Jump to content
IGNORED

Konservierung selten benutzter Waffen


Der blonde Hans

Recommended Posts

Ich besitze ein älteres Jagdgewehr, mit dem ich sehr selten schiesse und das demzufolge jahrelang ungebraucht im Waffenschrank steht.

Seither habe ich zur Konservierung 'Break Free' verwendet, musste aber feststellen, dass dieses mit der Zeit nach unten aus der Waffe läuft.

Deshalb meine Frage: Wie behandelt ihr Waffen, die selten bis nie verwendet werden und an einem trockenen Raum mit halbwegs gleichmässiger Temperatur stehen.

(Ich meine damit selstverständlich keine vergrabene oder sonstwie weggebunkerte Teile AZZANGEL.gif)

Link to comment
Share on other sites

Ich nehme für sowas Teflon-Fett von Wolf. Ich glaube zwar an keine der wundersamen Wirkungen die manche dem Zeug nachsagem, aber es ist ein sehr zuverlässiger Rostschutz und scheint auch nach längerer Zeit nicht zu verharzen. Auf jeden Fall ist es angenehm im Umgang und bleibt, wo man es hinschmiert.

Öle sind zur Langzeitkonservierung wohl weniger geeignet. Unter den geschilderten günstigen Bedingungen würde es allerdings durchaus genügen, eine Waffe ein zwei mal im Jahr mit Break-Free abzuwischen. Nur einfach reinkippen darf man Öle generell nicht, darunter kann zB das Schaftholz sehr leiden.

Link to comment
Share on other sites

ballistol ist gut zum konservieren geeignet. es bildet nach einiger zeit eine ganz weiche, wachsartige schicht die an den waffenteilen haften bleibt und trotzdem wieder leicht zu entfernen ist.

vor dem schießen aber gut entfetten, das es organische anteile hat die nicht sehr temperaturbeständig sind.

gruß,

goasbeda

Link to comment
Share on other sites

Hallo,

ich kann mich da nur meinen beiden Vorrednern (oder Vorschreibern?) anschliessen. Ich benutze zur Langzeitkonservierung auch das Waffenfett von "Lupus". Bleibt da, wo es soll, verharzt nicht und lässt sich demzufolge leicht wieder entfernen. Aber auch das einfache Ballistol bildet nach einiger Zeit einen milchigen "Schutzfilm", der sich auch leicht wieder entfernen lässt.

Alles in allem würde ich aber dennoch eher ein Waffenfett benutzen, da es aufgrund seinen Konzistenz an dem Ort bleibt, wo ich es aufgetragen habe und nicht ersteinmal überall hinläuft (ausser man will diesen Effekt an schwer zugänglichen Stellen erreichen).

Also, gutkonservier,

kik

Link to comment
Share on other sites

Guest Mouche

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Waffen-normale Aufbewahrung vorausgesetzt- in unseren "Breiten" eigentlich sehr viel weniger anfällig sind, als man vermutet blush.gif

Warum willst Du es komplizieren - wenn die Waffe eh nicht geschossen wird ist doch der Sekundenaufwand eines Drüberwischens mit Ölläppchen und Durchziehen einer Ölbürste im monatelangen Abstand kein Aufwand grin.gifgrin.gif

Mouche

Link to comment
Share on other sites

Erstmal Danke für die schnellen Antworten,

das mit dem alle paar Monate mal durchziehen hab ich seither auch so praktiziert, bis ichs dann mal vergessen habe und der Lauf innen absolut trocken war.

Bleiben wohl noch Fett und Ballistol.

Da ein befreundeter Antiquitätenammler Ballistol für so ziemlich alles nimmt, werd ich wohl das erstmal versuchen.

Link to comment
Share on other sites

Guest Mouche

...und ich möchte schwören (bei normaler Lagerung-also nicht Kartoffelkeller etc.) : Der Lauf war trocken - aber ohne Rost- stimmts ?

Wenn Du wirklich total konservieren und nicht zu viel Geld ausgeben willst, gibt es ein altbewährtes Mittel, das technisch auch mit dem Modernsten kaum zu übertreffen ist:Sehr sorgfältige Grundreinigung - und dann überall reichlich Vaseline dran grin.gif.

Nur- wenn Du das Teil dann doch mal brauchst-dann ist nix mit "geschwind mal".

Wie gesagt - ist nicht nötig - aber fast perfekt wink.gifwink.gif

Mouche

Link to comment
Share on other sites

Ballistol-Öl mit (säurefreier) Vaseline vermischen bis ein leicht verstreichbares Gemisch entsteht. Mit Pinsel auftragen. Das Öl bleibt somit auf dem Metall und schützt Jahre zuverlässig vor Rost. Eigene Erfahrungen haben gezeigt, dass sich auch nach 30 Jahren kein Rost (bei Lagerung im Keller) bildet.

Link to comment
Share on other sites

Veseline, wie Mouche schon sagte, ist ein she gutes Konservierungsmittel !

Es kostet nicht viel und ist ebenfalls harz- und säurefrei !

Am besten den ganzen Lauf damit ausfüllen, dazu kann man gut eine Fettpresse benutzen ;-)

Zweite Möglichkeit, den Lauf verkorken und Balistol bis zum Rand hinein schütten !

Von außen gut mit Balistol einstreichen, das sollte dann reichen !

Link to comment
Share on other sites

Hi laugh.gif!

..-ich mach so alle 6-8 Mon.(-je nach Lust und Laune...) ein weinig WD-40 auf´s "Gerät" und es "funzt"!!!. - es ist bilig icon14.gif und ICH PERSÖNLICH habe damit überhaupt keine schlechte Erfahrungen wink.gif!.

Grüße! -JAcek AZZANGEL.gif

Link to comment
Share on other sites

In Antwort auf:

Anmerkung: Feuchtigkeit und Salz sind die kritischen Faktoren für das Entstehen von Korrosion.

Bei unter 30 % relative Luftfeuchte rostet praktisch nichts mehr.


Genau. Nur sollte man es mit dem Entfeuchten nicht übertreiben. Holz und auch Kunststoff (!) werden sonst brüchig. Wer seine Waffen im Exsiccator lagert muß mit Schaftrissen rechnen.

Link to comment
Share on other sites

Bei Holz kenne ich mich nur begrenzt aus. Verzug und Risse würde ich nicht völlig ausschließen.

Die meisten Kunststoffe sind gegen Trocknen wenig empfindlich. Nur Polyamide (PA6, PA 6,6 etc) werden spröde (reversibel, Funktion des Wassergehaltes).

Bei den Elastomeren und auch bei Glas habe ich noch nicht gehört, daß der Wassergehalt eine Rolle spielt.

Fazit: Wenn die Waffe aus Stahl, der Schaft aus Kunststoff ist und in der Waffe keine auf Schlag belasteten PA6-Teile sind, hätte ich keine Bedenken.

Und mein ZF lagere ich nicht im Waffentresor. Allerdings eher wegen Platzmangel und weil ich vermute, daß in Waffenölen und Munition Komponenten sein können, die langsam verdampfen und sich dann irgendwo niederschlagen könnten.

Sindbad

Link to comment
Share on other sites

In Antwort auf:

Ballistol ist zur Langzeitkonservierung das *absolut* ungeeignetste, was es gibt. Hat schon eine Menge Waffen ruiniert.

Ziemlich eines der besten Mittel ist RIG.


Von den marktüblichen Mittel ist Ballistol bisher nicht das schlechteste, die Gründe wurden oben schon genannt. Ich habe selbst etliche andere Mittel probiert, Ballistol hält (teils auch in Verbindung mit Vaseline) bisher am längsten. Ich suche allerdings immer noch nach dem ultimativen Mittel zur Langzeitlagerung, das zuverlässig vor Korrosion schützt, nicht verharzt oder gar aushärtet, nicht bei senkrecht gelagerter Waffe über die Monate oder Jahre langsam aus dem Lauf läuft oder verdunstet und möglichst auch für Kunststoffe/Lacke und Holz verträglich ist. Die Waffen sollten damit einmalig gründlich behandelt werden und dann so sicher geschützt sein, daß man auch bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen keine Angst vor Korrosion zu haben braucht.

Kannst Du mal genaueres über dieses RIG schreiben?

Link to comment
Share on other sites

Ich ahbe letztens einen Bericht über die MRE Mahlzeiten

gesehen, dort wird ein kleines Päcksen zu den Lebensmitteln

zugegeben, ähnlich dem Silica Gel (wie heisst das auf deutsch?)

Nur ist dort Eisenpulver drin und es bindet den Sauerstoff.

Wäre doch auch nicht schlecht, wenn man das beim Einschweisen

mit in den Beutel geben würde, ohne Sauerstoff kann ja nix

rosten, und das Eisenpulver im Päckchen darf ja.

Gruß

bullpup

ps: auf einer Seite über NVA -optiken (sehr gut, die Seite)

wurde über die Zerstörung von Optiken, speziellem Glas

durch Feuchtigkeitsentzug berichtet.

Dem Glas wird wohl Kristallwasser entzogen, was IIRC zu einer Trübung führt.

Link to comment
Share on other sites

Das mit dem Glas kann ich mir gut vorstellen. Es gibt die unterschiedlichsten Gläser. Im Wesentlichen schmilzt man Siliciumdioxid mit diversen Zuschlagstoffen wie z.B. Bortrioxid, Aluminiomoxid, Bleioxid, etc....

Gläser sind amorph, d.h. sie sind nicht kristallin, sie sind sozusagen unterkühlte Flüssigkeiten.

In die Glasoberfläche können Wassermoleküle eingelagert werden, man nennt das dann eine Hydratschicht. Bei manchen Glassorten kann sich im Läufe der Zeit vor allem durch unterschiedliche Witterungsbedingen auch zu Kristallisationsvorgängen im Glas kommen. Es scheiden sich dann aus der "unterkühlten Schmelze" Glas bestimmt Kristallite aus, die zu einer Trübung führen.

Das mit den Kunststoffen ist wirklich kein Witz. Man soll sich da jetzt keine grauen Haare wachsen lassen, aber es lagern fast alle mehr oder weniger Wasser ein. Polyamidkunststoffe z.B. etwas mehr. Aber wie schon geschrieben, man müßte seine Kunststofknarren permanent im Trockenschrank oder Exsiccator lagern um sie auf diese Weise effizient zu ruinieren.

Link to comment
Share on other sites

Danke bullpup,

gerade der Link unten auf der Seite ist wirklich gut; insbesondere dort der Info-Teil.

Deshalb hier nochmal direkt auf den didaktischen Teil:

http://www.cwaller.de/Didaktik.htm

und dort weiter führt dieser Link http://www.cwaller.de/teil1.htm auf eine Abhandlung über Luftfeuchtigkeit und verschiedene Werkstoffe: u.a. Bronze, Stahl und Glas.

Fazit: absolute Trockenheit konserviert i.a. am besten. Wie immer im Leben gibt es aber Ausnahmen.

Sindbad

Link to comment
Share on other sites

Hallo Leute

Als Langzeitkonservierung für selten benutzte Waffen, d. h. in meinem Falle, an den Wänden hängenden Waffen, benutze ich seit über zwanzig Jahren mein bewährtes Hausmittel:

Ich löse Bienenwachs in Reinbenzin, besprühe die Waffen mit dieser Lösung (nur im Freien verwenden, in Abwesenheit einer Zündquelle) und verreibe anschliessend mit einem weichen Baumwolllappen.

MfG

Mitr

Link to comment
Share on other sites

Archived

This topic is now archived and is closed to further replies.

×
×
  • Create New...

Important Information

Terms of Use
Privacy Policy
Guidelines
We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.