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IGNORED

Legaler Waffenbesitz - wissenschaftlich betrachtet


Schiller

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Wer noch einige Argumente gegen die derzeit vorherrschende Waffenweg-Hysterie sucht, der kann sie hier finden:

http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/dellerbr/

Frau Dr. Dagmar Ellerbrock ist Historikerin und hat sich sehr eingehend und wesentlich logischer mit der Entwicklung des deutschen Waffengesetzes auseinandergesetzt als das deutsche Juristen generell taten.

Es lohnt sich, ihre Beiträge in Rundfunk und Tageszeitungen nachzulesen (auch wenn dem einen oder anderen nicht jedes Argument "schmeckt"!) . Auf jeden Fall arbeitet sie system- und fachübergreifend und allein das ist schon lobenswert! Guckst Du hier:

http://www.rechtswirklichkeit.de/veranstal...acts/ellerbrock

Auf jeden Fall brauchen wir mehr solche Wissenschaftler, um die ganze Waffenrechtsdebatte erst mal auf eine vernunftsbezogene Ebene zu stellen.

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Auf jeden Fall aus einer höheren Warte geschrieben als das "Parteirichtlinien-Forderungsumsetzungsgutachten"

einer anderen Expertin..

Gruß Fatty

P.S. man hüte sich vor "schweren Waffen" mit einer "Tragkraft von 300 m"..

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Hallo Schiller,

das ist mal ein Beitrag !

Aber das Habilitationsprojekt ist ja schon 2003 formuliert worden. Ist Dir bekannt, ob es da auch Neueres gibt, bzw, die Habilitationsschrift schon erschienen ist ?

Gruß,

Coltfan

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Nachdem ich jetzt ein bisschen die Beiträge durchgelesen habe, bin ich mir aber nicht so sicher, ob Frau Ellerbrock eine Verfechterin liberalerer Waffengesetze wäre.

Sie geht sehr wissenschaftlich an die Sache ran, erzielt aber letztlich (auch das ist wissenschaftlich) kein Patentrezept und keine allgemeine Handlungsempfehlung.

Sehr gut aber auch ihr Beitrag zur medialen "Aufarbeitung" des Amokthemas

http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/dellerbr/...nkbar%20ist.pdf

So eine Auseinandersetzungstiefe mit dem Thema können wir uns nichtsdestotrotz nur wünschen.

Gruß,

Coltfan

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Nachdem ich jetzt ein bisschen die Beiträge durchgelesen habe, bin ich mir aber nicht so sicher, ob Frau Ellerbrock eine Verfechterin liberalerer Waffengesetze wäre.

Sie geht sehr wissenschaftlich an die Sache ran, erzielt aber letztlich (auch das ist wissenschaftlich) kein Patentrezept und keine allgemeine Handlungsempfehlung.

Sehr gut aber auch ihr Beitrag zur medialen "Aufarbeitung" des Amokthemas

http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/dellerbr/...nkbar%20ist.pdf

So eine Auseinandersetzungstiefe mit dem Thema können wir uns nichtsdestotrotz nur wünschen.

Gruß,

Coltfan

Patentrezepte oder Handlungsempfehlungen fallen auch nicht in den Arbeitsbereich von Historikern (dafür sind eigentlich andere Fachbereiche zuständig). Es geht mir hier um die Aufarbeitung des Themas, gerade die Vergleiche zu früheren, abgeschlossenen Epochen und die zweifelhafte Rolle der Medien ist dabei wichtig.

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Viele finden Ellerbrocks Veröffentlichung bestimmt gut, weil man mit spitzen Fingern seine Absolution herauspicken kann, um dann trotzdem Waffen für alle zu fordern. Viele Waffenbesitzer sind kaum zur Selbstkritik fähig. Einfach einmal neben sich zu treten, sich selbst zu betrachten und wie einen Fremden auf den Prüfstand zu stellen. Nur dann kann man bei sich Unzulänglichkeiten entdecken, die man beim Gegner beklagt.

Ein klein wenig Differenzierungsvermögen täte allen Beteiligten gut, um diese unsäglichen Diskussionen zu entkrampfen. Und ich rate jeden davon ab, Frau Ellerbrock für seine Sache vereinnahmen zu wollen. Der Schuss geht nach hinten los.

Gruß

Harald

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Viele finden Ellerbrocks Veröffentlichung bestimmt gut, weil man mit spitzen Fingern seine Absolution herauspicken kann, um dann trotzdem Waffen für alle zu fordern. Viele Waffenbesitzer sind kaum zur Selbstkritik fähig. Einfach einmal neben sich zu treten, sich selbst zu betrachten und wie einen Fremden auf den Prüfstand zu stellen. Nur dann kann man bei sich Unzulänglichkeiten entdecken, die man beim Gegner beklagt.

Ein klein wenig Differenzierungsvermögen täte allen Beteiligten gut, um diese unsäglichen Diskussionen zu entkrampfen. Und ich rate jeden davon ab, Frau Ellerbrock für seine Sache vereinnahmen zu wollen. Der Schuss geht nach hinten los.

Gruß

Harald

Vereinnahmen will sie ja keiner, (sie findet Gesetzesverschärfungen gut), aber sie setzt sich mit dem

Thema zumindest aus ihrer Warte (historisch) differenzierter auseinander als andere und "wildert"

nicht in Disziplinen (z.B. Waffentechnik, konkretes Waffenrecht) in denen sie offensichtlich keine

Ahnung hat und entprechend "gebrieft" wurde.

Gruß Fatty

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Ausnahmsweise gut bis sehr gut (Hr2 Der Tag) sind die abgespeicherten Rundfunkbeiträge, im Radio geht es offenkundig zeitweilig noch etwas objektiver zu, wie beim Fernsehen, zumindest bei HR2. Herunterladen und anhören lohnt sich.

http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/dellerbr/...ffenrechts.html

Die Radiosendungen hat Schiller wohl aus Bescheidenheit nicht ausdrücklich erwähnt, weil er selber dort ausführlich zu hören ist.

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Die Frau ist wirklich gut.

Sie hat vor allen Dingen begriffen, wie man unser wichtigstes Argument (geringe Deliktrelevanz legaler Waffen) entkräften kann. :angry2:

Indem man die Frage stellt: Wofür braucht man eigentlich heute in den Schützenvereinen - welche historisch gesehen ja mal Bollwerke zur Verteidigung von Dörfern waren - noch (scharfe) Waffen?

Wissenschaftlich gesehen geht sie jedenfalls sehr sauber an die Sache heran...nur zieht sie die falschen Schlüsse.

Wie war das noch mit dem Vorurteil über Akademiker Frauen?

Kluge Frauen können zwar gut aufteilen, aber sie können nicht rechnen.;-)

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...

Wissenschaftlich gesehen geht sie jedenfalls sehr sauber an die Sache heran...nur zieht sie die falschen Schlüsse.

...

Vielleicht hab ichs ja übersehen: Aber wo ist von Frau Dr. Ellerbrock mehr zu lesen als ein (dürftiges) abstract? So dass man beurteilen könnte, wie sauber sie das Thema angeht.

Teddy

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Sie hat vor allen Dingen begriffen, wie man unser wichtigstes Argument (geringe Deliktrelevanz legaler Waffen) entkräften kann. :angry2:

Indem man die Frage stellt: Wofür braucht man eigentlich heute in den Schützenvereinen - welche historisch gesehen ja mal Bollwerke zur Verteidigung von Dörfern waren - noch (scharfe) Waffen?

Nun, das diese historische Relevanz schon seit langer Zeit keine Gültigkeit mehr hat, sieht man doch schon an der Lage der allermeisten Schützenhäusern (weit auserhalb der Wohngebiete). Wenn ich zur "Verteidigung" meines Dorfes erst zu unserem Schützenhaus "reiten, laufen oder rennen" müßte... , mein armes Dorf. :traurig_16:

Wir brauchen die Schützenhäuser ja eben nicht für die Waffen, sondern als Ort um, sicher und mit minimalster Lärmbelästigung der anderen, trainieren zu können und Wettkämpfe auszutragen. (Diese Grundabsicht teilen wir ja mit fast allen anderen Sportarten. Oder hat von euch schon z.Bsp. jemals einer ein Spring-Reitturnier in einer Stadt erlebt?)

Die gute Frau sieht die Situation (verständlich, sie ist ja Historikerin) eben nur aus dieser Richtung, und wird m.M nach in diesem Sinne von den Medien wieder bewußt gegen uns verwendet. Der sportliche Aspekt, der für uns die aktuelle (und auch zeitgemäße) Rolle spielt, fällt wieder hinten runter.

Ich kanns nur zum x-ten mal wiederholen. Wir müssen, wenn wir unsere Waffen behalten wollen, aus diesem von den Medien gepuschten Image (Sinnloser Sport, gefährlich noch dazu... also weg damit) raus, und zwar langfristig.

BTW ist der erste Schritt auf einem sehr langen Weg vor uns.

In diesem Sinne

GKBubi

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Wir brauchen die Schützenhäuser ja eben nicht für die Waffen, sondern als Ort um, sicher und mit minimalster Lärmbelästigung der anderen, trainieren zu können und Wettkämpfe auszutragen.

Eben genau an diesem Punkt greift dann das nächste "Argument" der Waffengegner: Warum müssen Sportschützen GROßKALIBRIGE Waffen haben? Der Sport wäre doch ruhiger und vor allen Dingen sicherer, wenn dazu nur Luftgewehre benutzt werden.

Dieses Argument ist logisch betrachtet nicht zu widerlegen und macht sogar Sinn.

Deshalb habe ich hier schon immer gesagt, wer den legalen privaten Waffenbesitz nur mit Sport verbindet, der wird über kurz oder lang verlieren. Spätestens mit dem nächsten Amoklauf wird sich das wieder bestätigen.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, wie man den privaten Waffenbesitz langfristige Legitimation verschaffen kann - er muss (wie in den USA) Verfassungsrang bekommen.

An dieser Stelle bekämen wir dann vielleicht sogar die Unterstützung von namhaften Historikern, weil diese eben nunmal die Geschichte und ihre Folgen kennen!

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Die Frau ist wirklich gut. Sie hat vor allen Dingen begriffen, wie man unser wichtigstes Argument (geringe Deliktrelevanz legaler Waffen) entkräften kann. Indem man die Frage stellt: Wofür braucht man eigentlich heute in den Schützenvereinen - welche historisch gesehen ja mal Bollwerke zur Verteidigung von Dörfern waren - noch (scharfe) Waffen?

Ich kann's nur gebetsmühlenhaft wiederholen:

In der Bedürfnis"nische" Sportschießen werden wir auch nur mittelfristig

keinen vernünftigen Waffenbesitz mehr rechtfertigen und erhalten können.

SV als zusätzlicher Bedürfnisgründ (siehe Österreich) wäre ein Ansatz.

Ein anderer (vielleicht durchsetzungsfähigerer) wäre ein Modell, wie es so ähnlich in Tschechien existiert:

Strenge, umfassende Sachkundeanforderungen und -prüfung für den Möchtegern-Waffenbesitzer.

Wer die erfüllt bzw. hat, darf in weit gesteckten Grenzen und ohne Einzelbedürfnisnachweis alles erwerben.

Die Waffen werden dann eingetragen/registriert - und Ende.

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[/b]

Eben genau an diesem Punkt greift dann das nächste "Argument" der Waffengegner: Warum müssen Sportschützen GROßKALIBRIGE Waffen haben? Der Sport wäre doch ruhiger und vor allen Dingen sicherer, wenn dazu nur Luftgewehre benutzt werden.

Dieses Argument ist logisch betrachtet nicht zu widerlegen und macht sogar Sinn.

Also dieses "Argument" habe ich in unzähligen Diskusionen mit "unwissenden" Freunden, Kunden, Nachbarn und sogar einer Zeitungsredakteurin wiederlegen können. Wie in jeder Sportart (mir ist zumindest keine anders funktionierende bekannt, für die das nicht zutrifft) nimmt im Lauf der sportliche Betätigung und der damit verbunden Leistungssteigerung, der Schwierigkeitsgrad zu. Bei den Sportarten die auch vom Sportgerät abhängig sind, läuft die Leistungssteigerung des Sportreibenden oft paralell mit einer Leistungssteigerung des Sportgeräts zusammen (z.Bsp. Motorsport), Dieses "Argument" konnten alle mit den ich gesprochen habe (mit den entspechenden Vergleichen aus ihnen bekannten Sportarten) nachvollziehen.

Ich stimme dir zu, dass es absolut wünschenswert wäre, einen Verfassungsrechtlichen Grundsatz für den Waffenbesitz (mit entsprechend geprüfter Sachkunde, Zuverlässigkeit und Eignung) zu haben, aber vorher glaube (zumindest in Bezug auf Deutschland) an den Weihnachtsmann.

auch @ karlyman

Das wir hier in Deutschland eine breite Zustimmung (der Bevölkerung) für den SV-Faktor bekommen, ohne dass das ganze Land vorher in die Binsen gehen muss, glaube ich ehrlich gesagt nicht (jedenfalls nicht in absehbarer Zeit).

Aber auch für diesen Fall gilt, da ist eine laaange Vorbereitungszeit und Meinungsbildung nötig.

Gruß

GKBubi

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Ich denke auch, dass die Argumentation SV uns in die falsche Gasse führt. Das wird man hier nicht anerkennen.

Und das Recht zum Besitz von Waffen als "mündiger" Staatsbürger auch nicht (mehr).

Da wir ja jetzt eine Demokratie haben, ist der Bürger ja nicht mehr darauf angewiesen, sich vor den Herrschenden zu schützen. Er herrscht ja selbst (sagen die Herrschenden).

Oh, hab ich da einmal "Herrschenden" zuviel ?

Gruß,

Coltfan

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Aber auch für diesen Fall gilt, da ist eine laaange Vorbereitungszeit und Meinungsbildung nötig.

Leider sind die Medien gegen uns. Es würde ja schon reichen, dass man bei jedem Bericht über ein Verbrechen dazuschreibt, "hätte sich das Opfer nur wehren können, aber wegen dem WaffG durfte es nicht".

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Ich denke auch, dass die Argumentation SV uns in die falsche Gasse führt. Das wird man hier nicht anerkennen.

...

Bei genügend häufiger Wiederholung und entsprechend Druck auf Parteipolitiker könnte es schon möglich sein. Wie auch immer, man muss es versuchen, so oder so, denn es ist das Einzige, das den Waffenbesitz für die Masse interessant machen und rechtfertigen kann und welches man nicht einfach mit dem Argument "unnötig und gefährlich" aushebeln kann. Je mehr Menschen Waffen besitzen, desto schwerer ist ein Verbot politisch durchsetzbar. Also müssen wir daran interessiert sein, dass möglichst viele Menschen Waffen besitzen.

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[/b]

...Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, wie man den privaten Waffenbesitz langfristige Legitimation verschaffen kann - er muss (wie in den USA) Verfassungsrang bekommen. ...

Der Verfassungsrang wäre zwar schön und würde schon eine gewisse Rechtssicherheit schaffen, aber auch ein Verfassungsartikel ist keine Garantie für ein Recht. Wenn die Gesellschaft es hinnimmt, kann die Staatsmacht jedes verfassungsmäßig verbriefte Recht relativieren. Lies mal das Grundgesetz und schau wie viele von den Rechten noch uneingeschränkt bestehen! Unverletzlichkeit der Wohnung? Verbot der Zensur? Demonstrationsfreiheit? Freie Meinungsäußerung? Brief- und Fernmeldegeheimnis? Das sind nur ein paar Beispiele. Es gibt Staaten, in denen in der Verfassung steht "Die Waffen sind des Volkes", oder so ähnlich, ein Relikt aus revolutionären Zeiten, was heute so ausgelegt wird, dass in einer Demokratie ja die Armee dem Volk gehört und dieses somit schon bewaffnet genug ist! Es gibt auch in den USA Rechtsexperten, die eine so ähnliche Argumentation vertreten.

Ein Recht wird nicht durch ein Stück Papier geschützt, sondern durch die Macht und Entschlossenheit derer, die darauf bestehen! Könnte man etwa derzeit in D. den Leuten verbieten private Kfz zu besitzen? Wohl kaum, obwohl dies nicht durch die Verfassung geschützt ist. Wenn z. B. 30-40% der Bevölkerung Waffen besitzen (legal oder illegal spielt dabei keine Rolle) und auf diesem Recht bestehen, dann kann keine Statsmacht dies mit Aussicht auf Erfolg verbieten, auch wenn es nicht explizit durch die Verfassung geschützt ist, einfach weil der zu erwartende Widerstand zu groß ist und sie Angst haben muss vor einem breit angelegten zivilen Ungehorsam. Eben deshalb können sich die Befürworter eines restriktiven Waffenrechts in den USA nicht durchsetzen. Wenn es dort aber eines Tages nach jahrzehntelanger Medienkampagne und kollektiver Gehirnwäsche aus der Mode käme Waffen zu besitzen, und sagen wir, nur noch 10% auf diesem Recht beharren würden, dann sähe die Lage schon anders aus, Verfassung hin oder her.

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@ Beitrag #19 : Brilliant !

Insbesondere der erste Absatz. Den sollten sich so einige, eigentlich sogar alle Bürger dieses Landes zu Herzen nehmen. Aber wie heißt es so (un)schön ? "Jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient."

Wer fragt: "Was kann ich als Einzelner denn schon dagegen tun ?" -und weiterhin diejenigen wählt, die uns nach und nach alles nehmen wollen, bekommt halt früher oder später, was er / sie verdient.

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Der Verfassungsrang wäre zwar schön und würde schon eine gewisse Rechtssicherheit schaffen, aber auch ein Verfassungsartikel ist keine Garantie für ein Recht. Wenn die Gesellschaft es hinnimmt, kann die Staatsmacht jedes verfassungsmäßig verbriefte Recht relativieren. Lies mal das Grundgesetz und schau wie viele von den Rechten noch uneingeschränkt bestehen! ...

Ein Recht wird nicht durch ein Stück Papier geschützt, sondern durch die Macht und Entschlossenheit derer, die darauf bestehen! Könnte man etwa derzeit in D. den Leuten verbieten private Kfz zu besitzen? Wohl kaum, obwohl dies nicht durch die Verfassung geschützt ist. Wenn z. B. 30-40% der Bevölkerung Waffen besitzen (legal oder illegal spielt dabei keine Rolle) und auf diesem Recht bestehen, dann kann keine Statsmacht dies mit Aussicht auf Erfolg verbieten...

:icon14: Guerrero 1 hat es auf den Punkt gebracht (und es sei ihm gedankt dafür!

Auch das 2nd Amendment in den USA existiert nur weil es von einer sehr großen Anzahl der Bürger der USA aktiv verteidigt wird, auch und immer wieder vor Gerichten. Das kostet Zeit, Energie und vor allem Geld - denn Freiheit gibt es nicht umsonst (schlechte Übersetzung des US-Sinnspruchs "Freedom is not for free"). Die NRA ist eine Bürgerrechtsbewegung, ob das nun die Linken und Liberals (wie 68er und Möchtegern-Gutmenschen in den USA heißen) dies wahrhaben wollen oder nicht.

Nur so konnte sie als Interessenvertretung über fast schon anderthalb Jahrhunderte bestehen.

Aus der Entwicklung der NRA resultieren für uns hier in der Alten Welt auch einige wichtige Lehren.

Den zweiten Denkanstoß von Guerrero 1 muß man sich mal angesichts der Fakten in der BR Deutschland auf der Zunge zergehen lassen. Selbst die Grünen haben mittlerweile erkannt, wie groß die Anzahl der Waffen in der Bevölkerung tatsächlich ist und das vor allem im illegalen Bereich - an anderer Stelle hier in WO wurde eine entsprechende Erklärung der Berliner Filiale dieser Chaos-Partei veröffentlicht.

Nach moderaten Schätzungen der Behörden gibt es bei 80 Mill. Bewohnern hierzulande ca. 10 Millionen legale und 20 Millionen illegale Waffen. Andere Schätzungen sprechen bereits von 40 Millionen Schußwaffen insgesamt und dies ist so abwegig nicht. Dabei sind wir bei einer ähnlichen Auslastung wie in den USA, besonders in bestimmten Landstrichen.

Und dabei ist es völlig unerheblich, ob die Waffendiechte sich aus legalen, illegalen, freien oder WBK-pflichtigen Waffen zusammensetzt. Dazu gibt es den alten Sponti-Spruch "Legal, illegal .- sch**egal!"

Worin liegt denn nun der Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Waffenbesitzern?

Zum einen im offensiven Umgang der Amis mit ihrem Hobby und mit einer seit der revolution gewachsenen Abneigung gegen den starken Staat. Die USA haben Bürger, in europäischen Ländern und ganz besonders in Deutschland herrscht immer noch eine Untertanenmentalität vor. Der Staat ("Vater Staat") soll und darf überall einspringen, wenns irgendwo zwickt, kommt schonn der Ruf nach dem "starken Staat".

Andersrum, wenn uns was nicht paßt, ziehen wir uns in das Private zurück - per Ausstieg. Bestes Beispiel, die "innere Auswanderung" der DDR-Mehrheit. Im Westen ist das nicht anders und zeigt sich exemplarisch am Anteil der Schwarzarbeit in der Gesamtwirtschaft.

Ich kann nur jedem Politiker zurufebn - macht zu, verbietet den privaten Waffenbesitz. Ihr werdet schon sehen, was dann kommt. Der Schwarzmarkt wirkt gigantisch - und dann werden sich bald Leute Knarren zulegen, die heute noch garnicht daran denken. Ich weiß wovon ich rede - ich habe einen beträchtlichen Teil meines Lebens in Berlin (West) gewohnt, wo Waffenbesitz per alliiertem Dekret noch bis 1990 mit der Todesstrafe (theoretisch) bedroht war. Und trotzdem gab es an allen Ecken und Enden in Berlin illegal Waffen zu kaufen - bis hin zum MG 42.

Zu den illegalen Waffenbesitzern- in der Mehrheit brave Bürger- gehörten auch eine Vielzahl von Polizeibeamten, bis hin zu Leitenden Direktoren. Was sagt uns das?

Und noch eins: Wenn Gesetze etwas verhindern könnten, gäbe es keinen Mord und keine Verbrechen. Gesetz allein für sich bewirken garnichts, sie müssen auf einem sozialen Konsens beruhen. Politiker wissen das nicht. Sie haben in der Schule nicht aufgepaßt...

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Gesetz allein für sich bewirken garnichts, sie müssen auf einem sozialen Konsens beruhen. Politiker wissen das nicht. Sie haben in der Schule nicht aufgepaßt...

Wunderschöner Artikel!! Ich bin ein großer Fan von Dir. Aber, aber die Schlussbetrachtung geht meines Erachtens doch etwas in die falsche Richtung. Die Politiker wissen dass; die wissen das ganz genau und genau aus diesem Grund werden wir seit mittlerweile 60 Jahren mit ständigen Verschärfungen überzogen.

Die wissen auch, dass der brave Bürger bei zu starken Verschärfungen Ausweichmöglichkeiten sucht und hier in den Untergrund geht, bzw. die Anonymität für sich schätzen lernt. Aber genau hier fängt die Hilflosigkeit an und für diesen Zustand hat man einfach kein geeingetes Mittel.

Also bleibt man bei dem "Altbewährtem" und verbietet einfach das was man einfachsten greifbar ist. Aber genau hier liegt mittlerweile auch ein Risiko. Man kann den Einzelnen nur so lange gegen die Wand drücken bis das er keine Luft mehr bekommt.

Und spätestens dann, wenn er keine Luft mehr bekommt, setzt der Flucht- oder Angriffreflex ein. Und diesem Worst-Case Scenario (Survivalpunkt) blicken wir so ganz allmählich ins Auge. Und ich bin sicherlich kein Untergangsprophet.

Die haben einfach keinen Zugang zum sozialen Konsens.

B) Grüße

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.... Ein Recht wird nicht durch ein Stück Papier geschützt, sondern durch die Macht und Entschlossenheit derer, die darauf bestehen! Könnte man etwa derzeit in D. den Leuten verbieten private Kfz zu besitzen? Wohl kaum, obwohl dies nicht durch die Verfassung geschützt ist. Wenn z. B. 30-40% der Bevölkerung Waffen besitzen ... und auf diesem Recht bestehen, dann kann keine Statsmacht dies mit Aussicht auf Erfolg verbieten, auch wenn es nicht explizit durch die Verfassung geschützt ist, einfach weil der zu erwartende Widerstand zu groß ist und sie Angst haben muss vor einem breit angelegten zivilen Ungehorsam. ...

Ausgezeichneter Gedanke !

Damit wäre die nachhaltige Lösung unseres aktuellen Medien-/Politikproblems: Massive Werbung der Vereine für neue Mitglieder !

Tage der offenen Tür, Gratis-Mitgliedschaften für Jugendliche etc.

Innovative Konzepte, um Interessenten auf die Schießbahn zu bringen.

Lasst uns die Anzahl der Waffenbesitzer erhöhen !

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Statt sozialem Konsens würde ich mal von sozialem Frieden reden wollen. Den demontiert die Politik Schritt für Schritt und eine beachtliche Zahl WO-User applaudiert noch dazu.

Aber back to the topic, den Artikeln der Dr. D. Ellerbrock.

Bitte lest euch doch nur mal ein paar Sätzchen aus ihren Artikeln, bevor ihr da applaudiert:

Frankfurter Rundschau 18.03.2009:

Die erneute Verschärfung des Waffenrechts, Altersgrenzen für Killerspiele, mehr Psychologen an Schulen, eine

Kultur der Anerkennung, die Vermittlung von Frustrationstoleranz, dies alles sind richtige und wichtige Ansätze.

Der medialen Skandalisierung von Waffengewalt danken die Deutschen ein restriktives Waffenrecht, das ihre

alltägliche Sicherheit in den letzten 100 Jahren deutlich erhöht hat.

Tagesspiegel 22.03.2009:

Daher gilt es, den restriktiven Umgang mit Waffen selbstbewusst als Ausdruck einer spezifisch bundesrepublikanischen Grundüberzeugung zu vertreten und eventuell auch über weitergehende Regeln nachzudenken.

Taz 14.05.2009:

Der große Konsens innerhalb der deutschen Bevölkerung für die Einschränkung privater Waffen ist Ausdruck einer Grundüberzeugung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg konsolidierte. In diesem Sinne ist die breite und nachdrückliche Zustimmung der deutschen Gesellschaft für waffenrechtliche Beschränkungen ein politisches Bekenntnis. In ihr distanziert sich eine Zivilgesellschaft von Waffengewalt und Dominanzgebaren.

Waffendebatten sind somit immer auch Symboldebatten, sie illustrieren das Selbstverständnis einer Gesellschaft. In diesem Sinne repräsentiert das Waffenrecht der Bundesrepublik eine Erfolgsgeschichte.

Aufwachen! Die werte Dame sieht uns Sportschützen und Waffenbesitzer als Relikt vergangener Zeiten, die man - aus Rücksicht auf unsere Historie - ein bißchen mit Samthandschuhen anfassen sollte - ABER der gesellschaftliche Konsens, immer schärfere Waffengesetze aufzulegen, sei nur zu begrüßen, weil er nach Frau Ellerbrock eben "die Sicherheit erhöht" hat - vielleicht nicht immer in dem Maße wie mitunter medial erhofft, aber eben doch.

Merke: Nur weil jemand ein Transatlantiker ist, macht das kein Legalwaffenfreund aus ihm - und wenn ich mir Titel ihrer früheren Publikationen "Frauenkörper und Volkskörper"/Abtreibung so anschaue, dann steckt hinter der Dame womöglich sogar eine ausgemachte Emanze - und die Aufarbeitung von Waffenbesitz als Teil früherer Machokultur in Deutschland klingt in ihren Publikationen ja schon an.

Diese Frau okkupiert in den Medien in "Pro-und-Contra-Diskussionen die Positionen, wo sich ansonsten Legalwaffenbefürworter hätten äußern dürfen - und das zu unserem RIESENnachteil! Ich bin fertig, kann nicht verstehen, wieso Doc Schiller auf so jemanden abfährt.

Grüße

Schwarzwälder

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