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52 Beiträge in diesem Thema

vor 7 Stunden schrieb MLU_Halle:

Der Fragebogen von Seite 6 ist aus Amerika und nennt sich „Attitudes toward Guns and Violence Questionnaire“ und wurde an über 1500 Personen normiert.

 

Nehmen wir mal diesen Fragebogen als Beispiel, der von seinen Verfassern in seiner Zielsetzung dankenswerterweise dokumentiert wurde. Laut eigener Aussage geht es darum, Individuen zu identifizieren, "die sich zu Waffen und Gewalt hingezogen fühlen," damit man sich dann in "der Behandlung geistiger Störungen, der Jugendstrafgerichtsbarkeit, und in Schulen" dieser schädlichen Neigungen annehmen kann. Die Frage, ob Interesse an Waffen mit schädlichen Neigungen zu illegitimer Gewaltausübung verbunden ist, ist in diesem Fragebogen also nicht eine offene Frage, die mit dem Fragebogen untersucht werden soll, sondern sie ist ein Annahme, die schon von vorne herein feststeht. Genau diese Art von Annahmen ist es, die hier viele stört, und die abgesehen von ihrer offensichtlichen politischen Tendenz natürlich auch einfach grottig schlechte Wissenschaft mit minimalem zu erhoffendem Erkenntnisgewinn ist.

 

Beim Spezialfall des deutschen kleinen Waffenscheins ist wohl auch die Motivationslage hinreichend unklar, daß für den Anfang ein qualitativer Ansatz (z.B. nach Art der oben von mir empfohlenen Bücher über Besitzer scharfer Waffen in Deutschland und Amerika) weitaus erfolgversprechender scheint als das Herumstochern nach Korrelationen mit allerlei Persönlichkeitsmerkmalen mit deutlicher Betonung eindeutig negativ besetzter Merkmale, dazu noch mit einer viel zu geringen Fallzahl und einer eher unscharf definierten Kontrollgruppe. KWS vs. kein KWS dürfte zum Beispiel in einem Waffenforum deutlich andere Unterschiede zwischen den Gruppen ergeben als anderswo. Einerseits beantragen manche Leute den KWS nur zur Beschleunigung anderer anstehender waffenrechtlicher Erlaubnisse obwohl sie gar keine entsprechende Platzpatronenpistole haben oder haben wollen. Andererseits dürfte es in Gruppe der waffenbesitzenden nicht-KWSer deutlich mehr Leute geben als in der allgemeinen Bevölkerung, die den KWS deshalb nicht haben, weil sie eine Druckgusspistole für Platzpatronen für geeignet zum Starten eines Rennens aber ungeeignet zum Selbstschutz halten. 

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vor 18 Stunden schrieb MLU_Halle:

aufgrund des erhöhten Diskussionsbedarfs hinsichtlich unserer Studie möchten wir hiermit gerne auf einige der hier geschriebenen Kommentare eingehen.

[...]

 

also Sie.

[...]

Insgesamt geht es darum, herauszufinden, welche Motive Personen haben/hatten, sich den kleinen Waffenschein anzuschaffen und ob diese angegebenen Motive mit der Persönlichkeit im Zusammenhang stehen.

[...]

Es ist schade, dass die Auswahl der Fragen den Eindruck erweckt hat, dass wir hier einen Stereotypen und Vorteile bestätigen wollen, denn dem war und ist nicht so.

Wir wussten, dass dieses Thema Zündstoff bieten wird. Jedoch finden wir es unpassend, dass hier auf die Autoren der Studie persönlich eingegangen und die wissenschaftliche Tätigkeit sowie deren wissenschaftliche Befähigung in Frage gestellt werden. Genauso wie wir hier versuchten, vorurteilsfrei heranzugehen (auch wenn Sie das anscheinend nicht so wahrgenommen haben), hätten wir uns das auch von Ihnen gewünscht.

 

Wir sind hier alle per Du. Du musst uns nicht siezen. ;)

 

So per se können die Motive für den KWS gar nicht mit der Persönlichkeit korrelieren. Ich erkläre mal an meinem Beispiel, warum das so ist: Der Kinderwaffenschein wurde mit der Gesetzesänderung 2002 (in Kraft getreten 2003) eingeführt. Vorher brauchte man gar keine Erlaubnis für das Führen einer Schreckschusswaffe. Ab dann brauchte man eine. Die Notwendigkeit für den KWS lag also daran, dass der Bundestag das ins Gesetz geschrieben hat und damit lag das nicht an mir und logischer Weise auch nicht an meiner Persönlichkeit. Jetzt kann man natürlich viel über die Persönlichkeiten von Politikern diskutieren. Wenn ich mir so anschaue, wie wir von diesen seit Jahrzehnten behandelt werden, dann käme in mir eher die Idee auf, dass boshaftige Gesetzesvorhaben vielleicht eher mit der Persönlichkeitsstruktur von Politikern bzw. bei Gesetzesvorhaben aus den Ministerien eben bei verursachenden Beamten zusammenhängen, als mit der Persönlichkeitsstruktur derjeniger, die sich an das Gesetz halten müssen. Letztere können ja am allerwenigsten für die Rechtslage.

 

Ich habe meinen Kinderwaffenschein seit 2003. Warum? Weil Freiheiten verteidigt werden müssen! Und was man hat, das hat man. Wobei das ja in unserer Variante von Rechtsstaat gar nicht so gilt.

 

Interessanter wäre eher die Frage, wieso man sich so befähigen möchte, dass man sich - mit den wenigen legalen Mitteln, die noch bleiben - verteidigen kann. Da ist die Schreckschusswaffe aber auch nur ein Teil der Möglichkeiten und eine solche Untersuchung müsste daher über diese Frage hinaus gehen.

 

Was die Umfrage selbst angeht: Es ist noch gar nicht lange her, da hat die EU eine - so nannte sie es - Umfrage zum Waffenrecht durchgeführt. Ich habe selbst teilgenommen, ich weiß wovon ich hier schreibe. Die kann man vom Aufbau her auf eine Frage kondensieren: Soll das Waffenrecht so bleiben wie es ist oder soll es verschärft werden?

 

Der fundamentale methodische Fehler (war natürlich überhaupt keine Absicht!) lag darin, dass die Antwort "es soll liberalisiert werden" oder "es soll vereinfacht werden" gar nicht möglich war. Natürlich musste da rauskommen, dass das Pendel Richtung Verschärfung schlägt - das war ja gar nicht anders möglich.

 

So und unter anderem mit dieser Schutzbehauptung im Rücken hat neulich das EU Parlament eine Verschärfung der EU Waffenrichtlinie beschlossen, die uns kräftig ans Bein pinkelt. Die EU Kommission und das Parlament behaupten auch noch, dass sie damit Terrorismus bekämpfen (weil WIR uns daran halten müssen, werden es die Terroristen sicher auch tun :gaga: ), manche Abgeordnete behaupten, dass nun Halbautomaten erstmalig reguliert würden und es vorher nicht waren (was einfach nicht stimmt), dass auf Halbauto umgebaute Vollautos gefährlicher wären, als andere Halbautos (was einfach nicht stimmt) usw. In Deutschland soll im Eilverfahren das Gesetz geändert werden, weil vor vielen Jahren eine Norm für den Tresorbau zurückgezogen wurde und es soll nun nicht auf die Nachfolgenorm abgestellt werden, sondern auf eine deutlich höhere. In der Beispielrechnung wird angegeben, dass eine Besitzstandswahrung für 60 relevant sein wird - und das soll nun besonders eilbedürftig sein? :gaga:

 

So und in dieses Umfeld kommst du nun mit deinem Fragebogen, der ziemlich - nennen wir es mal höflich - ausgewählte Fragen präsentiert. Für das Umfeld kannst du nichts, aber es ist doch klar, dass da die Alarmglocken schrillen und ein gewisser Gegenwind aufkommt.

 

Weißt du, wir werden permanent beschissen, belogen, betrogen, verleugnet, zum Hampelmann degradiert uns was sonst nicht noch alles. Viele hier sind ehrenamtlich in vielfältiger Weise tätig, z.B. in der freiwilligen Feuerwehr, beim DRK etc., bei den Reservisten, in Bildungseinrichtungen, you name it. Warum tauchen solche Persönlichkeitsmerkmale in deinem Fragebogen nicht auf? Vielleicht sind KWS-Besitzer ja besonders altruistisch und kümmern sich mehr um die Gesellschaft als andere? Könnte ja alles sein?

 

Du kannst für diesen ganzen Mist nichts, das weiß ich. Ich wollte nur mal erklären, warum das hier so Kontra läuft.

 

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