Erst einmal: guter Umstand, wenn die beiden WBK-Inhaber sind. Dann können sie auch schon zu Lebzeiten Tresorkombinationen/ Schlüsselverwahrung klären/ verraten.
Zweitens: ganz wichtig: Testament machen! Was Klaas hier schon ansprach ist das Berliner Testament, bei dem sich Ehepartner als gegenseitige Erben eintragen und die Kinder (oder weitere gesetzlich Erbberechtigte) zunächst leer ausgehen.
Das hat den Sinn/ Vorteil, dass im unerwarteten Fall des frühzeitigen Ablebens die Kinder nicht das verbliebene Elternteil dazu bringen können, ihren Anteil auszubezahlen und das Wohneigentum oder gar die Firma verkauft werden muss.
Ich kann hier nur jedem empfehlen: legt Euch einen klassischen Aktenordner für den Fall X an! Testament, Patientenverfügung - nicht nur für sich und seinen Partner, auch für die Unterlagen der Eltern und Kinder.
Im Falle des Falles (z.B. Verkehrsunfall, Patient im Koma) muss man handeln können! Gerade auch, wenn man meilenweit entfernt voneinander wohnt, sollte man beglaubigte Kopien haben, mit denen man gleich ins Krankenhaus fahren kann und nicht in Opas Messibude drei Tage suchen muss.
Sollen lebensverlängernde Maßnahmen stattfinden? Wer soll informiert werden? Wie soll die Beerdigung stattfinden (Erde/ Feuer/ See - mit Grabstelle, anonym/ religiöse oder weltliche Trauerfeier, usw.)? Zeitungsanzeige?
Vollmachten für Banken, Versicherungen,... welche Verträge/ Daueraufträge laufen? Gibt es da eine Übersicht? Das unbekannte Nummernkonto in der Schweiz? Eingemauerte Goldbarren? usw.
In solch einen Was-man-alles-wissen-muss-Ordner gehört dann auch ein großer Zettel mit dem Hinweis "Waffenbesitz! Im Todesfall sofort melden! Frist für Erbwaffen-WBK: 1 Monat!" (mit entsprechenden Kontaktdaten der Waffenbehörde)
Ggf. auch Namen/ Kontakte zu befreundeten Waffenbesitzern. Ebenso eine grobe Einschätzung, was die Waffen denn wert sind (und nicht der Sportkollege oder Büchsenmacher sagt "Ach..die olle Flinte... dafür würde ich höchstens 100 EUR zu zahlen." und am Ende steht die für 10k im Schaufenster!) - auch hier sollte man ab und zu mal prüfen, ob der Versicherungsschutz ausreicht.
Man darf halt auch nicht vergessen, dass die Hinterbliebenen oftmals ein Gefühlschaos durchleben und nicht immer klar und logisch denken können. Da ist so ein Leitfaden mit den wichtigsten Todos und Antworten auf unweigerliche Fragen sinnvoll!
Ganz egal, ob da Waffen im Spiel sind oder nicht.
Denn bis das Testament verlesen ist, man die Bankauskunft hat und vielleicht endlich den Tresorlieferanten ausfindig gemacht hat, der das Ding gewaltfrei öffnen könnte, können viele, viele Wochen vergehen.