichtig. Er brauchte diesen Beweis, dass unser Rechtssystem funktioniert.
Der Polizist hat die Munition bei der nächsten Standortverwaltung entsorgt und niemand ist zu Schaden gekommen. Also bitte nicht einfach wegschmeissen, vergraben oder im Restmüll entsorgen. Wir wollen doch nicht, dass jemand aus Versehen zu Schaden kommt!