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Auftragsschreiberei in der Waffenpresse: Wenn Schönheit auf Präzision trifft


EkelAlfred
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Heute Morgen hab ich an einem Kiosk ein DWJ gekauft, um während einer laaaaaaangen Zugreise die Zeit zu nutzen.

Das war blöd.

Ich frag mich, was die enthaltenen Artikel von Werbeanzeigen unterscheidet - außer vielleicht die Gesamtlänge.

Besonders erschreckend der Text von Roland Zeitler über das R8 in einer bestimmten Ausführung - "Wenn Schönheit auf Präzision trifft".

Das R8 ist vielleicht praktisch, handlich, technisch innovativ, von mir aus auch sicher (erer als das R93) - aber SCHÖN?

Gut, man kann auch eine aufblasbare Sexpuppe schön finden .....

Auch der restliche Artikel hat den Informationswert einer Dauerwerbesendung.

Ich frag mich immer öfter, ob es heute eigentlich noch fachlich relevante Info in deutscher Sprache gibt.

Liest jemand gute US Waffenzeitschriften, die auch Inhalte bringen?

Woher bekommt ihr die und zu welchem Preis?

Edited by EkelAlfred
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Im Bahnhofskiosk in Karlsruhe bekommst Du die wichtigsten US-Waffenzeitschriften regelmäßig, und auf Bestellung sowieso. Allerdings zu Preise um die 20,-€ pro Ausgabe :o

Aber auch wenn die Amis anders schreiben, und vielleicht weniger werbeähnlich... Information steckt da meist auch nicht drin. Alles sehr oberflächlich, ami-typisch voller überschwänglichem Lob (den man allerdings als Floskel erkennt), und auch heute noch nur wenig Photos und wenn, dann schwarz/weiß.

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Besonders erschreckend der Text von Roland Zeitler über das R8 in einer bestimmten Ausführung - "Wenn Schönheit auf Präzision trifft".

Das R8 ist vielleicht praktisch, handlich, technisch innovativ, von mir aus auch sicher (erer als das R93) - aber SCHÖN?

Schönheit ist bekanntlich Geschmacksache, und die Geschmäcker sind soo verschieden.

Aber ich stimme dir ein Stück weit zu - ich habe selbst eine R8, schätze auch die von dir genannten (positiven) Attribute, und würde die Büchse jederzeit wieder kaufen; nur: als ausgesprochen "schön" würde ich dieses Jagdgerät auch nicht bezeichnen. Da gibt's wahrlich andere...

"Wenn Schönheit auf Präzision trifft" hört sich in der Tat wie ein Spruch aus der (zugegeben: fähigen) PR-Agentur der Isnyer. Journalistische Distanz eher Fehlanzeige.

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Das Phänomen ist ja nicht nur auf die Waffenzeitschriften beschränkt, sondern findet sich fast überall dort, wo Zeitschriften eher am Tropf der darin Werbenden hängen. Ist bei Computerzeitschriften das selbe, man wird dort normalerweise keine Grafikkarte in Tests auf den hinteren Rängen finden, wenn es ein paar Seiten weiter die ganzseitige Anzeige gibt. In der PC-Welt gibt es wenigstens noch die c't, aber in der (deutlich kleineren) Waffen-Welt scheint es einfach keinen Markt für eine objektive Zeitschrift zu geben.

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@EA:

Wie ich analog kürzlich schon mal an anderer Stelle schrieb:

HEUTE gehst Du nicht einfach auf den Stand und probiert deine (neue/n) Plempe/n aus und hast Spaß am BUMM und/oder der Präzision, sondern heute erlebst Du Ballistik neu ! (hört sich zumindest den Werbefachfritzen nach geiler an)

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[...] heute erlebst Du Ballistik neu ! (hört sich zumindest den Werbefachfritzen nach geiler an)

Sowas kann doch eigentlich nur schreiben, wer mit dem eigenen Kopf schon mal Ballistik erlebt hat... und zwar Zielballistik.

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Es ist heutzutage Usus Kunden die teure Werbung schalten einen solchen Test/Bericht zu kredenzen. Solche Tests werden dann auch schonmal nur für den Anzeige schaltenden gemacht, also wird er nicht nur in den Ergebnissen nach vorne gepusht, sondern der gesamte Test ist eine Werbung für eben diesen Kunden.

Das ist kein Gemauschel, sondern Vertragsbestandteil und heutzutage vollkommen normal.

Wer schonmal mit Medienvertretern entsprechender Couleur zu tun hatte, weiß das.

Man wundert sich kurz und dann ist es auch schon logisch.

Die Blätter können sich schon lange nicht mehr über den Leser finanzieren.

Edited by TelliPirelli
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[...] Das ist kein Gemauschel, sondern Vertragsbestandteil und heutzutage vollkommen normal. [...]

Die Blätter können sich schon lange nicht mehr über den Leser finanzieren.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen kommt keine Medienform ohne Werbung aus. Das ist ja so weit normal und bekannt.

Die Vertragsbestandteile werden aber normalerweise nicht offen gelegt. Die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung verschwimmen, mit durchschnittlicher Medienkompetenz ist nun mal nicht klar, ob der Tester die Waffe wirklich besonders toll findet, oder halt das zugehörige Honorar. Das halte ich definitiv für Gemauschel.

Das Sytem funktioniert nur nicht auf Dauer. Früher hatte ich alle 3 (Visier, Caliber, DWJ) im Abo, heute nicht mehr.

Gäbe es was analoges zur c't in der Waffenwelt, dann hätte ich diese Zeitschrift vermutlich im Abo. So kaufe ich ab und an mal eine der drei Zeitschriften, zum abgewöhnen und Kopfschütteln...

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Das Sytem funktioniert nur nicht auf Dauer. Früher hatte ich alle 3 (Visier, Caliber, DWJ) im Abo, heute nicht mehr.

Dito. :victory:

- DWJ & Visier: auf die Dauer nix wirklich Neues, immer wieder das selbe und zuviel "Beweihräucherung" der Werbekunden

- Caliber: außerdem inzwischen zu "täggdiggel" - ich habe Spaß und Interesse am Schießen und Schußwaffen, aber keine Lust, zum "Freizeit-Special-Forces-Super-Hilfs-Combat" zu werden, und trage in meiner Freizeit auch keine "täggdiggel"-Klamotten, und zerlege mein Essen mit dem Steak- oder Haushaltsmesser, und nicht mit Rambo`s Superknife.

Die Hefte werden heute nur noch bei Bedarf (längere Reisen/Lesestoff) oder bei wirklich interessanten Themen und Beiträgen gekauft.

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Ja, leider... mein caliber-Abo habe ich schon vor einiger Zeit gekündigt, seit es nur noch schwarze Klamotten mit vielen Taschen und ausschließlich Täckticool-Waffen gibt. Das DWJ beziehe ich auch nicht mehr, als ADAC-Mitglied bekomme ich deren Zeitschrift kostenlos, das reicht. Bleibt nur Visier und Visier special... die Visier eher zur Unterhaltung als zur Information, aber das Visier special lohnt sich meist doch, vorausgesetzt man interessiert sich für das Thema.

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EA, du hast`s irgendwie auf den Punkt gebracht.

Teilweise sind die 3 Magazine heute schon (leider) vergleichbar mit irgendwelchen ELLE, COSMOPOLITAN oder ähnlichen Hip-Ladies-Mode-und-was-ist-in-Magazinen (quasi zu 80-90% nichts anderes als eine bunte Hochglanz-Werbebroschüre), nur daß manche "Werbungen" bei diesen 3en einfach noch nicht explizit als solche deklariert sind.

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Richtige Tests kosten viel Geld und richtig viel Zeit. Ich habe das bei meinem kleinen Test der Walküre von ASH gesehen. Und der war noch sehr überschauber.

Wenn man einen (z.B.) Selbstlader auf Herz und Nieren testen wollte, wären das 3 Tage auf der Schiessbahn und mehr als 1000 Schuss Munition. Das können die Zeitungen einfach nicht leisten. Und das man kaum negatives hört, sollte auch klar sein wenn man wirtschaftlich abhängig ist. Dann wird eben viel heisse Luft produziert und anschliessend auf einen kleinen Bericht zusammen geschrumpft, der dann auf 5 bis 8 Seiten passt. 20 oder 30 Seiten geht leider nicht.

Zum Geld, ich schätze einen aussagekräftigen und unabhängigen Intensivtest für ein AR15 als Beispiel auf 6000 bis 8000 Euro, wer will und kann das bezahlen? Ein Konzept dazu habe ich mittlerweile erarbeitet, aber umsetzbar ist das in Deutschland leider nicht.

Mindestens 2 Waffen - anonym beim Händler gekauft, Munition, Standgebühren, Zubehör und Ausrüstung, Sprit, Spesen für Essen und sonstigen Kram, da kommt sehr schnell eine grosse Menge Geld zusammen.

Und leider lohnt das auch nicht, so viele die den Bericht lesen und doch nicht lesen,... was ich teilweise für Fragen per PN bekommen habe, die eigentlich eindeutig im Text beantwortet wurden. :unsure::unsure:

Edited by Gunny Highway
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- DWJ & Visier:...

- Caliber:....

Wobei man ergänzen muss:

Was das (nett ausgedrückt) "Verschwimmen" der Grenzen zwischen Produkt-Anzeigen und Produkt-Beurteilung angeht -

das findet sich m.E. inzwischen auch oft im Ausrüstungs-Teil (Waffe/Messer/Optik etc.) gängiger Jagdzeitschriften.

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Früher hatte ich alle 3 (Visier, Caliber, DWJ) im Abo, heute nicht mehr.

Da ist es von Vorteil, wenn einen die ganzen Hyperduperneukniften einen Furz interessieren. Ich lese im Visier fast nur noch die Reportagen, Berichte, Ihr gutes Recht, News, Geschichten und Historisches. Wenn zu viele Tests von solchem neumodischem Rotz drin sind, ärgere ich mich oft darüber.

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Zum Geld, ich schätze einen aussagekräftigen und unabhängigen Intensivtest für ein AR15 als Beispiel auf 6000 bis 8000 Euro, wer will und kann das bezahlen? Ein Konzept dazu habe ich mittlerweile erarbeitet, aber umsetzbar ist das in Deutschland leider nicht.

Mindestens 2 Waffen - anonym beim Händler gekauft, Munition, Standgebühren, Zubehör und Ausrüstung, Sprit, Spesen für Essen und sonstigen Kram, da kommt sehr schnell eine grosse Menge Geld zusammen.

Zumindest in Ansätzen kann man das in der Waffenkultur bzw. im dazugehörigen Blog (Feuerkampf und Taktik) finden.

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