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  1. Es geht mal wieder um das leidige Thema WBK-Widerruf bei Sportschützen, die dem Schießsport nicht mit der gesetzlich vorgeschriebenen Häufigkeit nachgehen können. Zu diesem Themenkomplex liegt nun eine neue Entscheidung vor, die für uns Sportschützen sehr unerfreulich ist. Nachdem es sich um eine zweitinstanzliche Entscheidung handelt, wird sie bei den Behörden sicher Beachtung finden. Da die Entscheidung im Internet nicht frei verfügbar ist, möchte ich an dieser Stelle kurz die wichtigsten Aussagen wiedergeben. Geklagt hatte ein Sportschütze, dem die WBK widerrufen wurde, weil er im vergangenen Jahr nur 11x trainiert hatte (Rn. 2). In erster Instanz wurde die Klage abgewiesen (VG Darmstadt, Urteil vom 19.10.2017 - 5 K 1987/15.DA). Der WBK-Widerruf sei rechtmäßig, weil ein Bedürfnis nicht mehr vorliege. Von dem Widerruf könne auch nicht ausnahmsweise wegen eines nur vorübergehenden Bedürfniswegfalls abgesehen werden (Rn. 2). Die hiergegen gerichtete Berufung wurde nicht zugelassen (VGH Kassel, Beschluss vom 21.03.2019 - 4 A 2355/17.Z). Bedürfnis für Sportschützen nur bei regelmäßiger Schießsportausübung (Rn. 10) Weiter wird ausgeführt, dass "regelmäßig" mindestens 1x pro Monat oder 18x im Jahr bedeutet (Rn. 10), nur Trainingstermine der letzten 12 Monate berücksichtigungsfähig sind (Rn. 10) und die Bedürfnisanforderungen für den Erwerb auch für den weiteren Besitz gelten (Rn. 11). Zudem lässt es sich der Verwaltungsgerichtshof nicht nehmen, über den konkret zu entscheidenden Fall hinaus auch allen anderen Sportschützen eins mitzugeben: Damit wird dieser Unfug nun auch in zweiter Instanz vertreten und zeigt, wohin die Reise künftig geht. Unfug ist diese Auslegung deshalb, weil sich der VGH selbst widerspricht. Zuvor hat er ausgeführt, dass für den Besitz dieselben Anforderungen an den Bedürfnisnachweis gelten wie für den Erwerb. Wenn ich aber für den erstmaligen Erwerb mit fremden Waffen trainieren darf, muss das auch für den Bedürfniserhalt für den Besitz gelten. Andernfalls entsteht die kuriose Situation, dass einem Sportschützen, der 18x mit fremden Waffen trainiert aber nur 11x mit seinen eigenen, die Erlaubnisse für die eigenen widerrufen werden können, er aber zeitgleich eine Verbandsbescheinigung und somit auch eine neue Erwerbserlaubnis für eine neue Waffe erhalten würde. Weniger "Waffen im Volk" würde es dadurch also nicht geben, sondern nur Schikane gegenüber Sportschützen und ggf. Förderung des Waffenhandels. Interessant sind schließlich auch die Ausführungen zum Absehen vom WBK-Widerruf im Falle eines nur vorübergehenden Bedürfniswegfalls. Der WBK-Inhaber muss glaubhaft machen, dass künftig eine regelmäßige Schießsportausübung zu erwarten ist (Rn. 13). Dabei ist nicht dessen innerer Wille maßgeblich, sondern die objektiven Umstände (Rn. 16), insbesondere die für die Vergangenheit geltend gemachten Hinderungsgründe. Lassen diese Umstände darauf schließen, dass sich die Prioritäten im Leben des WBK-Inhabers generell zu Lasten des Schießsports verschoben haben, kann von einem vorübergehenden Bedürfniswegfall nicht mehr ausgegangen werden (Rn. 13). Eine solche Prioritätenverschiebung sei dann anzunehmen, wenn immer wieder neue Hinderungsgründe vorgetragen werden (Rn. 13). Für uns ist es nun wichtig, aus der Entscheidung die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, damit wir am Ende nicht kalt erwischt werden. Bei Bedürfniswiederholungsprüfungen sollte immer nur eine Vereins-, notfalls auch Verbandsbescheinigung vorgelegt werden, aber nie das Schießbuch. Sonst wird nachher festgestellt, dass mit einer Waffe im maßgeblichen Jahreszeitraum nur 11x statt 12x trainiert wurde und das Bedürfnis ist in Gefahr.
  2. Hallo zusammen, ich bräuchte einen Rat von euch: Ein Bekannter von mir ist seit langer Zeit Sportschütze und hat diverse Lang- und Kurzwaffen zuhause. Natürlich ordnungsgemäß verstaut. Der werte Herr hat nun aber vor seine Rente teilweise im nicht europäischen Ausland zu verbringen. Mit anderen Worten, er ist pro Jahr sechs bis neun Monate nicht da. Was muss er beachten? Spielt die 12/18 mal Training pro Jahr hier (noch) eine Rolle? Freue mich über jeden Hinweis! Viele Grüße
  3. Hi Freunde des fliegenden Bleis! Ich wollte mit diesem Beitrag mal erfahren, wie es Euch als Sportschützen, Jäger oder Waffensammler in Eurem sozialen Umfeld ergeht. Interessant finde ich die Aspekte: Akzeptanz im Freundeskreis (stillschweigend? gibt´s immer mal wieder Diskussionen? sind die meisten sogar Brüder/Schwestern im Geiste und teilen das eigene Hobby?) Reaktionen des sozialen Umfeldes (was sagen Nachbarn, wenn man zur Jagd geht? Reaktionen von Wanderern im Wald oder Passanten auf dem Weg vom Parkplatz zum Vereinsheim) Umgang mit diesem Thema beim Kennenlernen eines Partners (erstmal nicht erzählen und Akzeptanz vorsichtig abklopfen oder gleich "raus mit den Karten"?) Natürlich will ich auch meine Erfahrungen mit Euch teilen (wenn´s Euch interessiert): Familie: In meiner Kinderzeit waren alle Themen bezüglich Schießsport, Jagd und Ähnlichem Tabu, obwohl mich das alles brennend interessiert hat. Pazifismus der Eltern verbot sogar jegliche Faschingspistole oder Ritterschwert. Teilweise kann sich meine Familie aber heute für mein Hobby des Schießsportes begeistern oder zumindest erwärmen. Soziales Umfeld: Ich für meinen Teil halte es für angenehm, niemanden mit meinem Hobby zu "belästigen", soll heissen, daß ich auf dem Weg zum/vom Vereinsheim oder zu Wettkämpfen neutrale Kleidung (keine Beretta-Schiessweste, Tarnanzug oder sowas) trage und ein Transportbehältnis wähle, dessen Aussehen nicht auf seinen Inhalt schliessen lässt. Auf gelegentliche Fragen von Nachbarn, was ich denn im Begriffe sei, zu tun, antworte ich: "Ich geh zum Training". Akzeptanz im Freundeskreis: Natürlich lässt es sich nicht vermeiden, daß früher oder später der eine oder die andere aus dem Freundeskreis mitbekommt, was man denn so treibt und für was man sich so begeistert. Die Reaktionen fallen bei den engen Freunden moderat aus und man akzeptiert, daß "der Typ halt ein seltsames Hobby hat". Die allerwenigsten können nachvollziehen, was daran so toll sein soll, Löcher in eine Papierscheibe zu machen, noch dazu mit Sportgeräten, die "ja wohl offensichtlich gefährlich sind". Der neue Partner: Zugegeben: Man kommt nicht oft in die Situation, der neuen Flamme / dem neuen Flammerich an das eigene Hobby "heranführen" zu müssen. Als ich meine derzeitige Freundin kennenlernte, war es nicht ganz einfach. Gerade deswegen, weil sie aus einer dementsprechend geprägten Familie kommt. (Dort hatte niemand je etwas mit diesem Sport am Hut) Mittlerweile akzeptiert sie mein Hobby und weiß, daß ich verantwortungsvoll damit umgehe. Aber alle Versuche, sie wenigstens etwas für den Schießsport zu begeistern, schlugen fehl. So...genug geschrieben. Bin gespannt, wie sich das bei Euch verhält! Life´s good! Josh
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